Posts by Thorsten B

    Früher, als "Die Schwarzwaldklinik" im Fernsehen lief, habe ich viele Folgen geschaut, aber sicher nicht alle. Aber vor einiger Zeit habe ich in der Mediathek einen Komplettdurchlauf gemacht.

    So ähnlich war es bei mir auch. Als es regulär lief nur sporadisch (als Kind hatte man dann doch andere Interessen) und irgendwann in diesem Jahrtausend mal den Komplettdurchlauf gemacht.

    So sehr ich also den Reflex verstehe, nach einem Boykott zu rufen: Nein. Die Künstler*innen und der durchführende Sender sind nicht mit der israelischen Regierung gleichzusetzen. Ich würde also nicht für einen Ausschluss stimmen.

    Soweit die Theorie. Aber in der Praxis und der Außenwirkung wird es einfach gleichgesetzt. Selbst wenn statt der Ländernamen die Namen der Rundfunkanstalten beim ESC benutzt würden. Viele Durchschnittszuschauer trennen da nicht oder kennen diese Trennung gar nicht erst. Und selbst bei Zuschauern und Jury-Mitgliedern, die eigentlich die Zusammenhänge kennen oder kennen müssten, besteht die Gefahr, dass trotzdem der ESC-Act stellvertretend für das Land beurteilt (sei es als Abstrafung oder solidarisch) wird. Diese ganzen Boykottandrohungen sind schließlich genau so eine Stellvertretergeschichte.

    Ist nachvollziehbar, dass man zu einem brisanten Thema Stellung beziehen möchte, aber als EBU-Mitglied hat man dann nur die Möglichkeiten im Rahmen der EBU, selbst wenn das auf dem Papier eigentlich falsch und ungerecht ist.

    Da Thorsten B. hier gerade schrieb traue ich mich mal was zu fragen... vor Jahren hab ich mal woanders gelesen (kann leider die Quelle nicht mehr finden, hab's versucht, war eher ein Holmes Forum mit LB als Thema irgendwo in einem Unterforum) dass John Beckman identisch ist mit Thorsten Beckmann - ist da, abgesehen vom zusätzlichen N, etwas dran? Würde für mich wenig Sinn ergeben, da ja beide für LB schrieben, aber ich will's doch mal geklärt haben damit ich die Frage im Hinterkopf abhaken kann. Und wenn nicht, war der John ein Pseudonym für Dennis und Michael? Würde erklären dass er sonst anscheinend nichts geschrieben hat.

    Ich bin ich und war schon immer ich. Ich habe auch bisher noch nie unter Pseudonym geschrieben.

    Jetzt rückwirkend betrachtet: Welche deiner Folgen zählen deiner Meinung nach zu den gelungensten und welche nicht und warum?

    Das ist immer eine schwierige Frage. Welches deiner Kinder ist dein Liebstes?

    Lady Bedfort 49 und die Weisheit des Cicero bleibt natürlich immer etwas Besonderes, weil es mein erstes veröffentlichtes Hörspielskript war. Aber genau deshalb war da wahrscheinlich auch noch Luft nach oben. Zudem gab es da ein kleines Missgeschick bei der Besetzung (das Alter der beiden jüngeren Brüder war verkehrt herum, wurde dann durch ein paar Dialogänderungen ausgebessert).

    Generell mag ich die Folgen, die so ein bisschen aus dem üblichen Schema ausbrechen. Zum Beispiel 80 Mord am Telefon mit Fokus auf Tim, 87 Das andalusische Schwert mit dem Abstecher nach Spanien, 85 Preis des Erfolgs mit der Entführung der Lady.

    Bei den eher klassischen Folgen ist die Antwort allerdings sehr einfach. Da ist die 69 Die eingebildete Kranke mein absoluter Favorit, was größtenteils an der Besetzung mit Brigitte Grothum liegt. Das Zusammenspiel zwischen ihrer Rolle, der Lady und Max funktioniert sehr gut (jetzt aus der Erinnerung heraus, habe schon lange keine meiner Bedfort-Folgen mehr gehört). Ansonsten mag ich noch 73 Die Stimme aus der Hölle wegen der Atmosphäre und 91 Das Geständnis des Richters wegen der ungewöhnlichen Ausgangssituation sehr gerne.

    Eine Folge, aus der man hätte mehr machen können, ist wahrscheinlich 94 Die blutige Madonna. Da war mein Plan, dass sich alles eher ruhig, langsam und rätselhaft aufbaut, die Vorstellung vom Hörplanet war da eher pointierter, spannungsgeladener und geheimnisvoller. Letztendlich ist eine Art Kompromiss daraus geworden. Da hätte ich wahrscheinlich etwas anpassungsfähiger und weniger dickköpfig sein können.

    Ich habe die Lady damals ganz gern gehört, aber irgendwann war es nur noch die Max-und-Inspektor-Show und für sowas fand ich beide Sprecher nicht gut genug.

    Kann ich so nicht in Gänze nachempfinden. Klar hat Max als Haupt-Sidekick seinen Anteil an Takes, aber war auch zwischendurch für viele Folgen abwesend. Und in den 14 Skripts, die ich geschrieben habe, hat in der Regel die Lady die meisten Takes (zweimal war es Tim und je einmal Inspektor Miller, Inspektor Gomery, Professor Portman sowie ein Episodencharakter). Max taucht auch nur in 7 meiner Skripte überhaupt in den Top 3 der Take-Anzahl auf. Die Inspektoren sogar nur in den Skripts in den Top 3, in denen sie die Take-Zahl anführen.

    Die Folgen meiner Kollegen habe ich natürlich jetzt nicht im Gedächtnis und erst recht nicht statistisch aufbereitet. Da kann es natürlich anders sein.

    Woran merkt man, dass man wieder im Schreibmodus ist?

    Abends im Bett, wenn man zur Ruhe kommt, spinnt sich die Geschichte im Geiste fort und man steht mehrmals wieder auf, um sich Notizen zu machen. Diese Verschiebung meines Nachtschlafs hatte ich in den letzten Jahren eigentlich nicht vermisst. :/ Okay... vielleicht schon. Aber nur ein bisschen. :D

    So, gibt Neuigkeiten. Kleine zumindest. Ich habe heute zum ersten Mal seit dem 24.08.2022 wieder an einem Skript gearbeitet. Ich würde also sagen: Es geht so langsam wieder los. :)

    Was Hörspiele aus meiner Feder betrifft, gibt es drei Stück, die meines Wissens nach bisher noch unveröffentlicht sind. Das letzte veröffentlichte Hörspiel, in dem Spuren von mir enthalten sind, ist "Pater Brown 78 - Das Verhängnis des Wohltäters", das auf einem Exposé von mir basiert, aber nicht von mir selbst endgültig ausgearbeitet und geschrieben wurde.

    Und der Vollständigkeit halber, da ich das bei dem Pater schon erwähnt hatte: Zu Mimi Rutherfurt 61 - Der Tote im Wald stammte die Idee auch noch von mir.

    Ich habe mir gestern Mimi Rutherfurt 61 - Der Tote im Wald angehört. Ein Fall, der mich durch seine Ruhe und Stringenz an die frühen Folgen erinnert hat. Aber nicht nur dadurch. Auch bei Katharina Thalbachs Interpretation kam es mir so vor, als hätte ich da an manchen Stellen Gisela Fritsch rausgehört.