Posts by Thorsten B

    Was ich mich gerade frage: Wann ist eigentlich der Zeitpunkt erreicht, ab dem es beim Schreiben keinen Unterschied mehr zwischen KI und Mensch gibt? Im Grunde bedienen wir uns doch auch größtenteils nur an Daten, mit denen wir ein Leben lang gefüttert wurden. Alles, was wir erlebt, beobachtet und konsumiert haben, formt sich in unserem Kopf zu neuen Geschichten zusammen. Gerade wenn man in bestimmten Genres schreibt, hat man auch immer bestimmte Genrevorbilder oder zumindest eine eigene Genrekonsumvergangenheit, an der man sich orientiert. Da gibt es eigentlich nicht so viel Unterschied zu einer KI, die entsprechend gefüttert wird.

    Ist der Mensch mit der neuen Zusammensetzung wirklich so viel kreativer? Und ist es denkbar, dass KI ebenfalls dieses Level an Kreativität erreicht?

    Ich habe ja das Glück, daß ich von meinem Honorar nicht leben muß, da ich einen 30h Job habe, mit dem ich gut auskomme. Die Honorare sind ja nur ein "Zubrot". Von daher kann ich wählerisch sein in dem, was ich mache.

    Same here.

    Aber kategorisch ausschließen würde ich jetzt trotzdem nichts. Das müsste ich dann immer im Einzelnen entscheiden. Grundsätzlich bin ich eher dagegen. Ist doch schöner, wenn durch etwas, das man selbst erschaffen hat, im weiteren Produktionsverlauf auch noch mehr echte Menschen ihren Verdienst damit haben können.

    Danke sehr für diese Wertschätzung! Da hätte ich jetzt nicht mit gerechnet! <3

    Nur eine Sache muss ich korrigieren: In meinen Sherlock Holmes & Co. Folgen war der Ermittler auch Pater Brown und nicht Sherlock Holmes. Sowie ergänzend zur Vervollständigung des "Werkverzeichnisses": Ähnlich wie bei dem Pater Brown "Das Verhängnis des Wohltäters" stammt auch das erste Exposé zu Mimi Rutherfurt "Der Tote im Wald" von mir.

    Aber was deinen Wunsch betrifft, muss ich dich leider enttäuschen. Man soll natürlich niemals nie sagen, aber abgesehen von dem ein oder anderen Stoff, in dem es ein wenig schonungsloser zugeht als bisher (wie auch schon im Autoren-Thread angekündigt), ist für die nähere Zukunft kein Grusel geplant.

    Wenn ich wüsste, wie ich es überwunden habe, hätte ich es vermutlich schon früher getan. ;) Ist wahrscheinlich eine Kombination aus mehreren Dingen. Die Situation mit meiner Mutter ist derzeit stabil und alles, was ich mir statt des Schreibens an Ersatzbeschäftigung gesucht hatte, hat mich mittlerweile dann auch gelangweilt.

    Ansonsten könnte man sagen, dass es nahtlos weiter ging. Ich hatte damals noch etwas Halbfertiges für Contendo (den oben erwähnten Zweiteiler). Daher war ich in der Zwischenzeit durchaus noch lose mit dem Label in Kontakt und konnte dort dann einfach fortfahren. Zuletzt habe ich dann - quasi als Gegenentwurf zu dem Zweiteiler - etwas Kürzeres geschrieben, das die Grenze des Cozy Crime, auf dem ich ja quasi seit jeher zuhause bin, etwas überschreitet.

    Mehr als zwei Jahrzehnte Geschichten – Eine Hörspielkarriere

    Da muss man schon Anerkennung zollen. Sowohl für den Zeitraum als auch für den Output. Da werde ich als Hobby-Schreiberling nie mithalten können (nur in der Qualität hoffentlich mal ab und an). Aber diese Überschrift hat mich jetzt auch mal in meine eigenen Unterlagen schauen lassen. Mein erstes Lady-Bedfort-Skript ist tatsächlich auch schon 15 Jahre alt, geschrieben Mitte 2011, erschienen Anfang 2012. So lange bin ich also auch schon dabei.

    Ich habe auch immer gerne mit Flambeau geschrieben. Zum einen weil er der originärste Sidekick für den Pater ist und zum einen weil er ihn auch auf interessante Weise ergänzt. Er eröffnet auch mehr Möglichkeiten als z. B. eine Standard-Haushälterin. Obwohl ich in den Filmen Lina Carstens neben Heinz Rühmann sowie die Roßhauptnerin neben Pfarrer Braun nicht missen möchte.

    Interessante Diskussion.

    Mal abgesehen davon, dass ich jetzt quasi 4 Jahre lang mehr oder weniger komplette Hörspielpause hatte, sind es hauptsächlich zwei Gründe, warum ich hier nicht aktiver bin. Auch wenn es mir wahrscheinlich Spaß machen würde, das ein oder andere Hörspiel zu rezensieren bzw. zu bewerten oder sich darüber auszutauschen.

    1. Die Zeit. Es macht einen Unterschied, ob man ein Hörspiel nur hört (z. B. Abends im Bett oder auf der Couch, oder beim Spazierengehen, bei letzterem höre ich z. B. gerade alte Insel-Krimis, müsste ich mir auch mal wieder ein paar der aktuelleren besorgen) oder ob man es hört, um es zu bewerten. Letzteres ist natürlich zeitaufwendiger, eventuell macht man sich auch Stichpunkte zwischendurch. Außerdem schreibe ich jetzt auch wieder selbst, das ist dann ebenfalls Zeit, die man nicht zum bewussten Hören benutzt. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.
    2. Ich möchte nicht anmaßend herüberkommen. Nachher kritisiert man etwas, dass man selbst vielleicht auch irgendwo nicht besser geschrieben hat. Natürlich habe ich auch einen ganz persönlichen Geschmack wie jeder Mensch, aber da lande ich dann doch immer eher bei professioneller Distanz.

    Das vorausgeschickt bin ich aber natürlich immer gerne bereit, mich mit anderen über meine eigenen als Hörspiel realisierten Skripte auszutauschen. Fundierte und höfliche Kritik schadet schließlich nie. Und fehlerlos werde ich sicher auch nie werden. Lob ist natürlich auch gerne gesehen. Zu wissen, wo man etwas gut gemacht hat, ist schließlich auch immer hilfreich. :)

    Zumindest Pumuckl wird ja trotzdem noch von einem lebenden Menschen eingesprochen. Das nimmt so gesehen keinen Job weg. Es schadet nur der Sicht- bzw. Hörbarkeit des jeweiligen Sprechers, der dann selbst nicht mehr mit der eigenen Stimme präsent ist (wohl aber mit dem eigenen Schauspiel).

    So, vor wenigen Tagen einen Zweiteiler beendet (mein zweites Hörspiel in doppelter Länge). Der erste Teil stammt noch von vor meiner Schreibblockade, aber den zweiten Teil konnte ich jetzt innerhalb einer Woche "herunterschreiben", weil er quasi schon seit damals fertig konzipiert war. Merkwürdigerweise fühlt es sich gar nicht so an als würden da 3 bis 4 Jahre zwischen liegen. Das menschliche Zeitgefühl ist manchmal schon seltsam.

    Ansonsten kämpfe ich gerade mit einer Erkältung, sonst würde es schon weiter gehen mit dem Schreiben. Weitere Pläne und Ideen gibt es jedenfalls schon.

    ja man muss da wirklich hinwegsehen, denn qualitativ stimmen die Stories da schon lange nicht mehr ^^

    Vielleicht wird die 100 als besondere Folge ja wieder besser. Mal abwarten. Wobei ich schon länger keine Folgen mehr gehört habe. Von daher fehlt mir der Vergleich.

    Um den Bogen zurück zum Thema zu schlagen: Bei den 100 Folgen Lady Bedfort waren die Skripte überwiegend gut. Das ist schon ein Unterschied zu den Fließbandproduktionen, die beispielsweise bei Mimi Rutherfurt oder Pater Brown kommen.

    Ich habe für alle drei geschrieben und würde jetzt nicht behaupten, dass ich mir bei der einen Serie mehr Mühe gegeben hätte als bei der anderen. Anders ist natürlich das jeweilige Setting und die Hauptcharaktere, was dann zu unterschiedlichen Dynamiken führt.

    Der ESC ist natürlich in erster Linie eine Unterhaltungsshow, die Europa zusammenbringt. Und stets ein Spiegel der Zeit (auch politisch). Aber ihn zu einer reiner Castingshow mit Punktegeschacher zu degradieren wird ihm nicht wirklich gerecht. Es gilt, den einen Bühnenmoment zu kreieren, diese einmalige Mischung aus Song, Künstler und Inszenierung, die sowohl den Fernsehzuschauer zum Anrufen animiert als auch Jurys aus dem Musik- und Showbusiness überzeugen kann.

    Und wenn einem das gelingt, dann ist es auch egal, wo man herkommt. Bulgarien hat dieses Jahr zum ersten Mal gewonnen. Österreich und Schweiz ohne automatische Punktelieferanten die letzten beiden Jahre. Wer beim ESC vorne landet, der hat einfach überzeugt. Nur über die Plätze im Mittelfeld und am Ende, da sollte man nicht so genau darüber nachdenken, wer da warum jetzt wie viele Punkte bekommen hat. Da kann man mit freundlichen Nachbarn, großer Diaspora, Solidaritätsstimmen etc. schon mal ein paar Plätze höher landen als es womöglich "gerecht" wäre. Wobei, was ist schon "gerecht" bei Musik, die eben auch zu einem großen Teil Geschmackssache ist.

    Ich denke,die Engländer nehmen das einfach nicht so bierernst,und das finde ich die richtige Einstellung.

    Und mit genau dieser Einstellung landen sie auch immer hinten und haben zum dritten Jahr in Folge 0 Punkte im Televoting bekommen. Eigentlich dachte man, nach dem 2. Platz von Sam Ryder würden die Briten endlich die Kurve bekommen und den Wettbewerb etwas ernster nehmen bzw. langsam wieder ein Verständnis zu ihm aufbauen. Ist aber nicht passiert und man bleibt in der Trash-Spektakel-Ecke.

    Und was die Big 5 angeht: Die Regel der automatischen Finalqualifikation wurde eingeführt, nachdem Deutschland in einem internen Semi ausgeschieden ist und nicht dabei war, was die Zuschauerzahlen der Show merklich reduziert hat. Auf die Zuschauer der größten Märkte möchte man allerdings nicht verzichten. Daher dann die Regelung.

    Ähnlich ist es mit den Beiträgen. Es ist doch nur gerecht, dass große Länder mit mehr Zuschauerpotential sich stärker beteiligen als kleine Länder. Zahlen tun aber alle Teilnehmerländer einen Beitrag. Zudem gibt es noch Sponsoren, Ticketverkäufe und auch der austragende Sender hat einige Kosten zu stemmen. Und zum Vergleich: Ein Tatort kostet in der Regel über 1,5 Mio. für nur 90 Minuten Programm.

    Zu Deutschland: "Fire" war einfach nicht kreativ und zeitgemäß genug. Und Sarah hat zwar gut performt, aber auch da war nichts wirklich Neues bei. Ich hoffe, dass der SWR für den nächsten Vorentscheid interessantere Songs auswählt. Auf Nummer Sicher zu gehen, heißt beim ESC nämlich in der Regel überall unter dem Radar zu fliegen. Nicht letzter, aber trotzdem nicht genug für Punkte.

    Das mit der Pause oder Aussetzen von Deutschland ist Quatsch. Die Quoten der Show sind gut und so teuer sind die Sendeminuten für die ARD nicht. Ich warte ja noch auf den ersten Fußballnationalspieler, der fordert, Deutschland möge mal aussetzen, wenn wir zu früh rausfliegen.