Posts by Justin Time

    Action ist wirklich keine Stärke von Takimo. Mir gefällt aber, dass hier SciFi mal anders rübergebracht wird, von den Zusammenhängen etwas anspruchsvoller, und dabei trotzdem (oder deswegen?) sehr spannende Geschichten herauskommen. Außerdem sind die Hörspiele sehr gut gemacht.

    Ich liebe die Serie, aber sie sollte langsam zum Abschluss kommen. Die Hörer wissen, was ich meine.

    Acurus_ : Worum geht es ab Folge 30?

    Takimo als Serie hat mir (bis auf wenige Füllfolgen) immer sehr gut gefallen. Die letzte Folge, die ich gehört habe, war Folge 29 "Elementare". Ich hatte gelesen, dass danach ein neuer Handlungsbogen beginnt, mit dem ich zu dem Zeitpunkt nicht starten wollte.

    Wer von euch kennt Folgen ab der 30 und wie findet ihr sie?
    Gibt es dabei wieder Folgen, die man auch einzen hören kann?

    Wenn es bei einem Hörspiel um Sommer, Strand- und Meerfeeling geht, fällt mir als erstes ein:

    Mark Brandis: Testakte Kolibri

    Die Anfangsszene mit dem langsamen Auftauchen aus dem Meer, dann die Musik, Möwen, Wellengeräusche... dann später der Lagerfeuerabend am Strand ... Das fängt für mich perfekt einen Sommertag am Meer ein. #urlaub1#


    Wenn ich an trockene und heiße Sommertage mit brütender Hitze denke, kommt mir vor allem

    Pompeji (von Robert Harris | Hörverlag)   

    in den Sinn. Da fühlt man die Hitze beim Hören förmlich mit. #warm#

    Damals war der Verkaufspreis aber auch utopisch, "Der Name der Rose" wurde 1995 in 2 Boxen (je 3 CD´s) für 99,95 DM je Box verkauft.

    Du hast Recht, anfangs waren die Preise des Hörverlags tatsächlich ziemlich hoch. Das wurde dann aber besser mit 19,95€ pro Doppel-CD. Im Vergleich zu einigen Labels, die selbstproduzierte Hörspiele für ca 15€ verkauft haben (z.B. Titania), war es trotzdem noch viel (teilweise haben beim Hörverlag Einzel-CDs schon 15€ gekostet, z.B. "Der letzte Detektiv"). Ich habe einige der Hörverlag-Hörspiele gebraucht gekauft, da war dann der Preis in sehr gutem Zustand gut.

    Andererseits war es der Hörverlag (wie auch der Audio Verlag), der Hörspiele ab ca. 2000 in die Breite der Käufer gebracht hat. Vieles wäre über Jahre hinweg gar nicht zugänglich gewesen, wenn sie es nicht auf CD in die Läden gebracht hätten.

    Es gab schon immer Hörspiele, die auf bestimmten Medien nicht erschienen sind. Ich denke an Radiohörspiele

    Ich finde, gerade an den Radiohörspielen merkt man schon, dass weniger auf CD veröffentlicht wird. Mir fallen auf Anhieb eine ganze Menge Radiohörspiele ein, die früher auf CD veröffentlicht wurden (Wallander-Krimis, Holmes-/Maigret-/Highsmith-/Chandler-Boxen, die Temples & Co., die 2000er Jules Verne-Produktionen, DAV-Pocket, SciFi-Klassiker, etliche Literaturvertonungen ...).

    Der Hörverlag war früher stark damit aufgestellt, Radiohörspiele auf CD auf den Markt zu bringen. Heute liegt sein Schwerpunkt mehr auf Lesungen.

    Eine Reihe wie "Kein Mucks" hätte vor 10 Jahren gute Chancen gehabt, auch auf CD veröffentlicht zu werden. Durch das Bereitstellen in der Mediathek und den ÖR-Seiten ist das heute so gut wie ausgeschlossen, weil es sich nicht mehr rechnet.

    Eine Auswahl zu treffen, ist gar nicht einfach, da gab es echt viele sehr gute Hörspiele. Nach längerem Überlegen hier meine Top-10:

    20.000 Meilen unter den Meeren | Jules Verne (MDR/RBB 2003)
    => Das erste ÖR-Hörspiel nach "Herr der Ringe", bei dem ich von der Umsetzung beeindruckt war. Die Geschichte ist eher langsam erzählt, trotzdem sehr spannend inszeniert und die Geräusche und Musikuntermalung in der Nautilus schaffen eine perfekte Unterwasseratmosphäre.

    Das Zeichen der Vier | Arthur C. Doyle (Titania Medien 2004)
    => Einer der spannendsten Fälle, tolle Atmosphäre, das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird vor dem inneren Auge lebendig. Eine der besten Vertonungen einer Holmes-Geschichte.

    Die vergessene Welt | Arthur C. Doyle (Ripper Records 2005)
    => Frank Gustavus hat mit seinem kleinen, aber feinen Hörspiellabel in der gleichen Liga gespielt wie heute die Ohrenkneifer. Schade, dass er das beendet hat!

    EON | Polaris (Polaris 2001)
    => EON hat Anfang der 2000er neue Maßstäbe für SciFi-Hörspiele gesetzt. (die einige Jahre später nur von Mark Brandis übertroffen wurden)

    Die Schatzinsel | Robert L. Stevenson (Hörverlag 2002)
    => Top Inszenierung von Sven Stricker, perfekte Geräuschkulisse, zünftiger Seemannssoundtrack von Jan-Peter Pflug und in den Hauptrollen Christan Stark als Jim Hawkins und Dietmar Mues als John Silver. Für mich die beste Vertonung des Klassikers.

    Mark Brandis [Bordbuch Delta 4] | Nikolai von Michalewsky (Steinbach Sprechende Bücher 2007)
    => Was wären die 2000er-Hörspiele ohne den Meilenstein "Mark Brandis"! Intelligente und spannende Geschichten, überzeugende Geräuschkulisse vom Raumschiffinneren über Dschungel bis zu Erdbebenszenen, toller Soundtrack, überragender Hauptsprecher und viele weitere sehr gute Sprecher und Sprecherinnnen - hier hat man alles richtig gemacht. (Exemplarisch nenn ich mal die erste Folge).

    Shaft und der Karneval der Killer | Ernest Tidyman (SWR 2008)
    => Die stylische Musik aus den Originalfilmen + der Synchronsprecher von Samuel L. Jackson + die Regie von Leonard Koppelmann = richtig coole Hörspielkrimis!

    Abseits der Wege [Kapitel 2: Stromabwärts] | Volker Sassenberg (Universal 2007)
    => Unglaublich atmosphärisch umgesetzt, mit spannender Handlung, Sassenberg hat eine eindrucksvolle Fantasywelt erschaffen ... leider unvollendet...

    Pompeji | Robert Harris (Hörverlag 2006)
    => Sehr gute Vertonung des Bestsellers, die Hitze des Sommers im antiken Pompeji fühlt man förmlich mit. Regie Sven Stricker und Hautrolle Patrick Bach.

    Fröhliche Weihnachten Mr.Scrooge! | Charles Dickens (Titania Medien 2004)
    => Ein Hörspiel-Meisterwerk von Titania-Medien. Gehört zu Weihnachten wie die CD zum CD-Player :)

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    Da man leider nur zehn nennen durfte, sind hier für´s Protokoll noch sieben weitere Anwärter, die es nicht ganz geschafft haben ;):


    Der Teufelsfuß | Arhur C. Doyle (SWR 2004) => In den damaligen SWR-Sommerkrimis kamen 2004 einige Holmes-Folgen mit Walter Renneisen (Holmes), Peter Fitz (Watson) und der stimmungsvollen Musik von Henrik Albrecht. Ein rundum gutes Hörspiel, das zu meinen Top-10 Holmes-Krimis gehört.

    Der Glöckner von Notre Dame | Victor Hugo (Titania Medien 2008) => Noch so ein Kracher von Titania Medien. Bis ins Detail sehr schön umgesetzt.

    Tod einer roten Heldin | Qiu Xialong (DLR 2007) => Toller Krimi, der im China der 90er Jahre spielt, mitten in der gesellschaftlich-politischen Umbruchsphase. Ruhig gemacht, aber trotzdem spannend und interessant. Andreas Fröhlich spricht die Hauptrolle.

    Die Päpstin | Donna Woolfolk Cross (MDR 2000) => Sehr gutes Radiohörspiel nach einer interessanten Geschichte.

    Die Vögel | Alfred Hitchcock (Universal 2002) => Es gibt nur eine handvoll Film-Tonspur-Hörspiele, die mich überzeugen. Das hier gehört dazu, was zum großen Teil an dem Erzähler Hans Sievers liegt.

    Morituri | Yasmina Khadra (WDR 2002) => Ein Krimi, der in Algerien spielt und die gesellschaftlichen Hintergründe stark in die Geschichte einbindet. Authentisch und sehr interessant.

    Das zweite Königreich | Rebecca Gablé (Hörverlag 2007) => Steht den historischen Geschichten von Ken Follett in nichts nach. Vom Hörverlag sehr gut vertont.

    2034 wir Fleming rechtsfrei, ich hoffe die Hörspielszene bereitet sich schon drauf vor.

    Es gibt von der BBC eine ganze Reihe Bond-Hörspiele, von denen einige richtig gut sind. Sie sind natürlich weniger actionlastig als die Filme und orientieren sich stärker an den Büchern.
    Immer wieder mal habe ich auf der BBC-Homepage eins gefunden, das gerade online verfügbar war.
    Hier ist eine Liste aller BBC Bond-Hörspiele:

    BBC Radio 4 Extra - James Bond - Episode guide
    All episodes of James Bond
    www.bbc.co.uk

    Viele davon sind aktuell auch auf Youtube zu finden.

    Mein Favoriten sind in diesem Genre nach wie vor die beiden Klassiker von John Wyndham "Die Triffids"

    Triffids finde ich auch richtig gut. Dem Alter entsprechend langsam erzählt, aber trotzdem spannend und Hansjörg Felmy spricht die Hauptrolle!

    Was mir auch gut gefällt:

    • 1984 (George Orwell, BR/DLF 2021): diese neue Vertonung bringt die Atmosphäre eindrücklich rüber und gefällt mir besser als die alte Version
    • Schöne neue Welt (Aldous Huxley, RBB 2016)
    • Fahrenheit 451 (Ray Bradbury, WDR 1970): auch richtig gut inszeniert! Krasse und nachdenkenswerte Geschichte. Sehr eindrücklich fand ich, wie die Frau der Hauptperson in ihrer TV-Dauerbeschallung lebt und sich für nichts anderes wirklich interessiert (würde man heute mit Internet und Social Media ersetzen können). Das Hörspiel ist auch dem Alter entsprechend eher langsam erzählt, und wieder spricht Hansjörg Felmy mit.
    • Das große Identifikationsspiel (Alfred Behrens, BR 1973): Mischung aus SciFi und Krimi. Hier geht es auch um Medien, Scheinwelt und den Verlust von persönlichen Kontakten. Zum Anhören etwas anstrengend, weil im Hintergrund permanent "technische/elektronische" Geräusche laufen, was aber zur Inszenierung passt und inhaltlich Sinn macht. Viele bekannte Sprecher sind dabei: u.a. Christian Brückner, Wolfgang Hees, Hellmut Lange, Niels Clausnitzer (Synchronsprecher von Roger Moore).

    An Hörspielen fasziniert mich u.a. wie man rein akustisch eine Szene oder Stimmung gut umsetzen kann.
    Dabei gibt es ein paar Beispiele, bei denen ich v.a. beim ersten Hören dachte "Wow, tolle Idee!".

    Welche Szenen haben euch besonders begeistert oder gefallen?

    Ein paar meiner Hör-Highlights:

    • Ohrenkneifer "Unter Geiern": die Szene, in der das Gewehrduell stattfindet und man hört, wie die Kugel abgeschossen wird, man im Flug quasi mit einem Ohr dabei ist und dann noch hört, wie die Kugel knapp vorbeipfeifft. Fand ich cool und ungewöhnlich umgesetzt
    • "End of Time": das war für mich das erste Hörspiel, in dem Actionsszenen wirklich actionmäßig vertont wurden, der Begriff auf der Homepage "filmästhetischer Dramaturgie" hat absolut gepasst
    • "Die drei Musketiere" (Hörverlag): eigentlich eine kleine Szene, aber witzig gemacht: die drei Musketieren sitzen in einer Taverne und belauschen über ein Ofenrohr die Gegner im Raum nebenan; Sven Stricker hat das so gelöst, dass es klingt als würde man das Mikro durch das Ofenrohr schieben und mit einem Plopp ist man dann akustisch direkt am Tisch und lauscht mit
    • "Die weisse Lilie" Staffel 2: viele gute Szenen dank ihrem Sounddesigner. Besonders gefallen hat mir der nächtliche Fallschirmabsprung über dem Meer: durch die Geräusche, die Musik und die Dauer der Szene hatte ich wirklich einen Kopfkino-Moment
    • "20.000 Meilen unter den Meeren" (Hörverlag): hier finde ich die Unterwasseratmosphäre druchgehend sehr gelungen
    • ...

    Ich habe noch etliche Kassetten, die ich früher gehört habe. Die sind auch schön sortiert aufbewahrt. Aber wenn´s ums Hören geht, kommen sie so gut wie nie zum Einsatz. Das Medium, das ich am meisten zum Hören von Hörspielen nutze, ist der CD-Player.

    Vor ca. 2 Jahren habe ich mir, als mein alter CD-Player nach jahrzehntelangen treuen Diensten kaputt gegangen ist, nochmal einen etwas hochwertigeren von Cambridge gekauft. Nebenher höre ich Hörspiele nur zum Kochen (in der Küche haben wir noch so ein CD+Kassetten-Kompaktgerät stehen) oder Autofahren, und das sind dann meist eher die Oldies, die ich fast auswendig kenne.

    Regelmäßig höre ich Hörspiele tatsächlich auf CD-Player + Anlage im Wohnzimmer. Bei allen aufwendiger inszenierten Hörspielen mit ausgefeilter Soundkulisse (Die weiße Lilie, Mark Brandis, Ohrenkneifer, etc.) lohnt sich dann eine gute Anlage. Das ist dann wie Filme schauen, nur dass zusätzlich noch etwas Fantasie gefragt ist - das finde ich richtig cool! Ich finde das sogar besser als über Kopfhörer zu hören. #party#

    Noch kurz mein Senf zum Thema :)

    Unter den aktiven Sprechern gibt es einige, deren Stimme und Sprecherleistung ich richtig gut finde. Trotzdem finde ich, dass @Jokel recht hat und man schon einen Unterschied hören kann zur "alten Garde" (die Legenden wurden ja bereits genannt). Vermutlich liegt das auch daran, dass früher jeder Sprecher auch Schauspieler war und mit dieser Ausbildung als Background dann die Hörspiele gesprochen, bzw. gespielt hat. Das hat einfach eine besondere Qualität. Zudem wurden die meisten Hörspiele als Szenen live im Studio eingespielt und nicht in verschiedenen Studios einzeln aufgenommen (das authentisch umzusetzen beherrschen nämlich auch nicht alle Sprecher und Sprecherinnen gleich gut).

    Noch ein Gedanke zu den neueren Sprechern: mir geht es auch so, dass sich manche männliche Stimmen sehr ähnlich anhören. Aber auch hier fallen mir viele andere Bespiele ein von tollen männlichen und weiblichen Sprechern, auch Synchronsprecher (die Namen fallen mir jetzt natürlich nicht ein).

    Und zu @Tolkien : du hast u.a. Dirk Hardegen erwähnt. Hier finde ich beeindruckend, wie stark er sein Sprecherpotential im Laufe der Zeit ausgebaut hat und wie variantenreich er mittlerweile die unterschiedlichen Rolle spricht.

    Und natürlich haben die Stimmen, mit denen man aufgewachsen ist, immer einen besonderen Stellenwert, denn OLDSCHOOL IS TRUE SCHOOL #laola#