Posts by Eric Onder de Linden

    Hey Soundjob! Schön dich hier anzutreffen!
    Und danke für deine tolle Zusammenfassung. Ebenso danke an Wolfy-Office und FlexMorkis für eure Blicke hinter die Kulissen.

    Soundjob: Ich stimme dir zu, dass das Abmischen heute ganz anders ist, als zu Beginn der Hörspielära. Hinzu kommt auch, dass die Geräte, die man heute benutzt vielseitiger (bzw es immer noch sehr schlechte Hardware und extrem gute gibt) und moderner sind.
    Die Verständlichkeit hängt total vom Tonmeister ab, da hast du völlig Recht - die typische Handschrift.

    Dark Duck Audio

    Versuche dich mit der höchsten Lautstärke an -14 LUFS zu halten. Das kann Übergangsmusik bzw. Musik im Allgemeinen sein (Intro/Outro, etc..), außer natürlich die Musikuntermalung - diese ist eher leiser.
    Der Erzähler spielt sich bei mir zwischen -18 LUFS und -14LUFS und sollte am besten nie die -14LUFS überschreiten (bei der Musik optimalerweise auch!). So hast du einen Erzähler, der immer über Allem steht im Hörspiel und ist angenehm auf der gleichen Höhe wie eine Übergangsmusik, die ja nie gleichzeitig abgespielt werden. Das löst auch das ständige Rauf- und Runterdrehen, wenn man einmal die Lautstärke als Konsument eingestellt hat, da die lauteste Lautstärke damit gegeben ist. Und die Basis darunter kann je nach Hörspiel schon sehr dynamisch sein - aber wie du gemerkt hast, gehen viele Details bei zu starker Dynamik unter (also wenn es zu leise Parts gibt im Vergleich zum Rest) je nach Abspielgerät. "Alles" (Stimmen und Geräusche im Geschehen - nicht Atmos) sollten schon über -30 LUFS liegen, aber das hängt von Fall zu Fall natürlich ab. Als Daumenregel aber in Ordnung.


    Beim Multiband-Kompressor, meinst du wohl eher FlexMorkis ?

    Dark Duck Audio  KlausStudio

    hier ist ein interessanter Artikel über RMS und LUFS: https://emastered.com/de/blog/lufs-vs-rms

    Ich bin auch Quereinsteiger, demnach gibt es sicherlich Profis, die auch anders vorgehen würden - jedoch zählt aus meiner Sicht immer das Endergebnis - also auch für dich KlausStudio: Du hast tolle Resonanzen - das spricht doch für sich. Natürlich kann man von Profis lernen und sollte Kritik konstruktiv nutzen, um sich zu verbessern. Aber: Es gibt Musiker, die können Noten lesen und gleichzeitig in Echtzeit spielen, wie die Weltmeister. Dann gibt es andere, die keine Noten lesen können, aber tausend mal mehr Gefühl aus einem Instrument herausholen, als manch einem Musiker, der strikt nach Noten spielt (ich kenne solche Leute, aber es sind natürlich nicht alle so!). Beim Sounddesign muss man sich an gewisse Rahmen halten, aber dein Gehör ist das Gefühl beim Musiker. Ebenso kann ein Hobby-Musiker dennoch eine Expertise haben.
    Also ja, ich lege auch viel Wert auf deine Meinung, weil ich deine Arbeit absolut respektiere und würde mir niemals anmaßen dich als Amateur zu bezeichnen bzw. "Ungelernter".

    Zum Thema Kompressor: Es sollte grundsätzlich nie zu stark eingestellt werden - wenn es pumpt, dann etwas runter damit.
    Bei mir hat jede Stimme einen leichten Kompressor drauf, sowie EQ und ggfs. einen De-esser, um hartnäckige S Laute weniger harsch klingen zu lassen - das kommt dann auf den Fall an und wird nicht immer verwendet, weil es auch immer ein Teil der Höhen nimmt.

    Atmosphären und Musik bekommen bei mir einen Limiter, der wirklich nur im Notfall greift. Es gibt Fälle, wo mal die Musik oder gewisse Töne eine gewisse Frequenz treffen, die sich plötzlich laut anfühlen (nach LUFS), aber im Dezibel-Bereich völlig im Rahmen sind. Dann greift der Limiter ein, wenn es dann soweit ist.

    Beim Mastern kommt auch ein leichter Kompressor und andere kleinere EQ, etc.. rein, damit das Gesamtbild etwas mehr Volumen bekommt - den letzten Schliff. Aber bei mir ist das sehr wenig - aber man hört den Unterschied. Ähnlich wie beim Nachschärfen eines Bildes. Man denkt vorher es ist ein tolles Bild. Wenn man es aber ein wenig schärfer macht, denkt man sich "boar, ja, das ist es". Wenn man es überschärft, dann ist das Bild zerstört. Und genau so ist es auch beim Sound.

    Also wenn ich am Dialogschnitt der eigenen Produktionen sitze, pegel ich schon parallel die Lautstärken auf die selbe Lautstärke anhand der Wellendarstellung aus

    Ja, ich gleiche auch die Wellenformen aus, sodass die Dynamik vor dem Kompressor nicht zu stark ist (damit es nicht anfängt zu pumpen). Ich war in meiner Beschreibung ein Schritt danach - also wenns nur darum geht abzumischen.

    Mit der Musik meinte ich es auf das Intro bezogen (und Zwischenmusik die danach kommt) explizit für Shadow Chasers, weil ichs abmische :D

    Das hat natürlich eine andere Lautstärke, als eine Untermalung einer Szene mit Musik - das ist richtig :) Das ist dann ausgelegt, wie die Szene gerade passt. Mann kann bei Atmos und einer Musikuntermalung nicht wirklich sagen "DAS ist die richtige Einstellung". Bei mir ist das sehr viel Bauchgefühl. Ein super Beispiel ist z.B. starker Regen - den kann man leise einstellen und ist theoretisch nicht laut, frisst aber ganz schön viel vom Spektrum und dann gehen viele Stimmen dadurch unter. Dadurch muss man es ganz anders einfügen, als z.b. eine Waldatmosphäre. Das genaue Gegenteil vom Regen wäre z.b. Unterwasserwelten, Raumschiffe, die viele Bässe enthalten und auch oft das Abmischen sehr erschweren in ihrer gefühlten Lautstärke, da sie eigentlich nicht so laut sind, aber dem Übersteuern sehr schnell, sehr nahe kommen können. Und je nach dem wie effektvoll das Erschlagen von Monstern sein sollen, darf es auch bei mir so laut sein, wie ein Erzähler, es sei denn es passiert beides gleichzeitig :D Das gibt meiner Meinung nach auch etwas mehr Dynamik und fühlt sich für mich organischer an.

    Aber ein schönes Beispiel für verschiedene Stile und Handschriften! Genau so ist es und genau deswegen sind Hörspiele so vielseitig und unterschiedlich in ihrer Produktion ^^

    Ganz schlimm die Shadow Chasers. Direkt am Anfang verschreckt.

    Kleiner Tipp: Stell erstmal die Lautstärke runter und passe sie angenehm zur Musik an - denn die Musik sollte das Lauteste sein. Dann ist der Rest auch weiterhin angenehm, wie du es eingestellt hast.

    Ein weiterer und Punkt ist, dass viele Hörspiele - und wiederum nur meiner Meinung nach - in punkto Lautstärke sehr schlecht ausgependelt sind. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht, weil für andere Abspielgeräte produziert wird. Raumklang? Keine Ahnung. 🤔

    Ja, genau da liegt es am Handwerk des Sounddesigners das so abzumischen, dass die Verhältnisse stimmen und es auf möglichst vielen Geräten gut klingen soll. Es ist aber auch nicht einfach, weil es unzählige Abspielgeräte mittlerweile gibt. Neben guter und schlechter Hardware gibt es auch krasse Unterschiede bei allen Autolautsprechern, bei Handylautsprechern, Kopfhörern, Lautsprecherboxen/Anlagen, TV, Laptop, etc... Dann kommt die Komprimierung Seitens der Streamingdienste, die auch nicht alle gleich sind und ggfs. leise Passagen plötzlich (vom Hörspiel her ungewollt, aber vom Streaminganbieter gewollt) stark angehoben werden und plötzlich wieder stark komprimieren, nur weil es wieder lauter wird. Einen Weg darin zu finden ist machbar und auch das Ziel. Ein Hörspiel ist leider kein Song, der mehr oder weniger durch die Bank eine relativ konstante Dynamik liefert.

    Man kann aus meiner Sicht den negativen Effekt nur begrenzen. Heute ist die Hardware aber auch wesentlich besser geworden und erschwinglicher, sodass echt gute Qualität auch Zuhause oder Unterwegs hörbar ist - was früher mit den harten Ohrstöpseln vielleicht gar nicht aufgewallen wäre ^^

    Ich zum Beispiel, versuche mich möglichst genau an messbaren, gefühlten Lautstärken zu halten (LUFS), sodass ich mit dem Musikeinsatz, Erzähler oder den Stimmen und Soundeffekten klar in gewissen Bereichen bleibe und Notfalls nicht unterschreite. Ich habe im ersten Jahr schnell gelernt, dass Verständlichkeit immer vor Realismus wiegt beim Abmischen bzw. Effekten belegen. Da aber jeder Sounddesigner seinen eigenen Stil hat, wird es leider immer wieder starke Unterschiede geben, wie es produziert wird. Das letzte Wort hat natürlich ein Label und sollte auf solche Dinge achten.

    Gegen diese Alleinstellungsbehauptung würden einige Label resp. Produzenten dann doch energisch Einspruch einlegen.

    Haha, ja! Einspruch!

    Grüß dich, Dark Duck Audio! Schön, dass du so mit Leidenschaft am Sounddesign dabei bist!

    "Ich bringe mir gerade die Hörspielproduktion bei und suche da noch meinen Stil."

    "Das war eine bewusste Entscheidung, da die Art des Geräuschs sonst unangenehm geworden wäre für den Hörer."

    Da hast du eigentlich dir die Antwort selbst gegeben: Genau diese Entscheidungen wirst nur du mit deinem Geschmack treffen. Und das ist deine Handschrift. Manche finden es super, andere vielleicht weniger gut. Aber das sollte dich nicht davon abhalten - oder gar im Kopf davor blockieren "dein Ding" zu machen, als anderen nur gefallen zu wollen. Manche Hörer wollen es ruhiger, andere cinematisch. Du wirst mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, wann Musikeinlagen oder gewisse Effekte genau zum richtigen Zeitpunkt Sinn machen, oder sich falsch anfühlen (! nicht anhören).

    Ich lese heraus, dass du auch detailverliebt bist und das ist eine eher gute Sache. Das stimmt, wenn man sich manche heutige Produktionen anhört von bestimmten Labels, setzt man da knallhart auf Quantität, statt Qualität wegen dem Streamingangebot. Und wenn du als Sounddesigner Geld verdienen möchtest, dann musst du auch aufpassen dich nicht in Details zu verlieren, weil du erst bezahlt wirst, wenn dein Projekt fertig wird und nur nach der Länge des Hörspiels und nicht nach der Dauer deiner Arbeit.

    Mein Tipp wäre, dass du richtig gute Produktionen als Vorbild nimmst und versuchst ein solches Level zu erreichen. Dazu solltest du auch analysieren durch aktives Hören, was genau die Produktion für dich so besonders macht und warum es dich so begeistert. Dann hast du auch schon den Schlüssel, an welchen Details du eigentlich arbeiten solltest.

    Für meinen Teil, lege ich sehr viel Wert auf Authentizität. Es soll organisch wirken und möglichst realistisch. Je nach Genre gehört ein wenig Übertreibung dazu - jedoch gibt es auch da eine gewisse Mitte, die dann nicht nach zu wenig oder zu viel wirkt. Technisch stören mich auch, wie oben genannt, wenn man z.B. den Erzähler oder Sprecher kaum hört, deswegen laut aufdreht und dann die Ohren weggeblasen werden im nächsten Moment (z.B. bei den ??? sehr oft) oder die Musik nicht zum Verhältnis passt. Ich mag es auch überhaupt nicht, wenn im Stereo eine Person z.B. rechts ist und links eine unnatürliche Stille da ist, die die Stimme nicht reflektiert (da wird mir wirklich fast schwindelig mit Kopfhörern). Und so weiter. Und genau das wird, wie oben genannt, meine Handschrift prägen, weil ich gewisse Vorstellungen und Anforderungen an mich selbst habe.

    Das liegt ja an vielen Faktoren. Man könnte natürlich warten, bis viele Folgen fertig sind, oder eben zeitnah veröffentlichen und schauen wie die Serie überhaupt ankommt und damit schätzen, ob eine 2. Staffel überhaupt erwünscht ist. Alles hat so seine Vor- und Nachteile. Aber ein großes Dankeschön für eurer Feedback. So macht's umso mehr Spaß :)

    Gut Ding will Weile haben ^^

    Gestern frisch veröffentlicht:

    Xorron
    November 13, 2025 at 6:46 PM
    Xorron
    April 5, 2025 at 7:58 PM

    Viel Spaß beim Hören!

    Heute neu erschienen. Viel Spaß! 😊

    Schulzi
    June 20, 2025 at 11:55 PM

    Heute ist die neue Horror Tales erschienen: Die Rache des Dschungels.

    Viel Spaß!

    Schulzi
    June 23, 2025 at 12:19 AM

    Ich finde es legitim im Hintergrund Musik (kann oft sehr individuell zum Hörspiel angepasst werden vom Text), Statisten, wie TV Sprecher, Radio, Reaktionen von Gästen oder winzige Rollen (1-3 Takes) mit K.I. als praktische Unterstützung zu verwenden - Ich sehe da keine Gefahr. Die meisten Studios legen noch den Wert auf Handwerk.

    Heute sind 2 neue Werke erschienen:

    Xorron
    April 5, 2025 at 7:53 PM
    Schulzi
    September 6, 2025 at 1:57 AM

    Bei Cliffhanger Tales wird wie gewohnt gestückelt veröffentlicht.

    Viel Spaß! 😊

    Morgen erblickt meine nächste Produktion für Neue Welten (Teil 13) das Licht der Welt. Viel Spaß am Freitag!

    Xorron
    April 5, 2025 at 8:06 PM

    Heute ist Countdown erschienen und auf allen Plattformen verfügbar:

    Xorron
    September 3, 2023 at 1:14 AM

    Viel Spaß! <3