Posts by Tobi Jawtusch

    Angelus Ich kann leider nicht genau sagen, wann die Hörspiele herauskommen. Was ich aber sagen kann, ist: zwischen Abgabe der Bücher und dem Erscheinen der Hörspiele dauert es immer eine gewisse Zeit. Die Sprecherinnen und Sprecher müssen alle aufgenommen werden. Es kommen noch Musik und Geräusche dazu. Es muss geschnitten werden. Da kann schon mal ein Jahr und manchmal auch etwas mehr vergehen. Das ist völlig normal.

    Aber, wie in der Studioküche von HM-Audiobooks steht, befinden sich die Folgen in der Fertigstellung. Das heißt, es wird fleißig dran gearbeitet.

    Danke für die vielen liebe Worte!!!

    Schamane In solchen Imposter-Momenten ist es wichtig, sich zu sagen: Das findet nur im eigenen Kopf statt. Hilft zwar nicht immer, aber vielleicht manchmal.

    Markus G. Lebe deinen Traum! Und danke fürs Teilen. Das ist echt schön, was du mit den Kindern erlebst.

    DerPoldi Wenn ich auch nur eine andere Person mit meinem Text motiviert habe ihren/seinen Traum zu verfolgen, habe ich schon etwas erreicht.

    Hallo zusammen,

    ich dachte ich nutze mal die Gelegenheit und schreib einen sehr persönlichen Text über das Thema Dysgraphie – also Rechtschreibschwäche.

    Seit ich denken kann, wollte ich Autor werden und Geschichten erzählen. Meine große Schwester musste – beziehungsweise habe ich sie dazu überredet – alles aufschreiben, was mir durch den Kopf ging, denn selbst schreiben konnte ich meine Geschichten in der ersten Klasse noch nicht.

    Später begann ich dann, meine Texte selbst am Computer zu verfassen, und schon in der Grundschule hatte sich eine beachtliche Sammlung an Geschichten angesammelt. Mit 14 schrieb ich mein erstes Theaterstück. Für mich stand fest: Ich werde Autor.

    Leider nahm diesen Wunsch lange niemand ernst, denn ich leide an Dysgraphie, einer ausgeprägten Rechtschreibschwäche. Und egal wie viel Nachhilfe oder Lernförderung ich bekam – wirklich besser wurde es nicht. Ich vergaß Buchstaben, Wörter oder Satzzeichen, verwechselte Groß- und Kleinschreibung oder ließ ganze Satzteile aus, die in meinem Kopf längst formuliert waren. Trotz Rechtschreibprogrammen – die damals wie heute nicht alles erkennen – waren meine Texte voller Fehler. Über handschriftlich verfasste Texte brauchen wir gar nicht erst zu reden.

    Doch gleichzeitig war mein Kopf voller Ideen und Geschichten, die erzählt werden wollten. Also schrieb ich weiter. Meine Rechtschreibung wurde mit der Zeit besser, wenn auch nie perfekt. Und 2018 bekam ich schließlich die Chance, beruflich als Autor zu arbeiten. Und das bin ich immer noch.

    Natürlich fallen auch heute noch Fehler in meinen Texten auf, trotz mehrfacher Korrekturen vor der Abgabe. Perfekt werden sie vermutlich nie sein. Dank moderner Rechtschreibprogramme erreichen sie vielleicht 95 Prozent Genauigkeit. Doch am Ende zählen Kreativität, Fleiß und Durchhaltevermögen eben doch mehr.

    Manchmal, wenn ein Text mit vielen Anmerkungen zurückkommt, fühlt es sich so an, als wäre ich ein Imposter. Doch wäre es wirklich so, hätte ich wohl längst keine Aufträge mehr.

    Ja, mein Weg war durch meine Rechtschreibschwäche steiniger und komplizierter. Aber ich habe nicht aufgegeben.

    Was ich damit sagen will: Niemand ist perfekt. Wir alle haben Stärken und Schwächen. Lasst euch nicht davon abhalten, eure Träume zu verfolgen – auch nicht, wenn andere euch einreden wollen, dass es unmöglich sei. Es gibt immer Menschen, die Chancen geben. Und für alle die hier gerne Autor werden wollen, aber sich noch nicht getraut haben irgendetwas zu veröffentlichen: Man kann auch mit einer Rechtschreibschwäche Autor werden. Punkt. Ausrufezeichen. Komma. Bindestrich.


    Liebe Grüße

    Tobi

    Markus G. Du hast absolut recht. Die Zahlen müssen sich natürlich noch steigern, damit die Serie langfristig bestehen kann. Vor allem wenn man den öffentlichen Angaben glauben schenken darf wie viel bzw. wenig die Labels pro Streaming-Klick bekommen. Was das angeht, ist Spotify leider schrecklich. Punkt. Aber trotzdem (als - leider - größter Streamingdienst) ein guter Indikator was Reichweite angeht.

    Ich bin sehr gespannt, wie es sich entwickelt und werde hier weiterhin alle paar Monate die Streamingzahlen (so weit mir bekannt) posten, falls es jemanden interessiert.

    Übrigens, ja die Zahlen sind natürlich wichtig, aber ebenso wichtig ist, dass das Projekt Shadow Chasers den beteiligten weiterhin Spaß macht und ich glaube so lange das so ist, hat die Serie auch eine Chance ein paar Folgen weiterzulaufen ;)

    Auch schön Chris2710 so oft auf der Liste zu lesen ;) und auch Tobi Jawtusch ist vertreten!

    Zum einen freue ich mich riesig für Chris2710 und Tolkien. Zum anderen freue ich mich natürlich auch selbst vertreten zu sein... und aus den Instagram-Posts weiß ich auch, dass Nicole Silbermann (Ruby), Michael Gugel (Matt) und Heinrich Bennke (Gregory) sich ehrlich gefreut haben. Und ohne Eric Onder de Linden wäre die Folge auch nicht auf der Longlist gelandet ;).

    So lange bin ich ja noch gar nicht dabei und so viele Hörspiele von mir sind noch gar nicht erschienen und trotzdem schon auf so einer Liste zu stehen, ist echt cool. Ehrlich: Danke!!! Mal gucken ob es für mehr reicht, aber das entscheidet natürlich ihr!

    Hallöchen,

    ich dachte, ich gebe mal wieder ein Update, was so die Spotify-Zahlen angeht. Ich bin nun einmal ein großer Freund von Statistiken.

    Von „meinen“ drei Serien ist Outer Space immer noch die mit Abstand erfolgreichste. Mit 2778 Hörer*innen diesen Monat, obwohl seit dem 10. Oktober keine neue Folge erschienen ist (an Folge 5 wird auf Hochtouren gearbeitet, das weiß ich), ist da auf jeden Fall ein Wachstum gegenüber dem Vormonat (das waren es 2158 Hörer*innen) zu vermelden. Die Follower haben sich seit August letzten Jahres fast verdoppelt und gehen steil auf die 1000 zu. Was wirklich schön ist. Die Serie scheint sich einer gewissen wachsenden Beliebtheit zu erfreuen.

    Auch zu den Shadows habe ich ein paar schöne Neuigkeiten. Die neue Folge kam letzte Woche raus und die monatlichen Spotify-Hörer*innen haben sich insgesamt von 86 auf 525 gesteigert. Das ist erstmal nicht so viel, aber zum Vergleich: Nach dem Erscheinen von Folge fünf war der Peak bei 358 und bei Folge vier bei 479 (bei den vorherigen Folgen habe ich leider noch nicht aufgepasst). Das heißt die Folge performt nach einer Woche schon besser als diese beiden Folgen nach 28 Tagen. Und die Aufrufzahlen sind, seitdem Erscheinen von Folge 6, weiter relativ konstant. Und das würde ich jetzt einfach mal als Erfolg für die Shadows verbuchen. Woran es liegt? Keine Ahnung. Ist es die Qualität von Folge 6? Die Neugier auf das Geheimnis? Oder weil ich zufällig ein paar Tage vorher ein Interview gegeben habe, was sicher von 1, 2 Leuten gelesen wurde? Vermutlich alles zusammen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob es da noch etwas weiter nach oben geht.

    An der Stelle übrigens herzlichen Dank an Markus G. (von dem ich es weiß) und alle anderen die Shadow Chasers 3 in die Longlist für den Ohrcast gewählt haben. Da habe ich wirklich nicht mit gerechnet! Und ich bin ehrlich stolz darauf, dass das Hörspiel auf der Liste steht.

    Hier noch die Zahlen zu Dark Game. Dark Game ist im ersten Monat (also nach 28 Tagen) mit am Ende 323 Hörer*innen gestartet. Die Zahlen gehen jetzt natürlich erstmal runter, denn die Leute die es interessiert und die von der Serie wissen, haben es schon gehört. Mal gucken wie die zweite Folge dann läuft.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hallo zusammen,

    heute erscheint schon Folge 5 der Holy-Krimi-Reihe: „Tödliche Zuflucht“. Und für diese Folge habe ich mir eine Kleinigkeit überlegt, denn die Folge ist eine Hommage an die Königin der Whodunits: Agatha Christie. Wir haben eine Gruppe von Menschen, die alle bei einem Sturm in einem heruntergekommenen Motel landen… und nach und nach wird einer von ihnen umgebracht. Die Frage ist nicht nur: Wer war’s? Sondern auch: Wer überlebt am Ende überhaupt noch? Das Ganze geht dabei schon ein bisschen Richtung Kammerspiel, aber definitiv auch Richtung Thriller.

    Was bei der Folge ebenfalls auffällt: Sie ist mit kompakten 45 Minuten bewusst kürzer gehalten. Nach Folge 4 („Im Netz der Falkensteins“), die ja eher ein Drama war und auch an die Substanz ging, wird es hier zwar weiterhin ernst – und auch die Auflösung hat wieder eine gewisse Schwere – aber insgesamt habe ich versucht, diesmal etwas weniger zu schockieren. Bei dieser Folge hatte ich so ein bisschen diese Serien-Vibes im Kopf wie CSI (mit allen Ablegern), Dr. House oder NAVI CIS, die Mitte der 2000er bei RTL /VOX und Sat.1 um 20:15 Uhr liefen: Jede Folge so um die 44 Minuten, spannend, unterhaltsam - man ist danach angenehm „durch“ … und am Ende ist man müde ins Bett, aber die Serien haben wenig nachgehalt. Genau das war hier so das bisschen das Folgen-Konzept: Ein Krimi-Thriller, der gut unterhält und Spaß macht, aber eben nicht mehr.

    Und damit bleibt die Holy-Krimi-Reihe für mich weiterhin einfach sehr abwechslungsreich – man weiß nie, was man bekommt, und ich glaube, für jeden ist irgendwann mal eine Folge dabei.

    Bei den Sprecherinnen und Sprechern habe ich mich diesmal ganz besonders über Bettina Weiß gefreut (Synchronstimme von Sandra Bullock). Sie hat einfach so eine prägnante Stimme und spielt jedes Mal so überzeugend, dass sie das Hörspiel, wie ich finde, nochmal richtig aufwertet. Sie darf wirklich sehr gerne noch öfter in meinen Hörspielen auftauchen. Die anderen Sprecherinnen und Sprecher sind natürlich ebenfalls stark!

    Und was ich auch hervorheben will: die Geräusche. Vor allem das Gewitter im Hintergrund sorgt dafür, dass die Stimmung schön düster bleibt – fast wie ein weiterer Protagonist, der die Figuren zwingt, in diesem unheimlichen Mörder-Motel auszuharren…

    Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Hören von „Tödliche Zuflucht“ und freue mich natürlich wie immer über Feedback!


    LG

    Tobi

    Shadow Chasers – 6 – Das Geheimnis des Schriftstellers. Tja, da ist sie nun. Eine Folge mit einer sehr bewegten Geschichte (ähnlich Folge 8).

    Fangen wir am Anfang an. Also: Es war einmal vor langer, langer Zeit, da schrieb ich eine erste Fassung (damals noch mit anderem Titel) des Dialogbuchs – so mit 17 – und fand die Auflösung völlig überraschend, unerwartet und nie dagewesen. Mit dem Täter rechnet ja wohl niemand?! Was für ein Plottwist. Von all dem, was ich geschrieben habe, war das auf jeden Fall meine Lieblingsgeschichte.

    Und dann habe ich kurze Zeit später ein paar Sachen gelesen und gehört (z. B. lustigerweise Die Ferienbande) und dachte so: „Oh … vielleicht ist das alles doch nicht soooo überraschend.“ Trotzdem fand ich das Dialogbuch immer noch wirklich gut, atmosphärisch und spannend, und dachte mir: Ich mache aus dem Dialogbuch einfach einen Roman. Gesagt, getan. Ich habe die ganze Geschichte in einen Roman umgeschrieben, habe mich dann aber – mal wieder - nicht getraut, diesen zu veröffentlichen oder irgendwo bei Verlagen einzureichen. Hier aber mal ein kurzer exklusiver Ausschnitt der ersten Seite (unverändert):

    Es war ein warmer Sommerabend – die Sonne stand tief am dunkelblauen, wolkenlosen Himmel. Deutlich war das Rauschen des Meeres zu hören. In der Oceanhill Street, im Abschnitt zwischen der Steilküste und dem Badestrand, am Rande einer kleinen Stadt nahe San Francisco, war nicht mehr viel los. Nur noch vereinzelt liefen Kinder mit Fußbällen vom Strand herauf nach Hause. Die Häuser in dieser Gegend waren fast alle recht klein und heruntergekommen. An nicht wenigen Fassaden bröckelte der Putz von den Mauern. Die Vorgärten waren von dem langen, heißen Sommer vertrocknet, und die Menschen hier, wie in ganz Kalifornien, waren froh, dass dieser sich allmählich dem Ende zuneigte.

    Drei Gestalten, die sich unauffällig hinter einem Gebüsch versteckt hielten, spürten, dass es allmählich kälter wurde. Ruby Temple, Gregory Grant und Matt Reeves starrten schon den ganzen Tag auf einen Bungalow auf der anderen Straßenseite, als würden sie auf etwas warten, doch nichts regte sich dort. Nur einmal kurz war ein Schatten hinter dem Vorhang des Wohnzimmerfensters, das zur Straße lag, erschienen. Eventuell eine Katze. Das Auto, ein alter Opel Corsa, stand unbewegt in der Einfahrt. Im Garten war niemand.

    Und dann dachte ich … mmmhhh … vielleicht würde sich die Geschichte auch gut als Drei-Fragezeichen-Folge eignen. Also habe ich mich hingesetzt und das Ganze umgeschrieben, auf Justus, Peter und Bob zugeschnitten und die Geschichte dann tatsächlich auch eingereicht. Der Kosmos-Verlag war wenig interessiert. Und das ist auch völlig okay 😉.

    Wenn man das weiß, hört man der Folge meiner Meinung nach übrigens an, warum ich ausgerechnet diese als mögliche Drei-Fragezeichen-Folge ausgesucht habe.

    Ich habe das ganze Buch dann noch mehrere Male umgeschrieben, den Charakteren neue Namen verpasst, den Titel geändert und neue Szenen hinzugefügt.

    Nun, wir spulen viele, viele Jahre vor: Dank Carsten Hermann, dem ich dafür eeeewig dankbar sein werde, erblickten Ruby, Matt und Gregory doch noch das Licht der Hörspielwelt. Ich wusste natürlich: Irgendwann werde ich auch „Das Geheimnis des Schriftstellers“ (Arbeitstitel: „Der Wahrheit auf der Spur“) veröffentlichen. Nur wann? Als erste Folge? Das war ursprünglich meine Idee, denn die Auflösung wäre dann tatsächlich doch überraschender gewesen. Aber dafür hätten wir den „Schriftsteller“ noch nicht richtig kennengelernt.

    Als letzte Folge? Als großes Finale? Falls es mal eine große letzte Folge geben sollte, habe ich dafür schon etwas anderes im Kopf. Also habe ich mich entschieden: Die Geschichte wird einfach Folge 6 – ohne großes Brimborium.

    Was habe ich dann gemacht? Ich habe mein Buch genommen (mit den neuen Szenen, die gar nicht im ursprünglichen Dialogbuch vorhanden waren) und es wieder in ein Dialogbuch umgeschrieben … und das war ziemlich schrecklich! Ich wollte auf etwa 10.000 Wörter kommen – und das hat so gaaaaar nicht geklappt. Am Ende waren es 16.000 Wörter. Ich konnte mich einfach von keiner einzigen Szene trennen, die ich extra für das Buch geschrieben hatte – „Kill your Darlings“ ging einfach nicht. Also habe ich meine wunderbare Frau gebeten, einmal drüber zugehen und den Rotstift anzusetzen. Und sie hat dann ganz radikal 5.000 Wörter gestrichen – zum Glück. Trotzdem ist das Hörspiel die bisher längste Shadow-Chasers-Folge geworden, mit ca. 81 Minuten.

    Durch die Kürzungen der einzelnen Szenen hat die Folge trotz der Länge eine gewisse Kurzweiligkeit. Es geht schnell los, und wir springen in der ersten Hälfte des Hörspiels von Szene zu Szene. Es gibt, wie ich finde, kaum Längen. Die Dialoge sind kürzer als sonst und fühlen sich irgendwie anders an … ich kann es gar nicht genau benennen. Die Folge hat auf jeden Fall eine andere Atmosphäre als die ersten fünf Folgen: weniger verspielt, ernster – für lustige Kommentare ist etwas weniger Zeit. Es fühlt sich auch ein bisschen so an, als wäre die Erzählperspektive leicht verschoben – als hätte die Rolle des Schriftstellers in der Shadow-Chasers-Welt hier und da etwas dazu gedichtet, was so nicht passiert ist (klingt etwas kompliziert, aber vielleicht versteht man es beim Hören) oder Dinge weggelassen, die ihm unangenehm sind.

    Die Folge bietet auf jeden Fall weniger Nostalgie als die Folgen 1 bis 5 und auch weniger Abenteuer-Feeling. Eher in Teilen ein kindgerechter Thriller mit ebenso kindgerechtem Gruselfaktor. Nach der rasanten ersten Hälfte der Folgen, spielt die zweite Hälfte dann nämlich größtenteils in einer unheimlichen Villa, und hier nimmt sich die Geschichte dann auch Zeit: Die Villa als Handlungsort wird schön lange bespielt und bekommt Raum zu atmen. Und wie immer mit tollen Geräuschen von Eric Onder de Linden unterlegt.

    Und was die ursprünglich mal so überraschende Auflösung angeht: Das Ganze habe ich einfach umgedreht. Der Täter ist von Anfang an bekannt, und wir, die Hörerinnen und Hörer, haben einen Wissensvorsprung gegenüber den Shadows. Auch bei der ein oder anderen neu eingeführten Figur ist von Beginn an klar: Die hat etwas mit dem Fall zu tun. Die Folge tut gar nicht erst so, als wäre es nicht so. Und das mag ich sehr, denn die Folge nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer (jung und alt) ernst. Dadurch, dass relativ früh klar ist, wer gut ist und wer nicht, entwickelt sich die Spannung unter anderem daraus, dass wir die Zusammenhänge nicht kennen, die dann mit einem Knall enthüllt werden … bevor der Täter seinen Plan komplett ausführen konnte. Die Shadows sind halt eine clevere Truppe, und auch das zeigt die Folge sehr gut.

    Was ich an der Folge auch wirklich mag, ist, dass Ruby, Matt und Gregory jeweils ihre Momente haben. Klar, es ist Michael Gugel als Matt, der mit seinen Solo-Szenen im Gruselhaus besonders heraussticht. Aber auch Nicole Silbermann als Ruby und Heinrich Benke als Gregory verleihen ihren Figuren hier eine gewisse Tiefe. Gregory zwischen Verliebtheit und Genervtheit. Und Ruby darf als eine Art Sherlock zeigen, wie überlegen sie ist.

    Und natürlich Mark Bremer als der Schriftsteller, der hier seinen ersten großen Auftritt hinlegen darf – und das wirklich großartig spielt. Die Rolle des Schriftstellers, die in den ersten Folgen ja noch ein großes Fragezeichen war, wird durch ihn auf jeden Fall greifbarer. Der Schriftsteller wird zu einer Art Anti-Hitchcock – was mir beim Schreiben gar nicht so bewusst war, was ich aber sehr gerne mag und auch in späteren Dialogbüchern immer mal wieder aufgegriffen habe.

    Genug geschwärmt: Wie sich hier wohl herauslesen lässt, mag ich die Folge wirklich sehr. Ob es immer noch meine Lieblingsfolge ist? Das kann ich allerdings nur schwer beantworten. Ich könnte auf jeden Fall noch ganz viel dazu schreiben.

    Eine Sache vielleicht noch: Es ist die erste Folge, bei der ich sage, dass man die ersten fünf Folgen der Shadows gehört haben sollte – zumindest eine oder zwei davon. Es wäre auf jeden Fall hilfreich. Man wird hier sofort ins Geschehen hineingezogen. Die Interviews des Schriftstellers mit Ruby, Matt und Gregory (zum ersten Mal in einer Folge werden alle drei einzeln interviewt) finden einfach statt und werden nicht groß erklärt.

    Also: Viel Spaß beim Hören. Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.


    Liebe Grüße

    Tobi

    Hier kurz der Hinweis: Audio Dramas Europe hat mir kürzlich ein paar sehr interessante Fragen zum Thema Hörspiele gestellt und wie ich an ein Dialogbuch herangehe. Natürlich konnte ich mich bei meinen Antworten mal wieder überhaupt nicht kurz fassen. Für alle, die es interessiert, hier geht es zum kompletten Interview: https://audiodramaseurope.de/interviews/tobias-jawtusch/


    Es hat mir übrigens großen Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten. Ich hoffe, das merkt man meinen Antworten an.