Posts by Oliver Naujoks

    Sherlock Holmes · Folge 063: Der Lumpensammler von Paris

    die Folge hatte eigentlich ganz gut angefangen und es war ein recht interessanter Fall der da an unser aller Lieblingsdetektiv herangetragen wurde. die Entwicklung aber und die Auflösung, naja...

    Display Spoiler
    • Wieso hebt die Dame all die Jahre ihr Gesundheitsbuch und die alte Geldbörse auf?
      Wieso wird der Ehemann über ein Jahr gefangen gehalten und nicht aus dem Weg geräumt?!
      Wie kommt sie auf die Idee, die Polizei zu rufen und den Neffen von Holmes verhaften zu lassen?
    • Wieso wartet der Vater 1 Jahr lang?!

      Das man am Ende so bereitwillig den "Mord im Affekt" an der Dame vertuschen will, hat mich ehrlich gesagt etwas schockiert...

    Das steht alle exakt so in der Vorlage, das wollte man bei Titania offensichtlich nicht "reparieren". Bevor Du etwas sagst, NEIN, das ist keine Rechtfertigung, nur eine Erklärung, Deine Einwände sind allesamt absolut berechtigt, das sind grobe Logik-Bugs, die großes Kopfkratzen und Staunen auslösen. Solche Logik-Patzer sind bei der Heftromanserie, die als Vorlage diente, leider durchaus häufiger vorgekommen, zumindest bei den Romanen, die ich bisher gelesen habe.

    Edit: Die Original-Vorlage ist nicht käuflich erhältlich, kann aber über eine Bibliothek in Kanada online als PDF-Scan runter geladen werden. Der Band ist 1907 erschienen, da dürfte kein Copyright mehr drauf sein. Man muss allerdings Schwabacher Schrift lesen können und sich nicht an leicht vergilbten Seiten stören:
    Der Lumpensammler von Paris

    117 - Die Französischen Wertpapiere


    Eine der besten Folgen seit langen. Lange Zeit is nicht klar um was es geht, obwohl Watson schon am Anfang spoilert. Die Folge ist durchgehend spannend, hat den richtigen drive und Holmes arbeitet endlich mal wieder nur mit dem Kopf.
    Es tauchen viele interessante Charaktere auf, die Story ist verschachtelt und bringt immer wieder Wendungen.
    Top!

    Fand die (trotz der Überlänge) auch klasse. Auch toll produziert.

    Ich hab es ganz gut gefunden, jedoch zu lange. Ich denke man hätte hier eine knackigere Geschichte machen können. So war sie ganz schön „lange“. Zu lange?

    Die literarische Vorlage erschien ja damals in Serienform und da die Autoren nach Zeilen bezahlt wurden, war die irrsinnig lang; zusammen gebunden je nach Format um die oder über 2.000 Seiten. Ob man das Hörspiel noch weiter hätte kondensieren können, kann ich nicht beurteilen. Ich finde es ziemlich interessant, dass diese recht bekannte Figur es bisher nicht in Titanias Gruselkabinett geschafft hat (vielleicht gerade wegen des irrsinnigen Stoffumfangs?!) - und denen Holy Horror jetzt zuvor gekommen ist.

    Werde ich mir sicher auch bald mal anhören.

    Hallo Oliver! ;)

    Ich hoffe, du hast dich soweit wieder erholt vom Hören des Holmes-Challenger-Crossovers?! :D

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du das Serienkonzept verstanden hast? In den Mysteries von HM Audiobooks geht es immer und prinzipiell nur um Übersinnliches, Geister, Spukiges, Phantastisches. Wer also sowas im Prinzip schon nicht mag, der ist hier einfach nicht gut aufgehoben.(..)

    Da Professor Challenger und Holmes sich nur auf einer kleinen (von Doyle nunmal so angelegten) überlappenden Zeitschiene begegnen können, spielt die Story halt so ziemlich am Ende von Holmes Karriere, kurz vor seinem allerletzten Fall.

    Ich habe sämtliche Folgen bisher gehört, wenn ich da das Serienkonzept nicht verstanden hätte, hätte ich ein gewaltiges Problem. Wie ich ja eigentlich schon sagte, ich mag meinen Holmes auch phantastisch und mag es auch, dass die Serie häufiger mal völlig ungeniert und lustvoll in heftige Pulp-Gefilde hinabsteigt (auch weil sie dadurch unberechenbar bleibt, was definitiv ein Pluspunkt ist), aber selbst mir war das diesmal (siehe mein Spoiler oben) fast etwas zu viel. Aber auch nur fast.
    Ich hatte ja auch damals bedauert, dass so ein Konzept bei WinterZeit gescheitert war. Bei Carsten Hermann läuft das offensichtlich gut, da man jetzt in wirklich kurzer Zeit bereits mit großen Schritten auf Folge 40 zuläuft..

    Die Idee mit einem Challenger-Crossover fand ich eigentlich sehr hübsch, wird es in Zukunft weitere Crossover geben? Es ist ja auffällig, dass sich da die Schlagzahl erhöht hat (die 31 und die 34 hatten ja auch welche).

    Dass Watson dies am Ende als vorletzten Fall verortet, fand ich im Hinblick auf Gelegenheitshörer halt gewagt, die könnte man damit etwas verwirren.

    In der Folge ist Holmes bereits Bienenzüchter in Sussex und am Ende sagt Watson, dass jetzt nur noch ein Fall folgen würde, was er dann schildert ist "Seine Abschiedsvorstellung/His Last Bow". Das ist ja auch der wirklich allerletzte Holmes-Fall im Kanon (jetzt in der internen Holmes-Chronologie, nicht in der Publikationsgeschichte). Ich war jetzt dezent verwirrt, sollte diese Geschichte nur recht spät in Holmes´Leben und Karriere verortet sein? Denn die Serie "Holmes & Watson Mysterys" geht ja mit Volldampf weiter, da sind ja schon wieder vier weitere Folgen angekündigt.

    Wer übrigens seinen Holmes vor allem nicht-phantastisch mag, "Ghosts need not apply" und so, sollte bei dieser Folge viele Tabletten und ggf. Alkohol griffbereit haben.
    Auch wenn man von der Serie ja schon eine Menge gewohnt ist, aber dass Holmes

    Display Spoiler

    in telepathischen Kontat zu Sauriern im Museum von Prof. Challenger tritt,

    das muss man schon erstmal verkraften. Und ich mag gerne mal eine Holmes-Geschichte mit Phantastik-Elementen.

    Habe heute den zweiten Teil vom "Green Archer" gehört. Wieder sehr schön, für mich nach wie vor die beste der fünf Adaptionen des Wallace-Romans als Hörspiel, trotz der etwas kuriosen Mischung aus Versetzung in die Neuzeit und krass altbackenen Elementen.

    Am Ende wird auch die Frage geklärt, ob das von Contendo ein einmaliger Wallace-Ausflug in dieser "Mord in Serie"-Reihe sein soll. Nein. Offensichtlich ist hier auch eine Wallace-Serie angedacht. Also, zumindest ein weiterer Wallace. Sehr deutlich wird am Ende in der Handlung angeteasert, dass als nächstes es dem Frosch mit der Maske an den Kragen gehen soll..ich würde auch das kaufen und hören wollen!

    Ich finde es auch frustrierend, dass man erstmal so wenig über die Details erfährt, welche Folgen (insbesondere für die laufenden Serien) die Übernahme haben wird, aber das ist ja ganz häufig so. Die jeweiligen Homepages helfen da auch nix, die von WinterZeit ist seit vier Wochen offline und die von Maritim ja seit Jahren ein mehr als schlechter Witz - die Newsseite steht noch auf dem Stand März 2019.

    Wird auf jeden Fall interessant und vor allem, mal schauen ob die ein oder andere abgesetzte Serie bei Winterzeit unter Maritim eine neue Chance bekommt. Denke aber mal, dafür gibt es bereits feste Pläne, diese riesige Übernahme ist bestimmt schon mindestens ein Jahr in Planung.

    Und das war teilweise ja schon passiert. Selbst bei Serien, bei welchen ich mir das nie hätte vorstellen können, wie z.B. die (ziemlich gelungene!) Pater Brown-Serie von WinterZeit, die plötzlich weiterging. Nur mit einer Folge bisher, aber immerhin.
    Ich hoffe, dass meine beiden liebsten WinterZeit-Serien weitergehen. Bei den SH Chronicles bin ich sehr zuversichtlich und bei der Denkmaschine hoffe ich es. Einen Grund, letztere wegen Ähnlichkeit bei Maritim zu beerdigen, gibt es ja eigentlich nicht, denn die hat ja ihr eigenes Profil (enge Adaptionen der Original-Geschichten macht keine andere Van Dusen-Serie).

    Es geht weiter! Folge 41 erscheint am 31.05.2024:

    https://www.pop.de/professor-van-dusen-41.html

    Angekündigt sind die weiteren Folgen bis zur Nummer 50. Jeden Monat soll eine Folge erscheinen.

    Ich habe diese Folge mal im Auto gehört (eine wohl Radioaufnahme oder sowas, ich freue mich aber darauf, diese jetzt mal offiziell kaufen zu können) und sie hat mich tatsächlich ein wenig in Gefahr gebracht. In dem Hörspiel gibt es eine Szene, die ist so lustig (auch wenn das mit Ansage kommt), dass ich ernsthft überlegt hatte, mit dem Auto anzuhalten, weil ich so einen Lachflash bekommen hatte. Freut Euch darauf. Wer die Folge auch schon kennt, wird wissen, was ich meine. :)

    Zu den neuen Vorlagen zitiere ich gerne mal aus meine Interviev von 2023 mit Titania Medien.

    Ich hatte Titania Medien dahingehend letztes Jahr auch interviewt (das Interview gibt es nur im Print im Baker Street Chronicle der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft) und darf daraus auch mal zitieren. F bin natürlich ich und A ist Marc Gruppe von Titania Medien, den man hier, glaube ich, nicht näher vorstellen muss.

    F: Für nächstes Frühjahr hat Titania Medien eine Adaption eines Romans aus der Heftserie „Sherlock Holmes – Aus den Geheimakten des Weltdetektives" angekündigt. Diese obskure deutsche Heftserie von 1907/1908, von welcher 230 Ausgaben erschienen, erzählt ja in der Regel keine Holmes-Pastiche-Geschichten, sondern eher simple, actionreiche Pulp-Abenteuer, deren Hauptperson ein Detektiv ist, der auch Sherlock Holmes heißt. Von der Serie wurde Anfang der 1970er mal ein Sammelband mit 15 Geschichten nachgedruckt, seitdem ist nichts mehr nachgedruckt worden und erhältlich, auch wenn gerade erst kürzlich ein kleines Hörbuch-Label sich dieser Romane angenommen und bisher 15 Folgen hat einlesen lassen. War es schwierig, diesen Roman für Eure Hörspielserie zu adaptieren, so dass es als Holmes-Pastiche passt?

    A: Aber nein, da sind wir ja mittlerweile sehr geübt. Unser Eindruck der Geschichten ist im Übrigen auch positiver als der Ihre. Wir schätzen es, dass die Jungs aus der Baker Street ein bisschen aktiver sind und auch mehr rumkommen in der Welt, was uns die Möglichkeit bietet, Szenen in akustisch interessante und ständig wechselnden Schauplätze auf der ganzen Welt spielen lassen zu können, was der Reihe einen ganz neuen Kick geben wird.

    F: Diese Heftserie ist ja nur noch sehr schwer zugänglich, plant ihr da diverse Adaptionen (sofern die Romane geeignet sind und Euch vorliegen), oder soll das eine Ausnahme bleiben?

    A: Nein, das wird die Regel werden für die weitere Zukunft. Wir freuen uns sehr darauf!

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    Zur Ergänzung: Der erste Titania-Titel mit diesen Romanen wird dann die 63, "Der Lumpensammler von Paris" sein (ein lesenswerter, guter Roman übrigens!). Den Roman habe ich kürzlich nochmal gelesen und bin auf die Umsetzung mal gespannt. In dieser Heftserie gibt es keinen Doctor Watson, sondern immer einen jungen Assistenten von Holmes, der Harry Taxon heißt. Der wird in diesem Band von einer schönen, aber sehr fiesen Mörderin verführt. Sie versucht es zumindest. Bin mal gespannt, ob Titania das dann Dr. Watson zuschreibt. :)


    Und zu den Hörbüchern zu dieser Serie, die erscheinen bei Nahörmal Records, zu denen ich außer den Copyright-Angaben bei den großen Streaminganbietern NICHTS im Netz finde. Die haben 15 der Bände einlesen lassen, dann nochmal mit einem anderen Sprecher von vorne begonnen (warum macht man sowas? kapiere ich nicht) und sind aktuell jetzt schon bei Band 22.

    Ich weiß nicht, ob sich Titania mit der Folge einen großen Gefallen getan hat. Inspiration für die McNeile-Geschichte war doch ganz offensichtlich die Kanon-Geschichte "Der griechische Dolmetscher", die sehr ähnlich ist. Jetzt diese von einer Holmes-Story direkt inspirierte Geschichte wieder auf Holmes umzuschreiben..aber wir wollen nicht meckern, denn gefallen hat mir das Hörspiel ja auch. Auch wenn die Parallelen schon etwas irritieren.

    Die Stimmung und Auslegung könnte sich in Kürze wieder ändern, denn ab 63 gibt es Geschichten nach 'Amy Onn'. Ich vermute Auftragsarbeiten unter einem Synonym, denn Werke oder biografische Angaben sind unter dem Namen nicht zu finden.

    Ab Folge 63 ist die Quelle für die Hörspiele diese deutsche Heftserie, die von 1907-1911 erschien: https://sherlockholmes.fandom.com/de/wiki/Aus_de…_Welt-Detektivs
    Ich bin schon gespannt, wie Titania das umsetzen wird, denn in dieser Heftserie gab es keinen Dr. Watson, sondern einen jugenlichen Assistenten namens Harry Taxon und Holmes löste die Fälle auch gerne eher mal mit den Fäusten und Verkleidungen statt mit Deduktionen. Dürfte spannend werden.

    Ich habe den ersten Teil vom "Green Archer" inzwischen auch gehört und kann mich nur anschließen, das ist flott und unterhaltsam in Szene gesetzt. Ich würde sogar wagen zu behaupten: Das ist bisher die besten Adaption des Romans - obwohl ich nur den ersten Teil bisher kenne.

    Ich habe mir die Mühe gemacht und sämtliche anderen Adaptionen nochmal zur Auffrischung oder zum ersten Mal gehört (mehrere Dienstfahrten, war praktisch dafür), also die von Maritim, Hörplanet, Greenskull und jetzt gerade Gigaphon und war doch einigermaßen erstaunt, wie verdammt, ja zum verwechseln ähnlich die sich alle sind. Das kostete schon etwas Nerven, war aber ja mein Fehler.

    Kurz noch zu der aktuellen Gigaphon-Vertonung: Wie gesagt, die hat das Problem, dass sie den drei ersten Hörspielen kaum etwas hinzufügt. Was mir aber gefallen hat ist, wie nahe der Erzähler an den Figuren ist und auch mal ihre Gefühle beschreibt, das hilft. Kurios finde ich, dass die Serie ja "Bliss ermittelt" heißt - und der Ermittler ausgerechnet in dieser Vertonung eher nur selten mal auftritt im Vergleich zu anderen Adaptionen.

    Aber zurück zum Green Archer in der "Mord in Serie". Dass dieses Hörspiel doppelt so lang ist/sein wird, merkt man kaum, weil es so flott und lebendig erzählt ist. Ebenso hat die Versetzung in die Neuzeit weniger Einfluss als man denkt, auch wenn gelegentlich mal moderne Technik erwähnt wird.
    Definitiv noch in den 80ern stecken geblieben ist die erste der zwei Flirt-Szenen, die ist eher cringe, während die zweite recht gelungen und richtig nett ist. Waren da unterschiedliche Autorinnen oder Autoren am Werk oder mussten sich erst gegenüber dem Script oder den Personen erwärmen? Ich freue mich auf den zweiten Teil und hoffe, die Macher dieser Serie greifen noch häufiger mal auf Edgar Wallace zurück!

    Ich hatte ja erzählt, dass ich gut zwei Dutzend dieser Hörspiele mal hinter einander weg gehauen habe, jetzt gönne ich mir die neuen Folgen natürlich immer einzeln. Gehört habe ich jetzt die 28 und die 29 und beide haben mir gut bis sehr gut gefallen. Vor allem die 28 "Freunde fürs Sterben" war richtig gut gemacht: Gute Hinführung der Story, guter Aufbau, schön die Story-Arcs der Figuren weiter erzählt, gute Wendungen und als Sahnehäubchen: Wie viele habe ich ja mit der Kombination Hörspiel + Humor so meine Probleme, wie der hier dezent und trocken eingestreut wird, klasse. Man merkt wie die Macher sich vor und hinter dem Mikro inzwischen eingegroovt haben, souverän agieren und wie gut das alles funktioniert. Gerade den Pfefferspray-Gag kurz vor Schluss, da habe ich mich echt gut amüsiert.
    Auch die 29 war ziemlich gut erzählt. Beide Folgen haben auch nicht nur Schachfiguren als Charaktere, die entweder ermitteln oder sterben, sondern es wird auch menschlich mal was grundiert in beiden Folgen, richtig gut.

    Ich hoffe, die Macher lesen hier mit: Kompliment. Wirklich richtig gute Serie.

    Und das sagt jemand, der fanatischer Professor van Dusen-Fan der Originale (Koser und Futrelle) ist und sich an diese Neu-Interpretation erstmal gewöhnen musste. Das ist voll gelungen.

    Der verwaiste Thread sollte man wiederbelebt werden, immerhin tut sich ja viel.

    Die Seite von WinterZeit ist seit gut anderthalb Wochen im Wartungsmodus. Häng vielleicht damit zusammen, dass Winterzeit/FullCast Audio einen ziemlich großen Kleinverlag übernehmen wird, den Blitz-Verlag, der für uns Hörspiel-Fans ja kein unbekannter ist und schon reichlich Vorlagen für Hörspiele und auch Hörbücher lieferte und liefert. Der Blitz-Verlag hat jedes Jahr einen staunenswert großen Ausstoß, ich hoffe, dass die neuen Macher das aufrecht erhalten können und wünsche dafür auch alles Gute und viel Erfolg. Schon im eigenen Interesse, ich bin gerne und häufig Kunde bei Blitz - seit einem Vierteljahrhundert.

    Da ist sie nun in der Holy Hörspiel App / im HolyShop erschienen, die ganz neue Mord in Serie Folge 33 Green Archer, Teil 1. Auf dem Cover prangt als Autor zusätzlich, neben Markus Topf, der Name „Edgar Wallace“. Spätestens da ist wohl klar, dass es sich hier um eine Vertonung vom berühmten Edgar Wallace Roman „Der grüne Bogenschütze“ handelt. Ich habe mich allerdings nicht nur gefragt, warum man hier explizit den englischen Titel nimmt, sondern es hat mich auch ein wenig gestört, dass die Sprecher im Hörspiel mal vom Green Archer, mal vom Bogenschützen reden. Dies war es dann aber auch schon mit dem Meckern. Die Geschichte wird komplett in die aktuelle Zeit versetzt, ohne die eigentliche Story im Ablauf oder der Handlung groß zu verändern. Insgesamt in der Umsetzung sehr gut gelungen. Gut besetzt fand ich Steffen Groth als Ermittler, den höre ich in Hörspielen sehr gerne. Mit seiner Rolle kommt auch etwas Humor dazu. Auch die restlichen Sprecher/innen passen in meinen Ohren sehr gut. Ein Knackpunkt war für mich bei den vergangenen jüngeren Vertonungen vom grünen Bogenschützen stets der Sprecher der den fiesen Abel Bellamy verkörperte, weil Gottfried Kramer aus der damaligen Maritim Zeit bisher einfach unerreicht geblieben ist. Aber ich muß zugeben, dass mit Michael Bideller hier eine sehr gute Wahl getroffen wurde und er diese Rolle ebenfalls sehr gut verkörpert. Bisher gab es den grünen Bogenschützen immer in einem Hörspiel, Contendo Media geht nun aber einen anderen Weg und bringt den grünen Bogenschützen in zwei Teilen. Trotzdem wirkt das Hörspiel zu keinem Zeitpunkt gestreckt, im Gegenteil alles wird flott und spannend in Szene gesetzt. Insgesamt eine wirklich klasse Edgar Wallace Vertonung, die mir in der Umsetzung sehr gut gefällt und mit Spannung den zweiten Teil herbeisehnen lässt.

    Danke für die Rezension! Dann höre ich definitiv mal rein. Ich finde es schon krass, dass von diesem Wallace-Roman binnen 14 Tagen gleich zwei Vertonungen erschienen sind, die Gigaphon-Serie um Inspektor Bliss hat als Folge 3 ja auch den Grünen Bogenschützen im Programm. Da ja auch Greenskull und Saphir Tonart den Roman adaptiert haben, können wir jetzt auf vier aktuellere Vertonungen des Stoffes zurück greifen (und das alte Maritim-Hörspiel gibt es ja auch noch). Puh, ob das Not tut?


    Ich hatte bei dem Titel und den zwei Teilen jetzt vermutet, dass man sich ggf. auf die Film-Serials zu den Roman (stumm von 1925 und als Tonfilm von 1940) bezieht, das scheint nach Deinen Zeilen aber nicht der Fall zu sein.

    Den Fall gab es aber doch schonmal in Sherlock Holmes & Co, dort Folge 11.

    Scheint also weniger ein Spinoff, als eine erneute Vermarktung als vermeintlich neue Serie zu sein? die 2. angekündigte Folge (der Arrest) erschein bei "Sherlock Holmes & co" als Folge 15.

    Danke für den Hinweis! Ich bin sehr sicher, dass Du recht hast, denn exakt das gab es ja auch schon bei Poe & Dupin und bei Irène Adler.

    Ich habe jetzt über die letzten Wochen die ganze Serie mal sehr gedrängt am Stück (praktisch jeden Tag eine Folge) gehört. Dabei habe ich meine große Skepsis und Abneigung klar überwunden und höre die Serie inzwischen sehr gerne. Warum Skepsis und Abneigung? Weil ich mir die Frage gestellt habe: Wieso nenne sich eine Serie Van Dusen, wenn ich dann gar nicht den großen Vorlagen von Jaques Futrelle und MIchael Koser folgen und diese adaptieren oder variieren will? Diese Van Dusen-Serie hier von Holysoft geht tatsächlich ihre eigenen Wege und unterscheidet sich somit deutlich von den drei Maritim-Serien (Koser-Serie, Nachfolger davon und bei "Sherlock Holmes & Co.", wo zunächst Original-Fälle adaptiert wurden und dann neue Fälle nicht im Koser-, sondern im Futrelle-Geist geschaffen werden) und auch von der Winter-Zeit Serie (Adaptionen der Original-Geschichten von Futrelle).

    Dieser Van Dusen hier ist einfach nur ein intelligenter und cleverer Ermittler, nicht die (durchaus eingebildete) overpowerte Super-Denkmaschine von Futrelle und Koser. Auch die Fälle unterscheiden sich deutlich. Ging es bei Futrelle häufig um raffinierte Gimmicks und Auflösungen und bei Koser vor allem um Humor, Charme und Abenteuerlichkeit, wird hier bei Holysoft häufiger mal das Subgenre gewechselt. Diese Van Dusen-Serie changiert zwischen klassischen Whodunits, erstaunlich puristischen Gangster-Storys und schließlich gibt es noch einen übergreifenden Handlungsbogen, der jeweils in einem der Staffel-Finales (Folgen 12 und 24 bisher) kulminiert und der Serie da durchaus stark seinen Stempel aufdrückt. Ansonsten? Gerade die Gangster-Storys, aber auch andere Episoden geben der Serie ganz leichte Hard-Boiled Vibes, und es gibt immer mal wieder hübsche Anspielungen (ich mag den imaginären Peter Lorre - welche Pillen muss ich da schlucken? mit dem will ich auch mal reden!)

    Warum ich oben gesondert erwähnt habe, dass ich die Serie so gedrängt gehört habe: Offensichtlich von modernen TV-Serien inspiriert wird hier praktisch jeder Hauptfigur ein eigener Story-Arc gegönnt, der am Rande in den Episoden fort entwickelt wird. Da war ich dann natürlich beim täglichen Hören ein dankbarer Abnehmer, das bindet einen eng an die Serie. Ich muss deshalb aber warnen: Das wird einem etwas durchrutschen und kleine Probleme machen, wenn man die Serie in sehr großen Abständen oder gar durcheinander hört. Diese Van Dusen-Serie WILL von vorne bis hinten gehört werden, wie eine entsprechende TV-Serie halt.

    Die Folgen sind größtenteils prächtig unterhaltsam, auch wenn ich persönlich sagen muss (vielleicht ist das noch meine Prägung durch die Hörspiele der 80er), dass ich definitiv nicht so häufig 80-90 Minuten Hörspiele brauche und die Figur der Hatch für mich noch ein ganz klein wenig mehr aktiver an der Seite von Van Dusen sein könnte. Ist schön, dass sie auch eine Liebesgeschichte spendiert bekommt, das darf auch gerne so bleiben (oder, spoiler, wiederkommen), aber bitte noch enger an die Fälle andocken. Danke.

    Fazit: Die Serie werde ich definitiv die nächsten Monate (und Jahre?) gerne weiter hören und bin schon extrem gespannt, was uns bei dem Spin-Off erwartet..

    Für viele ist das vermutlich völlig unwichtig, ich habe mich seit Wochen auf den Tag heute gefreut (hatte mir sogar zur Sicherheit die CD bestellt, falls das Ding nicht im Stream auftaucht, tat es aber - bekommt die CD halt einen schönen Platz im Regal) und das erste Bliss-Hörspiel von Gigaphon gleich heute Morgen gehört. Hat mir gut gefallen. Meine o.g. Spekulation hat sich nicht bestätigt, die Hörspiel-Reihe lehnt sich wohl NICHT an die Rialto-Filme an, sondern adaptiert die Romane direkt.

    Das "Hexer"-Hörspiel orientiert sich an dem Roman von Edgar Wallace (wiederum an der zweiten, bekannteren Fassung), erlaubt sich aber auch viele Abweichungen. Die Figuren heißen teilweise anders, das Geschwister-Paar kommt nicht vor, die Schwester des Hexers stirbt anders als im Roman oder im Rialto-Film und auch das legendäre Finale wurde anders gestaltet.

    Was mir sehr gefallen hat: Die Produktion ist fett, die Sprecher motiviert und talentiert und es gibt leichte Spurenelemente von Gothic Horror (vor allem in der Eröffnungsszene). Ich werde die Reihe gerne weiter verfolgen, obwohl sie im Rahmen von Edgar Wallace nichts Neues wagt - aber muss das überhaupt? Für mich nicht.


    Minuspunkte gibt es natürlich dafür, dass kein Äquivalent zu dem schönen "Hier spricht Edgar Wallace" der Rialto-Filme versucht wurde. Das hatte mir bei Maritim und den Greenskull-Hörspielen sofort das Herz vor Glück überlaufen lassen.