Posts by DerPoldi

    Es sieht danach aus als ob auch ohne Diskussion nichts passiert. Schade 😞

    Wer diskutiert denn?

    Also, ich bin nach wie vor dabei meine Sammlung nach Hörspielen zu durchforsten, die ich in die Box packen möchte. Ich habe meine doppelten Hörspiele nicht bis zur Decke gestapelt 😉. Ich finde die Aktion aber richtig cool, und dann möchte ich mir auch Gedanken dazu machen, mit was ich den anderen Teilnehmern eine Freude machen kann.

    Da mein Leben aber nicht nur aus meinem Hobby Hörspiele besteht (was ich sehr bedaure) und ich noch einen Alltag habe (was ich noch etwas mehr bedaure), geht der Alltagselbstverständlich vor. Mein Tag hat durchschnittlich in etwa 24 Stunden. Wenn von diesen 24 Stunden dann Abends noch 2 oder 3 für mich übrig sind, liegt meine Priorität nicht auf dem Packen einer Hörspielbox.

    Wenn das bei dir anders ist, freue ich mich sehr für dich, bitte aber um Verständnis, dass das nicht immer so ist.

    Zugegeben, ich hatte mir das auch schneller erhofft mit dem Versand, aber das Leben ist immer anders und läst sowas manchmal eben nicht zu.

    Wenn jetzt aber die Welt davon unterzugehen droht und dieses nur mit dem Versand der Box abzuwenden ist, dann bringe ich diese heute noch auf den Weg. Denn dafür ist die Welt zu schön, als dass sie dafür untergehen soll.

    Mark Brandis Raumkadett – 8. Mondschatten



    Das Training in der Raumfahrtschule fordert Mark Brandis weiterhin einiges ab. Nicht nur die Übungen in der Schwerelosigkeit, sondern auch die interne Rivalität zwischen den Raumkadetten fordern ihren Tribut. Als dann ein neuer Einsatz auf dem Mond ansteht und die Gruppe mit einer anderen Trainingseinheit zusammengeführt wird, hat Mark eine Begegnung, die ihn aus der Bahn wirft: Nina taucht wieder auf...

    Zwar dreht sich „Mark Brandis Raumkadett“ um den jungen Weltraumfahrer, dennoch ist die Produktion von Interplanar keinesfalls eine Jugendserie, sie ist ähnlich komplex wie die Originalserie und geht nicht sonderlich zimperlich mit seinen Hörern um. In der achten Folge „Mondschatten“ gibt es passend dazu eine Anspielung auf die erste Folge der Serie, man sollte hier schon noch vor Augen haben, wie die Geschichte um Nina ausging, um die Geschichte in all ihren Facetten verstehen zu können. Und ganz am Ende gibt es dann eine überraschende Wendung, die den Abschied von einem lieb gewonnenen Charakter bedeutet und sehr gefühlsintensiv in Szene gesetzt wurde. Dabei ist der Start in die Handlung eher gemächlich gelungen, zwar immer noch unterhaltsam, aber eben eine Spur zu langwierig. Erst später nimmt die Geschichte dann richtig an Fahrt auf und findet zu alter Stärke zurück, geboten wird zudem mal wieder ein gefährliches Actionspektakel, das die Charaktere in große Gefahr bringt. Der große Konflikt zwischen Union und Republiken, der auch schon die Originalserie bestimmt hat, ist auch hier wieder ein wichtiger Bestandteil und sichert die Kontinuität der Rahmenhandlung. Bis auf den etwas langsamen Start ist wieder eine aufregende und spannende Folge entstanden, die den positiven Eindruck der Serie fortsetzen kann.

    Sarah Alles ist erneut als Nina zu hören, wieder streift sie sich die Rolle der sympathischen jungen Frau gekonnt über und bringt diese locker und sehr glaubhaft herüber. Alec Delaney wird wieder von Sebastian Kluckert gesprochen, auch er nimmt wieder eine wichtige Rolle ein und findet sich in allen Situationen sehr gut zurecht, er spricht mit viel Charme und Ausdruck. Michael Lott ist als Erzähler im Einsatz und bringt mit seiner warmen und festen Stimme bringt er seine Passagen sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Wanja Gerick, Arne Kapfer und Fan Yu.

    Wie bereits bei den vorigen Folgen ist auch „Mondschatten“ wieder auf der Höhe der Zeit produziert. Insbesondere die Geräusche stechen dabei hervor, sie sind zahlreich eingefügt und sorgen für eine sehr dichte Atmosphäre. Unterstützt wird dies auch von einigen Stimmverzerreffekten sowie passender Musik, die das Weltraumfeeling weiter unterstreicht. Alles greift dabei sehr stimmig ineinander.

    Eine düstere Planetenszenerie ist auf dem Cover abgebildet, die kühlen Blautönen lassen die angedeuteten Raumschiffe fast schon verschwinden. Das Ganze wirkt imposant und passt wunderbar in die bisherige Covergalerie. Das Innere ist wieder ansehnlich und übersichtlich gestaltet, und wieder wurde ein Begriff aus dem Brandis-Universum im Booklet näher erläutert.

    Fazit: Der Start in die Handlung ist zwar etwas holprig gelungen, später findet die Serie aber zu alter Stärke zurück und präsentiert eine ebenso actionlastige wie spannende Geschichte, die auf vielen Ebenen gut funktioniert und mit einem echten Knaller endet.

    VÖ: 15.April 2016
    Label: Folgenreich
    Bestellnummer: 0602547479457

    Mark Brandis Raumkadett – 7. Laurin



    Die Nervosität bei Mark Brandis und seinen Mitschülern ist groß, denn die Fähnrichsprüfung steht an. Zwar bestehen nicht alle Kadetten die Aufgabe, dennoch werden sie bald auf eine wichtige Mission geschickt und sollen Hilfsgüter nach Baku begleiten. Doch dort angekommen stellt sich die Situation für die Raumfahrtschüler ganz anders da als gedacht...

    Nach den ersten sechs Folgen war der erste Handlungsstrang von „Mark Brandis Raumkadett“, die von den Lehrjahren des bekannten Roman- und Hörspielhelden handelt, abgeschlossen, sodass man bei Episode sieben „Laurin“ wieder recht freie Hand hatte und eine ganz neue Geschichte entwickeln konnte. Und so hat man sich vorerst für ein spannendes Einzel-Abenteuer entschieden, dass jedoch wiederum neue Ansätze für einen neuen Strang ausöegt. Eingebaut ist ein kleiner Zeitsprung, die Raumkadetten sind nun etwa 19 Jahre alt und in ihrer Ausbildung weiter fortgeschritten, sodass nach der wichtigen Zwischenprüfung ein erster Einsatz erfolgt – und der hat es gleich in sich. Die Geschichte verläuft dabei gerade zu Anfang nicht immer temporeich, aber zielführend und unterhaltsam. Nach etwa einem Drittel der geht es dann aber auch wider richtig zur Sache, zunächst wird die Grundsituation gepaart mit Actionsequenzen geschildert, richtig gelungen ist aber besonders der Abschluss, bei dem der Konflikt zwischen den beiden Machtblöcken auf der Erde weiter thematisiert und um interessante Facetten erweitert wird. Auch der gesellschaftskritische Ansatz der Serie wird ganz im Sinne von Nikolai von Michalewsky fortgeführt

    Wieder ist die Auswahl der Sprecher sehr gut gelungen, besonders Daniel Claus kann als junger Mark Brandis überzeugen. Er legt eine sehr glaubhafte Palette von Gefühlen zu Tage und lässt schon immer wieder den selbstsicheren und integeren Mann durchschimmern, der er einst sein wird. Christin Marquitan passt mit ihrer ausdrucksstarken Stimme bestens in das Weltraumambiente, sie verleiht der Figur der Lisandra Liviik einen harten Ausdruck. Leon Boden überzeugt als Richard Westhoff mit einer sehr eingängigen Sprechweise. Weitere Sprecher sind Wanja Gerick, Debora Weigert und Thomas Schmuckert.

    Wieder einmal konnten die Produzenten eine sehr saubere und gut abgemischte Produktion vorlegen, die eine sehr stimmige Atmosphäre präsentiert. Besonders die actiongeladenen Szenen mit den riesigen Robotern ist sehr gelungen und eindringlich umgesetzt. Laute, vielfältige Sounds und melodische, stimmungsgeladene Musik ergänzen sich hier gegenseitig.

    Das Cover ist in stimmigen, kalten Farbtönen gehalten und zeigt einige der riesenhaften Kampfmaschinen, mit denen Mark Brandis hier ungewollt in Kontakt kommt. Das ist sehr ansprechend gestaltet und passt bestens zur Atmosphäre des Hörspiels. Neben der Trackliste auf der Rückseite ist im Booklet wieder ein kleiner erklärender Text zu finden, dieses mal über die Sagengestalt Laurin und seiner Verknüpfung zu diesem Hörspiel.

    Fazit: Eine spannende Grundsituation, eine konsequent fortgeführte Handlung, gepaart einigen sehr actionlastigen Szenen und interessanten Kniffen. Die Rückkehr vom jungen Mark Brandis ist sehr gelungen, alles passt wieder bestens zusammen und entführt einen in ein packendes Weltraumabenteuer. Auch die Entwicklung der Charaktere ist sehr kurzweilig erzählt.

    VÖ: 15.Januar 2016
    Label: Folgenreich
    Bestellnummer: 0602547478412

    Twilight Mysteries – 4. Thornhill



    Edward van Shelby, der die Dienste von Dr. Zephyre bereits in einem früheren Fall in Anspruch genommen hat, hat einen neuen Auftrag für den übersinnlichen Ermittler, denn in einem seiner alten Anwesen scheint ein Poltergeist sein Unwesen zu treiben. Tatsächlich spüren Zephyre und sein Team schnell, dass etwas Dunkles in dem Gemäuer lauert, und dann geschieht ein Unfall, der besonders für Dave Edwards schreckliche Folgen hat...

    Mit Twilight Mysteries ist bei Maritim eine ganz spezielle Mystery-Serie entstanden, die sich von den harten und oft stereotypen Geisterjäger-Geschichten deutlich abhebt. Es stehen (bisher) keine Apokalypsen auf dem Plan, auch keine dämonischen Heerscharen, sondern Geistererscheinungen, die in detektivischer Weise erklärt und gelöst werden. Das hat in den ersten drei Folgen schon gut geklappt, und auch „Thornhill“ hinterlässt einen sehr guten Eindruck, wobei die Dramatik hier im Gegensatz zu den Vorgängern noch einmal deutlich ansteigt. Denn dieses mal geht es dem Protagonistentrio selbst an den Kragen, jeder der drei gerät in ernste Gefahr. Besonders hart trifft es dabei Dave, der in einer übersinnlichen Wahrnehmung mit dem Wesen in Kontakt tritt, das in Thornhill sein Unwesen treibt. Das ist sehr ungewöhnlich gelöst und erlaubt durch diese Nähe einen sehr guten Einblick in die Hintergründe der Erscheinung, wobei einige schockierende Details offenbart werden. Diese Szenen haben mich richtig gefesselt, doch auch der restliche Verlauf in der „realen“ Welt sind sehr stimmungsvoll und spannend erzählt, es werden harte Entscheidungen gefordert und viele packende Momente präsentiert. Gepaart mit dem spröden Charme der Hauptdarsteller ergibt dies wieder eine sehr eingängige Folge, die sich wohltuend von anderen Produktionen abhebt.

    Kim Hasper ist hier wieder als Dave zu hören, und er kann sich hier wegen der anspruchsvolleren Situation des liebenswerten, aber auch etwas unbeholfenen Ermittlers noch mehr beweisen. Er spricht gradlinig und standfest, aber auch durchaus facettenreich, sodass er in jeder Situation sehr glaubhaft wirkt. Dirk Haedegen ist als Hornbuckle zu hören, eine sehr interessante Rolle, die er sehr energiegeladen und mit gekonnter Betonung spricht und die Figur damit sehr gut zur Geltung kommen lässt. Felix Würgler ist als Linh Hon zu hören, der der Geschichte sehr viel Atmosphäre verleiht und seine Dialoge gekonnt in Szene setzt. Weitere Sprecher sind Ingo Abel, Marie Burghardt und Christoph Memmert.

    Akustisch wird eine sehr dynamische Leistung geboten, die sich an jede Szene individuell anpasst. Besonders gelungen sind dabei die Zwiegespräche von Dave in der alternativen Welt, die mit stimmigen Effekte untermalt sind. Auch das Zusammenspiel der atmosphärischen Musik und der zahlreichen Geräusche während der übrigen Szenen ist gelungen, sodass eine dichte Stimmung entsteht.

    So eigenständige Ideen für die Serie auch entwickelt wurden, das Cover erinnert an einige andere Hörspielproduktionen. So ist ein altes, unheilvoll wirkendes Gemäuer als Titelmotiv ausgewählt worden, das sich in Sepia-Tönen von dem dunklen Rahmen mit dem schlichten, aber ansehnlichen Logo abhebt. Auch im Inneren werden nur die üblichen Informationen nebst etwas Werbung geboten.

    Fazit: Durch die Gefahr für die Protagonisten, insbesondere für Dave, kommt noch einmal eine ganz andere Schärfe in die Handlung, die wieder mystisch und dramatisch geraten ist. Zudem sind hier Hintergründe, die hier langsam aufgedeckt werden, sehr interessant und spannend in Szene gesetzt, sodass wieder eine runde und hörenswerte Folge entstanden ist.

    VÖ: 29.Juli 2016
    Label: Maritim
    Bestellnummer: 978-3-9456-2497-5

    Twilight Mysteries – 3. Phantom



    Gerade erst haben Dr. Zephyre und sein Team die Ereignisse um Thanatos gelöst, als von Seiten der Polizei auch schon ein weiterer Fall an sie herangetragen wird. Wertvolle Gegenstände werden mit spielender Leichtigkeit von einem unbekannten Dieb entwendet, der die sichersten Vorsichtsmaßnahmen zu umgehen versteht. Die Videoaufnahmen offenbaren bereits Unglaubliches...

    Auch wenn zum Start der neuen Maritim-Serie „Twilight Mysteries“ lediglich eine Folge erschienen ist, wird dies nun in der nachfolgenden Zeit mit einer regelmäßigen Veröffentlichung wieder wett gemacht, sodass mittlerweile die dritte Episode erschienen ist. Diese hat zwar keinen direkten Zusammenhang zu ihrem Vorgänger, setzt aber bei dessen letzter Szene an und hat so ein recht lebendiges Intro. In den aktuellen Fall des Ermittler-Trios wird dann recht zügig eingeführt, wobei die Sichtung des Videomaterials schon recht unterhaltsam geraten ist und das Phantom nicht wirklich unheimlich, dafür aber pfiffig und undurchsichtig umgesetzt ist. Genau dieser Eindruck zieht sich durch die gesamte Handlung, immer wieder scheint der Dieb Dr. Zephyre und seinem Team einen Schrit voraus zu sein, so viele Informationen diese auch zu dem Fall sammeln mögen. Am Ende kommt dann wieder ein übernatürlicher Einschlag in die Handlung, der nicht so dominant ist wie beim letzten mal, aber eben doch den Reiz der Serie steigern kann. Ganz so stark wie sein Vorgänger ist „Phantom“ leider nicht, dennoch ist eine hörenswerte und gut erzählte Produktion gelungen.

    Marc Schülert ist wieder als Dr. Zephyre zu hören, er scheint völlig mit der Rolle verwachsen und spricht mit einer wunderbar trockenen Art, die einen sehr interessanten Charakter formt. Dirk Hardegen ist als Inspector Hornbuckle wieder in dieser Folge mit dabei, mit seinem dynamischen Klang und der ausdrucksstarken Betonung kann er sich in dem guten Sprechercast behaupten. Auch Frank Gustavus ist in einer Nebenrolle als Antonio Luengo zu hören, sein professioneller Auftritt ist ebenfalls überzeugend. Weitere Sprecher sind Jenny Maria Meyer, Vanida Karun und Volkan Baydar.

    Auch wenn hier eine Mystery-Serie vorliegt, ist die Handlung in der heutigen Zeit angesiedelt, was auch durch die akustische Untermalung unterstrichen wird. Da hört man das Tippen auf einer Handy-Tastatur, den alleseits bekannten Nachrichtenton eines bekannten Instant-Massengers oder eine moderne Großstadt im Hintergrund, dennoch wird auch immer wieder eine unheimliche Stimmung geschaffen, sodass ein abwechslungsreicher und dynamischer Eindruck entsteht.

    Ein recht abgewrackter, gefliester Tunnel wurde für das Titelbild ausgewählt, in dessen Zentrum eine junge Frau die Luft um sich in Bewegung zu bringen scheint, auch ihr Gesicht wirkt verschwommen – ein treffendes Cover, das gut zur Folge passt. Das Innere ist schlicht und übersichtlich aufgebaut, gut gefällt mir die Idee, auf dem Backcover die Mitwirkenden im Stil einer großen Hollywood-Produktion aufzulisten.

    Fazit: Diese Folge wirkt etwas lockerer als der Vorgänger, ist aber immer noch atmosphärisch dicht und mit einem Augenzwinkern erzählt. Mir gefällt diese Erzählweise sehr gut, die sehr abwechslungsreich ist und die Charaktere wieder gelungen darstellt. Das wirkt stimmig und aus einem Guss und setzt den positiven Eindruck weiter fort.

    VÖ: 17.Juni 2016
    Label: Maritim
    Bestellnummer: 978-3-9456-2496-8

    Point Whitmark – 40. Das Orakel des Unheils



    Die Ratten in Point Whitmark werden immer aggressiver, Tom, Jay und Derek suchen in den unterirdischen Schmugglergängen nach der Ursache. Als sie dabei vor den angriffslustigen Nagern fliehen müssen, landen Sie im Hamam des exzentrischen Solomon Resul, der sich auf seinem abgeschotteten Anwesen einen Palast wie aus dem Orient erschaffen hat. Und dort warten viele Geheimnisse darauf, gelüftet zu werden...

    Point Whitmark legt deutlich mehr Wert als andere Hörspielserien des Genres auf eine dichte und atmosphärische Stimmung, was sich in der 40. Folge mit dem verheißungsvollen Titel „Das Orakel des Unheils“ wieder deutlich zeigt und schon gleich zu Beginn in einer kleinen Vorgeschichte zum thematisierten Orakel eine düstere Szene voller Magie präsentiert. Und auch der nachfolgende Schwenk zu den drei Juniordetektiven ist sehr stimmungsvoll geraten, die Szenen in den unterirdischen Gängen mit den aggressiven Nagetieren verbreiten etwas Klaustrophobie, noch stärker ist dies jedoch auf dem Anwesen von Solomon Resul zu spüren. Durch gelungene Beschreibungen und den passenden Einsatz von Musik und Geräuschen fühlt man sich tatsächlich in den Palast aus 1001 Nacht versetzt, was eine wunderbare Kulisse für den Fall bietet – und dieser ist ebenso gelungen. Viele kleine Geheimnisse, die gelöst werden müssen, mysteriöse Vorfälle und zahlreiche spannende Highlight prägen das Bild dieser Folge, die zudem noch sehr gelungen und rund aufgelöst wurde. Hinzu kommt wieder der wunderbare Humor der Serie, der sehr trocken wirkt und immer wieder die Stimmung aufhellt. Wieder eine sehr gut produzierte und packend erzählte Geschichte über den Radiosender, der so heißt wie die Stadt.

    Volker Sassenberg hat bei den Sprechern wie immer auf markante Stimmen gesetzt. Besonders Gerald Paradies sticht dabei als Solomon Resul heraus, mit seinem tiefen, fast schon dröhnenden Klang und dem bestimmenden Auftreten schafft er eine Figur, die im Gedächtnis haften bleibt. Dagmar Heller ist als Ingrid Gaudet ebenso gut besetzt und kann mit einer sehr betonten und präzisen Sprechweise überzeugen. Axel Lutter geht als Ajihad sehr auf die Stimmung der Geschichte ein und gefällt mir in dieser Rolle sehr gut. Weitere Sprecher sind Hubertus Schulte, Andreas Ksienzyk und Rieke Werner.

    Auch in Sachen Musik und Geräusche wird hier wieder einiges geboten, düstere Klänge und präzise abgestimmte Melodien sorgen erneut für ein sehr eingängiges Hörerlebnis. Alles klingt dabei wie aus einem Guss und fügt sich nahtlos ineinander, sodass stets ein Hauch Unheil mitzuschwingen scheint. Dabei werden die Sprecher jedoch nie überdeckt, sondern gegenteilig in ihrer Wirkung unterstützt.

    Auch das Cover kann hier wieder überzeugen, ein düsterer Kämpfer mit einem Krummschwert ist darauf zu sehen, ein wehender orientalischer Umhang umgibt ihn und lässt sein Gesicht völlig im Dunkeln. Ein dunkelvioletter Wirbel im Hintergrund und rot leuchtende Laserstrahlen ergänzen diese ansprechende und dunkle Darstellung, die wie immer vom Leuchtturm und dem rot-weißen Schriftzug umgeben wird.

    Fazit: Die sehr eindringliche und düstere Stimmung der Folge sorgt für ein intensives Hörerlebnis, das durch eine packende und geheimnisvolle Geschichte sowie herrlich trockenen Humor ergänzt wird. Besonders gegen Ende steigert sich die Handlung erneut und präsentiert für die undurchsichtige Handlung eine gekonnte Auflösung.

    VÖ: 13.Februar 2015
    Label: Decision Products
    Bestellnummer: 88843012792

    Point Whitmark – 39. Das Feld beim Krähenhaus



    Gemeinsam mit seinem Enkel Derek fährt Alfred Ashby in ein abseits gelegenes Motel, um dort seine alte Jugendliebe Lila Miles zu besuchen. Doch an der Tür werden sie vom schrulligen Besitzer Letser Perkins abgewiesen, die alte Dame sei erkrankt und brauche Ruhe. Doch die Sache wirkt merkwürdig, sodass sich bald darauf Dereks Freunde Jay und Tom in dem Motel einmieten und auf Spurensuche gehen – mit schrecklichen Folgen…

    „Wie hieß denn noch dieser eine Film?“ – der Running Gag dieser 39. Folge der wunderbaren Jugenddetektivserie „Point Whitmark“ spielt immer wieder auf einen gewissen Psycho-Thriller von Alfred Hitchcock an. Offensichtlich ist die Grundidee der Handlung dem bekannten Machwerk mit der Duschszene entliehen, und warum nicht aus der Not eine Tugend machen und diesen Fakt ziemlich witzig und kurzweilig mit einbringen? Auch viele weitere Anspielungen auf den Film sind eingebaut. In Sachen Humor kann die Folge also auf ganzer Linie punkten, und auch ansonsten erhält man ein sehr starkes und atmosphärisch dichtes Hörstück. Der Aufbau gestaltet sich langsam und ausführlich, ohne behäbig zu wirken. Denn so kommen die einzelnen Elemente sehr gut zur Geltung und werden voll ausgekostet, kein Spannungsmoment, kein unheimlicher Höhepunkt wird ausgelassen, eine starke Szene reiht sich an die nächste. Es wurden gleich einige Motive eingebaut, die jeweils schon für sich allein eine gute Grundlage geboten hätten, sich hier aber weiter verstärken und für einen sehr dramatischen und spannenden Verlauf sorgen. Und auch für genügend Überraschungen wurde gesorgt, das Ende unterscheidet sich dann doch deutlich von der bekannten Vorlage. Die Charaktere sind fast schon typisch für die Serie, verschroben, etwas skurril und alles andere gewöhnlich. Sie alle haben einen deutlichen Spleen, was sie sehr interessant und außergewöhnlich wirken lässt. Das ist es, was der sehr guten Story noch weiter hilft und sie schlussendlich zu einem hervorragenden Hörspiel macht.

    Auch die Sprecherauswahl ist mal wieder hervorragend gelungen. Horst Lampe ist als Dereks Großvater Alfred zu hören. Seine tiefe, sonore Stimme passt sehr gut zu dem agilen älteren Herren, den er sympathisch und besonders gegen Ende etwas verschmitzt darstellen kann. Volker Sassenberg selbst spricht die Rolle des Lester Perkins und wählt einen weichen, sanften Klang, der aber ein wenig irre und beängstigend wirkt. Silke Kaiser hat mir als „alte Strutt“ sehr gut gefallen und schafft mit ihrer markanten Stimme einen aufsehenerregenden Charakter. Sven Plate, Kim Hasper und Gerrit Schmidt-Foß dürfen natürlich nicht fehlen.

    In Sachen Akustik gehört Point Whitmark zu den allerbesten Produktionen in diesem Genre und kann dieses Plus auch hier wieder voll ausspielen. Die gesamte Handlung wird von stimmiger und atmosphärischer Musik begleitet, die meist unheimlich dräuend im Hintergrund spielt, aber auch stellenweise heitere Klänge anbietet und somit die Stimmungen der jeweiligen Szene perfekt und geschliffen umsetzt.

    Statt auf das bekannte Filmthema einzugehen, nutzt die Folge das zweite Leitmotiv der Folge, die unheimlichen Krähen und die damit verbundenen Vogelscheuchen. Eines der schwarzen Vögel hat im Vordergrund den Schnabel angriffslustig geöffnet und wirkt mit dem roten Auge sehr unheimlich, während im Hintergrund die nicht minder schaurige Vogelscheuche in einem Feld zu sehen ist.

    Fazit: Die Verknüpfung gleich mehrerer interessanter Themen, die volle Auskostung der Spannungsmomente, die zahlreichen gelungenen Anspielungen, die starke, sich stetig weiterentwickelnde Handlung, die unheimlichen Szenen, die gekonnte und elegante Auflösung – Folge 39 der Serie ist ein echter Volltreffer und gehört zu den stärksten Geschichten der Serie!

    VÖ: 7.März 2014
    Label: Decision Products
    Bestellnummer: 888430127821

    Sherlock Holmes Chronicles – 64. Der Mörder von Dresden



    Der Aufenthalt am Leipziger Hauptbahnhof endet nur durch viel Glück und Holmes kühlen Kopf nicht tödlich für den Meisterdetektiv und seinen Chronisten Dr. Watson. Die aus einem Hinterhalt abgegebenen Schüsse kamen von Colonel Sebastian Morel, der Professor Moriaty immer noch die Treue hält. Doch obwohl die beiden ihren alten Widersacher stellen können, ist die Bedrohung deswegen noch lange nicht abgewendet...

    Wenn eine Geschichte bei den „Sherlock Holmes Chronicles“ auf zwei CDs verteilt ist, kann der geneigte Hörer schon von einer recht komplexen Handlung ausgehen – umso mehr, wenn diese wie bei der 64. Episode mit 164 Minuten Laufzeit ziemlich vollgepackt sind. Dieser Eindruck wird mit der Zeit immer mehr verstärkt, da sich die Handlung keineswegs langsam entwickelt, sondern schon zu Beginn ein ziemlich hohes Tempo vorlegt. Dieses lässt auch im Verlauf der Handlung nur selten nach, die sich deswegen drängend und sehr dicht zeigt. Die Entwicklungen sind dicht aneinander gereiht, dennoch wird wichtigen Dialogen der Raum gelassen, um sich zu entfalten und so markante Akzente zu setzen. Das ist sehr geschickt erzählt und sorgt für einen dynamischen Handlungsbogen, der sich über die gesamte Laufzeit erstreckt. Doch auch die Spannung ist hier sehr dicht, sie zieht ihre dramatische Wirkung aus der persönlichen Bedrohung von Holmes – und natürlich aus der Konstellation mit Moriaty. Dadurch werden viele packende Momente erzeugt, die den Hörer immer wieder aufhorchen lassen. Gegen Ende wird die Folge noch einmal ausdrucksstärker, intensiver und ergänzt ein packendes Thriller-Element. Diese Folge ist deutlich ernster als die meisten vorigen und unterscheidet sich in ihrem Ausdruck vor allem auch von den Originalen von Sir Arthur Conan Doyle, dürfte aber Fans der Serie gerade deswegen so sehr gefallen – mich hat sie auch wegen der weitreichenden Änderungen innerhalb des Seriengefüges vollkommen überzeugt.

    Das liegt wie immer natürlich auch an den hervorragenden Sprechern, die sich auch in diesem deutlich ernsteren Stoff bestens zurechtfinden. Tom Jacobs verleiht seiner Stimme dafür einen Klang, der düsterer und eindringlicher klingt, gerade durch seine Erzähltexte wird die Spannung und die Atmosphäre der Folge verdichtet. Jörg Hengstler sorgt als Colonel Moran für einen packenden, geradezu unheimlichen Einstieg, der leicht schnarrende Ton seiner Stimme passt sehr gut zu dem hasserfüllten Mann. Reinhard Kuhnert gibt eine sehr gelungene Vorstellung als Professor Moriaty, er schärft das Profil des genialen Verbrechers mit einigen feinen Nuancen. Weitere Sprecher sind Wolfang Rüter, Santiago Ziesmer und Anna Luise Kiss.

    Passend zu der sehr spannenden Geschichte ist auch die akustische Umsetzung sehr eindringlich geraten. Die Melodien fügen sich sehr stimmig zu den Dialogen ein und sorgen für eine Steigerung der Dramatik, sind aber nicht omnipräsent und unterstützen statt sich in den Vordergrund zu drängen. Gleiches gilt für die vielfältige Geräuschkulisse, die sich sehr lebendig und eindringlich einfühlt.

    Ein Lob gebührt auch Mark Freier, der für diese besondere Geschichte auch ein besonderes Cover gestaltet hat. Vor der Kulisse einiger bekannter Dresdner Gebäude mit historischem Anklang ist das ernste Gesicht eines Mannes zu sehen, der durch seine Sonnenbrille finster den Betrachter anzuschauen scheint. Gepaart mit der grünlichen Einfärbung ist das sehr passend geraten, auch wenn im Inneren dieses Mal keine einleitenden Worte von WinterZeit zu lesen sind.

    Fazit: „Der Mörder von Dresden“ präsentiert sich düster, packend und dramatisch, reiht zahlreiche markante Szenen aneinander und erzeugt dabei einen spannenden Sog. Schon das packende Intro ist sehr hörenswert, die Geschichte wird aber auch danach sehr intensiv weitergeführt. Eine sehr starke Episode, die über die gesamte Laufzeit hindurch die Spannung halten kann.

    VÖ: 28. Juni 2019
    Label: WinterZeit
    Bestellnummer: 9783960662242

    Sherlock Holmes Chronicles - 65. Die verschwundene Braut



    Lord Simon kündigt sich per Brief bei Sherlock Holmes an, der sich direkt über den Adeligen informiert - unterstützt von Dr. Watson, der bereits von der skandalösen Hochzeit des neuen Klienten gehört hat. Denn noch während der Hochzeitsfeier verschwindet die Braut spurlos, obwohl sie noch wenige Stunden zuvor glücklicher denn je gewirkt hat...

    In der 65. Episode der Sherlock Holmes Chronicles hat sich WinterZeit mal wieder einem Klassiker aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle gewidmet und die Geschichte als Hörspiel adaptiert. Und wie bei dem Autor der Originalgeschichten üblich gibt es hier vor allem lange Gespräche, aktive Handlungen oder hoch spannende Szenen sind hier nicht vorhanden. Vielmehr ist die Folge komplett auf das Wohnzimmer von Holmes und Watson beschränkt, in dem sich eine Handvoll verschiedene Besucher einfinden und ihre Sicht der Dinge berichten. Diese sind dann auch nicht in eingebauten Spielszenen erzählt, sondern als klassische Dialoge und auch einige Monologe wurden eingebaut. Das Rätsel um die verschwundene Braut ist dann auch nicht so komplex, wie man es von den neuen Geschichten der Reihe oft kennt. Da man die (wenigen) Ermittlungen des Detektivs nicht lauscht und nur wenige Anhaltspunkte bekommt, kann man das Rätsel als Hörer auch kaum allein lösen. Und dennoch hat mir „Die verschwundene Braut“ sehr gut gefallen. Die Stimmung ist sehr dicht, die Charaktere ausdrucksstark, die Dialoge sind kurzweilig und ohne unnötige Schlenker aufbereitet. Auch das gefühlige Ende passt gut zu der Handlung und verleiht ihr einen geschliffenen Abschluss, vor allem die abschließenden Erläuterungen von Holmes auf seine Sicht der Dinge tun sich dabei positiv hervor. Gepaart mit der knappen Länge der Produktion eignet sich diese Folge bestens für zwischendurch.

    Die Sprecher erwecken die Handlung zum Leben und machen ihre Sache richtig gut. Thomas Nero Wolff ist als Lord Simon zu hören und betont die hochnäsige und arrogante Seite des Adeligen, mit seiner steifen Sprechweise bemüht er sich nicht mal um die Sympathien der Hörer, was einen interessanten Charakter schafft. Als Inspector Lestrade ist natürlich wieder Bernd Vollbrecht zu hören, der den Humor der Figur und seine eingeschränkte Sichtweise auf die Dinge mit seiner Sprechweise herausarbeitet. Luisa Wietzorek spricht die Rolle der Hatty Doran und lässt die aufgewühlten Emotionen der jungen Frau gekonnt aus ihrer zarten Stimme herausklingen. Weitere Sprecher sind Thomas Kästner, Viola Sauer und natürlich Tom Jacobs und Till Hagen in den Hauptrollen.

    Da die Handlung hier so deutlich auf einen einzigen Ort beschränkt, sodass auch bei der akustischen Gestaltung nicht allzu viel Abwechslung geboten werden muss. Festzustellen ist allerdings, dass das Kaminfeuer in der Baker Street recht langanhaltend prasselt. Die eingebauten Melodien, die teilweise auch die Monologe der Charaktere unterstreichen, sorgen aber dennoch für eine sehr stimmige Atmosphäre.

    Das Grußwort in dem Booklet ist nach dem kleinen Aussetzer in der letzten Episode wieder zurückgekehrt – samt Erklärung, warum das so ist und mit einigen Gedanken zu eben diesen einleitenden Worten (womit eine von Markus Winter gestellte Frage bereits beantwortet wurde). Das Cover ist davon ab wieder besonders gut gelungen und zeigt die imposante Hochzeitskirche nebst einem Mann in der Rückansicht, was die Covergalerie sehr gelungen ergänzt.

    Fazit: Auch die Klassiker von Sir Arthur Conan Doyle haben es in sich, wie „Die verschwundene Braut“ beweist. Die reduzierte Atmosphäre und die wenigen Hinweise, die dann aber schlüssig und unterhaltsam aufbereitet wurden, sorgen für ein stimmiges und sehr gelungenes Gesamtpaket – zumal der feine Humor der Figuren wieder hervorsticht und für breites Schmunzeln sorgt.

    VÖ: 12. Juli 2019
    Label: WinterZeit
    Bestellnummer: 9783960662259

    Sherlock Holmes Chronicles – 66. Holmes gegen Holmes



    Wenn Mycroft Holmes seinen Bruder Sherlock um Hilfe bittet, ist das englische Königreich meist in Gefahr. Sherlock soll die seltsamen Todesfälle gleich mehrerer englischer Agenten aufklären, die Friedensverhandlungen in Antwerpen mit dem deutschen Kaiserreich beobachten sollten. Allesamt sind vom selben Hotelbalkon gestürzt, und in dieses Zimmer soll nun auch Sherlock Holmes ziehen...

    Mycroft Holmes ist zwar kein übermäßiger, aber dennoch ein fester Bestandteil der Sherlock Holmes Chronicles, die 66. Episode der Serie stellt Sherlocks Bruder aber schon allein wegen des Titels „Holmes gegen Holmes“ in den Vordergrund. Und auch wenn seine Rolle nicht allzu umfangreich ist, ist der Titel sehr treffend gewählt. Durch die Beauftragung seines Bruders wartet dieses Mal ein Agententhriller auf den Hörer, was das Portfolio der Serie um ein weiteres Genre erweitert und dennoch ganz im Stil der Reihe gehalten ist - den charmanten Witz inklusive, beispielsweise um den Tarnnamen, den Watson sich hier zulegt. Ein sehr gelungener Kniff sorgt zudem für viel Dynamik: Da Watson der Tarnung wegen einen Tag später nach Antwerpen fährt, ermittelt er getrennt von Holmes, der bei seiner Ankunft bereits verschwunden ist. Dadurch kommt neben der räumlichen auch eine zeitliche Trennung der beiden Handlungsstränge zustande, was durchaus komplex geraten ist und den Reiz der Handlung deutlich steigert. Das geschieht ebenso durch die geheimnisvolle Aura der Geschichte, die mit den vielen unbekannten und geheimnisvollen Figuren und der Agentenszenerie aufregend geraten ist. Langsam setzt sich ein Blick auf die bisherigen Ereignisse zusammen, was teils in Dialogen, teils in aufregenden Ermittlungen geschieht. Überraschend tritt auch Mycroft wieder auf den Plan und verleiht der Folge einen ebenso unerwarteten wie gelungenen Dreh, der das große Finale einläutet. Hier wird es noch einmal eine Spur komplexer, zahlreiche geheime Identitäten werden durchaus überraschend aufgeklärt und sorgen gerade bei Fans klassischer Kriminalgeschichten noch einmal für Aufhorchen. Erzählerisch ist das hervorragend gelöst und mit sehr viel Spannung versehen, sodass Holmes gegen Holmes einen sehr starken Eindruck macht.

    Wieder sind die Sprecher der Episode hervorragend und sorgen dafür, dass die Handlung lebendig wirkt. Oliver Feld ist wieder als Mycroft Holmes zu hören, der mit sehr präsenter Stimme und feinen Facetten in der Stimme einen prägenden Eindruck hinterlässt, selbst wenn seine Rolle hier nicht die umfangreichste ist. Als Franz Huber ist Rene Dawn-Claude zu hören, der der Folge eine zusätzliche geheimnisvolle Aura verleiht und dabei gekonnt Feinheiten in den Chatakter der Figur zeichnet. James Warringham bekommt seine Stimme von Frank Schaff geliehen, der durch sein markantes Auftreten sehr präsent wirkt und so viel Aufmerksamkeit auf die undurchsichtige Rolle zieht. Weitere Sprecher sind Uschi Hugo, Lutz Mackensy und Nicole Hannak.

    Die vielfältige Ausstattung der Dialoge mit melodischer, orchestraler Musik ist ein Markenzeichen der Serie und kommt hier besonders gut zur Geltung und erhöht den dramatischen Eindruck der Handlung. Auch die vielfältigen Kulissen, die durch zahlreiche Geräusche oder leise Gespräche im Hintergrund gestaltet wurden, sind sehr lebendig und glaubhaft umgesetzt und lassen den Hörer völlig in die Welt des Hörspiels eintauchen.

    Sehr gut gefällt mir das Titelbild der Episode, welches die beiden Brüder erstmals in dieser Reihe gemeinsam und gemäß dem Folgentitel mit kämpferischem Gesichtsausdruck zeigt. Die dunklen Farben fangen dabei gut die Stimmung der Episode auf. Im Inneren des Booklets ist wieder das Grußwort von Markus Winter mit einigen weiteren Informationen zur Produktion zu finden.

    Fazit: Die Agentenszenerie, die Trennung der beiden Protagonisten und der Konflikt der Gebrüder Holmes sorgen für einen sehr intensiven Ausdruck dieser Episode, die von Anfang bis Ende aufregend geraten ist und in ihrer Spannungskurve zu keiner Zeit nachlässt. Das ist sehr prägnant geraten und bindet dennoch den großen Charme der Figuren sanft mit ein. Eine sehr gelungene Episode, die mich vollkommen überzeugt hat.

    VÖ: 23. August 2019
    Label: WinterZeit
    Bestellnummer: 9783960662266

    Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 12. Entscheidung in den Karpaten



    Phileas Fogg, Auoda und Passepartout wollen nicht mehr nur auf die Angriffe der geheimnisvollen Organisation abwehren, die in der ganzen Welt ihr Unwesen treibt. Und holen sie zum Gegenschlag aus und reisen nach Rumänien, wo einer der Drahtzieher – Baron von Gortz – das Schloss seiner Vorfahren bezogen hat. Doch die Warnung der Dorfbewohner sind eindringlich, das angeblich verfluchte Gebäude zu meiden. Glücklicherweise bekommen sie noch Unterstützung von einem neuen Begleiter...

    Bereits etliche bekannte Geschichten ganz unterschiedlicher Werke sind als Versatzstücke in der von Jules Verne inspirierten Hörspielserie „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ verbaut worden, sodass der Hörer bei den Worten „finstere Festung“ und „Transsylvanien“ auf dem Klappentext zusammenzählen kann, welche Bedrohung für die abenteuerliche Reisegruppe in der zwölften Folge der Serie ansteht. Und tatsächlich erinnert der erste Teil dann auch stark an die bekannte Vorlage – und es ist sehr interessant zu hören, was die Änderung von Kleinigkeiten für eine Wirkung erzielen kann. Nur leicht in einen anderen Kontext gesetzt sorgen die Ankündigungen der Dorfbewohner und die Gerüchte über übernatürliche Vorgänge für eine sehr eigenständige und dichte Stimmung. Natürlich geht es auf dem Schloss von Baron von Gortz noch intensiver und bedrohlicher zu, inklusive zahlreicher gefährlicher Momente für die Helden der Serie. So wird dann auch das Finale zu einer packenden Angelegenheit, zumal einer der Charaktere zeigen kann, was in ihm steckt. Das ist dynamisch und mit schnellen Szenenwechseln versehen, was richtig Spaß macht und mit der sehr düsteren Atmosphäre punktet. Schön auch, dass gleich der Faden für den weiteren Verlauf der Handlung gelegt wird, die Vorfreude auf das Kommende wird jedenfalls noch mehr geweckt. Eine sehr starke Folge der Serie!

    Kai Henrik Möller ist in dieser Folge als Graf Franz von Telek zu hören, mit fester und energetischer Stimme ist er eine gelungene Ergänzung für das bereits bekannte Trio und steigert gemeinsam mit ihnen die Dynamik der Folge. Der große Gegenspieler der Folge wird von Torsten Michaelis gesprochen, der seine jahrelange Erfahrung einsetzt und so eine sehr düstere Aura um seine Figur aufbaut. Dagmar Dreke ist in der Rolle der Ludmilla ebenso gut besetzt, auch sie passt wunderbar in die düstere Szenerie dieser Episode. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Holger Löwenberg und Torsten Sense.

    Viele passende Musikstücke legen sich hier um die Szenen, betonen besonders dramatische Stellen oder sorgen gerade durch ihre Abwesenheit für eine sehr intensive Stimmung. Ergänzt wird das durch viele authentische Geräusche, die sehr sauber eingebaut wurden und an den passenden Stellen auch mal etwas lauter sein dürfen.

    Der Schauplatz dieser Folge ist sehr gut gewählt und macht auch als Covermotiv einiges her. Denn in erdigen Tönen dargestellt setzt es sich vom dunklen Hintergrund an, was durch einen Fledermausschwarm, kahle Bäume und ein schlichtes Friedhofskreuz ansehnlich ergänzt wird. Das kleine Booklet ist wie immer schlicht gehalten, enthält aber alle notwendigen Angaben.

    Fazit: „Entscheidung in den Karpaten“ entlockt der Serie noch einige neue Facetten, bringt einen gewissen Gruselfaktor mit ein und variiert ein bekanntes Thema so gelungen, dass die Spannung trotzdem sehr hoch ist. Nach dem unheimlichen Intro und einem sehr eindringlichen Mittelteil kann auch das Finale vollkommen überzeugen und setzt mit kleinen Überraschungen immer wieder Akzente. Sehr sehenswert!

    VÖ: 17. November 2017
    Label: Maritim
    Bestellnummer: 978-3-960660-38-5

    Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 11. Die Jagd nach Kapitän Grant



    Auf der Suche nach dem legendären Kapitän Grant steht der abenteuerlichen Reisegruppe um Phileas Fogg nur ein Telegramm zur Verfügung, dass jedoch einige verwirrende Zeichen umfasst. So könnte sich der Seemann an zwei verschiedenen Orten aufhalten, sodass sich Fogg vorerst von seinem neuen Begleiter Oscar Wilde trennt. Doch in den Ebenen Patagonien stößt er zunächst vor allem auf rivalisierende Grundbesitzer...

    Schon zu Beginn der Serie um Phileas Fogg wurden zahlreiche bekannte Figuren in die Handlung eingebaut, und auch in der elften Episode reißt dieser Trend nicht ab – neben Kapitän Grant, der ja schon im Titel genannt ist, spielt ein weiterer Charakter eine wichtige Rolle, während in einer Art Epilog ein Ausblick auf die kommenden Entwicklungen mit einem neuen Gegenspieler erlaubt wird. Doch bis es so weit ist, erwarten den Hörer noch zahlreiche Entwicklungen, die mit hohem Tempo dargeboten werden. Sind die Szenen in Patagonien noch recht ausführlich und mit der wunderbaren abenteuerlichen Atmosphäre beschrieben, geht es später deutlich gekürzter zu. So werden beispielsweise einige Vorgänge auf dem Schiff des Abenteurers im Schnelldurchlauf beschrieben und immer neue Entwicklungen beschrieben. Das fordert schon die Aufmerksamkeit des Hörers, ist aber auch sehr aufregend inszeniert und sorgt mit gleich mehreren Enthüllungen für Überraschungen. Sicherlich hätte man noch mehr Atmosphäre aus der Handlung herausholen können, wenn man einigen Elementen mehr Raum gelassen hätte, doch diese sehr temporeiche Erzählweise macht ebenso sehr viel Spaß.

    Thomas Karallus ist in der Rolle des Thomas Biggs zu hören und spricht diesen sehr intensiv, sodass er eine prägnante Vorstellung abliefert, die den jeweiligen Szenen gut angepasst ist. Douglas Welbat ist in der Rolle des Kapitän Grant zu hören und verleiht seinem Charakter eine geheimnisvolle Aura, die sehr gut in die Szenerie passt. Wolf Frass bringt seine Rolle ebenfalls mit viel Energie herüber und sorgt für viel zusätzliche Stimmung. Weitere Sprecher sind Holger Mahlich, Torsten Sense und Sascha Rotermund.

    Die wunderbare Atmosphäre der Serie kommt auch hier wieder gut zur Geltung, sodass die Handlung eine stimmungsvolle Begleitung verpasst bekommt. Dabei wird auch gut auf die speziellen Eigenheiten dieser Folge eingegangen, sodass die jeweilige Szenerie sehr eingängig daher kommt. Dafür sorgen nicht nur zahlreiche gut plazierte Geräusche, sondern auch die passenden Melodien.

    Kapitän Grant steht ganz im Mittelpunkt des Covers, die Zeichnung des Mannes mit dem stechenden Blick und der Pfeife wird von einer alten Seekarte umgeben, was in treffenden Sepia-Tönen dargestellt wurde. Ergänzt um den verschlungenen Schriftzug mit den gelb-goldenen Lettern ergibt das ein sehr ansehnliches Titelbild, während im Inneren eine ausführliche Auflistung der Mitwirkenden zu finden ist.

    Fazit: Eine der bisher temporeichsten Episoden der Serie, die mit schnellen Entwicklungen und Wendungen zu überzeugen weiß. Dazu kommt eine große Menge an interessanten Charakteren, dem komplexen Hintergrund kann man aber gut folgen, wenn man die vorigen Folgen kennt. Und natürlich kommt hier auch die Stimmung nicht zu kurz.

    VÖ: 1. September 2017
    Label: Maritim
    Bestellnummer: 978-3-960660-37-8

    Gruselkabinett – 75. Weiß



    Der junge Arzt Charles Elverton beobachtet zwei seltsame Männer, die komplett in weiß gekleidet sind, sich aber vor dem Besuch der Stadt in ihrer Kutsche umziehen. Bei seinen nachfolgenden Beobachtungen stellt er fest, dass das gesamte Herrenhaus, in dem die beiden leben, komplett in Weiß gehalten ist. Als er von dem Besitzer kurz darauf angesprochen wird, einen Hausbesuch zu machen, erfährt er ein schreckliches Geheimnis…

    „Weiß“ – wesentlich schlichter kann der Titel einer Folge Gruselkabinett kaum sein. Vor dem Hören der Nummer 75 der hervorragenden Reihe hat man also kaum Hinweise, worum es sich bei der Geschichte von Mary Fortune handeln könnte, man wird quasi ins kalte Wasser gestoßen. Vieles in der Handlung dreht sich um die titelgebende Farbe, durch die genauen Beschreibungen der Männer und auch des Hauses wird man tief in diese kühle, unheimliche Umgebung hereingezogen, hat die Zimmer geradezu vor Augen. Erzählt wird, wie Charles Elverton immer weiter in das Geheimnis um das weiße Herrenhaus gezogen wird, in eine unglückliche Liebesgeschichte gerät und zwischen Wahrheit und Lüge kaum noch zu unterscheiden weiß. Wie immer ist das atmosphärisch dicht erzählt und mit zahlreichen mysteriösen Momenten gespickt. Besonders gelungen ist der Höhepunkt der Folge, in der Charles Elverton endlich Gewissheit haben möchte und dazu ein gewagtes Experiment wählt – sehr gut inszeniert und mit tollem Schockeffekt! Eine ganz hervorragende Folge des Gruselkabinetts, in der sich der leise Grusel immer weiter zu steigern weiß.

    Wie so oft in der Serie gibt es keinen außenstehenden Erzähler, sondern die Hauptfigur selbst übernimmt diesen Part zusätzlich, sodass die Folge viel von Johannes Raspe als Dr. Charles Elverton geprägt ist. Dieser durchlebt hier verschiedene Emotionen, die Raspe allesamt glaubwürdig und gekonnt zu vertonen versteht. Niels Clausnitzer spricht den Duke de Rohan mit fester Stimme und kann in den letzten Szenen des Hörspiels noch einmal richtig auffahren. Sehr gut gefallen hat mir Stephanie Kellner als geheimnisvolle Blanche d’Alberville, die die leidende junge Frau sehr intensiv und eindringlich spricht. Ebenfalls zu hören sind Mogens von Gadow, Wolfgang Welter und Hans Bayer.

    Dass das Gruselkabinett zu den momentan besten Hörspielen auf dem Markt gehören, beweist Titania Medien mit jeder Folge aufs Neue. Auch hier wird besonders mit atmosphärischer Musik gearbeitet, die die Handlung in einen engen Mantel kleidet, alles geht eine enge Symbiose ein und wird durch den eindringlichen Einsatz von Geräuschen noch verstärkt.

    Das Cover stammt aus der Feder von Ertugrul Edirne und reiht sich in die beeindruckende Covergalerie der Serie sehr gut ein. Zu sehen in die erschrocken dreinblickende Blanche d’Alberville, natürlich in dem ganz in weiß eingerichteten Zimmer. So bekommt das Bild einen sehr kühlen Ausdruck und der Hörer kann sich später noch besser in die Beschreibungen hineindenken.

    Fazit: Mal wieder wurde es geschafft, eine ganz neue, einzigartige und sehr intensive Stimmung zu schaffen, die mysteriös ist und sich immer weiter steigern kann. Hervorragend!

    VÖ: 19.April 2013
    Label: Titania Medien
    Bestellnummer: 978-3-7857-4814-5

    Gruselkabinett – 76. Das Teufelsloch



    Seit ihrer Kindheit ist die fast volljährige Sarah mit Abel und Eric befreundet, die einander wie Brüder nahestehen. Oft besuchen sie zu dritt die nahegelegenen Höhlen an der Küste, die zahlreiche Durchgänge zum Meer haben und wegen ihrer Gefährlichkeit als Teufelsloch bezeichnet werden. Doch auf Druck ihrer Mutter, die Gerede im Dorf fürchtet, soll sie nun einen der beiden als ihren Gemahl auswählen. ..

    Von Bram Stoker wurden ja schon einige Geschichten im Gruselkabinett erzählt, schon die zweite Folge stammte von ihm. Und immer wieder konnten diese trotzdem mit neuen Elementen überzeugen, so auch Nummer 76 der Reihe, die eine tragische Liebesgeschichte zum Thema hat und damit doch aus dem Rahmen der üblichen Gruselgeschichten fällt. Die enge Freundschaft zwischen Sarah, Abel und Eric wird anfangs stark thematisiert, und auch die düstere und unheimliche Stimmung in der Teufelsloch genannten Höhle wird hier eingebracht, sodass auch schon hier erste unheilvolle Momente aufkommen. Nachfolgend nimmt die Dreiecksbeziehung ihren Lauf, auch hier gibt es eine sehr eindringliche Szene, in der der verschmähte Liebhaber in seiner Wut zergeht und fluchend für einen intensiven Ausdruck sorgt. Gut gemacht ist, wie immer eine unheilvoller Drohung über den Personen hängt, man weiß, dass die Geschichte nicht gut ausgehen wird, auch wenn danach erst einmal keine gruseligen Momente vorkommen. Das ändert sich völlig zum Abschluss der Geschichte, hier wird ein dramatisches Finale offenbart, das gut vorbereitet wurde und so mit seiner ganzen Wucht zuschlagen kann. Auch das offene Ende trägt seinen Teil zum Gelingen des Hörspiels bei, ebenso wie die gelungene Erzählweise, die zwischendrin einen Wechsel der Hauptfigur vollzieht. Eine ganz eigene Stimmung, die wegen der emotionsbetonten Geschichte wieder überraschen kann.

    Jacqueline Belle spricht die Rolle der Sarah Trefusis, die ein wenig naiv mit beiden jungen Männern umgeht und dieses mit ihrer Stimme sehr gut ausdrücken kann, sie spricht glaubhaft und wirkt spontan. Abel Behenna wird von Benedikt Weber gesprochen, der sich im Laufe des Hörspiels immer weiter steigert und so die Dramatik der Folge bestens nachbilden kann, besonders in der Schlussszene ist er eindringlich und ausdrucksstark. Stephan Günther ist als Eric Sanson zu hören, der für einige gruselige Momente sorgen kann. Weitere Sprecher sind Horst Neumann, Marion Hartmann und Mogens von Gadow.

    Wie immer nehmen auch hier Musik und Geräusche einen großen Teil des Hörspiels ein. Die Dialoge werden allesamt von atmosphärischer Musik begleitet, die die jeweilige Stimmung deutlich unterstützen. Doch auch die Geräusche sorgen hier für die richtige Atmosphäre, insbesondere die Szenen im Teufelsloch werden von laut donnernden Wassermassen bestens in den Mittelpunkt der Handlugn gerückt.

    Natürlich ist das Titelgebende Teufelsloch auch auf dem Cover zu sehen, die dunkle Höhle, die zackige Decke und natürlich auch die abfließenden Wassermassen der Flut sind sehr gut gezeichnet worden. Auch Sarah, Abel und Erich sind abgebildet und stehen mit dem Rücken zum Betrachter in der Höhle, ihre Konturen werden durch das einfallende Licht gekonnt beleuchtet.

    Fazit: Vor dem Hintergrund einer tragischen Geschichte, die von enttäuschter Liebe und Verrat handelt, kommen die sorgsam eingestreuten Gruselelemente sehr gut zur Geltung. Hörenswert!

    VÖ: 17.Mai 2013
    Label: Titania Medien
    Bestellnummer: 978-3-7857-4815-2

    Gruselkabinett – 77. Das Feuer von Asshurbanipal



    Seit vielen Jahren gehen Steve Clarney und Yar Ali zusammen auf Schatzsuche rund um den Erdball. Nun haben sie einen Hinweis auf einen Schatz von unermesslichem Reichtum, einem großen und wertvollen Rubin. Von einem Straßenhändler erhalten sie eine ungefähre Wegbeschreibung in die aus schwarzem Stein erbaute Stadt, in der ein alter König immer noch über den Rubin wacht…

    Der Vorteil an dem Gruselkabinett von Titania Medien ist, dass die Auswahl der Geschichten immer wieder neue Stimmungen und Schauplätze zulässt. Und so wurde auch in der 77. Folge ein Novum eingeführt, denn hier handelt es sich über weite Teile um ein Abenteuerhörspiel, in dem die beiden Hauptfiguren auf Schatzsuche sind. Gleich am Anfang gibt es eine recht actionlastige Szene, in der sich Steve und Yar eine Übermacht aus kampfeslustigen Beduinen erwehren müssen, der Einstieg gelingt so dynamisch und spannend, macht Lust auf das Kommende. Allerdings sind sowohl dieser Teil als auch die nachfolgenden Rückblenden etwas erzählerlastig geraten, einige Szenen hätten durchaus mit mehr Dialogen umgesetzt werden können. Richtig los geht es dann etwa nach der Hälfte der Laufzeit mit der Entdeckung der geheimnisvollen Stadt, hier kommen dann auch die Gruselelemente besser zur Geltung, die im vorangegangen Teil meist nur angedeutet waren. Hier wird dann ein Finale erzählt, das der Serie absolut würdig ist und mit seinen bedrohlichen Elementen sehr gut gelungen ist. Mir gefällt die Stimmung des Hörspiels, die sehr gut Abenteuer- und Gruselelemente verbindet und mal wieder neue Nuancen in die Reihe einstreut.

    Die fünf verschiedenen Rollen wurden sehr gut besetzt, die Sprecher können ihr Potenzial hier gut entfalten. Große Teile des Hörspiels übernimmt Wolfgang Pampel, der in jeder Szene präsent ist und zudem auch die Rolle des Erzählers einnimmt. Mit seiner festen und ausdrucksstarken Stimme kann er den Abenteurer dynamisch wirken lassen. Passenderweise ist er ebenfalls der Synchronsprecher von Harrison Ford, sodass Assoziationen zu anderen Abenteuerfilmen aufkommen. Tayfun Bademsoy spricht seinen Freund Yar Ali, der besonders die aufkommende Angst des Wüstensohns gut darstellen kann. In einer etwas kleineren Rolle ist David Nathan zu hören, dessen prägnanter Klang sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht. In weiteren Rollen sind Friedrich Georg Beckhaus und Kaspar Eichel zu hören.

    Wieder sind Musik und Geräusche hier auf sehr geschickte Weise in die Dialoge eingebunden, sodass sie eine sehr starke Wirkung auf den Hörer erzielen und ihn völlig in die Geschichte hineinziehen. Während den Szenen sind im Hintergrund stets dräuende, leise Musikstücke zu hören, die die Dramatik erhöhen, sich aber auch in den besonders gruseligen Szenen noch einmal deutlich steigern können und so die dynamische Entwicklung gut unterstützen.

    Sehr stimmungsvoll ist auch das Cover zur Folge gelungen, das in einem stimmungsvollen Rot zu erstrahlen scheint. Diese geht von dem glühenden Rubin aus und beleuchtet neben dem eindrucksvollen Hintergrund mit Säulen und einem Torbogen auch den alten König, der den Stein in seiner Hand hält. Die restliche Aufmachung ist bereits bekannt und enthält auf der Rückseite ein kleines Foto von Wolfgang Pampel.

    Fazit: Wieder mal eine Geschichte mit einer ganz anderen Stimmung, die sich so deutlich von den anderen Geschichten unterscheidet. Besonders das letzte Drittel ist eindringlich umgesetzt worden.

    VÖ: 17.Mai 2013
    Label: Titania Medien
    Bestellnummer: 978-3-7857-4816-9

    Natürlich ist die CD (so wie es die Schallplatte oder die MC war) ein Massenmedium aber für mich eben ein Massenmedium mit Wert. Wenn ich etwas Kaufe dann möchte ich auch etwas in der Hand halten und es mein eigen nennen können. Für mich, das kann jeder mich sich natürlich anders beurteilen, ist das beim Streamen/Downloaden nicht der Fall. Hier erwerbe ich, zumindest in meinem Verständnis, lediglich das Recht es zu hören/schauen.

    Und was ich beim Streamen ebenfalls Gruselig finde ist, das der Inhalt jederzeit Verändert oder sogar gelöscht werden kann.

    Auf meine CD ist auch in 10 Jahren noch der gleich Inhalt. Zum Beispiel ein Titelsong einer Hörspielserie von Nightwish. ;)

    Ich stelle mir gar nichts verpackt in Regal. Und ich höre grundsätzlich auch nur CDs, schaue Filme oder Serien von Blu-Ray/DVD. Mir ist es tatsächlich wichtig die CD aus den Hülle zu nehmen, sie in meine Player zulegen, auf Play zu drücken und dem ganzen Aufmerksam zu folgen. Und ja, natürlich ist das Booklet ein wichtiger Bestandteil des ganzen.

    Wir haben vor geraumer Zeit auch Amazon zum Streamen genutzt und dann dabei festgestellt das Musik vollkommen seine "Wert" für uns verliert. Man streamt dann einfach alles weil an es eben kann und nicht unbedingt weil man an dem gehörten tatsächlich Freude hat.

    Wir möchten uns nach wie vor die Freude an Musik, Filmen, Serien und Hörspielen erhalten ohne das alles zu einem Massenware verkommt.

    Für mich ist das im Grunde auch eine gewisse Wertschätzung dem Künstler gegenüber, der sich bei seine Musik, Film, Serie oder der Gestaltung seines Album mal etwas gedacht hat.

    Absolut. Wie auch bei Dorian Hunter oder ???-Klassiker, sofern man die Kassetten hat. Schade finde ich es trotzdem wenn solche Lizenzen verhindern, dass man es in der ursprünglichen Fassung hören kann 😞 Auch für spätere Generationen.

    Irgendwie bezweifel ich das dies hier eine Serie ist die noch von späteren Generationen gehört wird.