Giallo 8 - Im Blutrausch des Wahnsinns
Wieviele Twists wollt ihr haben?
Giallo 8: Ja.
Es ist der schmale Grad zwischen Überdosierung und feinen psychotisch-deftigen Nuancen, die ein guter, gerne doppelbödiger Giallotwist präsentieren soll, inmitten all der Grandezza überzeichneter Collagen aus Kunst, Erotik und Blut. Auf einem mehr als soliden Fundament eben dieser Versatzstücke einer angemessenen Giallo-Bühne steigert sich der Handlungsrahmen mit überaus brutalen Morden, einem Gomery-like-grantelnden Bodo Wolf als Inspektor immer weiter, dehnt diesen hin bis zum kippenden Finalreigen, der es selbst für die fiebertraumhaften Twist-Infernos des Genres etwas zu gut meint:
Display Spoiler
Hauptprotagonist Nino Tomasi, seine Freundin Rosaria, sowie der Inspektor sind alle Mörder in unterschiedlicher Mission. Nino in der Vergangenheit für seine Kunstinspirationen, der Inspektor als gegenwärtiger Serientäter und Rosaria als femme fatale, die ihren Geliebten beschützen möchte..
Leider schafft es das Storyboard nicht diese unterschiedlichen Motive mit genug Substanz zu füttern und zu untermauerm, so dass jede der Motivationen reichlich plump wirken und ihren Punch nicht entfalten könnnen, ferner wirken auch die Reaktionen der Protagonisten reichlich merkwürdig und nicht zur Handlung und dargestellten Charakter passend. Zuviel Storyverwicklung in zu wenig Laufzeit gequetscht. Spaß machte es trotzdem und das Ende ist angenehm happy im Antlitz des Wahnsinns.