Die Frankfurter Buchmesse war in diesem Jahr im Bereich der Hörbücher und Hörspiele eher spärlich mit Neuheiten gesät. Zwar war die Ausstellungsfläche des Gemeinschaftsstands der Hörbuchverlage mit 600 m² größer und somit für den Besucher erfreulicherweise nicht mehr so beengt wie in den Jahren zuvor, aber es waren auch 10% weniger Aussteller da. Ein großen Teil der Fläche nahm die neue Hörbuchhandlung ein, in der während der ganzen Messe, und nicht nur am publikumsoffenen Sonntag, Hörbücher verkauft wurden. Eine gute Idee, die man von der Leipziger Buchmesse übernommen hat.
Liebe Verlage, es reicht nicht aus, den Stand mit hübschen Messehostessen zu besetzen, die aber keine Auskunft über die Produkte geben können. Auch waren manche Stände verwaist und einige Verlage, die im Vorjahr noch anzutreffen waren, glänzten ganz mit Abwesenheit. Auch kam es öfters vor, dass man am Stand auf den Menschen verwiesen wurde, der ausgerechnet gerade nicht am Stand war. So gewinnt man keine Kunden!
Die Lauscherlounge dagegen präsentierte sich mit Oliver Rohrbeck unter ihrem neuen Logo. Der große Lübbe-Stand war am Freitag gegen 14 Uhr aufgrund von Menschenmassen und kreischenden Fans nicht zu erreichen, als Til Schweiger zu einer Signierstunde seines Kinderbuchs „Keinohrhasen und Zweiohrküken“ an den Stand kam. Das war sogar am Samstag der Bild-Zeitung auf der letzten Seite einen Artikel wert!
Gerüchteweise hörte man, dass am ersten Messetag zwar der neue Dan Brown-Roman „Das verlorene Symbol“ sehr werbewirksam mit LKWs angeliefert wurde, die Hörbuchfassung am Stand von Lübbe sehr zum Ärger von einigen Hörbuchfans aber vergessen wurde. Typisch möchte man sagen, denn werden Hörbücher im Buchhandel seit eh und je stiefmütterlich behandelt.
Der Hörverlag stellte neben dem zweiten Val McDermid-Krimihörspiel „Schlussblende“ das Hörbuch von Frank Schätzings neuem Roman „Limit“ vor, das am 3. Dezember 2009 erscheinen wird. Gelesen wird das Mammutwerk auf 20 CDs von Heikko Deutschmann. Ein Hörspiel davon ist auch geplant, kann aber aus Zeitgründen frühstens 2010 produziert werden.
Beim Patmos-Verlag gabs nichts Neues und die „Tripods“-Hörbücher waren unverständlicherweise mal ganz unten im Regal einsortiert, obwohl demnächst die Serien-DVD von „Die dreibeinigen Herrscher“ erscheint. Da hätte man die Hörbücher doch wieder etwas pushen können...
Auch Alive war abseits der anderen Hörspielverlage und präsentierte nur ein beschränktes Sortiment an Hörspielen, die sie im Vertrieb haben. Immerhin zeigten sie dort die neue Jugendserie „Team Undercover“, die über Alive vertrieben wird.
Ivar Leon Menger (Autor von Dodo und Darkside Park) konnte man kurz hallo sagen, bevor er ständig von Freunden umgeben und im Gespräch war. Auch Kai Meyer, der letzthin bei der Hörspielpremiere von „Die Geisterseher“ bei uns im Chat war, konnte man treffen. Weitere Prominente waren DSDS-Juror und Ex-Musikmanager Thomas M. Stein, Prof. Hademar Bankhofer und Peter Großmann (vom ARD-Morgenmagazin), Michael Wirbitzky und Sascha Zeus, die allesamt ihre Bücher bzw. ihre Autobiografie vorstellten.
War noch jemand dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse? Wie sind eure Eindrücke gewesen?