Display MoreDennis Ehrhardt zum aktuellen Thema :
Hallo Marco, danke für deine Worte, genauso isses, darum muss ich dazu auch gar nichts ergänzen, danke. :hutheb: SHERLOCK HOLMES – BAKER STREET wird allerdings nicht von Holysoft unterstützt, es ist ein Projekt, das Sebastian und ich gemeinsam verantworten. Niemand sonst ist mit im Boot.
Moin Martin, nein, die Pakete sind nicht teuer. Denn du kaufst ja nichts. Sondern du unterstützt unser Projekt, weil es dir ein Anliegen ist. Oder du lässt es, weil es dir kein Anliegen ist. Beides ist gleichermaßen in Ordnung. Die Hörspiele – und das ist ja das eigentlich Ungeheuerliche, an das wir uns alle längst gewöhnt haben – bekommst du nach wie vor auf allen Streaming-Plattformen, gefühlt kostenlos bzw. zu einem Preis von 10-15 Euro pro Monat, also zum Preis von ehemals einer CD, Inflation nicht eingerechnet, und für diesen Preis kannst du nicht nur DH komplett rauf und runter hören, sondern alles, was es an Hörspielen und Musik gibt. Dass dieses Modell auf Dauer nicht funktionieren kann, kann man sich auch ohne Taschenrechner überlegen. Unabhängige Musikbands und Labels gibt es schon kaum noch, und wenn, dann nur, weil sie ihr Geld live verdienen. Aber Live-Hörspiele sind schwierig, zu viele Mitwirkende, zu teuer. Viele kleine Labels sind entsprechend schon über den Jordan gegangen oder haben sich "verkaufen müssen", was oft nicht weniger bedeutet, als sein Lebenswerk zu einem lächerlichen Preis abgeben zu müssen, weil man keine Alternative hat (außer der kompletten Einstellung). Diese Entwicklung haben nicht nur die Plattformen zu verantworten, sondern wir alle als Hörer. Weil wir alle einen schönen Vorteil davon zu haben glauben. Wir sehen ja nicht, was uns an Vielfalt, an Independent-Produktionen verlorengeht.
Das Argument mit SHERLOCK HOLMES – BAKER STREET klingt auf den ersten Blick logisch. Aber die Produktion von SHBS läuft schon seit einem Jahr. Die gesundheitlichen Probleme waren da noch nicht abzusehen. Zumal wir, wenn wir eine neue Serie starten, nun mal vorlegen müssen. Wie ich damals bei DH übrigens auch, sonst wäre die Serie auch nie da angekommen, wo sie jetzt ist. Davon abgesehen hast du natürlich recht, dass auch ich lieber zügig mit DH weitermachen würde. Aber es ist eben aktuell nicht möglich.
Es geht beim Thema Unterstützung um die Kernfrage, wie vielen Hörern DORIAN HUNTER mehr wert ist als der Bruchteil eines Streaming-Abos. Vielen? Das wäre toll. Wenigen? Hm, okay. Keinem? Nun gut, dann wird die Serie weiterlaufen, solange ... na ja, solange die Streaming-Plattformen nicht mal wieder spontan die Idee entwickeln, uns Contentproduzenten noch mehr Geld vorzuenthalten, was nach den Erfahrungen der letzten Jahre jederzeit passieren kann. Würden die Streaming-Dienste zum Beispiel noch so bezahlen wie vor sechs, sieben Jahren, könnte ich davon bis zu zwölf neue DH-Folgen im Jahr produzieren. Aktuell sind maximal vier möglich. Das Geld für die restlichen Folgen behalten Spotify und Amazon einfach ein. Weil sie es können. Tja.
Es ist aus Hörersicht also eine strategische Überlegung. Wollen wir die Entscheidung, welche Serien wir hören (dürfen), am Ende komplett den Plattformen überlassen? Oder wollen wir selbst entscheiden?
Viele Grüße, Dennis
https://www.hoergruselspiele.de/forum/index.ph…o=43#post870231
Vielen Dank für deine ausführlichen und offenen Worte. Ich kann deine Argumentation sehr gut nachvollziehen. Die wirtschaftlichen Veränderungen durch Streaming betreffen ja längst nicht nur die Musikbranche, sondern eben auch Hörspiele und andere kreative Produktionen. Dass dadurch unabhängige Labels und Projekte zunehmend unter Druck geraten, ist leider eine Entwicklung, die man seit Jahren beobachten kann.
Ich persönlich finde die Möglichkeiten zur Unterstützung der Serie preislich absolut im Rahmen und bin sehr gern bereit, mich daran zu beteiligen. Für mich hat Dorian Hunter einfach einen besonderen Stellenwert. Wenn man bedenkt, dass die Serie 2008 gestartet ist und nun – 18 Jahre später – immer noch existiert, ist das alles andere als selbstverständlich. Viele neu gestartete Reihen schaffen nicht einmal einen Bruchteil dieser Laufzeit. Und was ich besonders schätze: Die Serie hält seit sehr langer Zeit ein konstant hohes Niveau.
Gleichzeitig kann ich aber auch gut verstehen, wenn jemand sagt, dass ihm diese Art der Unterstützung zu viel Geld ist. Nicht jeder hat einfach so finanziellen Spielraum, um Projekte zusätzlich zu unterstützen. Das sollte man meiner Meinung nach genauso respektieren wie die Entscheidung derjenigen, die sich bewusst dafür entscheiden.
Was ich in diesem Zusammenhang wirklich positiv finde, ist deine Offenheit im Umgang mit dem Thema. Dass du so transparent erklärst, wie sich die wirtschaftliche Situation entwickelt hat und welche Konsequenzen das für eine Serie wie Dorian Hunter hat, ist keineswegs selbstverständlich. Diese Ehrlichkeit schafft Verständnis und zeigt, dass es hier nicht um irgendein Marketingargument geht, sondern um reale Produktionsbedingungen.
Am Ende bleibt für mich vor allem eines: Dorian Hunter ist eine außergewöhnlich langlebige Serie mit einer treuen Hörerschaft und einer beeindruckenden Produktionsgeschichte. Wenn es Möglichkeiten gibt, dazu beizutragen, dass sie auch in Zukunft weitergeführt werden kann, dann halte ich das für eine sehr sinnvolle Option – für diejenigen, die das möchten und können.