Lady Bedfort [HÖRPLANET]

  • Ich habe grundsätzlich ein Problem mit Geschichten über Kindesentführungen (damit hatten sie ja schon die finalen LB Folgen als Hintergrundstory gefüllt). Real schlimm genug, möchte ich dies prinzipiell nicht in Unterhaltungsmedien haben. Da kann der Trailer jetzt wenig dafür. Die Parallelen zum Kampusch Fall, der medial seziert wurde, sind gegeben. Auch höre ich die K.I. deutlich raus, dieses "leiern" bei den Betonungen am Ende eines Satzes, das leicht "blecherne", unnatürliche. Das ist ja bei Rode/Groeger auch so. Nur was mir absolut nicht gefällt sind die generellen, uncharismatischen Stimmen, da sticht nichts heraus, keine Wärme oder Markanz. Und der Erzählerpart performed richtig deplatziert

  • Ganz ehrlich: Ich habe es so erwartet. Nämlich so künstlich.

    Sehr schade. Die Stimmen sind ja so schlecht nicht. Aber das Spiel ist langweilig und wirkt daher steril. Und Letzteres wundert mich:

    Ich unterstelle mal, dass Dennis entweder alle Rollen, oder zumindest 60% davon eingesprochen hat. Und er hat ja bewiesen, dass er spielen kann. Nicht so gut wie eine Barbara Ratthey oder Santiago Ziesmer, aber er kann das, was ich nicht kann, nämlich schauspielern.

    Wenn nun eine KI „text to speech“ macht, ist das noch eine Katastrophe. Aber hier, wo man auf ein Spiel mit der Stimme eine Klangfarbe legt (denke ich mal, dass das so gemacht wurde), sollte das Ergebnis aber mindestens „Neues vom Pumuckl“ Niveau haben.
    Doch hier wie gesagt, finde ich das Ergebnis nicht kommerziell genug.

    ...ja, ich bin ja schon ruhig! ;)

  • Wow, klingt das scheiße. Sorry, aber mit diesem Trailer wecken die höchstens Brechreiz und sicher keine Neugier.

  • Man kann sagen, was man will – Aufmerksamkeit bekommen sie mit diesem Machwerk jedenfalls.

    Und genau das ist für mich das Unverständliche.

    Dass da ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit besteht - bitte. Dass die relativ schambefreit sind - geschenkt.

    Aber denen muss doch ab einem bestimmten Punkt klar geworden sein, dass die Qualität nicht ausreichen wird.

    Wieso haben sie dann trotzdem weitergemacht und es dann auch noch veröffentlicht?

    Ist man sich selber so sicher bzw. ist man so verzweifelt auf der Suche nach einer Einnahmequelle?

  • Und genau das ist für mich das Unverständliche.

    Dass da ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit besteht - bitte. Dass die relativ schambefreit sind - geschenkt.

    Aber denen muss doch ab einem bestimmten Punkt klar geworden sein, dass die Qualität nicht ausreichen wird.

    Wieso haben sie dann trotzdem weitergemacht und es dann auch noch veröffentlicht?

    Ist man sich selber so sicher bzw. ist man so verzweifelt auf der Suche nach einer Einnahmequelle?

    Ich glaube, da spielen mehrere Dinge gleichzeitig eine Rolle – und nicht alle haben mit künstlerischer Überzeugung zu tun.

    Zum einen ist Aufmerksamkeit heute eine eigene Währung. Sichtbarkeit zählt oft mehr als Qualität, gerade im digitalen Raum. Hauptsache, es wird darüber gesprochen – positiv oder negativ. Und das funktioniert ja offenbar auch: Wir reden darüber, andere reden darüber, es erzeugt Reibung. Für manche reicht das schon als Erfolg.

    Zum anderen halte ich Selbstüberschätzung für einen ganz zentralen Faktor. Ich glaube tatsächlich, dass man intern davon überzeugt war, etwas Besonderes oder zumindest „Zeitgemäßes“ zu schaffen. KI, neue Wege, Provokation – das kann schnell in eine Blase führen, in der man Kritik von außen gar nicht mehr richtig wahrnimmt oder als „altmodisch“ abtut.

    Und ja, ein Stück weit schwingt für mich auch Verzweiflung mit. Der Wunsch, eine Einnahmequelle zu etablieren, sichtbar zu werden, irgendwo Fuß zu fassen – das kann dazu führen, dass man Dinge veröffentlicht, die man unter anderen Umständen vielleicht noch einmal überarbeitet oder sogar verworfen hätte.

    Was mich dabei am meisten irritiert, ist weniger das Weitermachen an sich, sondern das fehlende Innehalten. Kein Schritt zurück, kein ehrliches Hinterfragen nach dem Motto: Reicht das wirklich? Trägt das? Oder verlassen wir uns gerade nur auf den Effekt?

    Am Ende wirkt es auf mich wie ein Projekt, das mehr von der Idee „Wir müssen jetzt raus damit“ getragen wurde als von dem Anspruch, wirklich etwas Rundes, Überzeugendes abzuliefern. Und genau das macht es so schwer nachvollziehbar.

  • Ist man sich selber so sicher bzw. ist man so verzweifelt auf der Suche nach einer Einnahmequelle?

    Aufmerksamkeit sind dem Fall aber keine Einnahmen. Selbst wenn dann später auch viele bei Spotify das fertig Werk anklicken dürfte bei den meisten nach ein paar Tracks Schluss sein. Da kommen doch keine Summen zusammen, die sich rechnen. Das ist doch allenfalls noch ein Hobby-Projekt. Und nach mehr hört sich das auch nicht an für mich.

  • Das negative Feedback ist eindeutig, so in etwa wie die Gespräche der letzten Tage mit meiner Expartnerin.

    Gilt das unisono oder sind auf Youtube/Patreon die Leute der gleichen/anderer Meinung..oder interessiert es sie gar nicht (mehr)? Findet es auch in den anderen Hörspielforen statt oder ist diese Thematik exklusiv in unserem Zirkel? Werde mal recherchieren.


    Heiss auf eine potentielle Serie hat mich der Trailer nicht gemacht. Ich fand die Ausgangsidee einer Young Bedfort jetzt auch nicht sonderlich revolutionär. Das hatten wir schon und zwar in der Folge 25, die aus vielen Rückblenden einer jüngeren Lady besteht und selbst dort blieb dieser Charakter dann sehr blass und unnahbar.

    Das ganze Lady B-Ding ist ja auch deswegen so gelaufen, weil wir hier eine anti-autoritäre Greisin auf Spurensuche erleben, die sich stets selbst die Nächste ist. Das verpufft dann aber mit einer ???-Kids Variante

  • Am Ende wirkt es auf mich wie ein Projekt, das mehr von der Idee „Wir müssen jetzt raus damit“ getragen wurde als von dem Anspruch, wirklich etwas Rundes, Überzeugendes abzuliefern. Und genau das macht es so schwer nachvollziehbar.

    Nachdem welche Kriterien und Kritik die Jungs bei anderen Hörspielen an den Tag gelegt haben, klingt es fast paradox, dass man damit an die Öffentlichkeit gehen möchte. ABER für mich ist es sehr wohl nachvollziehbar. Der Hörplanet hat in seinen letzten Atemzügen/Jahren nur ein Ziel gehabt: Die Provokation. Und das ist in erster Linie ihre Triebfeder ein reines KI-Hörspiel zu veröffentlichen. Die ganzen Kunstschaffenden gehen gegen KI auf die Barrikaden. Dazu wollen die meisten Hörspielfans in den Foren mit KI nix zu tun haben. Somit ist ihnen Aufmerksamkeit und Ärger der ihnen so verhassten Communities, sowohl der Forenheinis wie der Sprecher/innen schon mal sicher. Dennis & Michael freuen sich sicherlich, dass wir uns hier das Maul zerreißen. Und auch wenn man hier in dem einen oder anderen Beitrag Schadenfreude heraus lesen kann, dass die Hörprobe so schlecht klingt, so kann sich der Hörplanet auf seine Fahnen heften der erste kommerzielle Verlag zu sein, der ein KI-Hörspiel produziert. Sie betreten also absolutes Neuland. Aber ein zukunftsträchtiges Neuland. Von daher Chapeau. Auf der anderen Seite bleibt ihnen auch gar nix anderes übrig. Weil sie nur so provozieren können und weil sie nur so Sprecher ins Studio bekommen. Wer möchte denn nach den Eskapaden noch was mit ihnen zu tun haben? Sie haben ja verbrannte Erde hinterlassen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Also Schadenfreude ist bei mir keine dabei. Mir haben die beiden nichts getan, außer auf meine freundliche Email mit der Frage über Verfügbarkeit/Kauf einer nicht mehr erhältlichen Serie vor 1,5 Jahren nicht zu antworten. Dann eben nicht. Weiß auch von der Vergangenheit und den Grabenkämpfen, aber da wächst halt dann auch mal Gras darüber, auf ewig jemanden böse sein, ist auch nicht der letzte Schluss, kann ich z.B. nicht (oder es verläuft Richtung Egal), es sei denn es ist ein Schwerverbrecher. Der Punkt mit der generellen Provo und Pionierstatus mit kompletter K.I. sehe ich auch. Dann muss es aber auch gut klingen und das tut es laut Trailer (habe ihn mir mittlerweile 3 x gegeben) nicht wirklich. Das merkt man ja auch eklatant bei den Rode/Groeger K.I.'s; Sobald ein Zusammenspiel mit echten Sprechern stattfindet, verlieren die künstlichen Androiden komplett an Boden

    Edited once, last by Day_Seeker (December 15, 2025 at 12:31 PM).

  • Dazu wollen die meisten Hörspielfans in den Foren mit KI nix zu tun haben.

    So wie sie vor 10 Jahren nix mit Streaming zu tun haben wollten, der Ausgang ist bekannt. Die Leute sind immer rückwärtsgewandt, muss ich nur auf mich schauen, ich hab bis Ende der 1990er Jahre noch mit VHS und MC rumgefrickelt.

    Der Weg bis zur "Serienreife" von KI Hörspielen ist noch ein weiter, es ist auch eher zu erwarten, dass der Durchbruch einem großen Player gelingt als einem einzelnen Hörspielschrauber wie Dennis Rohling. Aber seien wir doch froh, dass wir das direkt miterleben können, so eine Zeitenwende gibt es nicht alle Tage. Die überwiegend alten Säcke und Säckinnen hier erinnern sich doch bestimmt noch an die ersten Tage des Internets Anfang der Neunziger. So wie das ausgesehen und funktioniert hat, lag durchaus der Verdacht nahe, dass sich das nie durchsetzt :D

    “Life can't just be about solving one miserable problem after another, that can't be the only thing, they need to be things that inspire you and that make you glad to wake up in the morning and be part of humanity”

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