Die Playmos – 100/7. Der magische Ring: Die große Schatzsuche

  • Die Playmos - 100/7. Der magische Ring: Die große Schatzsuche

    Nach dem wenig erfolgreichen Zusammentreffen mit Odin landen Emil, Liv, Sam und Ben mitten in einem tropischen Dschungel. Ben hat dabei gleich zwei Probleme: Er steckt noch immer in seinem Tigerkörper und kann sich nach Odins missglücktem Zauber zunächst nicht einmal bewegen. Im Dschungel treffen die Freunde auf den Schatzsucher Mateo Alejandro Ramón Rodríguez, der seit langer Zeit den verschollenen Tempel der Felidana finden möchte. Eine alte Wegbeschreibung soll dorthin führen, erweist sich jedoch als Sammlung rätselhafter Hinweise. Liv erkennt, dass manche Begriffe anders verstanden werden müssen, als es zunächst den Anschein hat. So weist eine „Laterne“ auf einen Laternenbaum hin und auch ein Hinweis auf einen „Hut“ bekommt plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Tatsächlich findet die Gruppe den Zugang zu einem unterirdischen Tempel, doch dort warten weitere Rätsel und Fallen auf sie. Am Ziel entdecken sie schließlich die Katzenfigur Felidana, der magische Kräfte nachgesagt werden. Natürlich hoffen Emil, Liv und Sam sofort, damit endlich Bens Verwandlung rückgängig machen zu können. Doch wieder läuft nicht alles nach Plan, und als schließlich auch noch eine Brücke zusammenbricht, geraten die Freunde erneut in große Gefahr.

    Nach den Wikingern schlägt „Die große Schatzsuche“ wieder eine völlig andere Richtung ein und setzt ganz auf das klassische Schatzsucherabenteuer. Das gefällt mir ausgesprochen gut, denn Dschungel, verschollener Tempel, alte Hinweise und verborgene Fallen passen wunderbar zu den Playmos. Besonders gelungen finde ich die kleinen Sprachrätsel. Sie sind nicht sonderlich kompliziert, geben jüngeren Hörern aber trotzdem die Möglichkeit, selbst auf die Lösung zu kommen. Dass Liv dabei eine wichtige Rolle übernimmt und die Hinweise nicht einfach von Mateo erklärt bekommt, ist ebenfalls eine gute Entscheidung. Überhaupt gefällt mir Mateo als Begleiter. Er ist zwar seit langer Zeit hinter dem Tempel her, wird aber nicht als gieriger Schatzjäger gezeichnet, der am Ende alles mitnehmen möchte, was nicht festgemauert ist. Für ihn besitzt bereits die Entdeckung des Ortes einen Wert. Das gibt der Figur etwas Sympathisches und verhindert gleichzeitig, dass die Geschichte auf das übliche Motiv vom Kampf um einen Goldschatz hinausläuft. Felidana verbindet das eigenständige Dschungelabenteuer schließlich geschickt mit der fortlaufenden Suche nach einer Lösung für Ben.

    Die knapp zwanzig Minuten sind diesmal erstaunlich gut gefüllt, ohne dass die Handlung überladen wirkt. Zunächst muss Mateo gefunden und seine Wegbeschreibung verstanden werden, danach folgt die Suche nach dem Tempel und schließlich beginnt im Inneren ein klassischer Parcours aus Hinweisen und Gefahren. Dadurch verändert sich die Situation mehrfach, obwohl der Schauplatz im Grunde derselbe bleibt. Vor allem der Tempel bringt etwas mehr Rätselcharakter in die Miniserie, nachdem die vorherigen Teile häufiger auf unmittelbare Action oder Wettkämpfe gesetzt haben. Bens Bewegungsunfähigkeit ist dabei mehr als nur eine Erinnerung an den Schluss der Wikingerfolge. Er kann sich diesmal tatsächlich kaum selbst helfen und ist entsprechend stärker auf seine Freunde angewiesen. Dass Felidana anschließend nicht einfach die ersehnte Lösung liefert, war nach den bisherigen Erfahrungen fast zu erwarten. Trotzdem funktioniert der Moment, weil die Hoffnung zunächst durchaus nachvollziehbar ist. Mit der einstürzenden Brücke bekommt der Schluss schließlich noch einmal ordentlich Bewegung und führt ohne längeren Stillstand zur nächsten Station der Reise.

    Die vertrauten Stimmen bleiben auch im siebten Teil ein wichtiger Fixpunkt. Gerrit Schmidt-Foß, Santiago Ziesmer, Ricardo Richter, Nicolas Artajo und Giuliana Jakobeit sorgen dafür, dass trotz des erneuten kompletten Kulissenwechsels sofort das gewohnte Playmos-Gefühl entsteht. Interessant ist diesmal vor allem, wie sich die Aufgaben innerhalb der Gruppe verteilen. Liv darf beim Entschlüsseln der Hinweise stärker hervortreten, während Ben durch seine Bewegungsunfähigkeit weit weniger eingreifen kann als sonst. Gerade dadurch wird vermieden, dass in jeder Episode automatisch dieselben Figuren dieselben Funktionen übernehmen. Mateo fügt sich als neuer Begleiter gut in die Gruppe ein. Seine Begeisterung für den verschollenen Tempel vermittelt Abenteuerlust, ohne dass er den drei Playmos bei jeder Schwierigkeit die Lösung vorsagt. Bei einer derart kurzen Geschichte ist das wichtig, denn eine Gastfigur muss schnell Persönlichkeit entwickeln und darf gleichzeitig das vertraute Ensemble nicht an den Rand drängen. Diese Balance gelingt hier angenehm unaufdringlich.

    Akustisch bietet der Dschungel reichlich Möglichkeiten, der siebten Episode einen eigenen Charakter zu geben. Tierlaute, Wasser, Vegetation und die Bewegungen durch das Gelände erzeugen zunächst eine offene, lebendige Umgebung. Sobald die Freunde den Tempel betreten, verändert sich dieses Klangbild deutlich. Hallende Räume, Stein, verborgene Mechanismen und die verschiedenen Fallen lassen die Umgebung enger und geheimnisvoller erscheinen. Gerade dieser Kontrast zwischen dem weitläufigen Dschungel und dem abgeschlossenen Tempel macht die Schatzsuche auch ohne Bilder gut nachvollziehbar. Wenn die Situation am Ende außer Kontrolle gerät, darf das Sounddesign entsprechend kräftiger werden und den Wechsel vom Rätseln zur unmittelbaren Gefahr hörbar machen. Die Musik unterstützt dabei eher das Abenteuergefühl, statt die Geschichte künstlich bedrohlicher erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Das passt zu den Playmos, bei denen auch gefährliche Situationen immer innerhalb einer leichten und kindgerechten Inszenierung bleiben.

    Auch das Cover setzt voll auf den Abenteuercharakter dieser Station. Vor einer üppigen Dschungellandschaft stehen zwei Forscher beziehungsweise Schatzsucher mit Fackel, Karte und Ausrüstung. Dazwischen befindet sich eine geheimnisvolle Tempelanlage mit Skelett, Spinnennetz, Schlangen und einem kleinen Schatz aus Gold und Edelsteinen. Schon auf den ersten Blick wird damit ziemlich genau vermittelt, was diese Episode bieten möchte. Besonders das Skelett unter dem steinernen Tor und die große Spinne bringen einen angenehm schaurigen Einschlag hinein, ohne das Motiv wirklich unheimlich werden zu lassen. Die leuchtenden Farben und die typische Playmobil-Optik halten alles deutlich im Bereich des spielerischen Abenteuers. Mir gefällt außerdem, dass das Motiv nicht einen einzelnen spektakulären Moment herausgreift, sondern fast wie eine kleine Zusammenfassung der gesamten Schatzsuche wirkt. Tempel, Rätsel, Gefahren und Schatz sind sofort erkennbar und unterscheiden das Cover deutlich von den bisherigen Stationen der Miniserie.

    „Die große Schatzsuche“ gehört für mich zu den unterhaltsamsten Stationen von „Der magische Ring“, weil sie ihre kurze Laufzeit für ein richtiges kleines Abenteuer nutzt. Statt nur von einer Gefahr zur nächsten zu springen, müssen Emil, Liv und Sam beobachten, kombinieren und Hinweise richtig deuten. Der Dschungel und der unterirdische Tempel liefern dafür eine passende Kulisse, Mateo funktioniert als sympathischer Begleiter und Felidana stellt eine nachvollziehbare Verbindung zur weiterhin ungelösten Verwandlung Bens her. Dass der nächste vermeintliche Ausweg wieder nicht zum gewünschten Ergebnis führt, gehört inzwischen zwar fest zum Muster der Jubiläumsgeschichte, wird hier aber durch genügend eigene Ideen aufgefangen. Vor allem die Rätsel sorgen dafür, dass sich diese Episode von den vorherigen Teilen abhebt. Mit der zusammenbrechenden Brücke endet das Ganze zudem deutlich turbulenter, als es begonnen hat. Zwei Stationen bleiben nun noch, und nach sieben unterschiedlichen Welten bin ich gespannt, ob die Reise tatsächlich eine Lösung für Ben bereithält oder der magische Ring noch für eine letzte Überraschung sorgen wird.

  • Viel Spaß bein anhören:

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