Meine komplett eigene und selbstausgedachte Buchreihe

  • Hallo, ich habe euch was mitzuteilen. Ich habe auch eine komplett eigene Buchreihe ausgedacht. Sie heißt Paul & Max und ich würde sie bestimmt auch im Hörspiel-Paradies zeigen, wenn ich dort noch Mitglied wäre. Aber so zeige ich sie eben ausnahmsweise hier. Hier ist Band 1 mit dem Titel Paul & Max beim Zahnarzt:


    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Abend sitzen die beiden ganz aufgeregt mit ihren Eltern beim Abendessen. Sie haben morgen nämlich einen Termin beim Zahnarzt.

    Paul ist besonders aufgeregt, denn er geht zum ersten Mal zum Zahnarzt. Max hingegen war schon öfter dort und kennt sich bestens aus.

    „Du brauchst keine Angst zu haben, Paul“, sagt Max beruhigend. „Beim Zahnarzt ist es gar nicht schlimm. Er schaut dir nur kurz in den Mund und dann ist alles wieder vorbei.“

    „Wirklich?“, fragt Paul mit großen Augen.

    „Ja, ich war doch schon ganz oft dort“, antwortet Max stolz.

    Papa lächelt seinen kleinen Sohn an. „Und wenn du schön artig warst, bekommst du vom Zahnarzt vielleicht noch eine kleine Belohnung.“

    „Wirklich? Was denn?“, möchte Paul sofort wissen.

    „Sticker oder Bonbons oder auch kleine Bücher“, erklärt Max.

    Paul strahlt. „Na, dann freue ich mich schon auf morgen.“

    „Das freut mich“, sagt Papa. „Aber jetzt geht ihr erst einmal ins Bad und putzt eure Zähne.“

    „Und danach geht es ins Bett“, ergänzt Mama.

    Paul und Max nicken artig und gehen ins Badezimmer. Sie putzen gründlich ihre Zähne. Nur fünf Minuten später haben sie schon ihre Schlafanzüge an und liegen im Bett.

    Am nächsten Tag ist es so weit. Nach dem Mittagessen machen sich Paul, Max und Papa auf den Weg zum Zahnarzt. Sie fahren mit dem Auto, denn die Praxis von Zahnarzt Dr. Böttcher ist etwa zwanzig Minuten von ihrem Haus entfernt.

    Während der Fahrt schaut Paul nervös aus dem Fenster. Er denkt darüber nach, was ihn wohl beim Zahnarzt erwartet.

    Nach zwanzig Minuten stehen sie vor der Zahnarztpraxis. Papa gibt am Empfang die Versichertenkarten von Paul und Max ab. Danach dürfen die drei ins Wartezimmer gehen.

    Dort entdecken die Brüder sofort die vielen Spielsachen. Paul greift nach einem großen Bagger, während Max sich ein Brettspiel aussucht. Schon bald sind beide so beschäftigt, dass sie gar nicht bemerken, dass sie aufgerufen werden.

    Eine freundliche Zahnarzthelferin kommt ins Wartezimmer und führt Paul, Max und ihren Papa ins Behandlungszimmer.

    „Wer möchte zuerst drankommen?“, fragt sie.

    Paul schaut kurz zu Max. Dann fasst er sich ein Herz.

    „Ich möchte zuerst“, sagt er.

    „Super“, lobt Max ihn.

    Paul setzt sich auf den großen Zahnarztstuhl. Die Zahnarzthelferin bindet ihm ein großes Lätzchen um.

    „Wozu ist das denn?“, fragt Paul neugierig.

    „Damit deine Kleidung bei der Untersuchung sauber bleibt“, erklärt die Zahnarzthelferin.

    Dann fährt sie den Stuhl langsam nach hinten. Paul kichert. Das fühlt sich fast so an, als würde er in einem Flugzeug sitzen.

    Über dem Behandlungsstuhl hängt eine helle Lampe. Daneben befindet sich ein kleines Becken zum Mundausspülen. Auf einem Tisch liegen verschiedene glänzende Geräte.

    Da kommt auch schon Dr. Böttcher ins Behandlungszimmer. Er begrüßt alle freundlich.

    „Und du bist heute zum ersten Mal hier, Paul?“, fragt er.

    Paul nickt. „Ja, bin ich.“

    „Sehr schön“, sagt der Zahnarzt lächelnd.

    Dr. Böttcher geht zum Waschbecken und wäscht und desinfiziert seine Hände. Danach zieht er weiße Handschuhe an und setzt einen Mundschutz auf.

    Paul beobachtet ihn aufmerksam.

    „Warum macht der Zahnarzt das?“, möchte er wissen.

    „Damit keine Bakterien und Viren übertragen werden“, erklärt Max.

    „Genau“, bestätigt Dr. Böttcher.

    Dann bittet der Zahnarzt Paul, den Mund weit aufzumachen. Paul kommt der Aufforderung nach. Dr. Böttcher nimmt einen kleinen Spiegel und schaut sich damit Pauls Zähne ganz genau an. Die helle Lampe hilft ihm dabei, jeden Zahn gut zu sehen.

    Paul bleibt ganz ruhig sitzen. Nach einer Weile richtet sich Dr. Böttcher wieder auf.

    „Alles gut“, sagt er. „Du hast deine Zähne sehr ordentlich geputzt, Paul.“

    Paul strahlt. Jetzt ist er richtig stolz auf sich.

    „Siehst du“, sagt Max und grinst seinen kleinen Bruder an. „War doch gar nicht schlimm.“

    Nun ist Max an der Reihe. Auch er setzt sich auf den Zahnarztstuhl und bekommt von der Zahnarzthelferin ein Lätzchen umgebunden.

    „Mund weit auf“, bittet Dr. Böttcher.

    Max macht den Mund auf. Der Zahnarzt untersucht seine Zähne sorgfältig und schaut von Zahn zu Zahn.

    Plötzlich hält er inne.

    „Hm“, macht Dr. Böttcher. „Hier sehe ich eine kleine Stelle, die etwas verdächtig aussieht.“

    Er untersucht den Zahn noch genauer.

    „Ah, da ist tatsächlich ein kleines Loch im Zahn.“

    Max schaut erschrocken. „Ein Loch?“

    Auch Paul wird neugierig. „Was ist denn ein Loch im Zahn?“

    „Ein Loch im Zahn nennt man Karies“, erklärt Dr. Böttcher. „Karies kann entstehen, wenn Zähne nicht gründlich genug geputzt werden oder wenn man mit der Zahnbürste eine bestimmte Stelle schlecht erreicht. Dann können Zuckerreste an den Zähnen bleiben. Bakterien machen daraus Säuren, die den Zahn angreifen. So kann mit der Zeit ein Loch entstehen.“

    Paul hört aufmerksam zu.

    „Und was machen Sie jetzt mit dem Loch?“, fragt er.

    Dr. Böttcher nimmt ein kleines Gerät und zeigt es den Brüdern. Vorne daran befindet sich eine sich drehende Spitze.

    „Damit entferne ich die kranke Stelle im Zahn“, erklärt er. „Anschließend wird das Loch mit einer Füllung verschlossen.“

    Dann wendet er sich an Max.

    „Möchtest du das gleich machen oder lieber an einem anderen Tag wiederkommen?“

  • Max überlegt nur kurz.

    „Gleich bitte, wenn es geht.“

    „Das können wir machen“, sagt Dr. Böttcher. „Damit du dabei nichts spürst, bekommst du vorher eine Betäubung.“

    Max nickt mutig.

    Die Zahnarzthelferin trägt zunächst ein Betäubungsgel auf das Zahnfleisch auf. Danach bekommt Max eine kleine Spritze mit dem Betäubungsmittel.

    „Spürst du noch etwas?“, fragt sie anschließend.

    Max bewegt vorsichtig den Mund und schüttelt den Kopf.

    „Nein.“

    „Gut“, sagt Dr. Böttcher. „Dann können wir anfangen.“

    Max muss den Mund weit geöffnet halten. Die Zahnarzthelferin hält einen kleinen Sauger in seinen Mund. Er saugt Wasser und Spucke weg, sodass Max nicht ständig schlucken muss.

    Paul steht neben seinem Bruder und beobachtet neugierig, was passiert.

    Dann beginnt Dr. Böttcher mit der Behandlung. Das kleine Gerät macht ein merkwürdiges Geräusch. Es sirrt und vibriert. Paul verzieht kurz das Gesicht, aber Max bleibt ganz ruhig.

    Nach einer Weile ist das Geräusch schon wieder vorbei.

    Dr. Böttcher überprüft mit einem kleinen Häkchen, ob die kranke Stelle vollständig entfernt ist. Danach füllt er eine weiße Paste in den Zahn.

    „Jetzt beißt du einmal kräftig zu“, erklärt er Max.

    Max beißt die Zähne zusammen. Die Paste fühlt sich etwas merkwürdig an und schmeckt auch ein bisschen ungewöhnlich.

    Anschließend darf er einen Becher Wasser nehmen und seinen Mund ausspülen.

    Dr. Böttcher reicht ihm einen kleinen Handspiegel.

    „Schau dir deinen Zahn einmal an.“

    Max betrachtet seinen Zahn.

    „Der sieht ja wieder schön aus“, sagt er erleichtert.

    „Das tut er“, bestätigt Dr. Böttcher.

    Bevor sie nach Hause gehen, zeigt der Zahnarzt den beiden Brüdern an einem großen künstlichen Gebiss, wie sie ihre Zähne richtig putzen.

    „Zuerst putzt ihr die Kauflächen“, erklärt er. „Danach sind die Außen- und Innenseiten dran. Dabei putzt ihr immer von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch in Richtung Zahn. Wenn ihr eure Zähne regelmäßig und gründlich putzt, haben die Kariesmonster keine Chance.“

    Paul und Max hören aufmerksam zu. Max zeigt seinem kleinen Bruder gleich, wie die richtige Bewegung mit der Zahnbürste aussieht.

    Zum Abschluss dürfen sich die beiden noch etwas aus einer kleinen Truhe aussuchen.

    Paul entdeckt einen blauen Stein und nimmt ihn sofort heraus.

    Max entscheidet sich für ein kleines Buch.

    „Danke, Dr. Böttcher“, sagen die beiden.

    „Sehr gern“, antwortet der Zahnarzt. „Und schön weiter Zähne putzen.“

    Auf der Rückfahrt erzählt Paul Papa begeistert, wie spannend der Zahnarztstuhl war und wie laut das Gerät bei Max geklungen hat.

    Zu Hause erzählen Paul und Max ihrer Mama ausführlich, was sie beim Zahnarzt alles erlebt haben.

    Mama ist sehr stolz auf ihre beiden Jungs.

    „Ihr wart wirklich tapfer“, sagt sie und nimmt beide in den Arm.

    Paul schaut zu seinem großen Bruder.

    „Was ist eigentlich mit deinem Zahn? Fühlt er sich immer noch taub an?“

    Max bewegt vorsichtig seine Lippen.

    „Ein bisschen“, antwortet er. „Aber das wird bald nachlassen.“

    Paul nickt zufrieden.

    „Ich freue mich schon auf den nächsten Zahnarztbesuch.“

    Max lacht. „Dann bist du ja jetzt schon ein richtiger Zahnarztprofi.“

  • Band 2: Paul & Max feiern Geburtstag:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Nachmittag sitzen die beiden Brüder vor dem Fernseher und schauen eine Kindersendung. Mucki streicht dabei um Pauls Beine. Schließlich möchte sie ja auch wissen, was dort so Spannendes passiert.

    Da kommt Mama ins Wohnzimmer.

    „Kinder, ich habe euch etwas mitzuteilen. Dreht doch bitte mal den Fernseher leiser.“

    Max nimmt die Fernbedienung und stellt den Fernseher leiser.

    „Was ist denn, Mama?“, fragt er neugierig.

    Mama setzt sich zu den beiden.

    „Eure Uroma Herta hat nächste Woche Geburtstag.“

    „Uroma Herta?“, fragt Paul. „Wie alt wird sie denn?“

    „Sie wird neunzig Jahre alt“, erklärt Mama.

    Paul reißt erstaunt die Augen auf. „Was? So alt?“

    „Ja, so alt“, antwortet Mama lächelnd.

    Uroma Herta ist die Mutter von Pauls und Max' Opa Gerhard. Damit ist sie die Oma ihrer Mama und natürlich die Uroma von Paul und Max.

    „Und was sollen wir ihr schenken?“, fragt Paul.

    „Über ein selbstgemaltes Bild freut sie sich bestimmt“, meint Mama.

    „Oh ja, das male ich ihr!“, ruft Paul begeistert.

    Max hat ebenfalls schon eine Idee. „Ich schenke ihr eine Schachtel mit dem Konfekt, das sie so gerne isst.“

    „Das sind zwei schöne Ideen“, sagt Mama.

    Paul und Max machen sich gleich an die Arbeit.

    Paul setzt sich mit einem leeren Blatt Papier und seinen Buntstiften an den Tisch. Eine Weile überlegt er, was er malen könnte.

    Vielleicht ein Porträt? Aber von wem? Von sich selbst? Von Max? Oder vielleicht von Uroma Herta?

    Nein, das wäre langweilig.

    Dann kommt ihm eine andere Idee. Er malt die ganze Familie. Zuerst zeichnet er sich selbst, Max, Mama und Papa. Danach kommen Oma Christine und Opa Gerhard dazu.

    Und natürlich darf Mucki nicht fehlen. Also malt Paul auch noch die Katze auf das Bild.

    Max macht sich inzwischen auf den Weg in den kleinen Krämerladen am Stadtrand. Dort möchte er das Konfekt für Uroma Herta kaufen.

    Vor dem Regal mit den Süßigkeiten bleibt er stehen. Es gibt so viele verschiedene Sorten, dass er sich zunächst gar nicht entscheiden kann.

    Schließlich entdeckt er eine Schachtel mit Haselnusskonfekt.

    Das isst Uroma Herta am liebsten.

    Max nimmt die Schachtel aus dem Regal, bezahlt an der Kasse und macht sich wieder auf den Heimweg.

    Zu Hause zeigt Paul ihm stolz sein Bild.

    „Das ist aber schön geworden“, sagt Max und betrachtet die Zeichnung.

    „Und hier ist Mucki“, erklärt Paul und zeigt auf die kleine Katze.

    Mucki sitzt währenddessen neben dem Tisch und sieht so aus, als würde sie das Lob über sich selbst ganz genau verstehen.

    Am Abend kommt Papa nach Hause. Paul läuft sofort zu ihm und zeigt ihm sein Bild.

    „Das ist wirklich schön geworden“, sagt Papa anerkennend.

    Dann erzählt er den Kindern, dass er am nächsten Tag gemeinsam mit Opa Gerhard noch einiges für die Geburtstagsfeier vorbereiten muss.

    „Wir müssen Luftballons besorgen und Uromas Haus schmücken“, erklärt Papa. „Und natürlich brauchen wir auch einen Kuchen.“

    „Den Kuchen backe ich“, sagt Mama.

    „Das klingt gut“, meint Papa. „Aber welchen Kuchen machen wir?“

    „Orangenkuchen!“, schlägt Max vor.

    Mama nickt. „Gute Idee. Und Schokostreusel können wir auch darauf verteilen. Die mag Uroma besonders gern.“

    Am nächsten Tag kauft Mama Orangen und Schokostreusel für den Kuchen. Paul und Max dürfen ihr beim Backen helfen.

    Paul schält die Orangen, während Max den Teig ausrollt. Mama passt auf und hilft, wenn etwas nicht so einfach ist.

    Nach einer Weile ist der Kuchen fertig und sie schieben ihn vorsichtig in den Ofen.

    Nun muss er erst einmal eine Weile backen.

    Max nutzt die Zeit, um die Konfektschachtel einzupacken. Er nimmt rotes Geschenkpapier mit grünen Tannen darauf.

    Währenddessen sind Papa und Opa Gerhard unterwegs.

    Zuerst fahren sie in den Supermarkt und kaufen bunte Luftballons und hübsche Girlanden. Danach geht es weiter zu Uroma Hertas Haus.

    Uroma Herta ist währenddessen in einem Kurhotel. So bekommt sie nicht mit, was ihre Familie für ihren Geburtstag vorbereitet.

    Vor dem Haus stellt Opa eine Stehleiter auf. Papa steigt hinauf und befestigt die Girlanden. Danach bringen die beiden noch Luftballons am Haus und im Wohnzimmer an.

    Als alles fertig ist, betrachtet Papa zufrieden die Dekoration.

    „So, das hätten wir“, sagt er. „Danke für deine Hilfe, Schwiegerpapa.“

    „Gern geschehen“, antwortet Opa.

    Papa bringt seinen Schwiegervater noch nach Hause und fährt anschließend selbst wieder zurück.

    Dort sind Paul, Max und Mama gerade dabei, den fertigen Kuchen aus dem Ofen zu holen.

    „Der sieht richtig gut aus“, meint Max.

    „Finde ich auch“, sagt Paul.

    Plötzlich entdeckt Mucki die Schleife an Max' Geschenk. Neugierig schleicht sie näher und beginnt daran zu ziehen.

    Ratsch!

    Das Geschenkpapier löst sich ein Stück.

    „Mucki, was soll das?“, fragt Max.

    Die Katze schaut ihn unschuldig an.

    „Du sollst doch nicht mit meinem Geschenk spielen.“

    Mucki miaut.

    Da müssen alle lachen.

  • Max holt neues Geschenkpapier und verpackt die Konfektschachtel noch einmal. Dieses Mal stellt er das Geschenk sicherheitshalber an einen Ort, an den Mucki nicht herankommt.

    Damit ist alles für Uroma Hertas Geburtstag vorbereitet. Mama stellt den fertigen Kuchen in den Kühlschrank, damit er bis zum Geburtstag frisch bleibt.

    Ein paar Tage später ist es endlich so weit.

    Paul, Max und ihre Eltern steigen ins Auto und fahren zu Uroma Hertas Haus. Dort angekommen, sehen sie schon viele Autos vor dem Haus.

    Eine ganze Menge Verwandter ist gekommen: Mamas Bruder Roland mit seiner Frau Mona und ihren Kindern Georg und Vera, Mamas Schwester Lina mit ihrem Mann Dietmar und ihrer Tochter Luisa. Auch Opas Bruder Friedrich ist schon da. Oma Christine wartet ebenfalls im Haus.

    Paul läuft zu seiner Oma.

    „Wo ist denn Opa?“, fragt er.

    „Der ist zum Kurhotel gefahren“, erklärt Oma Christine. „Er holt eure Uroma ab. Die beiden müssten gleich kommen.“

    Max steht inzwischen bei seinem Cousin Georg.

    „Kannst du glauben, dass Uroma schon neunzig ist?“, fragt er.

    Georg schüttelt den Kopf. „Nein. Das ist wirklich unglaublich.“

    Onkel Roland, der gerade vorbeikommt, hört die beiden.

    „Neunzig Jahre sind tatsächlich ein stolzes Alter“, sagt er. „So alt werden nicht alle Menschen.“

    In diesem Moment fährt ein Auto vor.

    Paul zeigt auf die Straße.

    „Da sind sie!“

    Tatsächlich ist es das Auto von Opa Gerhard.

    Opa steigt aus und hilft seiner Mutter beim Aussteigen. Uroma Herta kann nicht mehr so gut laufen und benutzt deshalb Krücken. Auf dem Weg zur Haustür stützt Opa sie vorsichtig.

    „Ich bin schon sehr gespannt“, sagt Uroma Herta.

    Opa lächelt. „Du wirst staunen, Mama.“

    Gemeinsam gehen sie zur Haustür. Opa öffnet sie und führt seine Mutter ins Wohnzimmer.

    Dort warten bereits Paul, Max, ihre Eltern und alle Verwandten.

    Sobald Uroma Herta den Raum betritt, rufen alle gemeinsam:

    „Überraschung!“

    Uroma Herta bleibt verblüfft stehen.

    „Ihr seid ja alle hier!“, sagt sie gerührt. „Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Das ist wirklich lieb von euch.“

    Paul tritt nach vorne.

    „Das erste Geschenk bekommst du von mir, Uroma.“

    Er überreicht ihr das selbstgemalte Bild.

    Uroma Herta nimmt es vorsichtig in die Hand und betrachtet es lange.

    „Das ist wunderschön geworden“, sagt sie. „Du hast sogar eure Katze gemalt. Danke, Paul.“

    Paul freut sich.

    Nun kommt Max an die Reihe. Er übergibt Uroma Herta die eingepackte Schachtel.

    „Das ist für dich.“

    Uroma öffnet das Geschenk und entdeckt das Haselnusskonfekt.

    „Oh, das mag ich besonders gern“, sagt sie. „Danke, Max.“

    Auch die anderen Verwandten haben Geschenke für Uroma Herta mitgebracht.

    „Danke euch allen“, sagt sie gerührt.

    Dann blickt sie einen Moment zur Seite.

    „Schade, dass mein Mann das nicht mehr miterleben kann.“

    Uromas Mann hieß Adalbert. Er war der Vater von Opa Gerhard und dessen Bruder Friedrich. Leider ist er vor zwei Jahren verstorben.

    An der Wand hängt noch immer ein Bild von ihm. Uroma Herta schaut kurz zu dem Bild hinüber.

    Dann lächelt sie wieder.

    „Aber er hätte sich bestimmt gefreut, euch alle hier zu sehen.“

    Anschließend gehen alle nach draußen und setzen sich an den großen Gartentisch.

    Mama schneidet den Orangenkuchen an. Die Erwachsenen bekommen Kaffee, während die Kinder Apfelsaft trinken.

    „Der Kuchen ist lecker“, sagt Max mit vollem Mund.

    „Das finde ich auch“, stimmt Paul zu.

    Nach dem Essen erzählt Uroma Herta den Kindern Geschichten aus ihrer Kindheit.

    „Wisst ihr, als ich noch ein Kind war, gab es noch kein Fernsehen und keine Handys“, erzählt sie.

    Paul schaut sie überrascht an.

    „Was? Kein Fernsehen?“

    Auch Luisa kann es kaum glauben.

    „Und keine Handys? Was habt ihr denn damals gemacht?“

    Uroma Herta lacht.

    „Wir haben Murmeln gespielt, uns Geschichten erzählt und Lieder gesungen.“

    Die Kinder hören aufmerksam zu.

    „Und wie hast du Uropa kennengelernt?“, möchte Georg wissen.

    Uroma Herta lächelt.

    „Das war, als ich eine junge Erwachsene war. Damals war ich bei einer Modenschau. Dort sah ich einen sehr gutaussehenden jungen Mann.“

    Sie macht eine kleine Pause.

    „Ich bekam richtig Herzklopfen und fand ihn sofort sehr sympathisch.“

    Die Kinder rücken ein bisschen näher.

    „Als ich ihn fragte, wie er heißt, sagte er: ‚Ich heiße Adalbert. Und du?‘ Ich antwortete: ‚Herta.‘ Wir haben uns lange unterhalten und uns immer wieder getroffen. Ein paar Jahre später haben wir geheiratet und zwei Söhne bekommen: Gerhard und Friedrich.“

    „Unseren Opa“, sagt Paul.

    „Und unseren Großonkel“, ergänzt Max.

    Uroma Herta nickt.

    „Ganz genau.“

    Nach dem Kaffeetrinken dürfen die Kinder noch im Garten spielen.

    Paul denkt dabei immer wieder über die Geschichten seiner Uroma nach. Dass es früher einmal keine Handys und kein Fernsehen gegeben hat, findet er unglaublich.

    „Wie haben die Menschen das nur ausgehalten?“, fragt er Max.

    Max lacht.

    „Vielleicht haben sie einfach mehr miteinander gespielt.“

    Am Abend verabschieden sich nach und nach die Gäste.

    Uroma Herta ist glücklich. Sie hatte einen wunderschönen Geburtstag mit ihrer ganzen Familie.

    Auch Paul und Max sind zufrieden.

    Beim Abendessen denkt Paul noch einmal an den Tag zurück.

    „Das war ein richtig schöner Geburtstag“, sagt er.

    „Das kann man wohl sagen“, stimmt Papa zu.

    Max hebt seinen Teller hoch.

    „Kann ich noch einen Pfannkuchen haben?“

    Mama lacht.

    „Aber natürlich. Hier, bitte.“

    „Danke“, sagt Max.

    Paul denkt noch einmal an Uroma Herta.

    „Wir müssen Uroma irgendwann wieder besuchen.“

    „Auf jeden Fall“, sagt Mama.

    Max nickt. „Und dann bringe ich ihr wieder Haselnusskonfekt mit.“

    Alle lachen.

    Nur Mucki sitzt unter dem Tisch und wartet geduldig darauf, dass vielleicht doch noch ein kleines Stückchen Kuchen für sie abfällt.

  • Band 3: Paul & Max feiern Fasching:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Mittag kommt Paul ganz aufgeregt aus dem Kindergarten nach Hause.

    „Mama, Mama! Ich muss dir etwas erzählen!“

    „Langsam, langsam, Paul. Setz dich erst einmal an den Tisch. Es gibt gleich Essen. Ich habe heute Schnitzel mit Kartoffelsalat gemacht.“

    „Mhm, lecker, mein Lieblingsessen.“

    Mama lädt ihm ein großes Schnitzel und eine ordentliche Portion Kartoffelsalat auf den Teller.

    „Und jetzt erzähl mal, was ist los?“

    „Also, heute im Kindergarten hat Gertrud, meine Erzieherin, erzählt, dass bald Fasching ist“, beginnt Paul. „Ist das das, wo sich alle Leute verkleiden und tanzen und Krapfen essen?“

    „Ja, genau das.“

    „Gertrud hat auch gesagt, dass wir im Kindergarten eine Party machen werden. Darf ich mich dabei auch verkleiden?“

    „Aber sicher darfst du das.“

    Paul nimmt einen großen Bissen von seinem Schnitzel.

    „Ich weiß nur noch nicht, als was ich mich verkleiden möchte.“

    „Keine Sorge. Wir finden schon etwas.“

    In diesem Moment kommt auch Max von der Schule nach Hause. Er zieht seine Jacke aus und setzt sich zu seiner Familie an den Tisch.

    „Bei uns in der Schule machen wir auch eine Faschingsparty“, erzählt er.

    „Und als was verkleidest du dich?“, fragt Paul.

    „Als Vampir.“

    „Und ich? Ich weiß noch nicht, als was ich mich verkleiden will.“

    „Dir wird schon noch etwas einfallen.“

    Paul schaut zu seiner Mutter.

    „Hilfst du mir dann bei meinem Kostüm, Mama?“

    „Natürlich.“

    Max legt seinen Löffel auf den Teller.

    „Darf ich auch helfen?“

    „Aber sicher.“

    Nach dem Essen helfen die beiden Brüder ihrer Mama beim Abspülen. Danach suchen sie gemeinsam nach Material für Max' Vampirkostüm.

    „Ich brauche auf jeden Fall einen Vampirumhang.“

    Mama öffnet eine große Kiste und wühlt darin herum. Schließlich zieht sie einen schwarzen Stoff heraus.

    „Daraus könnte ich dir einen Umhang nähen.“

    Max betrachtet den Stoff.

    „Der ist gut.“

    Paul hat gleich noch eine Idee.

    „Du brauchst aber auch ein blasses Gesicht, damit du wie ein echter Vampir aussiehst.“

    „Stimmt. Und spitze Eckzähne brauche ich auch.“

    Mama überlegt kurz.

    „Wie wäre es mit dem Plastikgebiss, das du letztes Jahr beim Dosenwerfen auf dem Rummel gewonnen hast?“

    „Das habe ich noch?“

    Max läuft in sein Zimmer und sucht in einer Schublade. Nach einer Weile hält er das Gebiss in der Hand. Er setzt es ein und betrachtet sich im Spiegel.

    „Das passt genau.“

    „Morgen nähe ich dir aus dem schwarzen Stoff den Umhang.“

    „Darauf freue ich mich schon.“

    Paul hat inzwischen seine eigenen Probleme. Er weiß immer noch nicht, als was er sich verkleiden möchte.

    In seinen Abenteuerbüchern findet er viele Ideen. Auf den Bildern sieht er Cowboys, Indianer, Piraten, Superhelden, Polizisten, Prinzen und Clowns.

    Doch nichts davon gefällt ihm so richtig.

    Beim Abendessen sitzt Paul mit Mama, Papa und Max am Tisch.

    „Ich habe immer noch keine Idee für mein Kostüm.“

    Papa legt seine Gabel beiseite.

    „Bis Fasching sind noch ein paar Tage Zeit. Dir fällt bestimmt noch etwas ein.“

    Nach dem Zähneputzen zieht Paul seinen Schlafanzug an und legt sich ins Bett. Mama gibt ihm einen Gute-Nacht-Kuss, löscht das Licht und geht aus dem Zimmer.

    Paul kuschelt sich in seine Decke. Kurz bevor er einschläft, kommt ihm plötzlich ein Gedanke.

    Jetzt weiß er, als was er sich verkleiden möchte.

    Aber das will er erst morgen beim Frühstück verraten.

    Am nächsten Morgen sitzt Paul mit Mama, Papa und Max am Frühstückstisch. Er kann sein Geheimnis kaum noch für sich behalten.

    „Jetzt weiß ich, als was ich mich verkleiden will.“

    Mama schaut ihn gespannt an.

    „Als was denn?“

    „Als Indianer.“

    Max grinst.

    „Das ist eine coole Idee.“

    „Finde ich auch“, sagt Mama. „Mal sehen, ob wir alles dafür finden.“

    „Ich brauche auf jeden Fall Federn.“

    „Die finden wir bestimmt. Und du brauchst ein Fransenhemd. Dafür fahren wir nachher ins Bastelgeschäft.“

    Zuerst kümmert sich Mama jedoch um Max' Vampirumhang. Sie nimmt den schwarzen Stoff und legt ihn unter die Nähmaschine. Dann beginnt sie, den Umhang zu nähen.

    Nach dem Mittagessen fahren Mama, Paul und Max ins Bastelgeschäft. Dort suchen sie nach einem passenden Stoff für Pauls Kostüm.

    Schließlich entdeckt Paul einen hellbraunen Stoff.

    „Der ist perfekt.“

    Mama nickt. Sie kaufen den Stoff und fahren wieder nach Hause.

    Dort näht Mama Fransen in den Stoff. Als das Kostüm fertig ist, darf Paul es anprobieren.

    Er stellt sich vor den Spiegel und dreht sich einmal im Kreis.

    „Das sieht gut aus. Jetzt brauche ich aber noch Federn.“

    „Ich glaube, ich habe noch welche in meiner Geheimkiste“, sagt Max.

    Die Brüder gehen in Max' Zimmer und öffnen die Kiste. Tatsächlich liegen darin mehrere bunte Federn.

    „Ich nehme die grüne und die blaue.“

    „Dann brauchen wir noch ein Stirnband, an das wir die Federn kleben können. Vielleicht hat Mama eins in ihrer Nähkiste.“

    Gemeinsam suchen sie die Nähkiste. Darin finden sie ein rotes Stirnband. Sie kleben die beiden Federn daran und Paul setzt es auf.

    „Es passt perfekt.“

    Mama betrachtet ihren Sohn.

    „Na, dann kann beim Fasching ja nichts mehr schiefgehen.“

    An diesem Abend geht Paul zufrieden ins Bett. Endlich hat auch er ein Kostüm.

    Ein paar Tage später ist es so weit: Der Faschingstag ist da.

    Nach dem Frühstück ziehen Paul und Max ihre Kostüme an. Mama schminkt Max etwas blass, damit er wie ein Vampir aussieht.

    Dann wendet sie sich Paul zu.

    „Möchtest du noch eine Kriegsbemalung?“

    Paul schaut sie fragend an.

    „Was ist eine Kriegsbemalung?“

    „Damit sind zum Beispiel Streifen gemeint, die sich manche Indianer ins Gesicht gemalt haben.“

    „Oh ja, bitte.“

    „Welche Farbe möchtest du?“

    Paul überlegt kurz.

    „Gelb.“

    Mama malt ihm zwei gelbe Streifen ins Gesicht, einen auf jede Wange.

    Paul betrachtet sich im Spiegel.

    „Danke, Mama.“

    Papa nimmt die Autoschlüssel.

    „Dann können wir ja los.“

    Er bringt Paul zum Kindergarten und Max zur Schule.

    Im Kindergarten wird Paul sofort von seinen Freunden bewundert. Fritz, der als Pirat verkleidet ist, kommt auf ihn zu.

    „Dein Kostüm sieht richtig cool aus.“

    „Danke.“

    Auch Chiara, die als Cowgirl verkleidet ist, schaut sich Pauls Kostüm an.

    „Die Federn gefallen mir.“

    „Die habe ich mit Max ausgesucht.“

    Da kommt Gertrud dazu.

    „Ihr habt wirklich tolle Kostüme.“

    „Danke“, antworten die Kinder.

    Dann beginnt die Faschingsparty.

    Zuerst stehen verschiedene Spiele auf dem Programm. Beim Dosenwerfen hat Paul besonders viel Glück. Er trifft tatsächlich alle zehn Dosen.

    „Wow!“, staunt Fritz.

    Paul freut sich über seinen Erfolg.

    Danach spielen Paul, Fritz und Chiara eine Schatzsuche. Sie suchen überall im Kindergarten und entdecken schließlich eine kleine Kiste mit Bonbons und Schokokeksen.

    Anschließend gibt es Krapfen und Saft für alle.

    Paul beißt genüsslich in seinen Krapfen. Doch plötzlich tropft etwas Marmelade auf sein Kostüm.

    „Oje.“

    Er schaut auf den Fleck.

    Gertrud lächelt.

    „Das macht nichts. So etwas kann beim Fasching passieren.“

    Paul muss ebenfalls lachen.

    Am Nachmittag holt Mama ihn vom Kindergarten ab.

    „Na, Paul, wie war die Party?“

    Paul strahlt.

    „Super! Beim Dosenwerfen habe ich alle Dosen getroffen. Und die Schatzsuche war auch toll.“

    „Das klingt nach einem schönen Tag.“

    „Und mein Kostüm hat allen gefallen.“

    „Das freut mich.“

    Zu Hause warten bereits Papa und Max.

    Max trägt noch immer seinen Vampirumhang und hat das Plastikgebiss im Mund.

    „Na, wie war es?“

    „Super. Und wie war es bei dir?“

    Max nimmt das Gebiss kurz heraus.

    „Auch gut. Ich habe sogar einen Preis für mein Vampirkostüm bekommen.“

    Paul sieht ihn beeindruckt an.

    „Echt?“

    „Ja. Und mein Freund Alexander war als Cowboy verkleidet. Wir haben Vampir- und Cowboyjagd gespielt.“

    „Das klingt lustig.“

    Max grinst.

    „War es auch.“

    Paul setzt sich neben seinen Bruder.

    „Ich freue mich schon auf die nächste Faschingsparty.“

    „Ich auch. Nächstes Jahr verkleide ich mich vielleicht als Indianer.“

    Paul überlegt kurz.

    „Dann gehe ich als edler Märchenprinz.“

  • Band 4: Paul & Max gehen einkaufen:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Sie wohnen mit ihren Eltern in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus in der Rosenstraße 62. Außerdem gehört noch eine Katze namens Mucki zur Familie.

    An diesem Nachmittag sitzen Paul und Max im Wohnzimmer am Tisch und spielen Karten. Paul ist gerade dabei, gegen seinen großen Bruder zu gewinnen, als ihre Mama hereinkommt.

    „Paul, Max, wir müssen dringend einkaufen gehen. Unser Kühlschrank ist nämlich fast leer.“

    „Was, einkaufen? Jetzt?“, fragt Paul.

    „Ach nö, ich habe keine Lust“, mault Max.

    „Ihr müsst aber mit. Es dauert doch nur eine halbe Stunde.“

    Max seufzt. „Na gut.“

    „Na gut“, sagt auch Paul.

    Die beiden ziehen ihre Schuhe an und verlassen mit Mama das Haus. Dann steigen sie ins Auto und fahren zum Supermarkt. Der ist nicht weit entfernt und hat heute einige Sonderangebote.

    Als sie ankommen, steigen alle drei aus.

    „Denkt daran: Wir kaufen nicht zu viel, sondern nur das Nötigste“, sagt Mama.

    „Ja, Mama“, antwortet Paul.

    „Okay“, sagt Max und nickt.

    „Gut. Dann kann es losgehen.“

    Sie nehmen einen Einkaufswagen und betreten den Supermarkt. Paul läuft sofort ein Stück voraus.

    „Paul, langsam. Im Supermarkt wird nicht gerannt“, sagt Mama.

    Paul bleibt stehen. „Entschuldigung, Mama.“

    „Schon gut. Komm einfach zu uns.“

    „Als Erstes brauchen wir Obst und Gemüse“, sagt Mama.

    „Das ist dort drüben“, meint Max.

    Gemeinsam gehen sie zur Obst- und Gemüseabteilung.

    „Wir brauchen Äpfel“, sagt Mama. „Nehmen wir rote. Die mögen wir am liebsten.“

    Paul und Max suchen sechs schöne, saftige Äpfel aus und legen sie in eine Tüte. Mama wiegt die Äpfel und stellt die Tüte anschließend in den Einkaufswagen.

    Danach kommen noch Bananen, Tomaten, Kartoffeln und Gurken dazu.

    „Das sieht schon nach einem ziemlich vollen Einkaufswagen aus“, meint Max.

    „Keine Sorge“, sagt Mama. „Wir brauchen noch ein paar wichtige Sachen.“

    Als Nächstes gehen sie zum Kühlregal.

    „Milch brauchen wir auch“, sagt Mama.

    „Dürfen wir Joghurt nehmen?“, fragt Max.

    „Aber sicher.“

    „Ich möchte Himbeerjoghurt“, sagt Paul. „Das ist mein Lieblingsjoghurt.“

    „Dann nehme ich Vanille“, sagt Max. „Den mag ich am liebsten.“

    „Gut“, sagt Mama. „Dann kommen noch Milch, Butter und Käse dazu.“

    Mama legt die Sachen in den Einkaufswagen und schiebt ihn weiter.

    Plötzlich bleibt Max stehen.

    „Moment mal. Die kenne ich doch.“

    Vor ihnen stehen eine Frau und ein Mädchen in Max' Alter mit einem Einkaufswagen.

    „Das ist doch Sabine aus meiner Klasse“, sagt Max.

    „Tatsächlich“, meint Mama. „Sie ist mit ihrer Mutter hier.“

    „Hallo“, sagt Mama freundlich.

    „Oh, guten Tag“, erwidert Sabines Mama. „So ein Zufall.“

    „Hallo, Sabine“, sagt Max.

    „Hallo, Max“, antwortet Sabine. „Seid ihr auch einkaufen?“

    „Ja, klar. Das ist mein kleiner Bruder Paul.“

    „Freut mich, dich kennenzulernen, Paul“, sagt Sabine.

    „Ganz meinerseits“, antwortet Paul höflich.

    Sabine schaut zu Max. „Was hast du eigentlich in der letzten Mathearbeit für eine Note bekommen?“

    Max wird ein wenig rot.

    „Tja, ähm, eine Zwei. Und du?“

    „Eine Drei“, sagt Sabine.

    „Toll“, meint Max.

    Sabines Mama schaut auf die Uhr.

    „Wir müssen leider weiter. Auf Wiedersehen und noch einen schönen Tag.“

    „Danke, ebenfalls“, sagt Mama.

    „Tschüss, Sabine“, sagen Paul und Max.

    „Tschüss“, antwortet Sabine.

    Als Sabine und ihre Mutter außer Hörweite sind, muss Paul kichern.

    „Max, du bist total rot geworden, als du mit Sabine gesprochen hast. Ich glaube, du bist in sie verknallt.“

    Max schaut seinen kleinen Bruder empört an.

    „Hör auf, so einen Quatsch zu erzählen.“

    „Du bist aber verliebt“, behauptet Paul.

    „Bin ich nicht.“

    „Bist du doch.“

    „Jetzt reicht es“, sagt Mama. „Ihr beiden sollt euch nicht streiten.“

    Max verschränkt die Arme und schaut demonstrativ in eine andere Richtung. Paul grinst.

    „Wir brauchen noch Mehl“, sagt Mama schließlich. „Das ist dort hinten bei den Getreideprodukten.“

    Sie gehen weiter. Mama nimmt eine Packung Weizenmehl aus dem Regal und legt sie in den Einkaufswagen.

    „Können wir auch eine Packung Kekse nehmen?“, fragt Paul.

    Mama überlegt kurz.

    „Na gut, aber nur eine Packung.“

    „Welche sollen wir nehmen?“, fragt Paul.

    „Ich finde Schokoladenkekse lecker“, meint er selbst.

    „Die mag ich auch“, sagt Max.

    „Ich ebenfalls“, sagt Mama. „Dann nehmen wir die.“

    Max legt die Kekse in den Einkaufswagen.

  • „Jetzt fehlt nur noch Brot“, sagt Mama.

    Auf dem Weg zur Bäckerei kommen sie an den Getränken vorbei. Dort entdecken Paul und Max ihre Lieblingslimonaden.

    „Ich hätte so gerne eine Limonade“, sagt Paul.

    „Ich auch“, meint Max.

    „Mama, dürfen wir jeder eine Flasche nehmen?“

    Mama lächelt.

    „Na gut. Aber danach holen wir wirklich nur noch das Brot.“

    „Ja, Mama“, sagen die beiden.

    „Ich nehme Himbeere“, sagt Paul.

    „Dann nehme ich Zitrone“, entscheidet sich Max.

    Die beiden nehmen jeweils eine Flasche und legen sie vorsichtig in den Einkaufswagen.

    Anschließend gehen sie zur Bäckerei. Dort duftet es nach frischem Brot, Brötchen und Brezeln.

    „Guten Tag“, sagt die freundliche Verkäuferin. „Was darf es sein?“

    „Ich hätte gerne ein großes Vollkornbrot“, sagt Mama.

    „Sehr gerne.“

    Max schaut zur Auslage.

    „Dürfen Paul und ich noch eine Brezel haben?“

    Mama nickt.

    „Von mir aus. Dann bitte zwei Brezeln dazu.“

    „Natürlich“, sagt die Verkäuferin.

    Sie packt das Brot in eine Tüte und reicht es Mama. Die beiden Brezeln gibt sie Paul und Max direkt in die Hand.

    „Danke“, sagt Paul.

    „Bitte schön“, erwidert die Verkäuferin.

    Nun ist der Einkauf geschafft. Die drei gehen zur Kasse. Dort stehen allerdings viele Leute, sodass sie eine Weile warten müssen.

    Als sie endlich an der Reihe sind, helfen Paul und Max Mama dabei, die Einkäufe auf das Kassenband zu legen. Die Verkäuferin scannt die Waren.

    „Das macht zusammen 43 Euro und 60 Cent“, sagt sie.

    Mama bezahlt mit Karte.

    Gemeinsam räumen sie die Einkäufe wieder in den Einkaufswagen und bringen ihn zum Auto.

    Gerade als sie den Supermarkt verlassen, beginnt es zu regnen.

    „Oh nein, jetzt muss es auch noch regnen“, mault Max.

    „Macht doch nichts“, sagt Mama. „Wir sind gleich zu Hause.“

    Schnell bringen sie die Einkäufe zum Auto. Mama räumt die Taschen in den Kofferraum. Danach bringt sie den Einkaufswagen zurück.

    Paul und Max steigen schon einmal ins Auto. Kurz darauf sitzt auch Mama am Steuer, und sie fahren nach Hause.

    Dort angekommen, helfen Paul und Max beim Ausräumen.

    „Die Milch gehört in den Kühlschrank“, sagt Mama.

    Paul trägt die Milch hinein.

    Max räumt die Kekse in den Küchenschrank.

    „Und wohin kommen die Äpfel?“, fragt Paul.

    „In die Obstschale“, antwortet Mama.

    Schon bald sind alle Einkäufe verstaut.

    „Geschafft“, sagt Mama.

    Paul und Max laufen ins Wohnzimmer. Endlich können sie ihr Kartenspiel fortsetzen.

    Nach ein paar Runden steht der Gewinner fest.

    Paul jubelt.

    „Ich habe gewonnen.“

    Max lässt sich nach hinten fallen.

    „Och Mensch.“

    Paul grinst.

    „Mach dir nichts draus. Das nächste Mal gewinnst du bestimmt.“

    Max muss trotz seiner Niederlage lachen. Kurz darauf lachen auch Paul und Mama.

    Am Abend kommt Papa von der Arbeit nach Hause. Kaum hat er seine Jacke ausgezogen, erzählt Paul ihm von ihrem Einkauf.

    Natürlich berichtet er auch davon, dass sie Sabine getroffen haben und Max dabei ganz rot geworden ist.

    Papa schaut zu Max, der auf dem Sofa sitzt, und grinst.

    „Na, Max. Hast du dich vielleicht ein bisschen in Sabine verliebt?“

    „So ein Quatsch“, sagt Max. „Ich finde sie einfach nur nett.“

    „Jaja, du Schwärmer“, meint Paul.

    Max schüttelt den Kopf, muss aber selbst lachen.

    Bald lachen alle gemeinsam. Sogar Mucki kommt neugierig aus dem Flur und schaut die Familie an, als wolle sie wissen, was denn hier so lustig ist.

    So geht ein ganz normaler Einkaufsnachmittag zu Ende.

  • Band 5: Paul & Max besuchen Oma und Opa:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Nachmittag sind Paul und Max etwas beleidigt. Mama und Papa wollen zu ihrem Hochzeitstag nach Rom fahren, und Paul und Max dürfen nicht mit. Während ihre Eltern verreisen, sollen sie bei Oma Christine und Opa Gerhard bleiben.

    Oma Christine und Opa Gerhard sind die Eltern ihrer Mama. Paul und Max sind eigentlich gerne bei ihnen, aber übernachtet haben sie dort noch nie. Jedenfalls können sie sich nicht daran erinnern.

    „Wir wollen aber mit nach Rom“, sagt Paul.

    „Das geht nicht“, erklärt Mama. „Papa und ich möchten unseren Hochzeitstag einmal ganz alleine feiern. Außerdem gefällt es euch beiden bei Oma und Opa bestimmt viel besser als in einer großen Stadt.“

    „Kann schon sein“, meint Max. „Aber geschlafen haben wir noch nie bei ihnen.“

    „Ihr werdet es schon schaffen“, sagt Mama.

    Paul überlegt kurz. „Aber dann muss ich unbedingt meinen Teddy mitnehmen.“

    „Und ich meine DVD-Boxen mit allen 210 Folgen der Garfield Show“, ergänzt Max. „Damit ich vor dem Einschlafen noch ein paar Folgen gucken kann. Das beruhigt mich nämlich immer.“

    „Natürlich könnt ihr die Sachen mitnehmen“, sagt Mama. „Aber denkt auch an eure Zahnbürsten und Schlafanzüge.“

    „Ja, schon klar“, antworten Paul und Max.

    „Wann fahrt ihr eigentlich nach Rom, Mama?“, fragt Paul.

    „Übermorgen“, antwortet Mama.

    „Okay“, sagt Max.

    Der nächste Tag ist mit Reisevorbereitungen vollgepackt. Mama und Papa müssen für Rom packen, während Paul und Max ihre Sachen für die Übernachtungen bei Oma und Opa zusammensuchen.

    Paul packt seinen Teddy in seinen kleinen violetten Rucksack. Dazu kommen noch seine Taschenlampe, sein Lieblingsbuch und eine Tüte Gummibärchen.

    Max hat alle Hände voll zu tun, seine Garfield-Show-DVD-Boxen in seinen Rucksack zu bekommen. Die Boxen sind ziemlich groß, und in jeder befinden sich mehrere Discs, weil es pro Staffel mehr als 50 Folgen gibt. Nach einigem Hin und Her schafft Max es schließlich.

    Da kommt Mama in sein Zimmer.

    „Na, alles okay, Max?“, fragt sie.

    „Ja“, antwortet Max. „Ich habe alles eingepackt.“

    „Ich bin auch fertig“, sagt Paul, der gerade hereinkommt.

    „Gut“, sagt Mama. „Oma holt euch morgen früh ab. Danach bringt ihr mich und Papa noch zum Bahnhof.“

    „Okay“, sagt Max.

    Am nächsten Morgen sitzen Paul und Max mit ihren Eltern beim Frühstück. Mama erzählt, was sie und Papa in Rom alles unternehmen möchten.

    „Wir gehen doch ins Kolosseum, oder, Schatz?“, fragt sie.

    „Aber klar“, antwortet Papa. „Und zum Petersdom gehen wir auch.“

    Dann schaut er zu Paul und Max.

    „Und ihr? Habt ihr schon Ideen, was ihr mit Oma und Opa machen wollt?“

    „Ich habe noch keine Idee“, sagt Paul.

    „Ich auch nicht“, meint Max und überlegt.

    Plötzlich fällt ihm etwas ein.

    „Doch. Direkt neben Omas und Opas Haus ist doch dieses tolle Schwimmbad. Da könnten wir hingehen.“

    „Oh ja“, sagt Paul. „Und ich würde mich freuen, wenn uns Opas Bruder Friedrich besucht. Der ist ein sehr lustiger Mensch.“

    „Und am Abend könnten wir noch die Garfield Show gucken“, ergänzt Max.

    Nach dem Frühstück klingelt es an der Haustür. Oma Christine ist da.

    „Hallo, Oma“, rufen Paul und Max.

    „Hallo, ihr beiden“, sagt Oma. „Freut ihr euch schon darauf, bei mir und Opa zu übernachten?“

    „Und wie“, sagt Max.

    „Können wir ins Schwimmbad gehen?“, fragt Paul.

    „Oder in den Wald ganz in der Nähe?“, möchte Max wissen.

    „Und dürfen wir mit Mamas alten Spielsachen spielen?“, fragt Paul.

    Oma lacht.

    „Halt, halt. Nicht so stürmisch. Wir haben doch genug Zeit.“

    Da schaut Mama auf die Uhr.

    „Oh, wir müssen los. Unser Zug fährt in einer halben Stunde.“

    „Stimmt“, sagt Papa. „Dann sollten wir uns beeilen.“

    Alle steigen in Omas Auto. Zuerst bringen sie Mama und Papa zum Bahnhof.

    Dort fragt Paul: „Wann kommt ihr zurück, Mama?“

    „Übermorgen Abend“, antwortet Mama.

    Da fährt der Zug bereits in den Bahnhof ein.

    Paul und Max umarmen ihre Eltern noch einmal.

    „Tschüss, Mama. Tschüss, Papa. Viel Spaß.“

    „Danke. Euch auch viel Spaß bei Oma und Opa“, sagt Mama.

    Dann müssen Mama und Papa in den Zug steigen. Sie winken ihren Kindern noch einmal zu. Kurz darauf setzt sich der Zug in Bewegung.

    Paul und Max schauen ihm nach. Beiden ist ein bisschen komisch zumute.

    Oma legt ihnen eine Hand auf die Schulter.

    „Wie wäre es, wenn wir zuerst noch ein Eis im Bahnhofscafé essen?“

    „Oh ja“, sagt Paul.

    Paul nimmt eine Kugel Kirsche, Max entscheidet sich für Vanille und Oma nimmt Schokolade.

    Danach fahren sie zum Haus von Oma und Opa.

    Dort begrüßt Opa Gerhard die beiden freudig.

    „Hallo, ihr beiden. Kommt rein. Ich zeige euch erst einmal, wo ihr schlafen werdet.“

    Paul und Max gehen mit Opa ins Haus.

    Opa öffnet eine Tür.

    „Das war das Zimmer eurer Mama, als sie noch ein Kind war. Hier könnt ihr schlafen.“

    „Oh, cool“, sagt Paul.

    Die beiden beginnen, ihre Sachen auszupacken. Paul legt seinen Teddy aufs Bett, während Max seine Garfield-Show-DVD-Boxen in ein Regal stellt.

    Opa staunt, als er die vielen Boxen sieht.

    „Die sind aber groß.“

    „Ja. Da sind alle 210 Folgen der Garfield Show drin“, erklärt Max.

    „210?“, fragt Opa. „Das sind aber ganz schön viele.“

    „Das kann man wohl sagen“, meint Paul.

    „Wir könnten heute Abend eine Folge anschauen“, schlägt Max vor. „Dürfen wir, Opa?“

    „Aber sicher“, antwortet Opa.

    Nachdem Paul und Max ihre Sachen ausgepackt haben, gibt es erst einmal Apfelkuchen, den Oma selbst gebacken hat. Dazu gibt es Schlagsahne.

    Nach dem Kuchen sagt Oma: „Jetzt möchte ich euch etwas zeigen. Eure Mama und ihre Geschwister haben als Kinder einige interessante Sachen gehabt. Kommt mit auf den Dachboden.“

    „Oh ja“, sagt Paul.

    Paul und Max schauen sich gerne alte Dinge an.

    Auf dem Dachboden öffnet Oma eine große Kiste. Darin liegen alte Spielsachen, Schachteln und viele andere Dinge.

    Oma holt einen etwas zersausten Indianerschmuck heraus.

    „Der hat eurem Onkel Roland gehört“, erklärt sie. „Er hat als Kind gerne Cowboy und Indianer gespielt.“

    „Toll“, sagt Paul beeindruckt.

    Dann holt Oma eine hübsche Muschel hervor.

    „Diese Muschel hat eure Mama einmal von einem Strandurlaub mitgebracht. Damals war sie fünf Jahre alt.“

    Paul betrachtet die Muschel neugierig.

    Anschließend wühlt er selbst ein wenig in der Kiste und zieht mehrere Kassetten heraus.

    Er schaut sie sich genauer an.

    „Das sind Bibi und Tina.“

    „Unsere Mama hat Bibi und Tina gehört?“, fragt er.

  • „Natürlich“, sagt Oma. „Sie und ihre Geschwister haben die Kassetten als Kinder rauf und runter gehört. Besonders oft hat eure Mama die Folge ,Papi lernt reiten‘ gehört.“

    „Die kenne ich auch“, sagt Paul. „Das ist die Folge, in der Bibis Papi Bernhard auf den Martinshof kommt und an der Fuchsjagd teilnimmt.“

    „Ganz genau“, sagt Oma.

    Dann öffnet sie eine andere Kiste.

    „Und jetzt zeige ich euch noch etwas, das nichts mit Spielen zu tun hat.“

    Oma holt eine silberne Schatulle heraus und öffnet sie. Darin liegt eine goldene Kette.

    „Boah, die ist schön“, sagt Max.

    „Ja“, erklärt Oma. „Die hat meiner Mutter gehört, also eurer Uroma. Sie lebt leider nicht mehr.“

    „Schade“, sagt Paul.

    Oma legt die Kette vorsichtig zurück.

    „Und was möchtet ihr jetzt machen?“

    „Dürfen wir noch ein bisschen im Garten spielen, bevor es Abendessen gibt?“, fragt Paul.

    „Natürlich“, sagt Oma.

    Paul und Max laufen nach draußen.

    Im Garten entdecken die beiden Opas Schuppen. Die Tür steht offen.

    Paul und Max gehen hinein. Dort finden sie eine alte Kiste.

    „Was da wohl drin ist?“, fragt Paul.

    „Schauen wir nach“, sagt Max.

    Sie öffnen die Kiste. Darin liegen, ähnlich wie in der Kiste auf dem Dachboden, viele alte Dinge.

    Da kommt Opa hinzu.

    „Hey, was macht ihr denn da?“

    „Hallo, Opa“, sagt Paul. „Wir haben die alte Kiste entdeckt und wollten sehen, was darin ist.“

    „Ach so“, sagt Opa. „Soll ich euch ein paar Sachen zeigen?“

    „Oh ja, bitte“, sagen Paul und Max.

    Opa zieht einen hübschen blauen Teddy aus der Kiste.

    „Das war mein Lieblingsteddy, als ich klein war. Ich habe ihn damals überallhin mitgenommen.“

    „Toll“, sagt Max.

    Anschließend holt Opa eine kleine Schachtel heraus. Darin befinden sich alte Fotos.

    Er zeigt auf ein Bild.

    „Das ist ein Hochzeitsfoto meiner Eltern, also eurer Urgroßeltern. Das ist über 60 Jahre her. Kaum zu glauben, oder?“

    „Allerdings“, sagt Max.

    Max zeigt auf eine Frau auf dem Foto.

    „Und wer ist diese Frau?“

    „Das ist meine Tante Paula“, erklärt Opa. „Die Schwester meiner Mutter. Sie ist ein sehr netter Mensch.“

    „Haben wir sie schon einmal gesehen?“, fragt Paul.

    „Ja, als ihr noch kleiner wart. Heute lebt sie allerdings in Amerika.“

    Opa holt ein weiteres Foto hervor.

    „Und hier, das sind mein Bruder Friedrich und ich. Da muss ich ungefähr sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein.“

    Paul betrachtet das Bild.

    „Mann, wie pummelig du warst.“

    Opa lacht.

    „Ja, das stimmt wohl. Aber jetzt haben wir genug Fotos angeschaut.“

    Er legt die Bilder zurück in die Schachtel und diese wieder in die Kiste.

    Danach holt er noch eine kleine silberne Kanne heraus.

    „Was ist das?“, fragt Paul.

    „Eine Milchkanne“, erklärt Opa. „Damit musste ich als Kind immer frische Milch vom Bauernhof holen. Die Milch hat meinem Bruder und mir damals sehr gut geschmeckt.“

    „Das glaube ich dir“, sagt Paul.

    Dann fragt er: „Kann dein Bruder uns mal besuchen kommen?“

    „Klar“, sagt Opa. „Stellt euch vor, er kommt morgen sogar zum Frühstück. Ich habe ihn heute angerufen.“

    „Das ist ja klasse“, sagen Paul und Max.

    In diesem Moment ruft Oma aus dem Haus:

    „Kinder, Abendessen.“

    „Wir kommen“, rufen Paul und Max.

    Gemeinsam mit Opa gehen sie ins Haus.

    Oma hat Fischstäbchen mit Bratkartoffeln gemacht.

    Paul und Max langen ordentlich zu. Paul nimmt sich gleich vier Fischstäbchen.

    Oma muss lächeln.

    „Na, Paul, du hast aber Hunger.“

    „Na klar“, antwortet Paul. „Ich esse Fischstäbchen so gerne.“

    Nach dem Abendessen helfen Paul und Max Oma beim Abwasch. Anschließend putzen sie sich im Badezimmer die Zähne.

    Danach dürfen sie noch die Garfield Show anschauen.

    „Zuerst suchst du eine Folge aus und dann ich, okay?“, schlägt Max vor.

    „Ja, einverstanden“, sagt Paul.

    Er überlegt.

    „Ich würde gerne die Folge sehen, in der Mrs. Cauldrons Nichte Winona Jon heiraten will und ihn in den Turm der Hexerei bringt. Das ist eine meiner Lieblingsfolgen.“

    „Du meinst ,Die Hexenbraut‘“, sagt Max. „Warte, das ist Folge 132 aus Staffel 3.“

    Er holt die passende DVD heraus, legt sie in den DVD-Player und wählt die Folge im Menü aus.

    Paul und Max amüsieren sich bei der Anfangsszene, in der Garfield den Karottenselleriesalat für den Geburtstag von Jons Freundin Liz mopst.

    Auch die Szene, in der Garfield und Odie zusammen mit der von Winona in eine Maus verwandelten Liz und Mrs. Cauldron auf dem Staubsauger zum Turm der Hexerei fliegen, finden sie lustig.

    Oma und Opa setzen sich zu ihnen und schauen ebenfalls mit.

    Danach ist Max an der Reihe.

    „Ich würde gerne ,Der neue Autor‘ sehen. Das ist Folge 154, ebenfalls aus Staffel 3.“

    Sie wählen die Folge aus.

    Darin geht es um Mr. Underberger, einen neuen Autoren der Garfield Show, der aus der Serie eine ernste Kultursendung machen möchte.

    Besonders lustig finden die Kinder die Stellen, an denen Garfield sich als Doktor verkleidet und Mr. Underberger auf Bananenschalen ausrutscht.

    Als die Folge vorbei ist, schaut Opa auf die Uhr.

    „So, jetzt ist es Zeit fürs Bett.“

    Paul und Max nicken, ziehen ihre Schlafanzüge an und gehen ins Bett.

    Vor dem Einschlafen denkt Paul noch einmal an Mama und Papa.

    „Was sie heute wohl alles in Rom gemacht haben?“, fragt er sich.

    Kurz darauf schläft er ein.

    Am nächsten Morgen kommt Oma ins Zimmer.

    „Guten Morgen, ihr beiden.“

    „Guten Morgen“, antworten Paul und Max und gähnen.

    „Das Frühstück ist schon fertig. Und Friedrich müsste auch bald da sein.“

    Paul und Max stehen auf und gehen ins Bad.

    Kurz darauf sitzen sie in der Küche.

    Auf dem Tisch stehen Brötchen, Kakao, Marmelade, Wurst und Käse. Oma hat sogar Rührei gemacht.

    Paul bestreicht ein Brötchen mit Omas selbst gemachter Kirschmarmelade. Max belegt seines mit Käse.

    Da klingelt es an der Tür.

    Opa geht öffnen. Paul und Max laufen hinterher.

    Vor der Tür steht Opas Bruder Friedrich.

    „Hallo, Bruderherz“, begrüßt er Opa.

    „Hallo, Friedrich“, erwidert Opa.

    Als Friedrich Paul und Max sieht, lächelt er.

    „Na so was. Euch beide habe ich ja lange nicht mehr gesehen. Schön, euch zu sehen.“

    „Hallo, Onkel Friedrich“, sagen Paul und Max.

    Friedrich schaut zur Seite.

    „Ich habe übrigens noch jemanden mitgebracht.“

    Neben ihm steht Georg, Pauls und Max' Cousin.

    Georg ist der Sohn von Onkel Roland. Paul und Max freuen sich sehr, ihn zu sehen.

    „Hallo, Georg“, sagt Max. „Was machst du denn hier?“

    „Mir war zu Hause langweilig“, erklärt Georg. „Mein Papa muss arbeiten und meine kleine Schwester Vera hat Halsschmerzen. Mama muss sich um sie kümmern. Deshalb habe ich Onkel Friedrich gefragt, ob ich mit zu Oma und Opa kommen darf. Und er hat Ja gesagt.“

    „Das ist ja klasse“, sagt Paul.

    Opa deutet auf den Frühstückstisch.

    „Wollt ihr nicht mit uns frühstücken?“

    „Aber gerne“, sagt Friedrich.

    Gemeinsam gehen sie in die Küche und setzen sich an den Tisch.

    Beim Frühstück erzählt Friedrich ein paar Witze.

  • „Was ist grün und sitzt auf dem Klo? Ein Kacktus.“

    Alle lachen.

    Kurz darauf fragt Friedrich: „Was ist das Gegenteil von einer Orange?“

    Alle überlegen.

    „Keine Ahnung?“, sagt Friedrich. „Ganz einfach: eine Apfelne.“

    Jetzt müssen alle noch mehr lachen.

    Nach dem Frühstück gehen Paul und Max mit Georg in den Garten.

    „Was wollen wir spielen?“, fragt Max.

    „Vielleicht Verstecken?“, schlägt Paul vor.

    Georg schüttelt den Kopf.

    „Ach nö, das ist langweilig. Wir könnten auf meinem Handy Videos von meiner Lieblingstänzerin anschauen.“

    „Na gut“, sagen Paul und Max.

    „Danach können wir Oma und Opa fragen, ob wir ins Schwimmbad gehen.“

    „Okay“, sagt Georg.

    Sie setzen sich zusammen und schauen auf YouTube einige Videos.

    Nach einer Weile wird Paul ungeduldig.

    „Das ist schon das siebte Video. Können wir nicht mal etwas anderes machen?“

    „Na gut“, sagt Max. „Dann fragen wir jetzt Oma und Opa.“

    Bevor sie ins Haus gehen können, ruft Oma nach draußen:

    „Kinder, Telefon. Paul, Max, eure Mama ist dran.“

    Paul schaut überrascht.

    „Mama? Wie nett, dass sie anruft.“

    Oma gibt ihm das Handy.

    „Hallo, Mama?“, sagt Paul.

    „Hallo, Paul“, antwortet Mama. „Wie geht es dir und Max? Habt ihr eure erste Übernachtung gut überstanden? Und was habt ihr schon gemacht?“

    „Uns geht es gut“, erzählt Paul. „Wir haben mit Oma und Opa alte Sachen und Fotos aus Kisten angeschaut. Gestern Abend haben wir die Garfield Show geguckt. Und Georg und Onkel Friedrich sind gerade auch hier.“

    „Das klingt ja interessant“, sagt Mama. „Kannst du mir bitte einmal Max und Georg geben? Ich möchte auch mit ihnen sprechen.“

    „Klar“, sagt Paul.

    Er reicht das Handy zuerst Max und anschließend Georg.

    Als Georg das Gespräch beendet hat, fragt Paul Oma:

    „Können wir ins Schwimmbad gehen?“

    „Natürlich“, sagt Oma. „Nach dem Mittagessen können wir los.“

    Zum Mittagessen macht Oma Spaghetti mit Tomatensauce.

    Direkt danach packen alle ihre Badesachen ein und gehen zum Schwimmbad nebenan.

    Dort gibt es mehrere Schwimmbecken, ein Sprungbrett, einen kleinen Spielplatz und ein Restaurant.

    Paul schaut sich begeistert um.

    „Ist das toll hier.“

    „Kann man wohl sagen“, stimmt Max ihm zu.

    Zuerst gehen sie in die Umkleidekabine und ziehen ihre Badesachen an. Danach gehen sie ins Kinderbecken.

    Georg springt als Erster hinein.

    „Das Wasser ist schön warm.“

    Paul und Max springen hinterher.

    Eine Weile plantschen die drei im Wasser, spritzen sich gegenseitig nass und gehen auf die Wasserrutsche.

    Irgendwann bekommen sie Hunger.

    Gemeinsam mit Oma, Opa und Onkel Friedrich gehen sie ins Restaurant.

    Paul bestellt Pommes mit Ketchup. Max nimmt eine Bratwurst und Georg einen Hot Dog. Paul möchte zusätzlich eine Himbeerlimonade.

    Dann lassen sie es sich schmecken.

    „Mhm, meine Pommes sind echt lecker“, sagt Paul.

    „Mein Hot Dog auch“, meint Georg.

    „Schön, dass es euch schmeckt“, sagt Opa.

    Während des Essens erzählt Onkel Friedrich Geschichten aus seiner und Opas Kindheit.

    „Einmal haben wir mit unseren Eltern Urlaub auf einem Bauernhof gemacht“, erzählt er. „Ich mochte eine bestimmte Kuh dort so gerne, dass ich jeden Tag mit ihr gekuschelt habe.“

    „Süß“, sagen die Kinder.

    „Und dann kam etwas noch Süßeres“, fährt Friedrich fort. „Die Kuh bekam nämlich ein Kälbchen. Mein Bruder und ich haben die Geburt sogar miterlebt.“

    „Ja, daran erinnere ich mich noch gut“, sagt Opa.

    Nach dem Essen wird es Zeit, nach Hause zu gehen.

    Auf dem Rückweg erzählen Paul, Max und Georg, was ihnen an diesem Tag am besten gefallen hat.

    Am Abend müssen Georg und Onkel Friedrich wieder nach Hause. Vorher darf Georg aber noch gemeinsam mit Paul und Max eine Folge der Garfield Show anschauen.

    Heute darf Georg auswählen.

    Da er die Serie noch nicht so gut kennt wie seine Cousins, schlägt Max vor, zunächst in Staffel 4 nach einer passenden Folge zu suchen.

    Er legt die DVD ein und öffnet das Menü.

    Georg entdeckt einen Titel, der ihm gefällt.

    „Die Sinn-Krise. Das klingt interessant.“

    „Gut, dann nehmen wir die“, sagt Max.

    Sie starten die Folge.

    In ,Die Sinn-Krise‘ steckt Garfield in einer existenziellen Krise. Er weiß nicht mehr, warum es ihn überhaupt gibt, und nicht einmal Jon kann ihn mit Lasagne aufmuntern.

    Als Garfield traurig durch die Straßen zieht, trifft er Paddy, einen netten Kobold, den er bereits aus einer früheren Folge kennt.

    Paddy nimmt Garfield mit in eine Parallelwelt. Dort zeigt er ihm anhand verschiedener Beispiele, warum es wichtig ist, dass es ihn gibt und wie die Welt ohne ihn aussehen würde.

    In dieser Welt wohnt beispielsweise eine alte Dame in Jons Haus, während Jon und Odie in einer Villa leben. Auch Garfields Freundin Arlene ist dort mit Bruno zusammen, obwohl sie ihn eigentlich nicht leiden kann.

    Am Ende kehrt Garfield glücklich in seine eigene Welt zurück.

    Georg lehnt sich zurück.

    „Das war eine coole Folge. Aber irgendwie auch ein bisschen traurig.“

    „Ja“, meint Max. „Aber lehrreich ist sie auch.“

    Opa schaut auf die Uhr.

    „So, jetzt wird es wirklich Zeit.“

    „Stimmt“, sagt Friedrich.

    Er verabschiedet sich gemeinsam mit Georg von allen.

    „Gute Nacht“, sagt Georg.

    „Gute Nacht“, antworten Paul und Max.

    Onkel Friedrich und Georg steigen ins Auto und fahren nach Hause.

    Paul und Max essen anschließend mit Oma und Opa zu Abend. Danach putzen sie sich die Zähne und gehen ins Bett.

    In dieser Nacht schläft Paul viel besser als in der ersten.

    Am nächsten Morgen sitzen die vier beim Frühstück.

    „Eure Eltern kommen heute Abend wieder“, sagt Oma. „Was wollen wir bis dahin noch machen?“

    „Können wir in den Wald gehen?“, fragt Paul. „Dort ist es so schön.“

    Opa nickt.

    „Warum nicht. Das ist eine gute Idee.“

    Nach dem Frühstück machen sie sich auf den Weg.

    Im Wald ist es ruhig und wunderschön. Die Baumkronen sind grün, überall blühen Blumen und aus den Bäumen ist das Zwitschern der Vögel zu hören.

    Paul und Max atmen die frische Luft ein.

    „Ach, ist das schön hier“, sagt Paul.

    „Da habt ihr recht“, meint Opa.

    Paul entdeckt ein Eichhörnchen in einem Baum. Max sieht sogar eine kleine Wildschweinfamilie.

    Opa macht einige Fotos, damit Paul und Max sie später ihren Eltern zeigen können.

    Nach dem Spaziergang gehen sie wieder nach Hause.

    Am frühen Abend ist es schließlich so weit.

    Es klingelt an der Haustür.

    Oma geht öffnen.

    Vor der Tür stehen Mama und Papa.

    Paul und Max kommen sofort angelaufen.

    „Hallo, Mama. Hallo, Papa.“

    Mama schließt ihre Kinder in die Arme.

    „Hallo, ihr beiden.“

    „Wie war es in Rom?“, fragt Paul.

    „Wunderschön“, sagt Mama. „Wir waren im Kolosseum und beim Petersdom. Außerdem haben wir eine Bootstour gemacht.“

    „Es war wirklich romantisch“, ergänzt Papa.

    Dann schaut er zu Paul und Max.

    „Und wie war es bei euch?“

    „Auch ganz super“, erzählt Paul. „Wir waren mit Onkel Friedrich und Georg im Schwimmbad. Und heute Vormittag waren wir noch im Wald.“

    „Wir wollten noch etwas unternehmen, bevor ihr wiederkommt“, ergänzt Max.

    „Ach, da fällt mir ein“, sagt Papa. „Wir haben euch etwas aus Rom mitgebracht.“

    Er öffnet seinen Koffer und holt ein Puzzle vom Kolosseum und einen Plüschdelfin heraus.

    „Das Puzzle ist für dich, Paul. Und den Delfin haben wir für dich besorgt, Max.“

    „Danke, Papa“, sagen beide.

    Paul hält sein Puzzle in den Händen.

    Dann fragt er: „Dürfen wir irgendwann wieder bei Oma und Opa übernachten?“

    „Natürlich“, sagt Mama.

    Max grinst.

    „Vielleicht zusammen mit Georg.“

    Da müssen alle lachen.

  • Band 6: Paul & Max als Babysitter:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Nachmittag sitzen Paul und Max mit ihren Eltern im Wohnzimmer und schauen ihre Lieblingssitcom. Da klingelt es an der Tür. Mama geht öffnen. Vor der Tür steht die Nachbarin Frau Hauser. In der Hand hält sie eine Babyschale, in der ihr kleiner Sohn Nico sitzt.

    „Guten Tag, Frau Hauser“, begrüßt Mama die Nachbarin.

    „Guten Tag, Frau Bender“, erwidert Frau Hauser. „Ich möchte Sie um einen Gefallen bitten. Ich habe einen Termin auf dem Gemeindeamt und mein Mann ist gerade auf Geschäftsreise. Deshalb wollte ich Sie fragen, ob Sie so lange auf Nico aufpassen könnten.“

    „Aber sicher. Paul und Max werden sich bestimmt freuen. Sie spielen doch so gerne mit Nico“, meint Mama.

    Mama bittet Frau Hauser herein und führt sie ins Wohnzimmer.

    „Hallo, Frau Hauser“, begrüßen Paul und Max die Nachbarin.

    „Guten Tag, ihr beiden“, sagt Frau Hauser. „Ich habe einen wichtigen Termin und deshalb eure Mama gebeten, auf Nico aufzupassen.“

    „Das können wir doch machen“, meint Max. „Paul und ich sind schon alt genug dafür.“

    „Klar, warum nicht?“, sagt Mama.

    „Also gut, einverstanden“, sagt Frau Hauser. „In spätestens einer Stunde bin ich wieder zurück.“

    Frau Hauser nimmt ihren Sohn aus der Babyschale, setzt ihn auf den Teppich und verabschiedet sich von ihm.

    „Also dann, tschüss, Nico. Ich bin bald zurück.“, sagt sie.

    Nico nickt und lacht vergnügt. Frau Hauser verlässt das Haus und macht sich auf den Weg zu ihrem Termin.

    Paul und Max überlegen inzwischen, was sie mit Nico spielen könnten.

    „Nico ist erst ein Jahr alt“, überlegt Paul. Zum Fußballspielen ist er also noch viel zu klein.“

    „Tja, das stimmt. Wie wäre es, wenn wir mit den Spielzeugautos spielen?“, schlägt Max vor.

    Doch da krabbelt Nico in die Küche.

    „Halt, Nico. Wo willst du hin?“, ruft Paul.

    Paul und Max laufen ihm hinterher. Nico ist inzwischen in der Küche angekommen. Er zeigt auf die Obstschale.

    „Da!“, sagt er.

    „Willst du eine Banane?“, fragt Paul

    „Ja, Banane“, antwortet Nico.

    „Okay“, sagt Paul.

    Er nimmt eine Banane aus der Schale, schält sie für Nico und gibt sie ihm. Nico lässt sich die Banane schmecken. Nachdem er sie aufgegessen hat, wirft er die Schale einfach auf den Boden.

    „Hey, Nico, das macht man nicht“, ermahnt Max ihn. „Bananenschalen gehören in den Mülleimer.“

    Max hebt die Schale auf und wirft sie in den Mülleimer. In diesem Moment kommt Mama in die Küche.

    „Na, kommt ihr gut mit Nico klar?“, fragt sie.

    „Aber ja, Mama“, sagt Paul.

    „Das ist schön. Wie wäre es, wenn ihr ihm jetzt etwas vorlest?“, schlägt Mama vor.

    „Gute Idee“, meint Max.

    Paul und Max verlassen die Küche und gehen in Pauls Zimmer. Dort liegt Mucki auf Pauls Bett und schnurrt zufrieden. Nico zeigt auf die Katze.

    „Mucki“, sagt er.

    „Hey, du kannst ja Muckis Namen sagen“, sagt Paul beeindruckt.

    Nico lacht vergnügt. Paul wühlt in seinem Bücherregal und zieht ein Bibi-Blocksberg-Buch hervor.

    „Willst du etwas von Bibi Blocksberg hören?“, fragt er.

    Nico schüttelt den Kopf. Paul zieht ein anderes Buch hervor. Diesmal ist es ein Bilderbuch mit Fahrzeugen.

    „Willst du das hier anschauen?“, fragt er.

    „Ja“, sagt Nico.

    Er deutet auf das Cover.

    „Bagger“, sagt er.

    „Ja, genau. Das ist ein Bagger“, sagt Paul.

    Er schlägt das Buch auf und zeigt Nico die Bilder. Nico zeigt auf eine Stelle.

    „Da.“

    „Das ist ein Bus“, erklärt Paul.

    Er zeigt auf eine andere Stelle.

    „Und das da ist ein Auto.“

    Er blättert weiter.

    „Und hier ist wieder ein Bagger.“

    „Bagger“, sagt Nico.

    „Genau“, sagt Paul.

    Sie schauen sich noch ein paar Seiten an. Dann klappt Paul das Buch zu und stellt es zurück ins Regal.

    „Was spielen wir jetzt?“, fragt er.

    „Keine Ahnung“, antwortet Max.

    Doch Nico weiß es schon. Er zeigt auf eine Rassel, die auf dem Regal liegt.

    „Da“, sagt er.

    „Du willst mit der Rassel spielen?“, fragt Max. Ja, das kannst du machen.“

    Er nimmt die Rassel vom Regal und gibt sie Nico. Der Kleine lacht vergnügt und beginnt zu rasseln. Auch Paul und Max finden die Rasselmusik schön.

    Da ruft Mama aus dem Wohnzimmer:

    „Paul, Max, könnt ihr bitte mal kommen?“

    „Ja, Mama, wir kommen.“

    Paul und Max laufen aus dem Zimmer zu ihrer Mutter ins Wohnzimmer. Dabei merken sie nicht, dass Nico ihnen nicht folgt. Er krabbelt stattdessen in Max' Zimmer. Dort entdeckt er auf der Kommode Max' Handy.

    So ein Ding kennt er natürlich auch von zu Hause, denn seine Mama hat schließlich ebenfalls ein Handy.

    „Tuut!“, sagt er.

    Nico drückt auf einige Tasten. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine Männerstimme.

    „Hallo, hallo?“

  • Tja, leider hat Nico durch Zufall die 112 gewählt. Das ist die Notrufnummer der Feuerwehr. Da sich niemand meldet, legt die Stimme wieder auf.

    Kurz darauf ertönt Tatütata. Vor dem Haus der Benders hält ein Feuerwehrwagen. Paul, Max und ihre Eltern staunen nicht schlecht.

    „Nanu, was macht denn die Feuerwehr hier?“, wundert sich Max. „Es brennt doch gar nicht, und angerufen hat doch auch keiner von uns.“

    Da klingelt es an der Haustür. Ein Feuerwehrmann kommt herein.

    „Guten Tag, ich bin Brandmeister Altmann“, sagt er. „Was ist passiert? Wer hat angerufen?“

    „Also, ich habe nicht angerufen“, sagt Max.

    „Ich auch nicht“, sagt Paul.

    „Und wir erst recht nicht“, sagen Mama und Papa.

    In diesem Moment kommt Nico angekrabbelt.

    „Tuut, tuut“, macht er.

    Herr Altmann schaut ihn an.

    „Ah, hast du telefoniert, mein Kleiner?“, fragt er.

    Nico krabbelt zurück in Max' Zimmer. Die anderen folgen ihm. Dort zeigt er auf Max' Handy.

    „Da“, sagt er.

    Jetzt wird Max klar, was passiert ist.

    „Oh nein“, ruft er. „Er hat mein Handy benutzt. Aber normalerweise habe ich doch immer die Tastensperre drin.“

    „Das ist auch richtig so“, erklärt Herr Altmann. „Notrufnummern können aber trotz Tastensperre gewählt werden.“

    Er nimmt Nico auf den Arm.

    „Hör zu, Nico. Ein Handy ist kein Spielzeug.“, erklärt er streng.

    „Ja, Auto.“, erwidert Nico.

    Herr Altmann muss lächeln.

    „Ja, spiel lieber mit einem Auto.“, sagt er, schon versöhnlicher gestimmt.

    Dann wendet er sich an die Familie.

    „Gut, dann wäre alles geklärt. Aber bitte achtet in Zukunft besser auf Nico, wenn ihr auf ihn aufpasst.“

    „Ja, das machen wir.“

    Herr Altmann verabschiedet sich, steigt in den Feuerwehrwagen und fährt zurück zur Feuerwache.

    Paul und Max spielen weiter mit Nico. Eine halbe Stunde später klingelt es erneut an der Tür. Mama geht öffnen. Vor der Tür steht Frau Hauser.

    „Hallo“, sagt sie. „Ich komme, um Nico wieder abzuholen.“

    Nico krabbelt zu ihr.

    „Mama.“, sagt er.

    „Ja, ich bin deine Mama.“, sagt Frau Hauser.

    Sie lächelt und wendet sich an Paul und Max.

    „Na, ist alles gut gegangen?“

    „Naja, sagen wir mal, es ist alles gut ausgegangen.“, antwortet Max.

    Er wirkt ein wenig verlegen.

    „Dürfen wir mal wieder auf Nico aufpassen?“, fragt Paul.

    „Aber sicher dürft ihr das“, sagt Frau Hauser. „Aber erst einmal gehen Nico und ich wieder nach Hause.“

    Sie setzt Nico in die Babyschale.

    „Also dann, einen schönen Abend noch.“, sagt sie.

    „Danke, ebenfalls.“

    Paul und Max verabschieden sich gemeinsam mit ihren Eltern. Frau Hauser verlässt mit Nico das Haus und geht wieder nach nebenan.

    Paul und Max sind froh, dass sie es geschafft haben, auf Nico aufzupassen. Auch wenn dabei nicht alles ganz nach Plan gelaufen ist.

  • Band 7: Paul & Max im Restaurant:


    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt.

    Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Mittag gehen Paul und Max mit ihren Eltern in die Stadt. Der Grund ist einfach: Heute wollen sie zur Abwechslung einmal in einem Restaurant essen. Paul und Max freuen sich besonders darüber, denn dort waren sie schon ewig nicht mehr. Auf der Speisekarte stehen schließlich so viele leckere Sachen: Pizza, Spaghetti mit Tomatensauce, Schnitzel mit Pommes und zum Nachtisch gibt es sogar Eis.

    Das Restaurant liegt gegenüber von der Zahnarztpraxis von Pauls und Max' Zahnarzt Dr. Böttcher und hat einen kleinen Garten. Als die Familie vor dem Restaurant angekommen ist, bleibt Mama kurz stehen.

    „Wollt ihr drinnen oder draußen essen?“

    „Draußen“, entscheidet Paul. „Heute ist doch so schönes Wetter.“

    „Okay“, stimmt Papa zu. „Das können wir machen.“

    Die vier gehen zunächst durch das Restaurant und anschließend durch einen Hinterausgang in den Garten. Dort suchen sie sich einen freien Tisch und nehmen Platz. Kurz darauf kommt eine freundliche Kellnerin und bringt die Speisekarten.

    Paul, Max und ihre Eltern schauen sich in Ruhe die verschiedenen Gerichte an. Nach einer Weile kommt die Kellnerin wieder zu ihrem Tisch.

    „Haben Sie schon gewählt?“

    Paul nickt.

    „Ja. Ich nehme Spaghetti mit Tomatensauce und dazu einen Orangensaft.“

    „Für mich bitte ein Schnitzel“, ergänzt Max.

    „Mit Pommes?“

    „Ja, und mit Ketchup. Zu trinken möchte ich auch einen Orangensaft.“

    „Alles klar.“

    Die Kellnerin notiert sich die beiden Bestellungen und wendet sich anschließend an die Eltern.

    „Und was darf ich Ihnen bringen?“

    Mama schaut noch einmal in die Speisekarte.

    „Ich hätte gern eine Spargelsuppe. Dazu nehme ich ein großes Mineralwasser.“

    „Dann nehme ich eine Pizza Salami“, fügt Papa hinzu. „Und einen Kaffee.“

    „Natürlich.“

    Die Kellnerin schreibt auch diese Bestellungen auf und geht wieder ins Restaurant.

    Nach einer Weile kommt sie mit den Getränken zurück. Die vier bedanken sich und beginnen zu trinken. Paul nimmt einen großen Schluck von seinem Orangensaft. Dann schaut er sich ungeduldig um.

    „Wann kommt denn unser Essen?“

    Papa lächelt.

    „Die Köche müssen es doch erst zubereiten. Das dauert ein bisschen.“

    Mama schaut auf die Uhr.

    „Ihr könnt doch solange auf dem Spielplatz spielen, bis das Essen da ist.“

    „Oh ja“, freuen sich Paul und Max.

    Sofort stehen die beiden auf und laufen zum kleinen Spielplatz im Restaurantgarten. Dort entdecken sie jemanden, den sie gut kennen.

    Es ist Alexander, ein Schulfreund von Max.

    „Hallo, Alexander“, begrüßt Max ihn.

    Alexander dreht sich um und grinst.

    „Ah, hallo Max, hallo Paul. Nett, euch hier zu treffen.“, erwidert er.

    „Bist du auch zum Essen hier?“, möchte Max wissen.

    „Ja, klar. Ich bin mit meiner Mama und meinem Opa hier“, erklärt Alexander. „Wir sitzen dort hinten.“

    Paul und Max drehen sich um. An einem Tisch weiter hinten sitzen Alexanders Mama und sein Opa. Als sie die beiden Jungen entdecken, winken sie freundlich. Paul und Max winken zurück.

    Alexanders Eltern leben geschieden. Nach der Trennung ist Alexander mit seiner Mama zu seinem Opa gezogen. Aber das tut hier nichts zur Sache.

    Jedenfalls spielen die drei Jungen eine Weile zusammen. Sie rutschen auf der Rutsche, fahren mit dem Sitzkarussell und spielen mehrere Runden Fangen. Dabei vergeht die Zeit wie im Flug.

    Plötzlich hören Paul und Max ihre Mama rufen.

    „Paul, Max, euer Essen ist da.“

    „Wir kommen“, rufen die beiden und laufen zurück zum Tisch.

    Auch Alexander verabschiedet sich kurz von seinen Freunden und geht zurück zu seiner Mama und seinem Opa.

    Paul und Max setzen sich wieder hin und bedanken sich bei der Kellnerin. Dann nehmen sie ihr Besteck und beginnen zu essen.

    Paul wickelt die Spaghetti um seine Gabel.

    „Mhm, die Spaghetti schmecken lecker.“

    „Mein Schnitzel schmeckt auch gut“, findet Max.

    Mama nimmt einen Löffel von ihrer Spargelsuppe.

    „Möchtest du einmal probieren, Paul?“

    „Gerne.“

    „Warte, ich gebe dir einen kleinen Löffel.“

    Mama taucht ihren Löffel in die Suppe und gibt Paul einen kleinen Schluck.

  • „Mhm, köstlich.“

    Auch Alexander, seine Mama und sein Opa lassen sich ihr Essen schmecken. Alexander hat sich eine Pizza Margherita bestellt. Nach dem ersten Stück nickt er zufrieden.

    „Die schmeckt lecker.“

    „Schön, dass sie dir schmeckt, Alexander“, freut sich seine Mama.

    Dann schaut sie zu ihrem Vater.

    „Danke, dass du uns eingeladen hast, Papa.“

    „Ach, das habe ich doch gern gemacht.“

    Nach einer Weile sind sowohl Pauls und Max' Familie als auch Alexanders Familie mit dem Essen fertig. Die Kellnerin kommt wieder, räumt die Teller ab und schaut in die Runde.

    „Na, war alles recht bei Ihnen?“

    „Ja, danke“, antwortet Papa.

    Dann wendet er sich an Paul und Max.

    „Wollt ihr noch einen Nachtisch, Jungs?“

    „Oh ja, bitte. Eis“, wünscht sich Paul.

    „Ich auch“, sagt Max.

    Die Kellnerin lächelt.

    „Welche Sorten möchtet ihr?“

    „Ich will Pistazie“, sagt Paul.

    „Und ich Erdbeere“, fügt Max hinzu.

    „Jawohl.“

    Die Kellnerin nimmt die Bestellung auf und geht wieder ins Restaurant.

    Nach einer Weile kehrt sie mit zwei Eisbechern zurück. Paul und Max beginnen sofort, ihr Eis zu essen. Paul genießt sein Pistazieneis, während Max zufrieden seine Erdbeerkugel löffelt.

    Als die beiden fertig sind, stehen sie gemeinsam mit ihren Eltern auf. Die Familie geht hinein, um zu bezahlen.

    Auch Alexander steht mit seiner Mama und seinem Opa auf. Bevor Paul und Max das Restaurant verlassen, gehen sie noch einmal zu ihrem Freund.

    „Dürfen wir dich am Wochenende besuchen?“, fragen sie.

    Alexander schaut zu seiner Mama.

    „Oh ja, das wäre toll. Dürfen sie, Mama?“

    „Aber sicher.“

    „Oh klasse“, freuen sich Paul und Max.

    „Also dann, tschüss, Alexander.“

    „Tschüss, ihr beiden.“

    Alexander winkt ihnen noch einmal zu.

    Paul und Max gehen mit ihren Eltern nach Hause. Dort angekommen, kommt Mucki sofort angelaufen. Die Katze streicht um Max' Beine und schnurrt. Offenbar freut sie sich, dass die Benders wieder da sind.

    Paul denkt noch immer an das leckere Essen zurück.

    „Das war echt klasse im Restaurant. Können wir morgen wieder dort essen?“

    „Nein“, antwortet Mama. „Wir können nicht jeden Tag im Restaurant essen. Das ist viel zu teuer.“

    „Och, schade.“

    Mama lächelt und zwinkert ihren beiden Söhnen zu.

    „Aber macht euch nichts draus. Ich kann doch auch gut kochen, oder etwa nicht?“

    „Aber klar, Mama“, erwidert Max und zwinkert ebenfalls.

    Da müssen alle lachen.

  • Band 8: Paul & Max auf dem Bauernhof:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.


    An diesem Abend packen Paul und Max ihre Koffer. Denn morgen fahren sie in den Urlaub auf den Bauernhof zu Oma Hilde und Opa David. Oma Hilde und Opa David sind die Eltern von Pauls und Max' Papa. Paul und Max waren schon lange nicht mehr bei ihnen auf dem Bauernhof. Daher sind sie natürlich sehr aufgeregt.


    „Ich kann es kaum erwarten, Oma und Opa zu besuchen“, sagt Paul.


    „Ich auch. Die Milch von Omas Kühen schmeckt immer so gut“, antwortet sein großer Bruder.


    „Und der Käse, den sie daraus macht, ebenso“, ergänzt Paul.


    „Und ihr Salat ist auch sensationell“, sagt Max.


    Da kommt Mama ins Zimmer.


    „Paul, Max? Na, ihr beiden, habt ihr schon alles eingepackt, was ihr mitnehmen wollt?“


    „Ja.“


    „Sehr gut. Frühstückt morgen ordentlich, denn wir fahren recht lange mit dem Auto.“


    „Ja, Mama.“


    Am Abend gehen Paul und Max sehr früh ins Bett. Am nächsten Morgen frühstücken sie ordentlich.


    Paul fragt mit vollem Mund: „Wann fahren wir los?“


    „Paul, bitte nicht mit vollem Mund reden“, sagt Papa.


    Paul schluckt herunter.


    „Entschuldigung, Papa.“


    „Schon gut.“


    Papa lächelt.


    „Um deine Frage zu beantworten: Wir fahren in einer Stunde los.“


    „Okay“, sagen Paul und Max.


    Nach dem Frühstück helfen die beiden ihren Eltern dabei, den Tisch abzuräumen. Die Zeit bis zur Abfahrt nutzt Max noch aus, um auf seinem Gameboy ein bisschen Mario Party 1 zu spielen. Ja, auf diesem Gameboy kann man das, weil es darauf alle möglichen Spiele für den Nintendo 64 gibt.


    Jedenfalls gewinnt Max gerade ein Minispiel auf dem Spielbrett Marios Regenbogenburg, als Papa ruft:


    „Paul, Max, wir fahren los.“


    „Darf ich den Gameboy mitnehmen?“, fragt Max.


    „Aber natürlich“, antwortet Mama.


    Papa lädt die letzten Taschen in den Kofferraum des Autos. Dann steigen die Benders ein und los geht's.


    Während der Fahrt schaut Paul aus dem Autofenster und zählt die Pferde auf der Wiese, an der sie gerade vorbeifahren. Als er fertig gezählt hat, verkündet er stolz:


    „28. Es sind 28 Pferde.“


    Max sitzt neben seinem kleinen Bruder und spielt mit seinem Gameboy. Jetzt spielt er allerdings Mario Party 2, und zwar auf seinem Lieblingsspielbrett, dem Space-Land.


    Paul schaut ihm neugierig dabei zu.


    „Welches Minispiel kommt jetzt?“


    „Das, wo man das Obst pflücken muss.“


    „Cool. Und welchen Charakter spielst du?“


    „Luigi.“


    „Toll.“


    Nach einer Weile Fahrt machen sie eine Pause auf einem kleinen Rastplatz und veranstalten ein Picknick. Paul nimmt sich einen Apfel.


    „Fahren wir noch lange?“


    „Nein, so lange dauert es nicht mehr, bis wir bei Oma und Opa sind“, beruhigt ihn Mama.


    Nun fängt Max wieder damit an, von Omas Hausmannskost zu schwärmen.


    „Ich liebe die Bratkartoffeln, die sie immer macht, wenn wir kommen.“


    „Ja, und dazu gibt es meistens Spiegeleier und Spinat“, ergänzt sein kleiner Bruder.


    „Ach, hört auf. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen“, sagt Papa.


    Nach einer Weile steigen sie wieder ins Auto und fahren weiter.


    Eine halbe Stunde später kommen die ersten Bauernhäuser in Sicht.


    „Jetzt sind wir gleich da“, stellt Paul fest.


    „Ja, genau“, sagt Papa. „Wir müssen nur noch die Straße da rauf fahren, dann sind wir bei Oma und Opa.“


    Und so geschieht es auch. Sie fahren die Straße hinauf und kurz darauf sehen sie schon ein hübsches altes Bauernhaus mit roten Fensterläden und Blumen vor den Fenstern.


    Papa hält auf dem Hof. Vor dem Haus stehen bereits Oma Hilde und Opa David.


    Paul und Max springen aus dem Auto und laufen freudig auf ihre Großeltern zu.


    „Hallo, Oma.“


    Die beiden springen Oma in die Arme.


    „Hallo, ihr beiden. Ist das schön, euch wiederzusehen.“


    „Ja, wir freuen uns auch“, sagt Max.


    Dann gehen er und sein Bruder zu Opa.


    „Hallo, Opa.“


    „Hallo. Ist das nett, dass ihr uns mal wieder auf dem Bauernhof besucht. Das Gästezimmer für euch ist schon vorbereitet.“


    Auch Mama und Papa begrüßen Oma und Opa.


    „Hallo, Mama“, sagt Papa und gibt seiner Mutter einen Kuss. „Es ist echt herrlich, mal wieder hier auf dem Land zu sein. Die gute Luft, der Duft von Heu und ...“


    Er hält kurz inne und schnuppert.

  • „Ah, das duftet aber gut. Das kommt ja aus dem Haus. Hast du für uns gekocht, Mama?“


    „Aber natürlich, mein lieber Sohn. Kommt nur herein. Es gibt Bratkartoffeln mit Spinat und Spiegeleiern. Und zum Nachtisch Schokoladenpudding.“


    „Hm, lecker.“


    Paul leckt sich die Lippen.


    Und so gehen alle ins Haus. Dort setzen sie sich erst einmal an den Tisch und Oma tischt auf. Alle lassen es sich schmecken. Vor allem Papa langt ordentlich zu.


    „Köstlich wie immer, Mama.“


    „Danke.“


    „Ich finde die Kartoffeln auch lecker“, sagt Paul.


    „Und ich freue mich schon auf den Schokoladenpudding“, fügt Max hinzu.


    Nachdem die Kartoffeln aufgegessen sind, gibt es den Schokoladenpudding. Paul nimmt gleich zweimal Nachschlag.


    Nach dem Essen zeigt Opa Paul, Max und ihren Eltern das Gästezimmer. Es ist sehr gemütlich, aber es gibt ein kleines Problem. Es gibt nur zwei Betten, und für zwei Personen sind sie etwas zu schwer.


    Was nun?


    Max hat schon eine Idee.


    „Paul und ich könnten doch in der Scheune auf dem Heuboden schlafen.“


    „Au ja, im Heu schlafen“, stimmt Paul zu. „Bitte, Opa.“


    „Na gut. Dann müssen wir aber erst einmal Matratzen auf den Heuboden legen.“


    Opa holt zwei Matratzen aus dem Schrank und trägt sie nach draußen zur Scheune. Paul und Max helfen ihm dabei. Gemeinsam schieben sie die Matratzen über die kleine Holztreppe hinauf zum Heuboden. Dann legen sie die Matratzen sorgfältig hin.


    Paul probiert seine gleich aus.


    „Sehr gemütlich.“


    „Das freut mich.“


    Opa sieht zu den beiden Jungen.


    „Und jetzt erkunden wir ein bisschen den Hof.“


    „Oh ja.“


    Paul und Max klettern mit Opa die Treppe hinunter und erkunden den Hof.


    Zuerst gehen sie in den Kuhstall. Dort gibt es viele Kühe: weiße mit schwarzen Flecken, braune und braun gescheckte.


    Opa zeigt auf eine schwarz gefleckte Kuh.


    „Das hier ist Berta. Sie ist noch ganz neu auf dem Hof. Und sie hat erst kürzlich ein Kälbchen bekommen. Es heißt Elfriede und liegt in der Box neben Bertas.“


    Paul und Max gucken in die Box nebenan. Dort sehen sie das kleine Kälbchen Elfriede auf dem Boden liegen.


    „Mein Gott, ist die süß“, sagt Max.


    „Wie viele Kühe habt ihr eigentlich, Opa?“, möchte Paul wissen.


    Opa denkt nach.


    „Warte, lass mich überlegen. Berta haben wir ja erst vor drei Wochen bekommen und Elfriede kam nur eine Woche später zur Welt. Das heißt, wir haben jetzt ... 36 Kühe.“


    „36?“, fragt Paul ungläubig.


    „Das ist ganz schön viel“, findet Max.


    „Das stimmt. Aber kommt, ich stelle euch noch die anderen Kühe vor.“


    Nachdem er ihnen auch die anderen Kühe vorgestellt hat, gehen sie in den Hühnerstall. Dort lernen Paul und Max die Hennen Sarah, Lara und Elsbeth sowie den Hahn Timmy kennen.


    Oma und Opa haben außerdem noch ein paar Schweine und Schafe auf ihrem Hof.


    Nach einer Weile schaut Opa auf die Uhr.


    „Kommt, wir gehen wieder ins Haus. Es gibt gleich Abendessen.“


    „Oh ja.“


    Die drei gehen wieder ins Haus, wo Oma bereits den Tisch gedeckt hat. Es gibt frisches Brot, Butter, Käse, Milch sowie frische Tomaten und Gurken aus Omas und Opas Garten.


    „Langt nur ordentlich zu. Guten Appetit“, sagt Oma.


    „Guten Appetit“, wünschen sich alle.


    Paul und Max lassen es sich besonders gut schmecken. Das Brot, der Käse und das Gemüse aus dem Garten schmecken köstlich.


    „In eurem Garten wächst wirklich besonders leckeres Gemüse, Oma“, sagt Paul.


    „Oh, danke, Paul. Das freut mich, dass es dir schmeckt.“


    „Mir schmeckt's auch. Das Brot ist auch sehr lecker“, meint Max.


    „Ja, das habe ich gestern selbst gebacken“, verrät Oma und schmunzelt.


    Nach dem Abendessen helfen alle Oma dabei, das Geschirr abzuräumen.


    Danach schauen Paul und Max ihre Großeltern erwartungsvoll an.


    „Dürfen wir vor dem Schlafengehen noch ein bisschen fernsehen? Dürfen wir dafür euren DVD-Player benutzen, Oma und Opa?“

  • „Aber sicher.“


    Zuerst erklärt Opa den beiden, wie der DVD-Player funktioniert. Danach schieben Paul und Max die DVD hinein.


    Natürlich schauen sie die Garfield Show, ihre Lieblingsserie. Sie sehen Folge 75, „Die Pechsträhne“, aus Staffel 2.


    In dieser Folge hat Garfield eigentlich einen recht schönen Tag. Der Kühlschrank ist voll und die Sonne scheint. Doch dann trifft er auf den Kater Jonah, der ziemlich unglücklich ist, weil er von seiner Freundin Mindy verlassen wurde.


    Seitdem bringt Jonah jedem, dem er begegnet, Unglück. Garfield beschließt, ihm dabei zu helfen, wieder mit Mindy zusammenzukommen. Doch dabei gerät er leider selbst in eine Pechsträhne.


    Erst wird er von einem Hornissenschwarm gejagt, dann landet er unsanft auf einer Mülldeponie und schließlich trifft ihn auch noch ein Meteorit.


    Doch am Ende wird natürlich, wie immer bei Garfield, alles wieder gut. Jonah und Mindy kommen wieder zusammen.


    Am Ende der Folge müssen Paul und Max lachen. Auch Oma und Opa, die mitgeschaut haben, lachen mit.


    „Das war eine coole Folge“, findet Oma.


    „Allerdings“, stimmt Opa lachend zu.


    Er schaut auf die Uhr.


    „So, und jetzt ist Zeit fürs Bett.“


    Bevor Paul und Max nach draußen zur Scheune gehen, verabschieden sie sich von ihren Eltern.


    „Gute Nacht, Mama. Gute Nacht, Papa.“


    „Gute Nacht, ihr beiden.“


    Opa gibt Paul und Max noch eine Taschenlampe mit, damit sie auf dem Weg zur Scheune etwas sehen können. Dann verlassen die beiden das Haus und gehen zur Scheune.


    Dort angekommen, steigen sie die Treppe zum Heuboden hinauf und machen es sich auf ihren Matratzen gemütlich.


    „Gute Nacht, Paul.“


    „Gute Nacht, Max.“


    Schon kurz darauf schlafen die beiden ein.


    Am nächsten Morgen werden sie von einem lauten Kikeriki geweckt.


    „Was war das denn für ein Krach?“, fragt Paul verschlafen.


    Max grinst.


    „Das war Timmy.“


    In diesem Moment klettert jemand die Treppe zum Heuboden hinauf. Opa steckt seinen Kopf herein.


    „Guten Morgen, ihr beiden. Habt ihr gut geschlafen?“


    Paul und Max gähnen.


    „Guten Morgen, Opa. Ja, wir haben super geschlafen. Aber Timmy hat uns geweckt.“


    Opa lacht.


    „Ja, das macht Timmy hier jeden Morgen. Kommt mal runter, es gibt Frühstück.“


    Die drei klettern die Treppe hinunter und gehen über den Hof zum Haus. Auf dem Weg kommen sie an Timmy vorbei.


    „Guten Morgen, Timmy.“


    Paul streichelt den Hahn ein wenig. Timmy reckt dabei seinen Kopf und macht ein leises Kikeriki.


    Paul, Max und Opa lachen.


    Dann gehen sie ins Haus zum Frühstück. Es gibt leckere Brötchen, Käse, Marmelade, Wurst und Milch.


    Paul nimmt ein Glas Milch.


    „Hm, die Milch ist echt lecker.“


    „Und die Himbeermarmelade ist erste Sahne“, fügt Max hinzu.


    „Ja, die habe ich selbst gemacht“, sagt Oma.


    „Du hast dich selbst übertroffen, Mama. Die Sachen, die du immer machst, sind alle köstlich“, meint Papa.


    „Oh, danke, mein Liebling.“


    Nach dem Frühstück gehen Paul und Max mit Opa in die Ställe, um nach den Tieren zu schauen. Danach wollen sie mit dem Traktor aufs Feld fahren.


    Doch da kommt etwas dazwischen.


    Paul zeigt plötzlich in eine andere Richtung.


    „Da, da hinten, da ist doch Rauch.“


    Opa schaut hin und stellt erschrocken fest:


    „Tatsächlich. Das kommt doch vom Hof unseres Nachbarn, Herrn Wagner. Sieht aus, als ob es da brennt.“


    Schnell laufen die drei ins Haus zu Opas Fernrohr. Damit können sie bis zu Herrn Wagners Hof sehen.


    Opa schaut durch das Fernrohr.


    „Tatsächlich, bei Herrn Wagner brennt es. Seine Scheune steht in Flammen.“


    Da kommt Oma dazu.


    „Was, Liebling? Habe ich richtig gehört? Bei Herrn Wagner brennt es? Dann müssen wir die Feuerwehr rufen.“


    „Ja, mache ich sofort.“


    Schnell holt Opa sein Handy aus der Hosentasche und wählt die Notrufnummer der Feuerwehr.


    Paul schaut besorgt auf die Rauchfahne über Herrn Wagners Scheune.


    „Was sollen wir jetzt machen?“


    „Wir machen gar nichts“, erklärt Oma. „Das ist die Aufgabe der Feuerwehr. Wir können nur hoffen, dass das Feuer nicht auf Herrn Wagners Haus übergreift und dass keine Tiere in Gefahr sind.“


    Schon kurze Zeit später hören alle das Martinshorn der Feuerwehr.


    Mehrere Feuerwehrfahrzeuge biegen in den Feldweg zu Herrn Wagners Hof ein. Die Feuerwehrleute beginnen sogleich mit den Löscharbeiten.


    Paul, Max, ihre Eltern und ihre Großeltern können die Löscharbeiten nicht genau beobachten, weil der Hof von Herrn Wagner zu weit entfernt ist. Sie können jedoch sehen, dass die Rauchfahne immer kleiner wird und schließlich ganz verschwindet.


    Paul atmet erleichtert auf.


    „Ich glaube, sie haben das Feuer gelöscht.“


    „Können wir jetzt zu Herrn Wagner gehen und sehen, ob mit ihm alles in Ordnung ist?“, fragt Max.


    „Von mir aus“, sagt Opa.


    Alle machen sich auf den Weg zum Nachbarhof.


    Dort sind die Feuerwehrleute gerade dabei, ihre Schläuche wieder einzurollen. Herr Wagner sitzt auf der Bank vor seinem Haus und sieht ganz blass aus.


    Paul, Max und ihre Familie gehen zu ihm. Opa setzt sich neben Herrn Wagner.


    „Na, ist alles in Ordnung?“


    Herr Wagner schaut zu ihm.


    „Ach, haben Sie die Feuerwehr gerufen?“


    „Ja, klar. Aber das Feuer hat mein Enkel Paul entdeckt.“


    „Was, echt?“


    Herr Wagner wendet sich an Paul.


    „Vielen Dank, mein Junge, dass du so aufmerksam warst.“


    Paul wird ein wenig verlegen.


    „Ach, nicht der Rede wert.“


    Der Feuerwehrchef erklärt noch, dass eine defekte Stromleitung den Brand verursacht hat. Die gute Nachricht ist jedoch: Nur das Dach der Scheune wurde ein wenig beschädigt, und kein Tier ist zu Schaden gekommen.


    Herr Wagner ist darüber sehr erleichtert.


    Oma und Opa versprechen ihm, beim Reparieren der Scheune zu helfen. Paul und Max wollen ebenfalls mithelfen.


    Nachdem die Feuerwehr wieder abgerückt ist, schlägt Oma vor:


    „Kommen Sie, Herr Wagner. Auf den Schreck laden wir Sie zum Essen ein.“


    „Oh, das ist aber sehr nett von Ihnen. Auf den Schreck kann ich ein gutes Essen gut gebrauchen.“


    Alle lachen.


    Und so gehen sie wieder zu Omas und Opas Haus. Oma macht eine leckere Kartoffelsuppe mit Würstchen nach einem Rezept ihrer Großmutter.


    Alle langen ordentlich zu und lassen es sich schmecken, vor allem Herr Wagner. Er sieht schon wieder viel besser aus.


    Nach dem Essen beschließen Paul und Max, ein bisschen auf dem Hof zu spielen.


    Sie freuen sich schon auf die weiteren Tage auf dem Bauernhof.

  • Band 9: Paul & Max auf dem Schulfest:

    Das sind Paul und Max. Die beiden sind Geschwister. Paul ist 5 und Max 9 Jahre alt. Die beiden wohnen mit ihren Eltern in der Rosenstraße 62 in einem dunkelgrünen Einfamilienhaus. Außerdem haben sie noch eine Katze namens Mucki.

    An diesem Mittag kommt Max sehr aufgeregt von der Schule nach Hause und ruft: „Mama, Papa, ich muss euch etwas erzählen!“

    „Langsam, langsam, Max“, beruhigt Mama ihren ältesten Sohn. „Also, schieß los. Was ist passiert?“

    „Ist es was Schlimmes?“, erkundigt sich Paul, der gerade dazukommt.

    „Nein, im Gegenteil“, entgegnet sein großer Bruder. „Es ist etwas ganz Tolles. In einer Woche ist an meiner Schule das alljährliche Schulfest. Das ist etwas ganz Besonderes. Es gibt eine Hüpfburg, ein Trampolin und sogar eine Tombola.“

    „Das klingt ja klasse“, findet Paul. „Schade, dass ich noch nicht zur Schule gehe.“

    Doch da hält er plötzlich inne.

    „Moment mal, dürfen eigentlich auch Familienmitglieder auf dem Schulfest dabei sein, die noch nicht oder nicht mehr zur Schule gehen?“

    „Ich denke schon“, erwidert Max.

    „Aber ja“, bestätigt Mama. „Auf dem Schulfest ist jeder willkommen.“

    „Aber dann kann ich in einer Woche nicht in den Kindergarten gehen“, stellt Paul fest.

    „Kein Problem. Ich rede mit Gertrud, deiner Erzieherin“, verspricht Papa.

    „Gut, Papa“, freut sich Paul.

    Jeden Tag bis zum Schulfest löchert Paul seinen großen Bruder nun mit verschiedenen Fragen. Wie hoch ist das Trampolin? Ist die Hüpfburg grün oder blau? Was gibt es bei der Tombola als Hauptpreis zu gewinnen? Und so weiter.

    Max ist langsam genervt.

    „Ach, Paul, hör auf zu fragen. Ich weiß es selber noch nicht.“

    „Ach wirklich?“, entgegnet Paul enttäuscht. „Schade.“

    „Sei nicht traurig“, versucht Max, seinen kleinen Bruder zu beruhigen. „Lassen wir uns einfach überraschen.“

    „Okay“, stimmt Paul zu.

    Papa hat inzwischen in Pauls Kindergarten angerufen und zu Pauls Erzieherin Gertrud gesagt, dass Paul in einer Woche zum Schulfest mitkommen will. Gertrud gibt ihr Okay.

    Paul kann in den nächsten Nächten vor Aufregung kaum schlafen. Aber schließlich ist es endlich soweit: Der Tag des Schulfests ist da.

    Pünktlich um acht verlassen Paul und Max mit Mama und Papa das Haus und machen sich auf den Weg zur Schule.

    Dort ist auf dem Schulhof schon einiges los. Überall wehen bunte Fähnchen, und Luftballons in allen Regenbogenfarben hängen an einem Stand. Es duftet nach Würstchen, Pommes und Limonade.

    „Wow, das sieht richtig cool aus“, findet Max.

    „Stimmt“, stimmt ihm Paul zu.

    „Was wollt ihr zuerst machen?“, erkundigt sich Papa.

    „Dürfen wir zuerst auf die Hüpfburg?“, möchte Paul wissen.

    „Aber sicher dürft ihr das“, erlaubt Mama.

    Auf dem Weg zur Hüpfburg treffen sie jemanden, den sie kennen. Es sind Oma Christine und Opa Gerhard.

    „Hallo alle zusammen“, begrüßen die beiden die Familie.

    „Oma, Opa“, ruft Paul. „Was macht ihr denn hier?“

    „Na, wir lassen uns das Schulfest doch nicht entgehen“, erklärt Oma.

    „Ja, ich und mein Bruder Friedrich sind auch in diese Schule gegangen“, erzählt Opa.

    „Was, die Schule ist schon so alt?“, staunt Max.

    „Ja, die Schule gibt es schon über 110 Jahre“, informiert ihn Opa.

    „110 Jahre?“, staunt Paul erneut. „Das ist ja unglaublich alt.“

    „Ja, allerdings“, bestätigt Oma.

    Dann gehen Paul und Max auf die Hüpfburg. Dort treffen sie Max' besten Freund Alexander und seine Klassenkameradin Sabine, in die er ein bisschen verliebt ist.

    Alexander und Sabine freuen sich, Paul und Max zu sehen.

    „Hallo, ihr beiden“, begrüßt Alexander sie. „Ihr auch hier?“

    „Bist du denn heute gar nicht im Kindergarten, Paul?“, erkundigt sich Sabine.

    „Nein, Papa hat mich sozusagen abgemeldet“, erklärt Paul. „Also kann ich das Schulfest mit euch genießen, obwohl ich erst nächstes Jahr in die Schule komme. Das ist echt cool, oder?“

    „Ja, das ist es“, stimmt Alexander zu.

    Und so fangen die vier an zu spielen. Erst hüpfen sie ein bisschen auf der Hüpfburg. Das macht Riesenspaß. Paul landet auf dem Bauch, und Max macht 29 Sprünge hintereinander und landet immer auf seinem Rücken.

    Dann bekommen Paul und Max Hunger. Also gehen sie wieder zu ihren Eltern.

    „Papa, ich habe Hunger“, teilt Paul seinem Vater mit.

    „Ich auch“, ergänzt Max. „Kriegen wir etwas zu essen und zu trinken?“

    „Aber klar“, versichert Papa. „Kommt mit.“

    Und so gehen sie zum Essensstand. Dort erkundigt sich Papa bei Paul und Max, was sie möchten.

    „Ich will Pommes mit Ketchup und zu trinken eine Lavendellimonade“, wählt Paul.

    Max überlegt kurz.

    „Ich möchte eine Bratwurst mit Senf und Ketchup und zu trinken eine Orangenlimonade.“

    „Okay“, stimmt Papa zu.

    Er bestellt:

    „Hallo, wir hätten gern eine Portion Pommes frites mit Ketchup und eine Bratwurst mit Senf und Ketchup. Dazu eine Lavendel- und eine Orangenlimonade.“

    „Aber gern“, antwortet der Verkäufer.

    Nach einer Weile reicht er Papa das Gewünschte über den Tresen.

    „Danke“, bedankt sich Papa und reicht ihm das Geld.

    Paul und Max setzen sich auf eine Bank und lassen sich ihr Essen schmecken.

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