Das Hörspiel unter der Lupe 2026 /2 - Jan Tenner Folge 30 Seytanias Rache von KIOSK



  • ⚠️ACHTUNG SPOILER -⚠️ ACHTUNG SPOILER - ⚠️ACHTUNG SPOILER - ⚠️ACHTUNG SPOILER


    Dies ist ein Thread für all diejenigen, die das Hörspiel Jan Tenner Folge 30 - Seytanias Rache hören, gehört haben oder für diejenigen, die das Hörspiel noch nicht gehört haben und denen es nichts ausmacht, wenn sie Handlung, Inhalt und Auflösung erfahren!!!!

    Wer bereits gehört hat, egal ob komplett oder nur Folgen davon kann hier seine Theorien und seine Kritiken samt Spoiler (!!!) zum besten geben.

    Lasst uns damit starten! #mosch# #winkewinke#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • So, ich starte dann mal mit einer ziemlich kruden Theorie.

    Es hat vermutlich überhaupt nichts mit der Folge an sich zu tun, aber mir ist gestern etwas aufgefallen.

    In den ersten Folgen gab es ja Tanja, die dann diesen schlimmen, schlimmen Unfall bei einem Selbstversuch hatte und anschließend in den Kälteschlaf versetzt wurde – aus dem sie natürlich Jahrzehnte später wieder aufwacht. 🙄

    Unsere ausgewählte Folge heißt nun „Seytanias Rache“. Wenn wir uns den Namen einmal etwas genauer anschauen:

    Sey(Tania)s Rache

    TANIA steckt da tatsächlich ziemlich auffällig drin.

    Zufall? Absicht? Eine kleine Anspielung der Autoren? Oder steckt dahinter vielleicht die größte Verschwörung in der Geschichte von Jan Tenner?

    Was, wenn Tanja in Wahrheit irgendwann die Identität von Seytania angenommen hat und weder Jan noch Laura oder Professor Futura jemals etwas davon bemerkt haben? So besessen, wie Seytania von Jan ist, würde das der ganzen Sache zumindest noch eine ganz besondere Note geben. Vielleicht war der Kälteschlaf am Ende nur die offizielle Geschichte und Tanja hat im Hintergrund längst ihre Karriere als außerirdische Herrscherin vorbereitet.

    Okay, vermutlich habe ich inzwischen einfach zu viel Jan Tenner gehört und entdecke Zusammenhänge, wo überhaupt keine sind. Aber nachdem ich einmal Sey(Tania) gesehen habe, bekomme ich diese vollkommen bekloppte Theorie nicht mehr aus dem Kopf.

  • Es ist alles viel schlimmer! 😉

  • Für mich war Jan Tenner immer der bessere Flash Gordon und nach langen Jahren des Kälteschlafs (von mir! Aber Poldi, dann bin ich ja Tanja?^^), hat mir Seytanias Rache echt gut gefallen.

    Die Handlung geht flott voran und das spannende (kindgerecht aufgearbeitete) Abenteuer wird durch magische Elemente geheimnisvoll bereichert.

    Ulli Herzog halt! :love:

  • Ich habe heute Nachmittag auch gleich die Folge unter die Lupe genommen! Alles beginnt ganz klassisch mit einer kurzen Einführung und am Ende der Titel mit Hall unterlegt. Das klingt schon klasse und hat Charme!

    Laura wird von den Puppen Seytanias entführt. Jan und sein Team wollen sie, No Na, retten und fliegen zu ihrem Planeten. Als sie den Silbervogel verlassen, werden sie zu Puppen. Nur Jan nicht. Er geht zu Seytania in ihren Palast. Man erfährt dort, dass Seytanias Vater Logar, Herrscher des dunklen Imperiums, ist. Jan erfährt weiters von Ora, einer anderen Gefangenen, dass sobald Seytania schläft, die Seelen der Verwandelten frei werden. Jan wagt sich daraufhin in die Geisternacht. Noch nie hat dies jemand überlebt. Sein Fluchtplan scheitert. Er wird abermals gefangen. Jan und seine Freunde können sich nur befreien wenn er mit dem Kristall „Auge des Urlos“ den Dämon Urlos anruft. Der Feuerdämon wird also gerufen, er ist nun der Diener Jans. Er befielt ihm gegen Seytania zu kämpfen. Diese unterliegt tatsächlich im Kampf. Urlos will sie töten, aber Jan will sie nur schwächen. Sie darf nie wieder friedliche Wesen verzaubern. Seytania gibt alle frei. Urlos wird von Jan zurück gerufen und in den Kristall versperrt. Als Jan zur Erde zurückkehren möchte, droht ihm Seytania noch schnell, dass sie wieder einmal aufeinander treffen werden und sie sich dann rächen wird.
    Das Hörspiel endet wie es begonnen hat. Mit einem Vorausblick auf ein Abenteuer mit Zweistein samt Hall unterlegtem Titel.

    Ich bin kein Jan Tenner Fan. Die ersten Folgen fand ich immer durchaus recht spannend. Weil gruselig. Ich habe alle Folgen gesammelt, aber bald nicht mehr mit großer Begeisterung rein gehört. So kann ich mich an diese Folge nicht mehr erinnern. Sie ist sehr geradlinig, seicht, aus Sicht eines Erwachsenen ohne Nostalgiebonus möchte ich naiv, trivial und kindisch sagen. Bei den Stimmen bekommen die Ohren wirklich große Augen. Da sind wirklich tolle Sprecher, die man aus Hörspielen, Kino und TV der damaligen Zeit kennt. Dies lässt mich auch mit Freude bis zum Schluss dabei bleiben. Auch die Musik hat was, Synthieklänge, die ins Ohr gehen. Die Geschichte ist jedoch schwach, die Geräuschkulisse ebenfalls. Wenig Geräusche und diese scheinen fast live von Hand oder Fuß gemacht. Durchaus charmant aber sie bilden keinesfalls eine SF-Szenerie ab. Alles in allem kein Hörspiel für mich, dass großen Spaß gemacht und meine Lust weiter Jan Tenner zu hören gesteigert hat.

    DerPoldi s Idee dass Seytania Tanja sein könnte, hat was. Das wäre ja wirklich ganz groß durchdacht und ein Rahmenhandlungsfaden, der von Folge 1 bis 30 und darüber hinaus verlaufen würde. Wäre schon cool und ja, ein schöner Twist für später Mal. Aber ich befürchte fast, dass die Serie in bester HG Francis Manier recht schlicht und einfach gehalten wird und solch komplexe Gedanken hier nicht eingeflossen sind. Wenn dies aber jemand weiß und hierzu seine Gedanken bekannt geben könnte, dann der Autor von Jan Tenner himself, nämlich Horst Hoffmann aka Kevin Hayes. Wäre spannend wenn er sich hierzu äußern könnte. Ich hoffe es geht ihm gut, der junge Mann ist ja mittlerweile auch bereits 76 Lenze jung!

    Dazu auch gleich einen wunderbaren Thread dazu:

    gelöschter Benutzer
    February 27, 2018 at 9:23 AM

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Keine! Du kannst in Deine Meinung alles reinschreiben was Dir so einfällt. Gerne auch Theorien aufstellen, spoilern was das Zeig hält und Deine Gedanken niederschreiben. Ich bin gespannt #huepf#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Vorweg: Ich kannte Jan Tenner bisher nur durch euer Hörensagen. Mein früher Sci-Fi-Held war Captain Future und als ganz junger Teenager war ich in Flash Gordon verknallt 🙈

    Mir sagen natürlich auch die ganzen anderen Figuren nichts. Das war aber nicht schlimm. Nur zu Urlos hätte ich mir etwas mehr Hintergrundinfo gewünscht. Lustig finde ich, dass ich nicht auf dem Schirm hatte, dass Jan Tenner Student ist - für mich war er deshalb in den Vierzigern 🤭 Aber das spielt in dieser Episode wohl keine Rolle.

    Ich fand die Folge ansprechend kurzweilig. Auch dass sie nahezu zeitlos ist, gefällt mir. Die Sprecher machen einen super Job und die erklärenden Dialoge halten sich in einem zumutbaren Rahmen.

    Seytanias gruseliger Wahn ist auch zeitlos und findet in jedem anderen Genre Platz.

    Danke für den Input, mal was anderes zu hören. Aber weitere Episoden werden bei mir nicht folgen, dafür habe ich eine viel zu lange To-hear-liste.

  • Mir ging es ähnlich wie Mariosa Captain Future & Flash Gordon in der Jugend. Der Horizont begrenzt wurde nichts weiteres in Punkto SF gehört. Ich habe dies Jahre später nachgeholt und kann die Fan Base rund um Jan Tenner durchaus verstehen. Nicht alles perfekt und teilweise konnte es auch etwas überdreht.zugehen

    Seytanias Rache sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Zeitlos würde ich definitiv Unterschreiben, was für fast alle Folgen gilt. Tenner, Professor Futura & Assistentin Laura sind schon ein sympathisches Trio.

    Der Restart in 2019 hat das ganze in ein anderes Niveau gehoben.

  • Habe heute Morgen gehört.
    Ich hoffe ich mache mich nicht unbeliebt, aber schon als Kind mochte ich Jan Tenner nicht sonderlich. Ein Freund von mir hatte damals (wir waren wohl irgendwas zwischen 8 und 10 Jahren) ein paar Tenner Kassetten und wir hörten die ab und an wenn ich zu Besuch war. Die Cover fand ich damals immer toll, aber mit den Hörspielen konnte ich nichts anfangen (obwohl ich Science Fiction nie abgeneigt war).

    aus Sicht eines Erwachsenen ohne Nostalgiebonus möchte ich naiv, trivial und kindisch sagen.

    Nostalgie ist keine vorhanden bei mir, und genau diese Adjektive sind mir schon nach den ersten Minuten im Kopf rumgespukt... man betreibt ohne große Probleme bemannte Raumfahrt, reist zu fremden Planeten, aber man nutzt immer noch Telefone (und bestimmt auch Fax :P ) und vor allem bemerkt man nicht, wenn eine fremde Macht in den eigenen Luftraum eindringt und eine brave Erdenbürgerin (die sich immer von der Arbeit abmeldet wenn sie nicht kommen kann) aus ihrem zuhause in den Weltraum entführt. Nein, da war Star Trek in den 60ern schon 10x weiter (und logischer).
    WElch ein Zufall auch, dass Seytania einen Kristall, in dem dann der Endgegner gefangen ist, einfach so offen rumliegen lässt. Der kann ihr sogar auf Zuruf die magischen Kräfte entziehen - praktisch, denn 5Min vorher war Seytania noch allmächtig mit ihren Blitzen, die sie aus den Augen schiesst und ihrer Magie, die aktiv wird, sobald man aus dem Raumschiff aussteigt.

    Nein, ich denke wenn man das ganze nicht schon vor 40 Jahren liebte, dann funktioniert das (trotz dem tollen Sprechercast) heute erst recht nimmer. Trotzdem Danke für den Anschubser, denn ohne den HUDL hier hätte ich nie erfahren wie man Seytania besiegt :)

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

    Edited once, last by Orko aus dem Zauberland (August 27, 2026 at 8:15 AM).

  • Hörspiel unter der Lupe:

    Jan Tenner 30 – Seytanias Rache

    Mit „Seytanias Rache“ kehren wir auf den Planeten der Puppen zurück und für mich ist die Folge vor allem deshalb interessant, weil Jan Tenner hier endgültig einen ziemlich großen Schritt weg von der klassischen Science Fiction und hinein in die Fantasy macht. Natürlich gibt es weiterhin den Silbervogel, Mimo und die ganze bekannte technische Seite der Serie. Gleichzeitig haben wir aber eine dämonische Puppenkönigin, Menschen, die in Holzpuppen verwandelt werden, Geister und einen mächtigen Dämon, der in einem Kristall gebannt wurde. Viel mehr Fantasy geht eigentlich kaum noch.

    Mich stört das allerdings überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Gerade diese wilde Mischung gehört für mich zum Reiz der klassischen Jan-Tenner-Serie.

    Die Geschichte knüpft direkt an Seytanias Drohung aus „Planet der Puppen“ an. Laura ist verschwunden und Jan und Professor Futura finden in ihrem Bungalow einen abgetrennten hölzernen Finger. Seytania hat Laura tatsächlich auf ihren Planeten verschleppt und in eine Puppe verwandelt. Damit ist auch sofort klar, dass die Puppen auf diesem Planeten eben nicht einfach irgendwelche künstlichen Geschöpfe sind. Seytania kann lebende Wesen in solche Puppen verwandeln und hat dies auch mit früheren Raumfahrern getan.

    Eigentlich eine ziemlich gruselige Vorstellung, wenn man einmal etwas länger darüber nachdenkt.

    Zunächst gibt es aber ein ganz anderes Problem: Wie soll man überhaupt wieder auf den Planeten gelangen? Seytania hat die Koordinaten aus Mimos Speicher gelöscht. Erst ein Hilferuf Lauras ermöglicht es Mimo, die Quelle zu orten und den Silbervogel wieder auf Kurs zu bringen.

    Und genau da beginnt für mich bereits die erste interessante Frage.

    Später erfahren wir, dass Seytanias Kräfte den Schutzschirm des Silbervogels nicht durchdringen können. Wie konnte sie dann vorher die Koordinaten ihres Planeten aus Mimos Speicher löschen? Vielleicht gibt es dafür innerhalb dieser Welt eine Erklärung und ich habe sie nur überhört. Aber spontan finde ich beides nicht ganz leicht zusammenzubringen. Entweder Seytania kann irgendwie auf die Systeme des Silbervogels einwirken oder eben nicht.

    Wie habt ihr das verstanden?

    Richtig interessant wird die Folge für mich aber durch Seytanias Verhältnis zu Jan. Denn Seytania möchte eben nicht einfach nur irgendeinen Mann haben. Sklaven könnte sie sich problemlos verschaffen, das sagt sie sogar selbst. Sie will Jan mit Leib und Seele besitzen und vor allem soll er freiwillig bei ihr bleiben. Er soll sie tatsächlich wollen.

    Das macht aus dieser eigentlich ziemlich verrückten Geschichte plötzlich ein interessantes Machtspiel.

    Denn Jan kann Seytania nicht einfach etwas vorspielen. Sie kündigt ausdrücklich an, erkennen zu können, ob er die Wahrheit sagt oder nur heuchelt. Jan bekommt deshalb Zeit, ihr seine Liebe zu beweisen. Und genau hier finde ich Seytania als Gegnerin wesentlich spannender als einen Bösewicht, der Jan einfach nur beseitigen möchte.

    Ist sie wirklich in Jan verliebt?

    Ich bin mir da gar nicht so sicher.

    Für mich wirkt das mindestens genauso sehr wie verletzter Stolz und der Wunsch nach vollständiger Unterwerfung. Gerade weil Jan sich ihr widersetzt, wird er für Seytania offenbar erst richtig interessant. Einen willenlosen Sklaven möchte sie ausdrücklich nicht. Sie möchte ausgerechnet Jan Tenner dazu bringen, sich freiwillig für sie und gegen alles andere zu entscheiden.

    Das ist schon eine ziemlich spezielle Form von Zuneigung.

    Almut Eggert ist dabei für mich ein ganz wichtiger Faktor. Sie gibt Seytania genau diese Mischung aus Überheblichkeit, Verführung und Bedrohlichkeit. Die Figur ist natürlich vollkommen überzeichnet, aber genau das passt hier hervorragend. Eine dämonische Königin der Puppen darf meiner Meinung nach ruhig etwas dick auftragen.

    Sehr schön finde ich auch, dass diesmal nicht alles ausschließlich an Jan hängt. Laura, Professor Futura und General Forbett bekommen Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Dazu kommt Ora, die Jan erneut hilft und ihm schließlich das Geheimnis von Urlos verrät.

    Und spätestens bei Urlos können wir dann sämtliche Diskussionen darüber einstellen, ob Jan Tenner hier noch reine Science Fiction ist.

    Urlos ist ein mächtiger Dämon, der in einem Kristall gebannt wurde und durch Sonnenlicht erweckt werden kann. Jan und seine Freunde schaffen es tatsächlich, ihn zu befreien und gegen Seytania einzusetzen. Die wiederum muss sich geschlagen geben und ihre Opfer zurückverwandeln.

    Ich mag die Idee grundsätzlich sehr, weil Urlos sofort etwas Bedrohliches in die Geschichte bringt. Gleichzeitig ist seine Einführung für mich auch die größte Schwäche der Folge.

    Ora kennt eben genau das Geheimnis, das Jan in diesem Moment benötigt. Es gibt diesen Kristall, darin befindet sich zufällig ein Wesen, das mächtig genug ist, Seytania gefährlich zu werden, und Sonnenlicht genügt, um es herauszulassen. Das ist schon eine ziemlich bequeme Lösung.

    Andererseits reden wir hier über Jan Tenner.

    Die Serie hat noch nie besonders große Hemmungen gehabt, irgendein neues Serum, eine Erfindung oder sonst etwas hervorzuholen, wenn die Geschichte es gerade benötigt. Diesmal ist es eben kein Serum von Professor Futura, sondern ein Dämon im Kristall.

    Viel interessanter finde ich deshalb eine andere Sache: Der Umgang mit diesem Kristall ist schon ziemlich leichtsinnig. Ein mächtiger Dämon befindet sich darin und dieses Ding wird schließlich aus der Luftschleuse befördert. Was wäre eigentlich passiert, wenn der Kristall nicht zerstört worden wäre? Oder wenn währenddessen Sonnenlicht darauf gefallen wäre? Dann hätte man unter Umständen gerade Urlos freigelassen, ohne irgendeine Kontrolle darüber zu haben.

    Da wäre möglicherweise aus Seytanias Rache sehr schnell „Urlos' Rache“ geworden.

  • Überhaupt finde ich die ganze Sache mit den Puppen wesentlich düsterer, als sie auf den ersten Blick erscheint. Seytania verwandelt lebende Wesen in Holzpuppen und wir hören in der Geschichte auch Geister. Da stellt sich für mich zwangsläufig die Frage, was eigentlich mit den Wesen passiert, deren Puppenkörper zerstört werden.

    Existieren sie anschließend als Geister weiter?

    Kann Seytania auch einen zerstörten Puppenkörper wiederherstellen?

    Oder ist die Zerstörung einer solchen Puppe tatsächlich endgültig?

    Das Hörspiel liefert darauf für mich keine wirklich eindeutige Antwort. Gerade deshalb finde ich die Frage aber spannend. Hinter diesem scheinbar märchenhaften Puppenplaneten steckt nämlich eine ziemlich makabere Vorstellung.

    Überhaupt hat „Seytanias Rache“ einige Momente, bei denen man merkt, dass die Serie damals ihrem jungen Publikum durchaus etwas zugemutet hat. Schon der abgetrennte Holzfinger in Lauras Bungalow ist als Einstieg nicht gerade zimperlich. Man weiß zunächst nicht genau, was mit Laura geschehen ist, und die Sorge von Jan und den anderen funktioniert für mich deshalb sehr gut.

    Dabei hilft natürlich auch die bekannte Stammbesetzung. Lutz Riedel, Marianne Groß, Klaus Nägelen und Heinz Giese sind zu diesem Zeitpunkt derart eingespielt, dass ich ihnen diese Gemeinschaft jederzeit abnehme. Wilfried Herbst als Mimo gehört ohnehin fest zu dieser Mannschaft.

    Besonders hervorheben würde ich aber tatsächlich Almut Eggert als Seytania. Sie macht aus der Figur für mich weit mehr als eine gewöhnliche Gegnerin. Seytania kann im einen Moment schmeicheln und im nächsten vollkommen selbstverständlich damit drohen, Jans Freunde zu vernichten. Dazu diese unglaubliche Selbstsicherheit. Sie zweifelt eigentlich keinen Augenblick daran, dass sie Jan am Ende bekommen wird.

    Engelbert von Nordhausen gibt Urlos wiederum genau die Präsenz, die eine solche Figur benötigt. Urlos taucht vergleichsweise spät auf, muss aber sofort funktionieren. Das gelingt.

    Was mir ebenfalls gefällt, ist der Humor innerhalb der Geschichte. Gerade Lauras Reaktion auf Seytanias Interesse an Jan bringt eine schöne zusätzliche Ebene hinein. Die Eifersucht wird sogar Teil des Geschehens und verhindert, dass die Geschichte trotz der durchaus düsteren Ausgangslage zu schwer wird.

    Interessant finde ich auch, wie deutlich „Seytanias Rache“ zeigt, wohin sich Jan Tenner zu diesem Zeitpunkt entwickelt. Die Serie hat sich längst von den relativ abgeschlossenen frühen Abenteuern entfernt. Seytania ist die Tochter Logars, des Herrschers des Dunklen Imperiums, und damit wird hier bereits eine wesentlich größere Welt aufgespannt. Die Geschichte um Seytania ist mit dieser Folge keineswegs beendet.

    Gerade das gefällt mir rückblickend sehr. Man bekommt zwar ein Abenteuer, das für sich funktioniert, gleichzeitig entsteht aber immer stärker das Gefühl einer zusammenhängenden Welt.

    Und trotzdem bleibt „Seytanias Rache“ herrlich unkompliziert.

    Andere Geschichten würden wahrscheinlich zwanzig Minuten erklären, wie genau ein Mensch in eine Holzpuppe verwandelt werden kann und welche physikalischen Gesetze bei Urlos' Kristall gelten. Jan Tenner sagt einfach: Seytania kann Menschen in Puppen verwandeln. In diesem Kristall steckt ein Dämon. Sonnenlicht lässt ihn heraus.

    Alles klar.

    Weiter geht's.

    Das ist natürlich vollkommen fantastisch und mit Science Fiction im engeren Sinne nur noch schwer zu erklären. Aber vielleicht ist gerade diese Selbstverständlichkeit eine der großen Stärken der Serie. Jan Tenner wirft Science Fiction, Fantasy, Abenteuer, Grusel und manchmal sogar Märchenelemente in einen Topf und kümmert sich herzlich wenig darum, ob das eigentlich zusammengehört.

    Für mich funktioniert es.

    Ein kleiner Patzer ist übrigens tatsächlich im Hörspiel geblieben. Gleich zu Beginn sagt Jan sinngemäß, dass er hofft, sein böses Gefühl würde ihn diesmal nicht täuschen. Eigentlich müsste er natürlich hoffen, dass es ihn täuscht, denn er befürchtet schließlich, dass Laura etwas zugestoßen ist. So etwas finde ich bei einem alten Hörspiel eher sympathisch als störend. Damals wurde eben nicht jede Kleinigkeit am Computer hundertmal zusammengeschnitten und korrigiert.

    Am Ende bleibt für mich eine Folge, die ich vor allem wegen Seytania und ihrer ungewöhnlichen Atmosphäre mag. Die eigentliche Geschichte ist gar nicht wahnsinnig kompliziert. Laura wird entführt, Jan muss zurück auf den Puppenplaneten und Seytania überlistet werden. Urlos liefert schließlich den entscheidenden Ausweg.

    Aber drumherum steckt erstaunlich viel Stoff, über den man diskutieren kann.

    Wie konnte Seytania Mimos Speicher manipulieren, wenn der Silbervogel gegen ihre Kräfte geschützt ist?

    Was genau passiert mit den zerstörten Puppen beziehungsweise den Wesen, die Seytania verwandelt hat?

    Ist der Umgang mit Urlos' Kristall nicht ausgesprochen leichtsinnig?

    Und vor allem: Liebt Seytania Jan tatsächlich oder möchte sie ihn gerade deshalb besitzen, weil er einer der wenigen Männer ist, die sich ihr nicht freiwillig unterwerfen?

    Für mich ist gerade die letzte Frage das Spannendste an der ganzen Folge.

    Denn Seytania könnte Sklaven haben. Sie könnte Jan vermutlich ebenfalls einfach in eine Puppe verwandeln und damit seinen Willen brechen. Genau das will sie aber ausdrücklich nicht. Jan soll sich aus freien Stücken für sie entscheiden.

    Vielleicht ist deshalb nicht Jan Tenner selbst ihre eigentliche Obsession, sondern sein freier Wille.

    Und genau den bekommt sie nicht.

    Wie seht ihr „Seytanias Rache“? Mögt ihr diesen deutlichen Fantasy-Einschlag oder ist euch das für Jan Tenner bereits zu weit von Science Fiction entfernt? Und wie empfindet ihr Seytania als Gegnerin?

    Ich persönlich mag gerade diese vollkommen hemmungslose Mischung. Ein Raumschiff mit Bordcomputer, eine dämonische Puppenkönigin, Geister und ein Dämon im Kristall innerhalb von gut 40 Minuten – irgendwie ist genau das Jan Tenner.

  • Es könnte durchaus ein spannender Mix sein, würde es nicht so naiv dargestellt werden. Wahrscheinlich weil man damit Zehnjährige begeistern wollte. Für diese Altersgruppe kann es auch durchaus funktionieren. Für mich als Erwachsener hingegen war es zu trivial, seicht und naiv dargestellt. Einem gruseligen Remake wäre ich durchaus offen gegenüber. Wie man eine solche Puppengeschichte als SF auf einer fremden Welt sehr gut und vor allem sehr gruselig verkaufen kann, hat schon Perry Rhodan in Invasion der Puppen bewiesen. Das hat mich als Kind gefesselt. Das gruselt mich noch heute sehr 🤩

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich hab mir dieses Jahr ALLE TENNER/SEYTANIA FOLGEN gegeben, welche ich früher verpasst hatte. Ich mochte sie sehr als Antagonistin. Die G'schichtlen sind einfach, machen aber immer noch Spass und ich habe heute noch das Gefühl, wenn Jan, Laura, Futura, Forbet und Mimo ins All starten, ich bin mitten dabei! Es gab keine Folge, die langweilig war, bei 46 Episoden, sowas muss man erst mal hinbekommen.

    Und keine Ahnung, ob Seytania von Tanja abgeleitet wurde.

    Das einzige was mich beim Classic Jan etwas gestört hat, die musikalische, kurze Untermalung, war 9 Jahre immer dieselbe. Sowie die Laserstrahler, die waren meist immer die gleichen Effekte. Da hätte man in 9 Jahren ein bischen für Abwechslung sorgen können...

    The Jokes on you!

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