Star Wars: Die hohe Republik - 3. Die Vernichtung

  • Star Wars: Die hohe Republik - 3. Die Vernichtung

    Der Krieg zwischen Eiram und E’ronoh dauert inzwischen seit fünf Jahren an. Eine friedliche Lösung scheint endlich möglich, doch Gella Nattai weiß mittlerweile, dass hinter dem Konflikt weit mehr steckt als die Feindschaft zweier Planeten. Der Pfad der offenen Hand verfolgt seine eigenen Ziele und hat bereits auf Jedha gezeigt, wie gefährlich die Organisation werden kann. Ausgerechnet Axel Greylark könnte Gella dabei helfen, die drohende Katastrophe zu verhindern. Das Problem: Nach seinem Verrat sitzt der Sohn der Kanzlerin im Gefängnis. Gella muss sich deshalb entscheiden, ob sie einem Mann noch einmal vertrauen kann, der dieses Vertrauen bereits enttäuscht hat.

    „Die Vernichtung“ bildet das große Finale der zweiten Phase der Hohen Republik und macht seinem Titel dabei durchaus alle Ehre. Lydia Kang fährt deutlich größere Geschütze auf als Zoraida Córdova zuvor in „Die Verschwörung“. Wo dort politische Spannungen, die Beziehungen zwischen den Figuren und der Konflikt zwischen Eiram und E’ronoh teilweise sehr viel Raum einnahmen, spitzt sich die Situation diesmal wesentlich schneller und dramatischer zu..

    Das hat mir insgesamt besser gefallen. Natürlich bleibt auch „Die Vernichtung“ mit über 15 Stunden ein gewaltiger Brocken und nicht jede Passage hätte für meinen Geschmack diese Ausführlichkeit benötigt. Trotzdem hatte ich wesentlich häufiger das Gefühl, dass tatsächlich etwas auf dem Spiel steht. Verschiedene Handlungsstränge laufen zusammen, Entscheidungen aus der bisherigen Phase bekommen Konsequenzen und der Pfad der offenen Hand entwickelt sich endgültig von einer geheimnisvollen Bewegung zu einer ernsthaften Bedrohung.

    Besonders interessant bleibt für mich das Verhältnis zwischen Gella und Axel. Gerade weil zwischen den beiden inzwischen so viel passiert ist, funktioniert ihre erneute Zusammenarbeit nicht einfach nach dem Motto, dass nun alles vergessen wäre. Gella muss sich ganz bewusst darauf einlassen, einem Menschen zu vertrauen, von dem sie weiß, dass er sie bereits hintergangen hat. Axel wiederum bleibt eine Figur, bei der man lange nicht völlig sicher sein kann, was gerade tatsächlich in ihm vorgeht. Diese Unsicherheit sorgt für einige der stärksten Momente der Geschichte. Überhaupt gefällt mir, dass Lydia Kang nicht ausschließlich auf die große galaktische Bedrohung setzt. Hinter all den Kämpfen und politischen Entwicklungen stehen immer wieder persönliche Entscheidungen. Gleichzeitig wird die Geschichte im weiteren Verlauf zunehmend actionreicher und teilweise richtig düster. Das Finale besitzt dadurch wesentlich mehr Wucht als der Auftakt dieser Phase. Allerdings merkt man auch hier, dass die Hohe Republik inzwischen ein ziemlich umfangreiches Gesamtprojekt geworden ist. Wer ausschließlich die zentralen Erwachsenenromane verfolgt, bekommt zwar eine verständliche Geschichte, an einigen Stellen ist aber deutlich zu spüren, dass wichtige Ereignisse und Hintergründe auch in anderen Veröffentlichungen erzählt wurden.

    Oliver Siebeck übernimmt erneut die komplette Lesung und macht das ganz wunderbar. Gerade bei einem Hörbuch von mehr als 15 Stunden ist es enorm wichtig, dass die Stimme auch über längere Passagen trägt, und damit habe ich bei ihm überhaupt keine Probleme. Er findet für die unterschiedlichen Figuren genügend Variationen, ohne daraus eine übertriebene Ein-Mann-Hörspielshow zu machen. Besonders in den dramatischen Szenen gefällt mir seine kräftige und markante Stimme sehr gut. Gella, Axel und die zahlreichen weiteren Figuren bleiben zudem gut auseinanderzuhalten, was bei der Menge an Namen und Schauplätzen ausgesprochen hilfreich ist.

    Technisch bleibt Random House Audio bei einer klassischen ungekürzten Lesung. Wer die aufwendig produzierten Star-Wars-Hörbücher mit Musik und zahlreichen Geräuscheffekten kennt, bekommt hier also eine wesentlich zurückhaltendere Umsetzung. Das funktioniert dank Oliver Siebeck trotzdem sehr gut. Mit 15 Stunden und 20 Minuten ist „Die Vernichtung“ allerdings noch einmal deutlich länger als „Die Verschwörung“. Ein paar Straffungen hätten dem Erzählfluss sicherlich nicht geschadet. Gerade wenn die Handlung Fahrt aufnimmt, funktioniert die lange Laufzeit für mich aber wesentlich besser als noch beim vorherigen Roman.

    Das Cover gefällt mir sogar noch etwas besser als das von „Die Verschwörung“. Die Kombination aus Violett, Blau und den hellen gelben Lichtflächen sieht richtig stark aus und passt hervorragend zur optischen Linie der zweiten Phase. Im Mittelpunkt steht diesmal Axel Greylark mit gezücktem Lichtschwert vor der futuristischen Architektur. Gerade weil Axel innerhalb der Geschichte eine so wichtige und schwer einzuschätzende Rolle spielt, ist diese Wahl sehr passend. Zusammen mit dem goldenen Rahmen und dem bekannten Logo entsteht erneut ein sehr edles Erscheinungsbild, das die beiden Hörbücher auch optisch schön miteinander verbindet.

    „Die Vernichtung“ ist für mich der stärkere der beiden zentralen Romane dieser Phase. Die Geschichte wirkt zielgerichteter, die Bedrohung greifbarer und viele zuvor vorbereitete Entwicklungen zahlen sich nun aus. Zwar hätte auch dieses Hörbuch an einigen Stellen etwas kompakter ausfallen dürfen, aber gerade im letzten Teil entwickelt die Handlung eine ordentliche Wucht. Gella und Axel bleiben dabei das Herzstück der Geschichte und der Pfad der offenen Hand sorgt dafür, dass die Ereignisse gleichzeitig weit über den Konflikt zwischen zwei Planeten hinausreichen. Dazu kommt erneut ein sehr starker Oliver Siebeck, der mich problemlos durch die mehr als 15 Stunden trägt. Ein umfangreiches, stellenweise düsteres und für mich gelungenes Finale der zweiten Phase der Hohen Republik.

  • DerPoldi August 25, 2026 at 4:02 PM

    Changed the title of the thread from “Star Wars: Die hohe Republik - 2. Die Vernichtung” to “Star Wars: Die hohe Republik - 3. Die Vernichtung”.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!