Meine eigenen Bibi Blocksberg-Geschichten

  • Hallo zusammen, als ich noch Mitglied im Forum Hörspiel-Paradies war, habe ich dort immer eigene Bibi-Geschichten gezeigt, die ich geschrieben habe und die es irgendwann in Buchform geben soll. Eine davon heißt Mania fährt Bus. Hier ist sie:

    Heute ist es sehr heiß in Neustadt.Bibi Blocksberg, die kleine Hexe, kann es kaum erwarten, dass die Schule aus ist. Endlich läutet die Glocke.

    „Hurra!“, rufen die Schüler und wollen aufstehen.Doch da sagt die Lehrerin Frau Müller-Riebensehl: „Halt, Kinder, ich habe euch noch etwas mitzuteilen!“

    Die Schüler setzen sich wieder hin.

    "Die Schule wird für die ganzen nächsten Tage ausfallen!“, erklärt Frau Müller-Riebensehl.

    „Was, wieso denn?“, fragt Bibi.

    „Herr Neumann, unser Schulbusfahrer, musste für ein paar Tage wegfahren, um seine kranke Tante zu pflegen“, erklärt Frau Müller-Riebensehl. „Und solange es keine Vertretung für ihn gibt, muss die Schule ausfallen!“

    „Jetzt könnt ihr aufstehen und nach Hause gehen!“, fügt sie hinzu.

    Die Schüler nehmen ihre Schultaschen und verlassen die Klasse.

    Eigentlich müsste Bibi sich darüber freuen, dass die Schule ausfällt. Aber diesmal ist sie darüber gar nicht froh, denn im Moment nehmen sie in der Schule richtig spannende Sachen durch.

    „Schade, dass die Schule ausfällt!“, sagt sie zu ihrer Freundin Marita.

    „Ja, dabei wollten wir morgen doch einen Film schauen!“, meint Marita.

    Bibi steigt auf ihren Hexenbesen Kartoffelbrei und fliegt nach Hause.

    Beim Mittagessen erzählt Bibi ihren Eltern, dass die Schule ausfällt.

    „Tja, das ist wirklich Pech!“, meint ihre Mutter Barbara.

    „Ja, vor allem für die Kinder, die nicht in Neustadt wohnen und nicht von ihren Eltern gebracht werden können!“, meint Bibis Vater Bernhard.

    Nach dem Essen geht Bibi in ihr Zimmer. Sie denkt darüber nach, wer Herrn Neumann vertreten könnte. Ihre Eltern kommen schon mal nicht infrage, denn Barbara hat zu viel im Haushalt zu tun und Bernhard muss im Büro arbeiten.

    Da hat Bibi eine Idee.

    „Na klar, das ist es!“, sagt sie zu sich selbst. „Tante Mania hat doch seit neuestem einen Hexenführerschein! Vielleicht kann sie Herrn Neumann vertreten!“

    Tante Mania ist nicht wirklich Bibis Tante. Bibi nennt sie nur so, weil es einfacher ist. Sie lebt in einem Hexenhäuschen im Finsterwald mit 12 Eulen, 12 Katzen und ihrem Raben Abraxas. Sie unterrichtet Bibi und die anderen Junghexen zudem in der Hexenschule.

    Bibi steigt auf Kartoffelbrei und öffnet ihr Balkonfenster. Sie sagt: „Eene Meene mei, flieg los Kartoffelbrei! Hex-Hex!“ Und schon zischt Kartoffelbrei los Richtung Finsterwald.

    Schon nach kurzer Zeit ist Bibi da. Sie klopft an die Haustür von Mania.

    „Ja bitte?“, sagt Mania von innen.

    Bibi kommt herein.

    „Hallo, Tante Mania!“, sagt sie höflich.

    „Oh, hallo, Bibi!“, erwidert Mania überrascht. „Was willst du hier? Heute ist doch keine Hexenschule!“

    „Es ist etwas sehr Wichtiges!“, erklärt Bibi. „Es hat etwas mit meiner Schule zu tun!“

    „Oh, mit der allgemeinen Schule in Neustadt?“, fragt Mania. „Na, dann schieß mal los!“

    Bei Kakao und Schokokeksen erklärt Bibi Mania die ganze Geschichte. Darüber dass Herr Neumann zu seiner kranken Tante fahren musste und dass deswegen die Schule ausfällt, weil es keine Vertretung gibt, und und und...

    Mania hört aufmerksam zu.

    „Und was kann ich da tun?“, fragt sie.

    „Ich dachte mir, du könntest Herrn Neumann vertreten!“, erklärt Bibi.

    „Ich? Wieso ich?“, fragt Mania.

    „Na, weil du doch seit neuestem einen Hexenführerschein hast“, erklärt Bibi.

    „Naja schon, aber es wäre ein ganz schön weiter Arbeitsweg von meinem Haus bis nach Neustadt!“, meint Mania.

    Bibi denkt kurz nach. Dann sagt sie:

    „Ich hab's! Du könntest doch, solange du Herrn Neumann vertrittst, bei uns wohnen! Mami und Papi haben bestimmt nichts dagegen!“

    Mania denkt kurz nach und murmelt:

    „Hört sich gut an!“

    Dann sagt sie:

    „Okay, in Ordnung, ich mache es!“

    „Super!“, sagt Bibi und fällt Mania um den Hals.

    Bibi hext schnell ihr Handy her und gibt ihren Eltern Bescheid. Die sind einverstanden, dass Mania während ihrer Vertretungszeit bei ihnen wohnen kann.

    Doch da sagt Bibi, dass sie noch schnell Frau Müller-Riebensehl und dem Schuldirektor Herrn Pauker Bescheid geben müssten.

    Schnell machen sie und Mania sich auf den Weg.

    Bibi steigt auf Kartoffelbrei, Mania nimmt ihren Besen Fuzzi.

    Bibi sagt: „Eene Meene mei, flieg los Kartoffelbrei! Hex-Hex!“

    Mania sagt: „Eene Meene Silbermoos, schnell mein Fuzzi fliege los! Hex-Hex!“

    Und schon fliegen die beiden Richtung Neustadt zu Bibis Schule.

  • Dort eilen sie schnell zum Büro von Schuldirektor Pauker. Bibi klopft vorher natürlich an. Dann betreten sie und Mania das Büro.

    Herr Pauker ist etwas überrascht, als er Bibi und Mania sieht.

    „Nanu, Bibi Blocksberg, was willst du denn hier?“, fragt er. „Die Schule ist aus!“

    „Ja, ich weiß, Herr Pauker, aber es ist sehr wichtig“, sagt Bibi.

    Erstmal stellt sie Mania vor.

    „Das ist übrigens Mania Flippinger!“, sagt sie. „Sie ist meine Hexenschullehrerin!“

    „Sehr erfreut!“, sagt Herr Pauker und schüttelt Mania die Hand.

    „Nun, es geht darum, dass die Schule ausfallen muss!“, erklärt Bibi. „Herr Neumann ist doch weggefahren und es gibt bis jetzt noch keine Vertretung für ihn!“

    „Ja! Und?“, sagt Herr Pauker.

    „Ich dachte, Tante Mania könnte seine Vertretung übernehmen!“, erklärt Bibi. „Sie hat nämlich seit Neuestem einen Hexenführerschein!“


    „Ah verstehe!“, sagt Herr Pauker. Dann wendet er sich an Mania und fragt: „Sagen sie mal, Frau Flippinger, haben sie schon mal einen Bus gefahren?“

    „Nein, noch nie!“, sagt Mania. „Das ist das erste Mal, dass ich das tun werde! Aber ich denke, ich werde es schaffen!“

    „Na gut“, sagt Herr Pauker. „Dann werde ich mal beim Busbetriebshof anrufen!“

    Das Telefonat mit dem Busbetriebshof ist schnell erledigt. Nachdem Bibi und Mania noch Frau Müller-Riebensehl von ihrer Idee erzählt haben, steigen sie auf ihre Besen und fliegen zum Betriebshof.

    Dort gibt der Chef Mania die Fahrzeugpapiere und die Schlüssel für den Schulbus. Dann führt er Bibi und Mania zum Schulbus. Es ist ein großer schwarzer Bus mit einem Eingang vorne und einem Ausgang hinten.

    Mania fragt: „Wie kommt man in den Bus hinein?“

    Bibi überlegt. Dann sagt sie: „Ich glaube, in der Eingangstür ist ein Schloss!“

    Mania guckt genau hin. Dann sagt sie: „Tatsächlich!“

    Sie nimmt die Schlüssel und öffnet damit das Schloss. Und schon geht die Tür auf.

    Bibi und Mania betreten das Innere des Busses. Im Bus sind 20 Sitzbänke für Passagiere.

    Mania setzt sich auf den Fahrersitz und fragt einen Angestellten des Betriebshofes: „Darf ich eine Probefahrt machen?“

    „Aber natürlich, Frau Flippinger!“, sagt der Angestellte. „Sie können übrigens Mania zu mir sagen!“, meint Mania.

    „Na gut, Mania!“, sagt der Angestellte, der übrigens Herr Steffenshagen heißt.

    Die Tür des Busses schließt sich wieder und Herr Steffenshagen geht.

    Mania dreht den Schlüssel und schon fährt der Bus los. Mania dreht das Lenkrad und verlässt das Gelände des Betriebshofes. Sie will bis zum Rathaus und dann wieder zurück fahren.

    Als Bibi und Mania beim Rathaus ankommen, treffen sie auf eine ihnen bekannte Person: Karla Kolumna, die rasende Reporterin!

    „Hallöchen!“, ruft sie.

    „Hallo, Frau Kolumna!“, sagen Bibi und Mania und steigen aus dem Bus.

    „Darf ich fragen, wie Frau Mania dazu gekommen ist, von der Hexenschullehrerin zur Busfahrerin zu wechseln?“, fragt Frau Kolumna.

    „Naja, unser Schulbusfahrer ist für ein paar Tage weggefahren und Tante Mania vertritt ihn solange“, erklärt Bibi. „Sie hat nämlich seit Neuestem einen Hexenführerschein!“

    „Sensationell!“, meint Frau Kolumna. „Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir: Hexe vertritt Schulbusfahrer! Wunderbar, ein Foto bitteschön!“

    Sie nimmt ihren Fotoapparat und knipst ein Foto von Bibi und Mania. Die beiden lächeln fröhlich in die Kamera.

    „Und wo ich schon mal hier bin: Darf ich auch mal eine Runde mitfahren? Ich will Frau Mania am Steuer genau miterleben!“, sagt Frau Kolumna.

    „Aber natürlich, Frau Kolumna!“, antwortet Mania freundlich. „Bitte, steigen sie ein!“

    „Sehr aufmerksam!“, bedankt sich Frau Kolumna.

    Mania setzt sich ans Steuer und Bibi und Frau Kolumna auf eine Bank.

    Sie fahren, bevor sie zum Betriebshof zurückfahren, noch an den Häusern vorbei, wo die Schüler wohnen, die mit dem Schulbus fahren und die Mania morgen früh abholen muss.

    Sie fahren zuerst an Maritas Haus vorbei. Marita steht gerade im Garten und gießt die Rosen.

    Mania hält an.

    Bibi winkt Marita zu und ruft: „Huhu, Marita!“

    Marita dreht sich um und ist sehr erstaunt, als sie den Schulbus mit Mania am Steuer sieht.

    „Bibi, das glaub ich ja nicht!“, meint sie. „Ist das am Steuer da deine Hexenlehrerin?“

    „Genau die ist es!“, sagt Bibi. „Sie vertritt Herrn Neumann! Sie hat nämlich seit Neuestem einen Hexenführerschein!“

    „Oh cool!“, meint Marita beeindruckt. „Dann freue ich mich schon darauf, morgen früh abgeholt zu werden!“

    „Also, dann, bis morgen, Marita!“, sagen Bibi und Mania.

    Mania fährt wieder los. Marita winkt Bibi, Mania und Karla hinterher.

    Sie fahren noch an Florians, an Monis und an Luis' Haus vorbei. Auch diese drei staunen nicht schlecht, als sie eine echte Althexe am Steuer des Busses sitzen sehen.

    Dann wird es Zeit für die Rückkehr zum Betriebshof. Bibi und Mania setzen Frau Kolumna noch schnell beim Rathaus ab und dann fahren sie zurück zum Betriebshof.

    Dort parkt Mania den Bus wieder in der Garage. Dann steigen sie und Bibi aus.

    „Die Testfahrt war doch eigentlich ganz gut, oder?“, fragt Bibi.

    „Und wie!“, meint Mania. „Dass ich Herrn Neumann vertrete, war wirklich eine großartige Idee!“

    „Oh ja!“, stimmt Bibi zu.

    Sie und Mania verabschieden sich noch von den Leuten, die beim Betriebshof arbeiten, steigen auf ihre Besen und fliegen nach Hause.

    Dort setzen sie sich mit Barbara und Bernhard zum Abendessen an den Tisch. Heute gibt es Spaghetti Bolognese. Allen schmeckt es köstlich.

    Beim Essen erzählen Bibi und Mania von der Testfahrt und dass alles gut verlaufen ist.

    „Das ist ja großartig!“, meint Barbara. „Herzlichen Glückwunsch, Mania!“

    „Ja, auch von mir herzlichen Glückwunsch!“, sagt Bernhard.

    „Danke!“, meint Mania und lächelt.

    Dann wird es Zeit fürs Bett. Mania schläft bei Bibi im Zimmer auf einer Matratze.

    „Gute Nacht, Tante Mania!“, sagt Bibi und löscht das Licht.

    „Gute Nacht, Bibi!“, erwidert Mania.

    Kurz darauf schlafen die beiden auch schon ein.

  • Doch plötzlich wird Mania wach.

    „Bibi! Hey, Bibi!“, sagt sie.

    „Was, was ist denn los?“, fragt Bibi.

    „Ich freue mich schon, den Bus morgen zu fahren, aber irgendwie finde ich ihn langweilig!“, erklärt Mania. „Ich meine, er hat so eine langweilige Farbe und überhaupt sehen die Räder etwas albern aus!“

    „Ja, du hast recht“, meint Bibi. „Das finde ich auch! Weißt du was: Wir könnten den Bus doch schöner hexen!“

    „Oh ja, gute Idee!“, meint Mania.

    „Gut, dann lass uns gleich zum Betriebshof fliegen!“, meint Bibi.

    „Jetzt? Aber es ist doch mitten in der Nacht!“, sagt Mania.

    „Ja, aber da merkt keiner, wenn wir auf dem Betriebshof sind und den Bus verschönern!“, meint Bibi.

    „Na gut!“, sagt Mania.

    Sie holen schnell Kartoffelbrei und Fuzzi, steigen auf, sagen ihre Flughexsprüche und fliegen los.

    Nach einem kurzen Flug sind sie beim Betriebshof angekommen. Doch die Garage ist abgeschlossen.

    Doch Bibi weiß schon einen Rat. Sie sagt einfach: „Eene Meene Dauerlauf, das Garagentor geht auf! Hex-Hex!“

    Und schon öffnet sich das Tor und Bibi und Mania können reingehen.

    Schon stehen sie vor dem Schulbus.

    „Also, was sollen wir machen, Tante Mania?“, fragt Bibi.

    „Also, zuerst einmal finde ich die Farbe des Busses etwas unschön“, erklärt Mania.

    „Ja, du hast recht!“, stimmt Bibi zu. „Weißt du was: Wir könnten dem Bus doch alle Regenbogenfarben anhexen!“, schlägt sie vor.

    „Oh ja, gute Idee!“, meint Mania.

    Und schon sagen die beiden im Chor:

    „Eene Meene sieben Schwaben, der Bus hat alle Regenbogenfarben! Hex-Hex!“

    Und schon ist der Bus nicht mehr schwarz, sondern rot, gelb, grün, blau, orange und violett.

    „Das sieht jetzt aber schön aus!“, findet Bibi.

    „Oh ja!“, stimmt Mania zu.


    „Und was könnte noch verändert werden?“, fragt sie.

    Bibi überlegt. Dann schlägt sie vor: „Ins Innere des Busses könnten wir eine Musikanlage hexen! Und die Räder könnten wir auch verhexen, sodass sie wie Kanonenkugeln aussehen!“

    „Wow, coole Idee!“, findet Mania.

    Und schon sagen sie:

    „Eene Meene gute Frage, im Inneren des Busses eine Musikanlage! Eene Meene grüne Nudeln, die Räder sehen aus wie Kanonenkugeln! Hex-Hex!“

    Und schon passiert es. Im Inneren des Busses läuft nun eine Musikanlage. Und die Räder sehen nun wirklich wie Kanonenkugeln aus.

    Allerdings ist die Musikanlage sehr laut! Deshalb hext Mania lieber schnell:

    „Eene Meene braune Maus, die Musikanlage ist jetzt aus! Hex-Hex!“

    Und schon herrscht wieder Ruhe.

    Bibi und Mania klatschen sich gegenseitig mit den Händen ab. Dann steigen sie wieder auf ihre Besen und fliegen wieder nach Hause. Dort legen sie sich wieder ins Bett und schlafen schnell ein.

    Am nächsten Morgen stehen Bibi und Mania ganz früh auf. Denn solange Mania Herrn Neumann vertritt, will Bibi immer mit dem Bus mitfahren.

    Doch heute ist Fuzzi etwas müde, da er schon ein älterer Hexenbesen ist. Darum fliegen Bibi und Mania beide auf Kartoffelbrei zum Betriebshof.

    Dort steht schon der Schulbus bereit.

    Bibi und Mania steigen ein. Mania setzt sich ans Steuer und Bibi setzt sich auf eine leere Bank. Dann geht es auch schon los.

    Zuerst fahren sie zu Maritas Haus. Marita wünscht Bibi und Mania einen guten Morgen und setzt sich neben Bibi. Und sie staunt über den kunterbunten Bus.

    Anschließend fahren sie noch zu Florians und dann zu Monis Haus.Auch die beiden finden den kunterbunten Bus obercool.

    „Wow, der Bus sieht toll aus!“, meint Florian.

    „Ja!“, stimmt Moni ihm zu.

    „Wartet nur, was sonst noch hier anders ist“, sagt Bibi schmunzelnd.

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene Lebertran, Musikanlage gehe an! Hex-Hex!“

    Und schon geht die Musikanlage an. Aus dem Lautsprecher ertönt laute Rockmusik. Die Schüler sind begeistert.

    Nach einer Weile verlassen sie Neustadt und fahren nach Kleinobergammeldorf. Das ist ein kleines Dorf in der Nähe von Neustadt. Hier wohnen auch einige Schüler, die in Bibis Schule gehen, nämlich Anna, Theo und Magdalena.

    Zuerst fahren sie zu Annas Haus. Anna verabschiedet sich noch schnell von ihrer Mutter, dann steigt sie in den Bus. Sie ist sehr erfreut darüber, Bibis Hexenschullehrerin kennenzulernen.

    Dann fahren sie noch zu Theos und dann zu Magdalenas Haus. Danach machen sie sich wieder auf den Rückweg nach Neustadt.

    Doch auf dem Weg dorthin kommen sie zu einer Baustelle.

    „Oh nein!“, sagt Bibi. „Warum muss hier eine Baustelle sein?“

    „Genau, jetzt kommen wir zu spät!“, sagt Marita.

    „Tja, ich fürchte, wir müssen eine Umleitung nehmen!“, meint Mania.

    „Aber dann kommen wir auch zu spät!“, meint Luis.

    Mania denkt kurz nach. Dann sagt sie:

    „Ich habe eine Idee! Alle festhalten!“

    Dann ruft sie:

    „Eene Meene Gartenliegen, dieser Schulbus kann jetzt fliegen! Eene Meene Seidenspule, bringe uns direkt zur Schule! Hex-Hex!“

    Und plötzlich erhebt sich der Bus in die Lüfte und fliegt über die Baustelle drüber. Die Schüler jauchzen vor Vergnügen.

    Und schon nach kurzer Zeit sehen sie vor sich die Dächer von Neustadt. Und schon sind sie über der Schule.

    Doch da kommt der Bus auf einmal ins Trudeln und droht abzustürzen.

    „Oh nein!“, ruft Bibi. „Der Spruch hat seine Wirkung verloren!“

    Deshalb sagt Mania schnell:

    „Flopp-Stopp! Hex-Hex!“

    Und schon bleibt der Bus in der Luft hängen.

    Dann sagen Bibi und Mania gemeinsam:

    „Eene Meene graue Laus, alle aus dem Bus raus! Hex-Hex!“

    Und schon stehen Bibi, Mania und alle Schüler auf dem Schulhof.

    Dort stehen alle Lehrer. Und auch Karla Kolumna.

    „Sensationell!“, ruft sie. „Neustädter Schulbus fliegt dank Hexenlehrerin! Wunderbar! Eine Schlagzeile!“

  • „Frau Kolumna, was machen sie denn hier?“, fragt Bibi.

    „Naja, ich wollte mir nicht entgehen lassen, dass Frau Mania mit dem Bus hier eintrifft“, erklärt Frau Kolumna. „Aber dass der Bus dann auch noch fliegt und kunterbunt ist, das ist einfach sensationell!“

    „Naja, der Bus musste jetzt fliegen wegen einer Baustelle“, erklärt Marita. „Und überhaupt sieht er kunterbunt und mit einer Musikanlage viel schöner aus!“

    „Wie kommt es, dass er überhaupt kunterbunt ist?“, will Herr Pauker wissen.

    „Nun, das ist so“, sagt Bibi und grinst verlegen. „Tante Mania und ich fanden den Bus etwas unschön und da sind wir heute Nacht zum Betriebshof geflogen und haben dem Bus ein paar Veränderungen angehext. Die kunterbunten Farben, die Musikanlage und dass die Räder wie Kanonenkugeln aussehen!“

    „Was? Aber das ist doch moderner Humbug!“, schimpft Frau Müller-Riebensehl.

    „Nein, das ist cool!“, meint Magdalena.

    „So haben wir morgens viel mehr Spaß, wenn wir zur Schule fahren!“, stimmt ihr Florian zu.

    Und nach und nach stimmen alle Schüler, darunter auch Bibi, zu.

    Doch plötzlich passiert es: Der Schulbus, der bis eben noch in der Luft geschwebt hat, kommt nun ins Trudeln und landet in dem großen Baum auf dem Schulhof.

    „Oh nein!“, ruft Bibi entsetzt. „Der schöne Bus!“

    „Ja, das ist eine Katastrophe!“, ruft Mania.

    Der Bus ist wegen seiner Landung im Baum in alle seine Einzelteile zerfallen.

    Was nun?

    „Wir könnten den Bus natürlich heilhexen, aber solche Hexereien halten leider nur kurze Zeit!“, sagt Bibi betrübt.

    „Na wie auch immer: Jetzt ist erstmal Unterricht!“, sagt Herr Pauker. „Also: Husch-Husch, alle ab in die Klassen!“

    Alle Schüler verschwinden in ihren Klassen.

    Nach der Schule verlässt Bibi betrübt die Klasse. Vor der Schule wartet schon Mania. Die beiden setzen sich auf Kartoffelbrei und fliegen nach Hause.

    Dort denken sie in Bibis Zimmer darüber nach, was sie tun könnten.

    Da sagt Bibi plötzlich:

    „Ich hab's! Wenn wir nicht hexen können, dann muss Papi helfen! Der ist handwerklich sehr begabt!“

    „Aber ja, das ist es!“, meint Mania. „Aber Bernhard ist doch noch im Büro!“

    „Egal, wir fliegen sofort hin und fragen ihn!“, meint Bibi.

    „Also gut!“, sagt Mania.

    Schnell steigen sie auf Kartoffelbrei und fliegen zu Bernhards Büro.

    Bernhard sitzt gerade mit seinen Kollegen in der Mittagspause und isst einen Teller Fischsuppe, da landen unerwartet Bibi und Mania im Raum.

    Bernhard ruft: „Was hat das denn zu bedeuten?“

    „Papi, wir brauchen deine Hilfe!“, erklärt Bibi.

    „Meine Hilfe? Wobei denn?“, fragt Bernhard.

    „Der Schulbus ist kaputt!“, erklärt Mania.

    „Ja, und was habe ich damit zu tun?“, fragt Bernhard.

    „Du bist doch handwerklich sehr begabt, Papi!“, meint Bibi.

    „Ja schon, aber ich muss noch arbeiten“, erklärt Bernhard.

    „Bitte, Papi, es ist sehr wichtig!“, bettelt Bibi.

    Bernhard seufzt und sagt: „Okay, okay, ich komme ja! Ich sage nur meinem Chef Bescheid!“

    Das Gespräch mit Bernhards Chef ist schnell erledigt.

    Bibi, Mania und Bernhard steigen auf Kartoffelbrei und fliegen zur Schule. Dort liegen auf dem Hof immer noch die Teile des Busses.

    Bernhard schaut erschrocken drein, als er die Teile sieht.

    „Oh Gott, was ist das denn?“, fragt er. „Das wird schwerer als gedacht zu reparieren sein!“

    „Ja, leider hast du Recht, Papi!“, meint Bibi. „Dabei haben Tante Mania und ich uns letzte Nacht so viel Mühe gegeben!“

    „Moment mal, letzte Nacht?“, fragt Bernhard verwirrt. „Was habt ihr da gemacht?“

    Bibi und Mania erzählen. Dass sie letzte Nacht zum Betriebshof geflogen sind, dass sie den Bus schöner gehext haben, dass der Bus heute Morgen wegen einer Baustelle fliegen musste und und und...

    Bernhard hört aufmerksam zu. Dann sagt er:

    „Tja, eure Idee, den Bus schöner zu hexen, war ja sehr toll, aber was wird Herr Neumann sagen, wenn er zurückkommt und seinen Bus so sieht?“

    „Tja, da müssen wir was tun!“, meint Bibi.

    Bernhard überlegt. Dann meint er:

    „Wenn wir den Bauplan für den Schulbus hätten, dann könnten wir es vielleicht schaffen!“

    „Aber ja, das ist es!“, ruft Bibi.

    Schon stellt sie sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene rotes Meer, der Bauplan für den Schulbus her! Hex-Hex!“

    Und schon liegt vor ihnen auf der Wiese ein Bauplan. Er hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber sieht noch ganz gut aus.

    „Damit können wir es schaffen!“, stellt Mania fest.

    „Ja!“, ruft Bernhard.

    Und so machen sich die drei an die Arbeit.

    Bibi hext noch schnell ein Schweißgerät her. Dann geht es los.

    Zuerst bauen sie die Karosserie wieder zusammen. Danach bringen sie im Innenraum wieder die Sitze, die Musikanlage und das Lenkrad an. Anschließend werden der Motor und die Fenster wieder eingebaut. Und zu guter Letzt bringen sie noch die Räder an.

    Und schon sieht der Bus wieder so aus wie vor dem Runterfallen. Naja, an manchen Stellen sind ein paar Kratzer, aber das macht nichts. Da kann man mit Farbe drüberstreichen.

    Und Bibi und Mania hexen auch gleich frische Farbe her, um damit über die Kratzer drüberzustreichen.

    Und dann ist es endlich geschafft!

    Mania probiert gleich aus, ob der Motor noch funktioniert. Und er funktioniert! Der Bus fährt noch genauso wie vorher.

    Mania und Bibi freuen sich. Sie danken Bernhard für seine Hilfe und bringen den Bus zurück zum Betriebshof.

    Dort werden sie herzlich von allen Arbeitern empfangen. Und Karla Kolumna ist auch da.

    Sie knipst ein Foto von dem eintreffenden Bus und ruft:

    „Sensationell! Der Schulbus ist wieder in Ordnung!“

    Der Chef des Betriebshofes freut sich, dass der Schulbus wieder da ist. Aber Bibi und Mania verraten ihm natürlich nicht, dass der Bus kaputt war und repariert werden musste.

    Sie steigen auf Kartoffelbrei und fliegen nach Hause.

    Am nächsten Morgen ist es wieder soweit. Bibi und Mania machen sich nach dem Frühstück mit Kartoffelbrei auf den Weg zum Betriebshof.

    Dort steht schon der Bus bereit.

    Sie holen zuerst die Kinder in Neustadt und dann die Kinder in Kleinobergammeldorf ab.

    Diesmal ist zum Glück keine Baustelle da, also braucht der Bus nicht zu fliegen.

    Bibi, Mania und alle Schüler kommen pünktlich bei der Schule an.

    Dort warten schon alle Lehrer. Sie freuen sich, dass der Bus wieder repariert ist.

    Nachdem alle Schüler im Schulgebäude verschwunden sind, wendet sich Herr Pauker an Mania und sagt:

    „Frau Flippinger, sie haben die Bravour zur Schulbusfahrerin mit Auszeichnung bestanden!“

    „Oh danke!“, sagt Mania und wird vor Verlegenheit ein bisschen rot.

    „Daher will ich, dass sie Herrn Neumann weiterhin vertreten!“, fährt Herr Pauker fort.

    „Oh danke!“, sagt Mania wieder.

    „Das ist echt klasse!“, freut sich Bibi.

    „Apropos Herr Neumann: Er kommt morgen wieder!“, sagt Herr Pauker. „Daher ist ihre Vertretungszeit schon um, Frau Flippinger!“

    „Was, wirklich? Oh schade!“, meint Mania.

    „Sei nicht traurig, Tante Mania!“, tröstet Bibi sie. „Du hast ja gehört, was Herr Pauker gesagt hat: Du darfst weiterhin Herrn Neumann vertreten!“

    „Ja, das ist toll!“, sagt Mania.

  • Dann müssen alle lachen.

    Da kommt Karla Kolumna auf ihrem Motorroller angebraust.

    „Hallöchen!“, ruft sie.

    „Frau Kolumna!“, ruft Bibi. „Stellen sie sich vor: Tante Mania hat bestanden und darf Herrn Neumann weiterhin vertreten, wenn er weg ist!“

    „Wirklich? Sensationell!“, meint Frau Kolumna. „Aber jetzt will ich wissen: Wie kommt es, dass der Bus wieder heil ist?“

    Da müssen Bibi und Mania erstmal erzählen, wie Bernhard ihnen geholfen hat, den Bus wieder in Ordnung zu bringen.

    Karla Kolumna nickt anerkennend.

    „Das kommt in die Zeitung!“, meint sie.

    Nun muss Bibi aber in den Unterricht.

    Und Mania? Die leiht sich Kartoffelbrei, fliegt zum Haus der Blocksbergs, packt ihre Sachen, dankt Barbara und Bernhard für ihre Gastfreundschaft, steigt auf ihren Besen Fuzzi und fliegt zurück zu ihrem Haus im Finsterwald.

    Und als Bibi mittags von der Schule nach Hause kommt, erzählt sie ihren Eltern, dass Mania alles bestanden hat und dass sie Herrn Neumann weiterhin vertreten darf.

    Ihre Eltern freuen sich über diese Nachricht.

    Und Bibi? Die ist froh, dass alles ein gutes Ende genommen hat.

  • #danke# Fürs teilen. Ich werde es in einer ruhigen Minute lesen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Eine weitere Geschichte von mir, die es nur in Buchform gibt bzw. vielleicht irgendwann nur in Buchform geben wird, heißt Hexerei auf dem Opernball. Hier ist sie:

    Es ist ein sehr kalter Februartag in Neustadt. Bibi Blocksberg, die kleine Hexe, kommt gerade von der Schule nach Hause. Sie hatte heute einen sehr anstrengenden Tag. Zu Hause setzt sie sich erstmal aufs Sofa und wärmt sich die Füße. Da kommt ihre Mutter Barbara ins Wohnzimmer. Doch nicht allein! Walpurgia Besenstiel, die Oberhexe, ist auch da!

    „Hallo, Bibi!“, sagt Barbara.

    „Hallo, Mami, hallo, Tante Walpurgia!“, sagt Bibi. „Was gibt’s denn?“

    „Wir haben eine Überraschung für dich!“, sagt Barbara. „Wir verreisen morgen!“

    „Wirklich? Wohin denn?“, fragt Bibi.

    „Zum Opernball nach Wien!“, erklärt Barbara.

    „Wirklich? Wow, das ist ja cool!“, jubelt Bibi. „Da wollte ich immer schon mal hin!“

    „Und ich komme auch mit euch mit, weil meine Cousine Marinia in Wien wohnt und ich sie so nebenbei besuchen kann!“, erklärt Walpurgia.

    „Wow, klasse!“, freut sich Bibi. „Wie heißt eigentlich Marinias Besen, Tante Walpurgia?“, fügt sie hinzu.

    „Oh, Marinias Besen heißt Kaiserschmarrn!“, sagt Walpurgia schmunzelnd.

    Bibi muss lachen.

    Kurz darauf kommt auch Bibis Vater Bernhard nach Hause. Er weiß schon längst, dass er mit seiner Frau, seiner Tochter und Walpurgia nach Wien fährt. Und er freut sich schon darauf, im Restaurant Figlmüller ein knuspriges Wiener Schnitzel zu essen.

    Am Abend verabschiedet sich Walpurgia, steigt auf ihren Besen Belladonna und fliegt nach Hause. Und Bibi, Barbara und Bernhard packen ihre Koffer. Sie packen natürlich Frack, Fliege und Kleider für den Opernball ein. Und Bibi packt natürlich noch ihren Besen Kartoffelbrei ein, aber vorher hext sie ihn natürlich noch klein, damit er in den Koffer passt.

    Am nächsten Morgen um neun Uhr ist es soweit. Bibi, Barbara und Bernhard fahren zum Bahnhof. Dort steht auf dem Bahnsteig schon Walpurgia. Die vier warten eine Weile auf den Zug. Dabei unterhalten sie sich über die Sachen, die sie außer dem Opernball noch in Wien machen wollen.

    „Auf jeden Fall müssen wir zum Stephansdom und zur Hofburg!“, meint Bibi.

    „Und was ist mit dem Volksgarten?“, schlägt Bernhard vor.

    „Ja, dort sollten wir auch hingehen!“, meint Barbara.

    „Oh ja!“, sagt Walpurgia. „Dort war ich einmal als Junghexe mit meinen Eltern!“

  • Nach einer Weile kommt der Zug. Die vier steigen ein und schon geht’s los! Die vier vertreiben sich die Zeit während der langen Zugfahrt mit Kartenspielen und Ich sehe was, was du nicht siehst.

    Nach einer langen Fahrt hält der Zug auf dem Wiener Hauptbahnhof. Dort steht auf dem Bahnsteig Walpurgias Cousine Marinia.

    „Hallo, Walpurgia!“, ruft sie.

    „Marinia!“, ruft Walpurgia und schließt ihre Cousine in die Arme.

    Dann stellt sie die anderen vor.

    „Das ist meine Hexenfreundin Barbara, ihr Mann Bernhard und ihre Tochter Bibi!“, sagt sie.

    „Sehr erfreut!“, sagt Marinia und schüttelt allen die Hand. „Kommt mal mit! Mein Auto steht auf dem Parkplatz!“

    Die fünf verlassen den Bahnsteig und gehen zu Marinias Auto, einem marineblauen VW-Kleinbus. Marinia setzt sich ans Steuer, Walpurgia neben sie auf den Beifahrersitz und Bibi und ihre Eltern nach hinten. Und dann geht es auch schon los.

    Marinia bringt die Blocksbergs zu ihrem Hotel in der Aichholzgasse. Dann fährt sie mit Walpurgia weiter zu ihrer Wohnung in der Blechturmgasse.

    Die Blocksbergs checken erstmal ein. Der freundliche Mann am Empfang sagt:

    „Ja, servus, sand sie die Blocksbergs aus Neustadt?“

    „Ja, die sind wir!“, sagt Bernhard.

    „Sehr guat!“, sagt der Mann. „Warten's a mol, sie hoben Zimmer 107 im zweiten Stock!“

    „Ah ja, danke!“, sagt Bernhard.

    „Keine Ursache!“, sagt der Mann.

    Die Blocksbergs gehen in ihr Zimmer im zweiten Stock. Das Zimmer ist sehr groß. Dort stehen ein Doppelbett für Barbara und Bernhard und ein Einzelbett für Bibi. Die Blocksbergs packen ihre Sachen aus und tun sie in den Schrank.

    Bibi fragt: „Was machen wir als erstes? Der Opernball ist erst morgen Abend!“

    Bernhard überlegt. Dann sagt er:

    „Wie wäre es, wenn wir zuerst zum Stephansdom gehen?“

    „Ja, toll!“, meint Bibi.

    „Fahren wir mit dem Bus oder der U-Bahn?“, fragt Bernhard.

    „Weder noch!“, sagt Barbara. „Wir fliegen auf unseren Besen hin!“

    „Was?“, fragt Bernhard. „Na gut!“, sagt er schließlich. „Aber wir rufen vorher noch Walpurgia und Marinia an, ob sie mit uns kommen möchten!“

    „Ja klar!“, sagt Bibi.

    Und so ruft sie schnell Walpurgia an. Sie und Marinia kommen gleich mit Belladonna und Kaiserschmarrn zum Hotel geflogen.

    Die vier Hexen und Bernhard machen sich also auf den Weg zum Stephansdom. Bernhard setzt sich hinter Barbara auf Baldrian. Dann sagen die vier Hexen ihre Flughexsprüche.

    Bibi sagt: „Eene Meene mei, flieg los Kartoffelbrei! Hex-Hex!“

    Barbara: „Eene Meene Löwenzahn, fliege los mein Baldrian! Hex-Hex!“

    Walpurgia: „Eene Meene Punkt und Komma, fliege los mein Belladonna! Hex-Hex!“

    Und Marinia: „Eene Meene Baumwollgarn, flieg jetzt los mein Kaiserschmarrn! Hex-Hex!“

    Und so heben die vier Hexen und Bernhard ab und fliegen aus dem Hotelzimmer nach draußen. Auf dem Weg zum Stephansdom fliegen sie über den Wurstelprater, dann über das Haus des Meeres und ein Stück an der Donau entlang. Doch nach 10 Minuten sehen sie schon den Stephansdom vor sich. Sie gehen langsam runter und landen direkt auf dem Stephansplatz.

    Dort sind viele Touristen, obwohl Winter ist. Kein Wunder: Der Stephansdom ist schließlich das Wahrzeichen von Wien. Bibi und die anderen machen vor dem Stephansdom Selfies. Und dann gehen sie in den Dom hinein. Darin ist es sehr warm. Und es brennen Kerzen. Bibi macht begeistert Fotos mit ihrem Handy.

    „Der Stephansdom ist ein schönes Wahrzeichen!“, findet sie.

    Nach einer Weile gehen die fünf aus dem Dom hinaus. Direkt neben dem Stephansdom ist eine Eisdiele. Dort essen sie erstmal alle ein Eis. Bibi nimmt ihre Lieblingssorte Schokolade und Bernhard auch. Barbara nimmt Vanille, Walpurgia Kiwi und Marinia Zitrone.

    Nach dem Eisessen wollen sie weiter zur Hofburg. Die Hofburg ist gar nicht so weit vom Stephansdom entfernt. Dort sehen die vier Hexen und Bernhard eine Person, die Bibi und ihren Eltern sehr bekannt vorkommt: Sie hat schwarze Haare und trägt eine weiße Jacke.

  • Das ist doch...

    „Karla Kolumna!“, sagen Bibi und ihre Eltern gleichzeitig.

    Und tatsächlich: Vor ihnen steht Karla Kolumna, die rasende Reporterin der Neustädter Zeitung!

    „Hallo, Frau Kolumna!“, sagt Bibi. „Was machen sie denn hier in Wien?“, fragt sie.

    „Na, ich schreibe eine Reportage über den Opernball und schaue mir Sehenswürdigkeiten an!“, erklärt die Reporterin. „Und was machen du und deine Eltern mit Frau Walpurgia hier?“

    „Na, wir sind auch wegen des Opernballs gekommen!“, erklärt Bibi. „Das ist übrigens Tante Walpurgias Cousine Marinia!“, erklärt sie und zeigt auf Marinia.

    „Sehr erfreut!“, sagt Frau Kolumna.

    „Ganz meinerseits!“, sagt Marinia.

    „Wollen wir uns die Hofburg zusammen anschauen?“, schlägt Bernhard vor.

    „Klar, warum nicht?“, sagt Frau Kolumna.

    Und so gehen die sechs zusammen in die Hofburg hinein. Dort sind viele Schmuckstücke ausgestellt. Besonders bestaunt Bibi das Gemälde der Kaiserin Elisabeth, das an einer Wand hängt.

    Da hat sie eine verrückte Idee.

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene kurze Leitung, die Frau auf dem Gemälde trägt jetzt Fußballkleidung! Hex-Hex!“

    Und schon ist es passiert. Kaiserin Elisabeth auf dem Gemälde trägt nicht mehr ein weißes Kleid, sondern ein rotes Hemd. Und in der Hand hält sie einen Fußball.

    Bibi muss darüber lachen. Doch ihre Eltern und Walpurgia finden das nicht so komisch.

    „Bibi, was soll das?“, fragt Barbara. „Mach das sofort wieder rückgängig, bevor das die anderen Leute sehen!“

    Doch da ist es schon zu spät. Eine Menge Touristen haben sich um das Gemälde versammelt. Sie murmeln:

    „Jo mei, was ist denn do passiert? Des gibt’s doch net! Des G'mälde is ja verhext!“

    Bibi wird vor Scham ganz rot. Das hat sie nicht gewollt.

    Barbara sagt:

    „Eene Meene Glück, Bibis Hexerei zurück! Hex-Hex!“

    Und schon bekommt Kaiserin Elisabeth auf dem Gemälde ihr Kleid wieder. Die Touristen gehen ganz verwirrt weiter.

    „Puh, das war knapp!“, sagt Bernhard.

    „Das kann man wohl sagen!“, meint Marinia.

    „Du solltest solchen Unsinn nicht hexen!“, meint Barbara.

    „Na gut, ich lass es!“, sagt Bibi.

    „Und was machen wir jetzt?“, fragt Walpurgia.

    „Ich schlage vor, wir gehen jetzt zum Figlmüller essen!“, sagt Bernhard.

    „Gute Idee!“, meint Barbara.

    Und so verlassen alle sechs die Hofburg und steigen auf die Besen. Karla Kolumna fliegt bei Walpurgia auf Belladonna mit. Nach einem kurzen Flug sind sie schon beim Restaurant Figlmüller.

    Das Restaurant ist sehr schick. Und direkt neben dem Eingang finden sie einen freien Tisch. Sie setzen sich hin und lesen die Speisekarte.

    Bernhard sagt zum Kellner:

    „Ich hätte gerne ein großes Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und zu trinken ein Bier!“

    „Und ich nehme dasselbe, aber mit Pommes!“, sagt Bibi. „Und zu trinken hätte ich gerne eine Orangenlimonade!“

  • „Kommt sofort!“, sagt der Kellner. „Und wos wünschen die vier Damen?“

    „Also, ich hätte gerne Tafelspitz mit Semmelkren!“, sagt Barbara.

    „Und ich nehme dasselbe!“, meint Walpurgia.

    „Und ich und Frau Kolumna auch!“, sagt Marinia.

    „Sehr gern!“, sagt der Kellner und geht.

    Nach einer Viertelstunde kommt er wieder mit den Speisen und Getränken. Die Freunde lassen es sich schmecken. Zum Nachtisch will Bibi noch eine Sachertorte haben. Und die bekommt sie natürlich.

    Bibi stopft sich ein sehr großes Stück Torte in den Mund und sagt:

    „Hm, die ist lecker!“

    Dann bezahlen sie und gehen.

    Bibi sagt: „Und was machen wir jetzt?“

    „Na, wir fliegen zurück zum Hotel!“, sagt Bernhard. „Es ist schon spät!“

    „Du hast recht, Bernhard!“, meint Barbara. „Wir müssen uns ja morgen fit sein für den Opernball!“

    „Entschuldigen sie, Frau Walpurgia, aber könnten sie mich bitte noch zurück zur Hofburg fliegen?“, fragt Karla Kolumna. „Dort habe ich nämlich meinen Motorroller stehen lassen!“

    „Aber na klar, Frau Kolumna!“, sagt Walpurgia. „Kommen sie, steigen sie auf!“

    „Danke!“, sagt Frau Kolumna.

    Und so fliegt Walpurgia Frau Kolumna mit Belladonna zurück zur Hofburg, während Marinia zurück zu ihrer Wohnung und die Blocksbergs zurück in ihr Hotel fliegen. Dort gehen sie ins Bett und schlafen sofort ein.

    Am nächsten Morgen, gleich nach dem Frühstück, überlegen die Blocksbergs, was sie machen könnten, um sich die Zeit bis zum Abend zu vertreiben.

    „Wie wäre es, wenn wir in den Volksgarten gehen?“, schlägt Bernhard vor.

    „Ja, und danach vielleicht noch in den Tiergarten Schönbrunn!“, meint Barbara.

    „Oh ja!“, ruft Bibi. „Ich habe gehört, der ist sogar noch älter als unser Zoo in Neustadt!“

    „Gut, dann machen wir das!“, sagt Barbara.

    Nach dem Frühstück fliegen sie sofort zu Marinias Wohnung, wo schon Walpurgia, Marinia und Karla Kolumna auf sie warten. Schnell steigen sie auf die Besen und fliegen als erstes in den Volksgarten.

    Dort ist alles ganz weiß.

    „Im Sommer ist es hier besonders schön!“, erklärt Marinia. „Dann blühen hier überall Rosen!“

    „Toll!“, sagt Bibi.

    Auch im Schnee ist der Park wunderschön. Bibi überlegt, was sie jetzt hexen könnte. Aber ihr fällt nichts ein.

    Marinia zeigt ihren Freunden noch was Anderes. In einer Ecke des Volksgartens steht etwas, was aussieht wie ein griechischer Tempel.

    „Das ist der Theseustempel!“, erklärt sie. „Er wurde von 1819 bis 1823 von Peter von Nobile erbaut! Seinen Namen hat er von dem griechischen Helden Theseus!“

    „Interessant!“, sagt Bibi.

    „Was machen wir jetzt?“, fragt Barbara.

    „Wie wär's mit einer Schneeballschlacht?“, schlägt Bernhard vor.

    „Gute Idee!“, sagt Bibi.

    Und so machen sie alle eine lustige Schneeballschlacht im Volksgarten. Und danach steigen sie auf die Besen und fliegen zum Tiergarten Schönbrunn.

    „Dieser Zoo ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt!“, erklärt Marinia. „Er wurde 1752 gegründet, also vor bald 300 Jahren!“

    „Das ist ja älter als der Zoo in Neustadt!“, meint Bibi.

    „Ja, aber hier im Tiergarten Schönbrunn gibt es bestimmt keinen sprechenden Elefanten wie Herrn Blümchen im Neustädter Zoo!“, meint Karla Kolumna.

    Schon landen sie vor dem Zootor. Doch dort steht Geschlossen!

    „Oh schade!“, meint Bibi. „Ich habe mich schon so gefreut, die Tiere zu sehen!“

    „Naja, dann machen wir was Anderes!“, sagt Bernhard. „Es ist bereits Mittag! Wir könnten doch Pizza bestellen!“

    „Oh ja, gute Idee!“, meint Bibi begeistert.

    Also fliegen sie alle ins Hotel der Blocksbergs. Dort fragt Bernhard alle, was sie haben wollen.

  • Bibi sagt: „Ich will eine Quattro Stagioni!“

    „Ich auch!“, sagt Barbara.

    „Und ich nehme Pizza Funghi!“, sagt Walpurgia.

    „Und ich Hawaii!“, sagt Marinia.

    „Und ich auch!“, sagt Karla Kolumna.

    Bernhard nickt. Er nimmt für sich selbst einen Kebab mit Hühnerfleisch. Er nimmt sein Handy und bestellt das Essen. Und nur eine halbe Stunde später ist es da.

    Die Freunde setzen sich hin und lassen es sich schmecken. Und danach müssen Walpurgia und Marinia zurück zu Marinias Wohnung. Und Karla Kolumna fährt mit dem Bus zurück zu ihrem Hotel.

    Die Blocksbergs bereiten sich derweil für den Opernball vor. Bernhard will seinen Frack anziehen, doch der platzt plötzlich!

    „Oh nein!“, sagt Bernhard. „Der Frack ist kaputt!“

    „Naja, er war ja nicht mehr der Neueste!“, meint Barbara.

    „Wo kriegen wir jetzt einen Neuen her?“, fragt Bernhard. „So schnell finden wir keinen Laden!“

    „Na, dann müssen wir eben hexen!“, meint Bibi. „Darf ich?“

    „Na klar, das ist ja ein Notfall!“, sagt Bernhard. „Ich habe Kleidergröße 53!“

    „Gut!“, sagt Bibi.

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene weißer Lack, her mit einem neuen Frack! Eene Meene Fliegenbein, es soll Größe 53 sein! Hex-Hex!“

    Und schon liegt vor Bernhard ein niegelnagelneuer Frack.

    „Danke, Bibi!“, sagt er.

    „Bitte!“, sagt Bibi.

    Und nur wenige Stunden später ist es soweit. Die Blocksbergs verlassen das Hotelzimmer und gehen zur U-Bahn-Station. Dort sind schon Walpurgia, Marinia und Karla Kolumna. Und da kommt auch schon die U-Bahn zur Staatsoper.

    Sie steigen ein. Während der Fahrt unterhalten sie sich über Wiener Sehenswürdigkeiten. Schon nach einer kurzen Fahrt sind sie da. Sie steigen aus, verlassen die U-Bahn-Station und schon ist vor ihnen die Wiener Staatsoper!

    „Wow, das sieht cool aus!“, meint Bibi.

    „Ja!“, sagt Bernhard. „Sensationell!“, findet Frau Kolumna und knipst ein Foto.

    Schnell laufen sie in die Oper hinein. Dort ist der Ballsaal prächtig geschmückt. Viele Leute sind da und tanzen.

    Bibi sagt:

    „Das ist ja toll hier! So was hätte ich nicht erwartet!“

    Karla Kolumna knipst begeistert Fotos. Bibi macht sich sofort am Büffet zu schaffen. Sie nimmt sich ein riesiges Stück Torte und ein Glas Zitronenlimonade.

    Da hat sie eine Idee. Sie will einen Streich machen.

  • Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene Hypothek, die Tanzfläche ist ne Diskothek! Hex-Hex!“

    Und schon ist mitten über der Tanzfläche eine riesige Discokugel. Die Leute im Ballsaal sind ganz verwirrt.

    „Was soll das denn? Das gibt’s doch nicht!“, murmeln sie durcheinander.

    Nur Barbara kapiert sofort.

    Sie sagt: „Bibi, was soll das? Das ist doch Unsinn! Es passt nicht zum Opernball!“

    „Aber, Mami, es ist doch lustig!“, sagt Bibi.

    Dann hat sie noch eine Idee.

    Sie sagt:

    „Eene Meene viel Spaghetti, überall liegt hier Konfetti! Eene Meene Herzchirurg, für die Kinder eine Hüpfburg! Hex-Hex!“

    Und schon geht es drunter und drüber im Ballsaal. Die Kinder hüpfen begeistert auf der Hüpfburg, die Erwachsenen schauen zu.

    Barbara ist langsam ganz verzweifelt. Aber Karla Kolumna sieht alles ganz locker. Sie knipst begeistert Fotos und von überall her kommen Wiener Reporter und knipsen begeistert Fotos.

    Am Ende des Opernballs sind Bibi und die anderen ganz müde. Aber bevor sie gehen, hexen sie das Opernhaus noch von Konfetti frei und die Discokugel und die Hüpfburg zurück.

    Doch da kommt noch was dazwischen.

    Eine ältere Dame kommt herbeigelaufen und ruft:

    „Hilfe, man hat meinen Schmuck gestohlen!“

    „Langsam, langsam, was ist passiert?“, fragt Bernhard.

    „Naja, ich war nur kurz hinten und als ich wiederkam, war mein Schmuck weg!“, erzählt die aufgeregte Frau. „Ich heiße übrigens Olivia Hagestolz!“, sagt sie.

    Bibi stellt sich und ihre Freunde vor.

    „Haben sie den Täter von hinten gesehen?“, fragt Bernhard.

    „Ja, er hatte ein gelb gestreiftes Hemd und auf dem Kopf eine grüne Mütze!“, sagt Olivia Hagestolz. „Ich habe ihn gesehen, wie er aus der Oper gelaufen ist Richtung Prater!“

    „Gut, dann nehmen wir die Verfolgung auf!“, sagt Bibi. „Ich und Tante Walpurgia fliegen zum Prater, ihr sucht beim Haus des Meeres!“, schlägt sie vor.

    Alle sind einverstanden.

    Bibi und Walpurgia steigen auf Kartoffelbrei und Belladonna und fliegen Richtung Prater. Die anderen vier machen sich mit Frau Hagestolz auf zum Haus des Meeres.

    Bibi und Walpurgia sind nach einem kurzen Flug beim Wurstelprater.

    Bibi sagt:

    „Eene Meene Brandung, Kartoffelbrei los Landung! Hex-Hex!“

    Und Walpurgia:

    „Eene Meene Bahngestell, Belladonna lande schnell! Hex-Hex!“

    Und schon landen die beiden mitten auf dem leeren Pratergelände. Alles ist verlassen und dunkel. Deshalb hext Bibi zwei Taschenlampen, damit sie was sehen können. Sie leuchten in jede Ecke von jedem Fahrgeschäft.

  • Da, gleich da hinten, neben dem berühmten Riesenrad, huscht ein Schatten. Das muss der Dieb sein!

    Doch Bibi und Walpurgia können ihn so nicht verfolgen. Deshalb hext Walpurgia sich und Bibi lieber unsichtbar.

    Sie sagt:

    „Eene Meene Hundehaar, wir sind beide unsichtbar! Hex-Hex!“

    Und schon sind sie beide unsichtbar. Nur ihre Besen sind noch sichtbar.

    Deshalb sagt Bibi:

    „Eene Meene Fabelwesen, unsichtbar auch unsere Besen! Hex-Hex!“

    Jetzt können sie den Dieb unbemerkt verfolgen. Der Dieb schleicht sich vom Riesenrad weg zu einer kleinen Hütte am Rand des Praters.

    „Hier ist bestimmt sein Versteck!“, meint Bibi.

    „Ja, glaube ich auch!“, sagt Walpurgia.

    Vorsichtig schauen die beiden durchs Fenster in die Hütte. Dort sitzt der Dieb! Aber nicht allein. Neben ihm sitzt ein dünner Mann mit einem weißen Hut auf dem Kopf. Die beiden lachen.

    Der Dieb mit der grünen Mütze sagt zu seinem Partner:

    „Na, Fred, da haben wir aber feine Beute gemacht, was?“

    „Das kannst du laut sagen, Klaus!“, sagt der andere Mann.

    „Gleich morgen verkaufen wir den Schmuck und dann haben wir endlich Kohle!“, sagt Klaus und lacht gemein.

    Bibi und Walpurgia vorm Fenster sind ganz empört.

    „Na, die können jetzt aber was erleben!“, schimpft Bibi.

    „Jawohl!“, sagt Walpurgia. „Erstmal hexen wir uns wieder sichtbar!“

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene Dromedar, wir sind nicht mehr unsichtbar! Eene Meene Lauch, unsere Besen auch! Hex-Hex!“

    Und schon klopfen die beiden an die Tür der Hütte.

    Klaus und Fred schauen ganz verwirrt.

    „Wer ist da?“, fragt Klaus.

    „Zwei Hexen aus Neustadt!“, sagt Bibi. „Ihr habt Olivia Hagestolz ihren Schmuck gestohlen! Gebt ihn sofort zurück!“

    „Niemals!“, sagt Fred.

    „Na gut, dann müssen wir hexen!“, droht Walpurgia.

    „Nein, bitte nicht!“, ruft Klaus.

    Die beiden stehen panisch auf und laufen aus der Hütte.

    „Sie wollen fliehen!“, ruft Bibi.

    „Das müssen wir verhindern!“, meint Walpurgia.

    Schnell laufen die beiden den Dieben hinterher. Die steigen in das Riesenrad.

    „Na, das ist ja ein Zufall!“, meint Bibi. „Die werden gleich eine Überraschung erleben!“

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene Winde wehen, das Riesenrad soll sich jetzt drehen! Hex-Hex!“

    Und schon dreht sich das Riesenrad in Bewegung. Klaus und Fred wissen nicht, wie ihnen geschieht.

    „Hilfe!“, ruft Klaus. „Das ist Hexerei!“

    „Ich will hier raus!“, ruft sein Kollege. „Hilfe, mir wird schwindelig! Bitte stoppt das Rad!“

    Doch Bibi und Walpurgia denken nicht daran. Sie lassen das Rad weiter drehen.

    Bibi nimmt ihr Handy aus der Tasche und wählt die Nummer ihrer Mutter.

    Barbara, Bernhard, Marinia, Karla Kolumna und Olivia Hagestolz sind noch immer beim Haus des Meeres, das jetzt eigentlich geschlossen ist. Doch Marinia hat sie alle reingehext. Jetzt durchsuchen sie alle Aquariumsräume.

    Da klingelt Barbaras Handy. Sie nimmt ab. Es ist Bibi.

    „Mami, wir haben die Diebe gefunden!“, sagt Bibi. „Sie sind beim Prater! Und jetzt sitzen sie im Riesenrad fest!“

    „Gut, wir kommen sofort!“, sagt Barbara.

    Nachdem sie aufgelegt hat, sagt Marinia:

    „Eene Meene schwarzer Kater, wir sind jetzt sofort beim Prater! Hex-Hex!“

    Und schon stehen alle fünf neben Bibi und Walpurgia auf dem Gelände des Wurstelpraters.

    „Da oben sind die Diebe!“, sagt Bibi und zeigt nach oben zum drehenden Riesenrad.

    „Sehr gut, Bibi!“, loben Barbara und Bernhard ihre Tochter.

    „Und die Polizei ist auch schon unterwegs!“, sagt Walpurgia.

    „Na, dann sollten wir die Diebe langsam runterholen!“, meint Marinia.

    „Kein Problem!“, sagt Bibi.

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt:

    „Eene Meene Handumdrehen, das Riesenrad bleibt wieder stehen! Hex-Hex!“

    Und schon bleibt das Rad stehen und Fred und Klaus können aussteigen.

  • „Na endlich!“, sagt Fred. „Mir war schon ganz schwindelig!“

    „Das geschieht euch recht, ihr Gauner!“, meint Bibi. „Und jetzt gebt ihr Frau Hagestolz ihren Schmuck zurück!“

    „Jaja!“, sagen Fred und Klaus etwas kleinlaut.

    Sie geben Olivia Hagestolz ihre Halskette und ihr goldenes Armband zurück.

    Und nur fünf Minuten später ist die Polizei auch schon da.

    „Na, wen hoben wir denn do?“, fragt der Wachtmeister. „Des sind ja Fred und Klaus, die beiden lang gsuachten Gauner! Für dos, wos ihr tan habt, kriagt ihr a halb's Jahr G'fängnis!“

    Und so werden Fred und Klaus abgeführt.

    Olivia Hagestolz bedankt sich bei Bibi und den anderen für ihre Hilfe. Dann geht sie glücklich nach Hause.

    Und Bibi und die anderen? Die wollen nur noch ins Bett. Darum fliegen die Blocksbergs zurück zu ihrem Hotel und Walpurgia und Marinia zurück zu Marinias Wohnung. Aber vorher bringt Bibi Karla Kolumna zurück zu ihrem Hotel.

    Danach fällt sie sehr erschöpft ins Bett.

    Am nächsten Morgen heißt es dann Abschied nehmen. Bibi und ihre Eltern fahren mit Walpurgia zurück nach Neustadt. Karla Kolumna bleibt noch eine Weile in Wien, weil sie ihre Reisereportage noch zu Ende machen möchte.

    Bibi ist ein bisschen traurig. Es hat ihr in Wien sehr gefallen. Aber irgendwann wird sie Marinia wieder mal in Wien besuchen. Darauf freut sie sich schon.

    Am Bahnhof winkt Marinia dem Zug noch lange hinterher.

    Auf der Rückfahrt unterhalten sich Bibi und die anderen darüber, was ihnen in Wien am besten gefallen hat. Nach einer langen Fahrt sind sie wieder in Neustadt.

    Bibi kann es kaum erwarten, am nächsten Tag in der Schule ihren Freunden von ihrem Abenteuer in der österreichischen Hauptstadt zu erzählen.

  • Hier eine weitere Geschichte, die es irgendwann nur in Buchform geben wird. Sie heißt Das französische Kuchenrezept:

    Es ist ein milder Tag in Neustadt. Bibi Blocksberg und ihre Freunde haben gerade große Pause in der Schule.

    Gerade unterhält sich Bibi mit ihren Freunden Marita und Florian.

    „Frau Müller-Riebensehl hat ja in 2 Tagen Geburtstag!“, sagt Bibi.

    „Ich weiß!“, meint Marita. „Und wir haben keine Ahnung, was wir ihr schenken könnten!“

    „Worüber könnte sich die alte Schreckschraube, oh Verzeihung, Lehrerin, denn freuen?“, fragt Florian.

    „Vielleicht sollten wir ihr einen Kuchen schenken!“, schlägt Bibi vor.

    „Ja, aber was für einen?“, fragt Florian.

    „Na, ihren Lieblingskuchen!“, sagt Marita.

    „Ja, aber was ist ihr Lieblingskuchen?“, fragt Bibi.

    „Da müssten wir sie fragen!“

    „Da kommt sie gerade!“, sagt Florian.

    Und tatsächlich: Da kommt Frau Müller-Riebensehl, die Lehrerin von Bibis Klasse, gerade um die Ecke.

    Bibi geht zu ihr und sagt: „Guten Tag, Frau Müller-Riebensehl! Sagen sie mal, was ist ihr Lieblingskuchen?“

    „Wieso willst du das wissen?“, fragt Frau Müller-Riebensehl.

    „Ach, nur so!“, meint Bibi etwas verlegen.

    Frau Müller-Riebensehl sagt: „Ja, also, als ich ein Kind war, habe ich mit meiner Mutter Urlaub in Frankreich gemacht! Dort waren wir in einem tollen Restaurant, das wegen seiner leckeren Apfeltorte berühmt war! Diese Torte haben die beiden früheren Besitzerinnen und Gründerinnen erfunden, die Tatin-Schwestern! In Frankreich nennt man diesen Kuchen Apfeltarte!“

    Sie leckt sich die Lippen und sagt: „Dieser Kuchen war so lecker! Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gegessen!“

    Dann geht sie wieder.

    Bibi geht zu Florian und Marita und sagt: „Frau Müller-Riebensehls Lieblingskuchen ist ein französischer Apfelkuchen!“

    „Ach, eine Tarte Tatin?“, fragt Marita.

    „Bingo!“, sagt Bibi.

    Florian meint: „Das wäre ein tolles Geschenk! Aber wo kriegen wir das Rezept her?“

    „Keine Ahnung!“, sagt Marita. „Im Kochbuch meiner Mutter steht es nicht drin!“

    „In dem von meiner auch nicht!“, sagt Florian bedauernd.

    Bibi überlegt.

    Dann sagt sie: „Ich habe eine Idee! Wir treffen uns heute Nachmittag nach den Hausaufgaben bei mir zu Hause!“

    „Gut!“, sagt Marita und Florian ist auch einverstanden.

    Nach der Schule steigt Bibi auf ihren Besen Kartoffelbrei und fliegt nach Hause.

    Die Idee, die sie hat, ist Folgende: Sie will mit Florian und Marita in die Vergangenheit nach Frankreich reisen, um die Tatin-Schwestern persönlich nach dem Rezept für die Tarte Tatin zu fragen.

    Doch erstmal muss sie ihre Mutter Barbara in alles einweihen.

    Barbara arbeitet gerade in ihrem Hexenlabor.

    Bibi klopft an die Tür.

    Barbara sagt: „Herein!“

    Bibi kommt rein und sagt: „Du, Mami, ich muss dir was sagen!“

    „Was denn, Bibi?“, fragt Barbara.

    „Naja, Frau Müller-Riebensehl hat übermorgen Geburtstag und Florian, Marita und ich wollen ihr eine Tarte Tatin backen, ihren Lieblingskuchen!“, erklärt Bibi.

    „Und da habe ich gedacht: Wir reisen in die Vergangenheit und fragen die Tatin-Schwestern persönlich!“

    Barbara lächelt und sagt: „Das ist eine gute Idee, Bibilein! Aber du weißt ja, dass Papi solche Hexereien nicht mag! Gut, dass er gerade auf Dienstreise ist und das nicht mitbekommen muss!“

    „Ja, das stimmt!“, meint Bibi.

    „Du hast also nichts dagegen?“

    „Nein!“, sagt Barbara.

    „Prima!“, meint Bibi. „Florian und Marita werden auch gleich hier sein!“

    Nur eine halbe Stunde später klingelt es an der Haustür.

    Bibi geht öffnen.

    Vor der Tür stehen Marita und Florian.

    „Na, was hast du jetzt für eine Idee?“, fragt Florian.

    „Na ganz einfach!“, sagt Bibi. „Wir reisen in die Vergangenheit und fragen die Tatin-Schwestern persönlich!“

    „Wow, klasse Idee!“, ruft Marita.

    „Ja, voll cool!“, meint Florian. „Wann geht’s los?“

    „Am besten gleich!“, meint Bibi.

    Barbara, die gerade dazukommt, sagt: „Na, dann wünsche ich euch viel Glück! Aber seid schön vorsichtig in der Vergangenheit! Und du, Bibi, solltest keine unnötigen Hexereien machen!“

    „Ja, Mami!“, sagt Bibi.

    Barbara geht wieder in ihr Hexenlabor und Bibi, Marita und Florian in Bibis Zimmer.

    Dort stellt sich Bibi in Hexposition und sagt: „Eene Meene langer Streit, zurück in die Vergangenheit! Eene Meene Western, zum Restaurant der Tatin-Schwestern! Hex-Hex!“

    Und schon schwirren bunte Hexsternchen um Bibi und ihre Freunde herum und sie werden in eine andere Zeit gezogen.

    Und nur wenige Sekunden später stehen sie nicht mehr in Bibis Zimmer, sondern auf einer gepflasterten Straße.

    Vor ihnen steht ein großes weiß gestrichenes Haus.

    Darauf steht Hotel Tatin.

    „Wunderbar, wir sind genau richtig!“, freut sich Bibi.

    Sie und ihre Freunde gehen auf das Haus zu und klingeln.

    Und schon öffnet eine freundliche Frau.

    „Bonjour!“, sagt sie. „Wer seid ihr?“

    „Guten Tag!“, sagt Bibi höflich. „Ich bin Bibi Blocksberg und das sind meine Freunde Marita und Florian!“

    „Hallo!“, sagen Marita und Florian.

    „Ihr seid aber nicht aus dieser Gegend hier, oder?“, fragt die Frau. „Ihr habt so merkwürdige Kleider an!“

    „Wir kommen aus einer anderen Stadt!“, flunkert Bibi. „Da ist das ganz normal!“

    „Na gut!“, sagt die Frau.

    Dann meint sie: „Oh, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt! Ich bin Stéphanie Tatin! Ich und meine Schwester Caroline betreiben zusammen das Hotel! Was wollt ihr hier?“

    „Nun ja, wir wollen für eine Bekannte eine Tarte Tatin backen und da dachten wir, wir fragen die Tatin-Schwestern persönlich!“, erklärt Florian.

    „Nun, ich dachte, ihr wärt Gäste!“, meint Stéphanie. „Seit Monaten kommt nämlich kein Gast mehr zu uns, seit nebenan ein neues Gasthaus aufgemacht hat! Monsieur Grognon vertreibt uns mit seinem schrecklichen Fraß die Gäste!“

    „Grognon heißt doch Mürrisch!“, meint Marita.

    „Ja, so ist er auch!“, bestätigt Stéphanie. „Mürrisch und immer ein fieses Lächeln im Gesicht! Er hat sogar behauptet, wir hätten Ungeziefer im Restaurant!“

  • Dann winkt sie ab und sagt: „Naja, kommt rein! Ich stelle euch gleich meine Schwester Caroline vor!“

    Bibi und ihre Freunde nicken und kommen mit ins Haus.

    Innen ist es sehr gemütlich.

    Im Erdgeschoss ist das Restaurant.

    Es stehen sehr viele Tische rum.

    Da kommt eine zweite Frau aus der Küche.

    Sie ist jünger als Stéphanie und ebenfalls sehr freundlich.

    „Na, was ist, Stéphanie?“, fragt sie. „Haben wir Gäste bekommen?“

    „Naja, nicht ganz!“, antwortet Stéphanie. „Das sind Bibi, Marita und Florian, die von weit hergekommen sind!“

    Dann sagt sie: „Das ist meine Schwester Caroline! Sie betreibt, wie ich schon sagte, mit mir zusammen das Hotel!“

    Caroline sagt zu Bibi und ihren Freunden: „Sehr erfreut, euch alle kennenzulernen!“

    Dann seufzt sie und sagt: „Seit Monaten gehen die Leute in unserem Dorf lieber zu Monsieur Grognon und essen seinen schrecklichen Fraß! Wenn das so weitergeht, müssen wir bald unser Hotel schließen!“

    „Aber das geht doch nicht!“, meint Bibi.

    „Ja, die ganze Welt ist doch verrückt nach eurer Apfeltarte!“, meint Marita.

    „Wirklich?“, fragt Caroline ungläubig.

    „Ja!“, bestätigt Bibi.

    In diesem Moment klingelt es an der Tür des Hotels.

    Stéphanie geht öffnen.

    Kurz darauf kommt sie wieder und sagt: „Es war der Weinhändler! Er hat gesagt, dass er uns keine einzige Flasche Rotwein mehr liefern wird, bevor wir nicht bezahlt haben! Und er hat erzählt, dass Monsieur Grognon eine Auswahl seiner teuersten Weine bestellt hat, weil Dubios heute in unser Dorf kommt!“

    „Was, Dubios?“, fragt Caroline.

    „Von wem sprecht ihr denn?“, fragt Bibi.

    „Dubios ist einer der größten Restaurantkritiker in Frankreich!“, erklärt Stéphanie.

    „Wenn er unserem Restaurant eine gute Bewertung gibt, dann wären wir gerettet!“

    „Ja, denn Dubios beendet jede Mahlzeit mit einer Apfeltarte!“, fügt Caroline hinzu.

    „Wir helfen euch!“, ruft Bibi.

    „Das ist sehr nett von euch!“, meint Caroline.

    Und so eilen die Freunde, so schnell es geht, in die Küche.

    Dort überlegen sie, was sie als Vorspeise für Dubios machen könnten.

    „Wie wäre es mit Zwiebelsuppe?“, schlägt Stéphanie vor.

    „Oh ja!“, stimmt ihr Caroline zu.

    Dazu brauchen sie Zwiebeln, Petersilie und Muskatnuss.

    „Und was bekommt er zum Hauptgang?“, fragt Caroline. „Oh Mon Dieu!“

    „Vielleicht finden wir ein Rezept für...“, fängt Bibi an, doch Caroline sagt: „Wir brauchen kein Rezept!“

    „Was, wieso denn nicht?“, fragt Marita.

    „Ein bisschen Kreativität und Intuition genügen!“, erklärt Stéphanie.

    Caroline sagt: „Ein paar frische Karotten...“

    „einen kleinen Tropfen Burgunder!“, fügt ihre Schwester hinzu.

    Dann stockt sie kurz und sagt dann: „Ich hab's! Wir machen zum Hauptgang Hühnchen in Weinsoße!“

    „Haben wir noch ein Huhn da?“, fragt Caroline.

    Stéphanie schaut im Küchenschrank nach.

    Sie sagt: „Ja, haben wir!“

    Dann wendet sie sich an Bibi, Marita und Florian und sagt: „Bibi, du und deine Freunde, ihr kümmert euch um die Karotten und wir holen noch ein paar frische Kräuter aus dem Garten!“

    „Okay!“, sagt Bibi.

    Und schon verschwinden die beiden Tatin-Schwestern nach draußen, während Bibi, Marita und Florian versuchen, die Karotten zu schneiden.

    Aber irgendwie ist das nicht so leicht.

    Florian meint: „Ein bisschen Hexerei wäre jetzt nicht schlecht! Dann könnten wir in der Zwischenzeit das Kochbuch suchen! Da steht bestimmt das Rezept für die Tarte Tatin drin!“

    „Gute Idee, Florian!“, sagt Bibi.

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt: „Eene Meene Schwimmverein, das Messer schneidet die Karotten von allein! Eene Meene Briefe schreiben, und zwar in ordentliche Scheiben! Hex-Hex!“

    Und schon schneidet das Messer die Karotten von allein.

    Währenddessen suchen Bibi, Marita und Florian in der ganzen Küche das Kochbuch.

    Aber nirgendwo finden sie eines.

    Schon nach ein paar Minuten sind alle Karotten in Scheiben geschnitten.

    Und da kommen Stéphanie und Caroline auch schon aus dem Garten zurück.

    Als sie die geschnittenen Karotten sehen, freuen sie sich.

    „Gute Arbeit, ihr drei!“, meint Caroline. „Das ging ja schnell!“

    Nun machen sie sich an die Arbeit.

    Zuerst kommt Wasser für die Zwiebelsuppe in einen Topf.

    Da kommen nun die Zwiebeln und die Petersilie rein.

    Und das Hühnchen kommt in eine Pfanne.

    Und die Karottenscheiben kommen rein, nachdem das Hühnchen schon brutzelt.

    Und nun wird das Hühnchen mit Kräutern gewürzt.

    Und schon nach kurzer Zeit duftet es in der Küche herrlich.

    Doch da ertönt plötzlich ein lauter Knall.

    „Wo kam das her?“, fragt Caroline entsetzt.

    Schnell eilen sie und die anderen nach draußen, um nachzusehen.

    Das Knallen kam aus dem Garten.

    Dort qualmt es.

    Da sehen die Freunde es!

    Es brennt!

    Jemand hat Feuerwerkskörper im Garten gezündet.

    „Wer war das?“, fragen die Tatin-Schwestern entsetzt.

    Doch Bibi weiß schon, was zu tun ist.

    Sie stellt sich in Hexposition und sagt: „Eene Meene graue Maus, das Feuer ist jetzt sofort aus! Eene Meene Dreck, die Feuerwerkskörper sind jetzt weg! Hex-Hex!“

    Und schon ist das Feuer aus und die Feuerwerkskörper sind verschwunden.

    „Was war das denn jetzt?“, fragt Stéphanie.

    „Das war Hexerei!“, erklärt Marita.

    „Bibi ist eine Hexe?“, fragt Caroline.

    „Ja, bin ich, aber eine nette!“, erklärt Bibi.

    „Und was war das eben mit dem Feuer?“, fragt Florian.

    „Ich habe da so eine Ahnung!“, meint Marita.

    „Das war bestimmt dieser Monsieur Grognon!“

    „Das glaube ich auch!“, sagt Caroline.

    „Er will, dass wir das Restaurant schließen, damit die Gäste nur noch in sein Hotel kommen!“

    „So was Fieses!“, meint Bibi.

    „Allerdings!“, pflichten ihr die anderen bei.

    Doch für Nachforschungen haben sie jetzt keine Zeit, denn sie müssen ja noch weiter kochen.

    Doch da kommt noch etwas dazwischen:

    Vor der Tür des Hotels ertönt ein Pferdewiehern.

    Bibi, Marita und Florian gehen nachsehen.

    Vor dem Hotel hat ein Pferdewagen gehalten.

    Auf dem Fahrersitz sitzt ein dünner Mann mit einem blauen Anzug und einem hohen Zylinder auf dem Kopf.

    „Das muss Dubios sein!“, meint Bibi.

    „Der sieht fast aus wie unser Bürgermeister!“, meint Marita. „Nur dünner!“

    Dubios dreht seinen Kopf zu den dreien und sagt: „Hallo, ihr drei! Welches ist das beste Restaurant des Dorfes?“

    Bibi sagt: „Guten Tag, Monsieur Dubios! Das Tatin ist das beste! Aber es ist leider noch geschlossen! Gehen sie doch solange zu Grognon!“

    „Eine sehr gute Idee!“, meint Dubios. „Dann komme ich danach! Grognons geschmackloses Essen füllt mir ohnehin nicht den Magen!“

    Und schon steigt er vom Pferdewagen und geht geradewegs nebenan zum Gasthaus von Grognon.

    Währenddessen gehen Bibi und ihre Freunde zurück in die Küche.

    Dort erzählen sie den Tatin-Schwestern: „Das war Dubios! Aber wir haben ihn zu Grognon geschickt, damit wir noch genügend Zeit haben!“

    „Sehr gut!“, meint Caroline.

    Schon nach kurzer Zeit sind die Suppe und das Hühnchen fertig.

    Und nun kommt das Wichtigste: Die Tarte Tatin!

    „Sollen wir das Kochbuch holen?“, fragt Florian.

    „Nicht nötig, Florian!“, meint Stéphanie. „Wir haben kein Kochbuch!“

    „Was, kein Kochbuch?“, fragt Bibi. „Wieso nicht?“

    „Nun ja, ich sagte ja schon, Kochen ist eine Sache der Kreativität und der Intuition!“, erklärt Stéphanie.

    Dann erklärt sie den Kindern, wie man die Tarte Tatin macht.

    „Man braucht Butter, Mehl und Wasser! Diese Zutaten werden zu einem Teig geknetet! Und den widerum kann man schon bald in eine Form drücken!“

    Sie warten eine Weile, bis sie den Teig in eine Form drücken können.

    Doch zuvor kommen die geschnittenen Äpfel in eine Pfanne und werden mit Zucker bestreut.

    Dann legt Caroline den Teig auf die Äpfel und tut die Pfanne in den Ofen.

    „Muss die Tarte nicht noch umgedreht werden?“, fragt Florian.

    „Ja, das kommt noch!“, erklärt Caroline. „Sobald die Tarte fertig gebacken ist, drehen wir die Pfanne um und dann ist die Tarte fertig!“

    Schon nach kurzer Zeit duftet der Kuchen im Ofen herrlich.

    Bibi, Florian und Marita schnuppern.

    Das riecht vielleicht lecker!

    Dann kommt der entscheidende Moment.

    Caroline holt die Pfanne aus dem Ofen, dreht sie um und die Tarte Tatin landet perfekt auf der Platte.

    „Die sieht aber gut aus!“, meint Florian.

    „Dubios wird bestimmt begeistert sein!“, meint Bibi.

    In diesem Moment klingelt es an der Tür und Dubios kommt herein.

    Er nimmt an einem freien Tisch Platz.

    Die Tatin-Schwestern sind etwas verlegen und sagen: „Wir heißen sie herzlich willkommen, hochverehrter Dubios!“

    „Grognons Essen ist ekelhaft!“, meint Dubios. „Ich hoffe, dass es hier besser schmeckt!“

    „Ja, hier sind sie genau richtig, Monsieur Dubios!“, sagt Bibi. „Alle unsere Zutaten kommen frisch aus dem Garten! Und die Mahlzeiten werden mit Liebe und großer Sorgfalt zubereitet!“

    Dubios lächelt und meint: „Na wenn das so ist, dann werde ich das Tagesgericht nehmen!“

    „Das Tagesgericht! Jawohl, kommt sofort!“, sagt Bibi.

    Und schon wird die Zwiebelsuppe serviert.

    Dubios nimmt einen großen Löffel voll.

    Und sie schmeckt ihm.

    Auch das Hühnchen in Weinsoße schmeckt ihm exquisit.

    Und jetzt der entscheidende Moment, das Dessert, die Tarte Tatin!

    Bibi und die anderen eilen schnell in die Küche, doch dort ein großer Schreck!

    Die Tarte ist verschwunden!“

    „Das kann doch nicht wahr sein!“, ruft Stéphanie verzweifelt.

    „Offensichtlich doch!“, meint ihre Schwester.

    „Wer war das nur?“, fragt Florian.

    Da sieht Stéphanie, dass das Küchenfenster sperrangelweit offen ist.

    „Das kann nur einer gewesen sein!“, meint sie.

    „Monsieur Grognon! Er hat die Tarte gestohlen, um uns zu ruinieren!“

    „Schnell, wir müssen die Verfolgung aufnehmen!“, meint Marita.

    „Gute Idee!“, sagt Bibi.

    Sie sagt zu den Tatin-Schwestern: „Ihr lenkt Dubios ab! Und wir drei nehmen die Verfolgung auf!“

    „Gut!“, sagen Stéphanie und Caroline und verlassen die Küche.

  • Kaum sind sie draußen, sagt Bibi: „Eene Meene Hühnerei, Kartoffelbrei komm schnell herbei! Hex-Hex!“

    Und schon hält sie ihren Besen in den Händen.

    Bibi, Marita und Florian steigen auf.

    Dann sagt Bibi: „Eene Meene Champignon, fliege schnell zu Monsieur Grognon! Hex-Hex!“

    Und schon saust Kartoffelbrei durch das offene Fenster nach draußen.

    Nach einer Weile bleibt er in der Luft stehen.

    Sie sind direkt über Monsieur Grognons Gasthaus.

    Sie können von der Luft aus in den dunklen Hinterhof sehen.

    Dort sitzt Monsieur Grognon.

    Und in der Hand hält er..... die Tarte Tatin!

    „Na, der kriegt gleich was zu hören!“, meint Bibi.

    „Los, landen wir!“

    Und so landen sie in dem dunklen Hinterhof.

    Monsieur Grognon staunt nicht schlecht, als er vor sich drei Kinder auf einem Besen sieht.

    „Wer seid ihr denn?“, fragt er.

    „Wir kommen von den Tatin-Schwestern!“, erklärt Bibi.

    „Und sie haben die Tarte Tatin gestohlen!“, ruft Marita. „Warum haben sie das getan?!“

    „Nun, damit mein Restaurant berühmt wird statt das der Tatin-Schwestern!“, sagt Monsieur Grognon.

    „Das ist aber fies!“, meint Bibi.

    „Geben sie sofort die Tarte zurück!“

    „Niemals!“, sagt Monsieur Grognon und lacht gemein.

    Dann steht er auf und will weglaufen.

    „Er will fliehen!“, ruft Florian.

    „Nichts da!“, meint Bibi.

    Sie stellt sich schnell in Hexposition und sagt: „Eene Meene rote Nesseln, Monsieur Grognon ist jetzt in Fesseln! Hex-Hex!“

    Und im selben Augenblick sitzt Monsieur Grognon auch schon gefesselt auf einem Stuhl und kann sich nicht mehr rühren.

    „Hilfe!“, ruft er. „Das ist Hexerei!“

    „Genau so ist es!“, sagt Bibi. „Und jetzt geben sie uns die Tarte zurück, sonst verhexe ich ihr Gasthaus in eine Windmühle!“

    „Na gut!“, sagt Monsieur Grognon. „Es tut mir leid! Aber ich wollte, dass viele Gäste zu mir kommen, und da die Tarte der Tatin-Schwestern so beliebt ist, wollte ich auch eine haben!“

    „Aber stehlen und Feuerwerkskörper zünden ist noch lange keine Lösung!“, meint Marita.

    „Ihr habt ja recht!“, meint Monsieur Grognon.

    „Und das mit dem Ungeziefer im Hotel der Tatin-Schwestern stimmt überhaupt nicht! Das habe ich nur erzählt, damit die Gäste zu mir kommen!“

    Bibi überlegt.

    Dann sagt sie: „Am besten kommen sie mit und entschuldigen sich bei Stéphanie und Caroline!“

    „Ja doch!“, sagt Monsieur Grognon.

    Bibi hext ihn erstmal wieder frei.

    Dann hext sie Kartoffelbrei länger und schon fliegen sie alle vier zum Hotel der Tatin-Schwestern.

    Dort wartet Dubios immer noch ungeduldig auf sein Dessert.

    Da kommen Bibi, Marita, Florian und Monsieur Grognon dazu.

    Bibi sagt: „Wir haben die Tarte wieder! Und Monsieur Grognon auch! Er will euch was sagen!“

    Monsieur Grognon lächelt verlegen und sagt zu Stéphanie und Caroline: „Ja, also, ich habe die Tarte gestohlen! Es tut mir leid! Aber ich wollte, dass auch so viele Gäste zu mir kommen! Deshalb habe ich auch das mit dem Ungeziefer erzählt, obwohl das nicht stimmt!“

    Caroline meint: „Dass sie versucht haben, uns zu ruinieren, war nicht in Ordnung!“

    „Ich weiß!“, sagt Monsieur Grognon.

    „Aber ich habe eine Idee: Wir könnten doch zusammenarbeiten!“

    „Gute Idee!“, meint Stéphanie.

    „Gemeinsam ist besser als gegeneinander!“

    „Gut!“, sagt Monsieur Grognon und schüttelt den beiden Schwestern die Hand.

    Fehlt nur noch eines: Das Dessert für Dubios!

    Bibi serviert die frisch gebackene Tarte.

    Dubios nimmt vorsichtig einen Bissen.

    Alle halten gespannt den Atem an.

    Ein paar Sekunden herrscht Schweigen im Raum.

    Dann sagt Dubios: „Das ist die beste Tarte, die ich jemals in meinem Leben gegessen habe! Die karamellisierten Äpfel sind einfach köstlich! Ich werde eine sehr gute Kritik schreiben und allen erzählen, dass sie hierherkommen müssen, um von der Tarte der Tatin-Schwestern zu kosten!“

    Alle strahlen, sogar Monsieur Grognon.

    Als Dubios wieder auf seinen Pferdewagen steigt, sagt er noch zu den Tatin-Schwestern: „Diese Tarte wird euch berühmt machen!“

    Dann fährt er los und alle winken ihm hinterher.

    Stéphanie sagt zu Bibi und ihren Freunden: „Wir danken euch für eure Hilfe! Dank euch ist unser Hotel gerettet! Und da wir ab jetzt mit Monsieur Grognon zusammenarbeiten, werden wir viel erfolgreicher sein als früher!“

    „Ach, das haben wir doch gern gemacht!“, meint Bibi.

    „Und euch danken wir, dass ihr uns gezeigt habt, wie man die Tarte Tatin macht!“, sagt Marita.

    Da wendet sich Monsieur Grognon an die Tatin-Schwestern und fragt: „Könntet ihr mir auch zeigen, wie man eine richtige Tarte Tatin macht?“

    „Aber natürlich!“, sagt Caroline.

    Dann sagt Bibi: „Also, wir müssen jetzt nach Hause! Also, es war nett, euch alle kennenzulernen! Auf Wiedersehen!“

    „Au revoir!“, sagen die Tatin-Schwestern und Monsieur Grognon und winken Bibi, Marita und Florian hinterher.

    Die drei gehen ein Stück weg vom Hotel und stellen sich hinter einen Baum.

    Hier können sie sich unbemerkt zurück nach Hause hexen.

    Bibi sagt: „Eene Meene Heiterkeit, zurück nun fix in unsere Zeit! Hex-Hex!“

  • Und schon kurz darauf stehen sie wieder in Bibis Zimmer.

    „Mann, war das ein Abenteuer!“, meint Florian.

    „Das war echt cool, die Tatin-Schwestern persönlich zu treffen, obwohl die in Wirklichkeit schon seit Jahrzehnten tot sind!“, meint Marita.

    „Ja, und jetzt wissen wir auch, wie die Tarte Tatin gemacht wird!“, sagt Bibi.

    Schnell eilen die drei in die Küche.

    Dort holen sie alle Zutaten: Butter, Mehl, Wasser, Zucker und natürlich frische Äpfel.

    Sie machen es wie Stéphanie und Caroline.

    Zuerst kneten sie Butter, Mehl und Wasser zu einem Teig und rollen ihn aus.

    Dann schneiden sie die Äpfel, tun sie in eine Pfanne und bestreuen sie mit Zucker.

    Dann legen sie den gedrückten Teig auf die Äpfel und tun die Pfanne in den Backofen.

    Und jetzt müssen sie eine Weile warten.

    Schon nach kurzer Zeit duftet es in der Küche herrlich.

    Dann ist der entscheidende Moment gekommen:

    Marita nimmt die Pfanne aus dem Ofen, dreht sie um und wie in Frankreich landet die Tarte perfekt auf dem Teller.

    „Super, wir haben es geschafft!“, meint Marita.

    „Ja!“, ruft Bibi.

    Da kommt Barbara Blocksberg in die Küche.

    „Oh, ihr seid schon zurück aus der Vergangenheit?“, fragt sie.

    Als sie die Tarte sieht, meint sie: „Oh, die sieht ja gut aus! Darf ich ein kleines Stück probieren?“

    „Na klar, Mami!“, sagt Bibi.

    Sie schneidet ein Stück ab und Barbara probiert.

    Sie verdreht die Augen und meint: „Mhm, dieser Kuchen ist aber gut geworden!“

    „Ja, Frau Müller-Riebensehl wird sich bestimmt freuen!“, meint Bibi.

    Aber erstmal müssen sie, Marita und Florian Barbara von ihrem Abenteuer erzählen.

    Zwei Tage später ist es dann soweit.

    Frau Müller-Riebensehl hat Geburtstag!

    Bibi, Marita und Florian machen sich etwas früher auf den Weg zur Schule, um noch vor Frau Müller-Riebensehl im Klassenzimmer zu sein.

    Sie haben die Tarte Tatin in eine Kuchenbox gelegt, die sie heimlich aufs Lehrerpult stellen.

    Der Hausmeister Herr Borsig hat sogar Luftballons und Girlanden besorgt.

    Und nun stehen alle Schüler mit Herrn Borsig im Klassenzimmer und warten.

    Da geht die Tür auf und herein kommt.... Frau Müller-Riebensehl!

    „Überraschung!“, rufen alle, als sie hereinkommt.

    Frau Müller-Riebensehl staunt nicht schlecht.

    „Was hat das denn zu bedeuten?“, fragt sie.

    „Na, wir wollten ihnen gratulieren, weil sie doch heute Geburtstag haben!“, erklärt Florian.

    „Ja, herzlichen Glückwunsch, Frau Müller-Riebensehl!“, sagt Herr Borsig.

    Frau Müller-Riebensehl ist gerührt.

    „Aber das wäre doch gar nicht nötig gewesen!“, meint sie.

    „Ja, und ich, Marita und Florian haben noch eine besondere Überraschung für sie!“, sagt Bibi.

    „Wirklich?“, fragt Frau Müller-Riebensehl.

    „Ja, öffnen sie doch mal die Box, die auf ihrem Pult steht!“, sagt Marita.

    Frau Müller-Riebensehl geht zu ihrem Pult, öffnet die Box und als sie sieht, was da drin ist, traut sie ihren Augen nicht.

    „Aber das gibt es doch nicht!“, meint sie ungläubig.

    „Das ist doch eine....

    „Tarte Tatin!“, ergänzt Bibi lachend den Satz.

    Frau Müller-Riebensehl fragt: „Wo ist ein Messer?“

    „Ich gehe eins aus der Schulküche holen!“, sagt Herr Borsig und geht aus der Klasse.

    Kurz darauf kommt er mit einem Messer wieder.

    Frau Müller-Riebensehl schneidet damit ein Stück ab und probiert.

    Ein paar Sekunden herrscht Schweigen, dann sagt sie: „Mhm, der schmeckt ja genauso gut wie damals in Frankreich!“

    Sie wendet sich an Bibi, Marita und Florian und sagt: „Ich danke euch für dieses wunderbare Geschenk! Ich bin sehr gerührt!“

    „Ach, gern geschehen!“, meint Bibi ein wenig verlegen.

    Tja, und heute ist an Unterricht nicht mehr zu denken.

    Bibi hext noch mehr Kuchen her, damit auch alle ein Stück bekommen, und auch Kakao.

    Und so feiern alle vergnügt Frau Müller-Riebensehls Geburtstag.

    Aber Bibi, Marita und Florian verraten ihrer Lehrerin nicht, dass sie im alten Frankreich waren und von den Tatin-Schwestern persönlich das Backen gelernt haben.

  • Hier noch eine Geschichte. Sie heißt Runzia als Fußballtrainerin:

    Es ist ein schöner heißer Sommertag in Neustadt zwei Wochen vor den Sommerferien.

    Bibi Blocksberg, die kleine Hexe, sitzt in der Schule und kann es kaum erwarten, dass die Schule endlich aus ist.

    Da es heute so heiß ist, hat Schuldirektor Eberhard Pauker heute hitzefrei gegeben und darum haben Bibi und die anderen heute schon nach der vierten Stunde aus.

    Endlich läutet die Glocke.

    Bibi und ihre Freunde jubeln und wollen aus dem Klassenzimmer stürmen, da ruft ihre Lehrerin Frau Müller-Riebensehl: „Halt, Kinder, ich muss euch noch etwas sagen, bevor ihr geht!“

    Alle setzen sich wieder hin.

    Frau Müller-Riebensehl fährt fort: „Ihr wisst ja, dass übermorgen eigentlich euer Fußballturnier gegen den FC Altstadt stattfinden sollte, aber leider muss das Training ausfallen, weil euer Trainer Herr Stein krank geworden ist!“

    „Was?“, fragt Florian.

    „Oh Mann, ich hatte mich schon so auf das Turnier gefreut!“, mault Linus.

    „Tja, ich kann nun mal nichts machen!“, meint Frau Müller-Riebensehl und zuckt bedauernd mit den Schultern.

    Dann dürfen alle die Klasse verlassen und nach Hause gehen.

    Bibi ist auch ganz enttäuscht darüber, dass das Fußballturnier ausfallen muss.

    Traurig steigt sie auf ihren Besen Kartoffelbrei und fliegt nach Hause.

    Beim Mittagessen erzählt sie ihren Eltern von der schlechten Nachricht.

    Bernhard sagt: „Oh, das ist aber schade! Ich hatte mich auch schon darauf gefreut, dich stürmen zu sehen, Bibilein!“

    Und Barbara meint: „Tja, aber wer sollte Herrn Stein vertreten?“

    „Keine Ahnung!“, sagt Bibi.

    Nach dem Essen will Bibi mit Kartoffelbrei zu dem Neustädter Meterologen Professor Hagelkorn fliegen, weil sie ihm versprochen hat, heute beim Ausmisten seines Dachbodens zu helfen.

    Auf dem Weg ist sie so in Gedanken versunken, dass sie beinahe mit der Althexe Runzia zusammenstößt, die mit ihrem Besen Schrubbel unterwegs ist.

    Gerade noch rechtzeitig können beide den Zusammenstoß verhindern.

    „Pass doch besser auf!“, schimpft Runzia.

    „Tut mir leid, Runzia!“, ruft Bibi zurück.

    Doch plötzlich hat sie einen Geistesblitz.

    Sie ruft: „Hey, Runzia, warte mal!“

    „Wieso, was ist denn?“, ruft Runzia zurück.

    „Ich habe wenig Zeit, ich muss noch Pilze im Wald sammeln!“

    „Du, Runzia, meine Klasse und ich hätten übermorgen ein Fußballturnier gegen den FC Altstadt, aber das muss nun ausfallen, weil unser Trainer krank geworden ist!“, ruft Bibi.

    „Ja, und?“, fragt Runzia.

    „Naja, vielleicht könntest du ihn vertreten!“, meint Bibi.

    „Ich? In meinem Alter?“, fragt Runzia.

    „Na, hör mal! Ich bin 140 Jahre alt! Außerdem habe ich von Fußball keine Ahnung!“

    „Aber, Runzia!“, sagt Bibi.

    „Du sollst doch nicht selber spielen, sondern nur unsere Trainerin sein! Und außerdem haben ich und meine Freunde uns schon so auf das Turnier gefreut!“

    „Naja, wenn das so ist!“, meint Runzia.

    Dann sagt sie: „Okay, ich mache es! Aber nur unter einer Bedingung!“

    „Und was für eine?“, fragt Bibi.

    „Du hilfst mir nach dem Fußballturnier dabei meine Lieblingspizza zu backen!“, erklärt Runzia.

    „Ich versuche das schon seit Tagen, aber ich kriege es einfach nicht hin!“

    „Na gut, abgemacht!“, sagt Bibi und schüttelt Runzia die Hand.

    Dann trennen sich die Wege der beiden.

    Bibi fliegt weiter zu Professor Hagelkorn und Runzia in den Wald zum Pilzesammeln.

    Professor Hagelkorn wartet vor seinem Haus in der Beerenstraße 3 schon auf Bibi.

    „Da bist du ja endlich, Bibi!“, meint er.

    „Warum hat das so lange gedauert?“

    „Tut mir leid, ich habe unterwegs noch eine Freundin getroffen!“, erklärt Bibi.

    „Naja, schon gut!“, sagt Professor Hagelkorn.

    „Komm, wir gehen auf den Dachboden!“

    Die beiden gehen ins Haus und steigen die Treppe rauf zum Dachboden.

    Dort ist es ganz schön staubig.

    Bibi muss husten.

    „Wo ist eigentlich ihr Wetterfrosch Fritz?“, fragt sie.

    „Ach, der sitzt unten in seinem Glas!“, erklärt der Professor.

    „Du kannst ihn noch kurz besuchen, wenn wir fertig sind mit Ausmisten!“

    „Okay!“, sagt Bibi.

    Und so fangen die beiden an, den Dachboden zu entrümpeln.

    Dabei stößt Bibi auf ein altes Foto.

    „Was ist das denn für ein Foto?“, fragt sie.

  • Professor Hagelkorn sieht sich das Foto kurz an.

    Dann lächelt er und erklärt: „Das ist meine Fußballmannschaft!“

    „Ach, sie haben als Kind auch Fußball gespielt?“, fragt Bibi.

    „Na klar!“, antwortet der Professor.

    „Wir haben einmal sogar einen Pokal gewonnen! Das ist schon so lange her!“

    „Der Junge da auf dem Foto in der zweiten Reihe von rechts, das bin ich!“, fügt er hinzu und zeigt auf einen verschmitzten Jungen auf dem Foto.

    „Wir haben bald auch ein Fußballturnier, meine Klasse und ich!“, erzählt Bibi.

    „Gegen den FC Altstadt! Aber unser Trainer ist krank geworden und das Training wäre beinahe ausgefallen! Aber unterwegs habe ich Runzia getroffen und die hat sich bereit erklärt, Herrn Stein zu vertreten!“

    „Ach, das ist aber nett von ihr!“, meint Professor Hagelkorn.

    „Und du meinst, sie kann euch trainieren, in ihrem Alter?“

    „Ganz bestimmt!“, meint Bibi unbekümmert.

    „Weißt du was, ich komme auch zum Turnier und drücke dir und deiner Mannschaft die Daumen!“, meint Professor Hagelkorn.

    „Oh, das ist aber nett, danke!“, meint Bibi.

    Nach einer Weile haben die beiden es geschafft.

    Der Dachboden ist ausgemistet.

    Dann sieht Bibi noch mal kurz nach Professor Hagelkorns Wetterfrosch Fritz und fliegt anschließend nach Hause.

    Dort erzählt sie ihren Eltern, wen sie auf dem Weg zu Professor Hagelkorn getroffen hat.

    Barbara ist erstaunt.

    „Dass Runzia sich das zutraut in ihrem Alter!“, meint sie kopfschüttelnd.

    „Ja, vor allem, wo sie so eine Einsiedlerin ist und allein im Wald wohnt!“, meint Bernhard.

    „Ach was, es wird schon gehen!“, meint Bibi.

    Da fällt ihr ein, dass sie ja noch Frau Müller-Riebensehl über die neue Trainerin informieren muss.

    Sie geht zum Telefon und wählt schnell die Nummer ihrer Lehrerin.

    Frau Müller-Riebensehl meldet sich am anderen Ende der Leitung: „Ja, bitte?“

    „Hallo, Frau Müller-Riebensehl!“, erwidert Bibi den Gruß.

    „Hier ist Bibi! Hören sie, es geht um das Fußballtraining! Es kann doch stattfinden! Ich habe nämlich jemanden gefunden, der Herrn Stein vertreten kann!“

    „Wirklich?“, fragt Frau Müller-Riebensehl.

    „Wen denn?“

    „Die Althexe Runzia!“, erklärt Bibi.

    „Was, eine Althexe?“, fragt Frau Müller-Riebensehl am anderen Ende der Leitung ungläubig.

    „Aber das geht doch nicht! Da wird doch bestimmt wieder gehext und dann habt ihr beim Turnier keine Chance!“

    „Nein, nein!“, versichert Bibi.

    „Ich werde Runzia sagen, dass beim Training auf keinen Fall gehext werden darf!“

    „Na gut, wenn das so ist, meinetwegen!“, meint Frau Müller-Riebensehl.

    „Danke, Frau Müller-Riebensehl!“, sagt Bibi.

    „Also dann, bis morgen! Tschüss!“

    Sie legt den Hörer auf.

    Zur selben Zeit wird im Fußballstadion der Pokal für das Turnier vorbereitet.

    Es ist der Neustädter Wanderpokal.

    Bereits 37x hat ihn der FC Altstadt gewonnen und deshalb wollen ihn diesmal unbedingt Bibi und ihre Freunde gewinnen.

    Aber da ist noch jemand, der sich für den Pokal interessiert.

    In einem Gebüsch hinter dem Stadion verstecken sich die beiden stadtbekannten Gauner Hinki und Pinki und beobachten alles.

    Dass die beiden wieder mal was im Schilde führen, ist abzusehen.

    „Siehst du den Pokal da, Pinki?“, fragt Hinki.

    „Ja, Hinki!“, erwidert sein Kumpel.

    „Den holen wir uns!“

    „Oh ja, dann los!“, meint Hinki.

    Er will losstürmen, doch Pinki hält ihn zurück und sagt: „Sachte, wir sollten es langsam angehen! Heute Nacht holen wir uns den Pokal, wenn das Stadion leer ist!“

    „Okay!“, sagt Hinki.

    Und so schnell wie sie gekommen sind, verschwinden die beiden wieder.

    Bibi ahnt von alledem gar nichts.

    Sie ist gerade mit Kartoffelbrei auf den Weg zu ihrer Freundin Marita, um ihr zu erzählen, dass Runzia ihre neue Trainerin ist.

    Als sie vor Maritas Haus angekommen ist, sagt sie: „Eene Meene Brandung, Kartoffelbrei los Landung! Hex-Hex!“

    Dann klingelt sie und Maritas Mutter lässt sie herein.

    Marita ist in ihrem Zimmer und löst gerade Aufgabe 5 auf Seite 142 im Mathebuch.

    Die Aufgaben 3 bis 5 auf Seite 142 sind nämlich die Hausaufgabe für heute.

    Da kommt Bibi herein und sagt: „Hallo, Marita!“

    „Hallo, Bibi!“, erwidert Marita etwas überrascht.

    „Was willst du denn hier? Du hast doch die Mathehausaufgaben noch gar nicht fertig, oder?“

    „Nein!“, sagt Bibi.

    „Aber ich muss dir etwas mitteilen! Das Fußballtraining findet jetzt doch statt!“

    „Was, wirklich?“, fragt Marita ungläubig.

    „Wieso aufeinmal?“

    „Naja, ich habe auf dem Weg zu Professor Hagelkorn Runzia getroffen!“, erklärt Bibi.

    „Diese alte grummelige Hexe, die im Wald wohnt?“, fragt Marita.

    „Genau die!“, sagt Bibi.

    „Sie hat sich bereit erklärt, Herrn Stein als Trainerin zu vertreten!“

    „Wirklich?“, fragt Marita.

    „In ihrem Alter? Na, die traut sich was!“

    „Allerdings!“, meint Bibi.

    „Aber das ist doch toll, denn jetzt können wir doch gegen den FC Altstadt antreten!“

    „Ja, das ist wirklich toll!“, meint Marita.

    „Und weißt du was?“, fragt Bibi.

    „Ich habe bei Professor Hagelkorn ein altes Foto gefunden von seiner Fußballmannschaft!“

    „Der Professor hat früher auch Fußball gespielt?“, fragt Marita.

    „Ja!“, sagt Bibi.

    „Und er hat mir gesagt, dass er zum Turnier kommen und uns die Daumen drücken will!“

    „Wirklich? Das ist aber nett von ihm!“, meint Marita.

    „Allerdings!“, pflichtet ihr Bibi bei.

    Dann sagt sie: „Oh, da fällt mir ein, ich muss jetzt nach Hause, die Mathehausaufgaben fertig machen!“

    „Jetzt schon? Och schade!“, meint Marita.

    „Mach dir nichts draus!“, sagt Bibi.

    „Wir sehen uns ja morgen beim Training!“

    „Okay!“, meint Marita.

    „Also dann, bis morgen, Bibi!“

    „Ja, bis morgen!“, sagt Bibi.

    „Tschüss!“

    Sie verlässt Maritas Zimmer, steigt vor der Haustür auf Kartoffelbrei und fliegt nach Hause.

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