Karl May – „Durch die Wüste" (ungekürzt, Fehsenfeld-Fassung) – erstes Kapitel gratis

  • Hallo zusammen,


    nach meiner kurzen Vorstellung möchte ich euch gern meine erste Produktion zeigen – und bin auf euer ehrliches Urteil gespannt.


    Es ist Karl Mays „Durch die Wüste" (Band 1 des Orientzyklus), ungekürzt nach der gemeinfreien Fehsenfeld-Originalausgabe (bewusst nicht die bearbeitete grüne Verlagsfassung). Umgesetzt als „Lesung mit verteilten Rollen" – eigene Stimmen für den Erzähler (Kara Ben Nemsi), Hadschi Halef Omar und Sir David Lindsay.


    Ganz offen vorweg: Stimmen und Musik sind KI-gestützt produziert. Mir ist bewusst, dass das nicht jedermanns Sache ist – umso mehr interessiert mich eure ehrliche, gern auch kritische Rückmeldung, gerade von euch mit dem geschulten Ohr.


    Das komplette erste Kapitel (rund 73 Min.) gibt's kostenlos zum Reinhören:

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    Über Feedback – Stimmen, Tempo, Musik, was funktioniert und was nicht – freue ich mich sehr. Danke fürs Reinhören!

  • Kleiner Nachtrag: Falls jemand nicht nur ins erste Kapitel reinhören, sondern das ganze Hörbuch hören und mir ehrlich sagen möchte, was funktioniert und was nicht – Stimmen, Tempo, Musik – schicke ich gern einen Gratis-Code per PN (Rezensionsexemplar, natürlich ohne Kaufzwang und ohne Erwartung einer bestimmten Bewertung).


    Für einen ersten Eindruck ohne alles: Das komplette 1. Kapitel gibt es frei auf YouTube und auf der Buchseite. Über ehrliches Feedback freue ich mich riesig – gerade von Leuten, die viel und genau hören. 🎧

  • Ich werde heute zum einschlafen rein hören und darüber berichten. Aus Erfahrung bin ich rasch weg. Aber ich bin immer sehr neugierig. Gerade wenn es sich um KI handelt. Meistens fehlt mir jedoch die Lebendigkeit, Rhythmus und richtige Betonung. Trotzdem bin ich sehr gespannt und werde ehrlich Auskunft geben.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Das freut mich sehr, Markus – danke, dass du wirklich reinhörst! 🙂 Wenn's dabei beim Einschlafen hilft, nehme ich das augenzwinkernd erstmal als Kompliment fürs ruhige Tempo. 😉


    Deinen Punkt – Lebendigkeit, Rhythmus, Betonung – höre ich von mehreren, und er stimmt: Das ist genau die Grenze, an der KI noch arbeitet, und da will ich mit jedem Band besser werden. Umso wertvoller ist mir dein geschultes Ohr – ich freue mich ehrlich auf deine Auskunft.


    Und falls du über Kapitel 1 hinaus weiterhören magst: eine kurze PN genügt, dann schicke ich dir den kompletten Band. Schlaf gut und lass dich überraschen! 🎧

  • Ich habe es mir zu einem großen Teil angehört, nach rund 30 Minuten abgebrochen. Grundsätzlich handelt es sich für mich wegen der verschiedenen Stimmen mehr um eine inszenierte Lesung als um ein klassisches Hörbuch. Die Geschichte kenne ich seit meiner Kindheit. Besonders die „grüne Karl May Serie“ von MARITIM habe ich geliebt und speziell diese Folge rauf und runter gehört. Daher habe ich viele Dialoge noch sehr gut im Ohr. Deshalb fällt mir die KI-Sprechweise noch ein bisserl stärker auf als jene beim KI-Holmes von Dark Duck Audio. Als Hörspiel- und Hörbuchhörer fiel mir sofort auf, dass es stark „abgelesen“ klingt. Alles wirkt zu gleichförmig, brav, steril und monoton. Die selben Mankos, die die meisten KI-Hörspiele bis dato hatten, die ich kenne, wobei der Romantruhe „Rode“ mit Abstand am schlechtesten wegkommt, aber dies sei nur am Rande erwähnt. Gerade im Vergleich mit den Dialogen zur Maritim Version von Durch die Wüste fallen einem diese Unterschiede sehr stark und markant auf. Während diese wirklich „leben“, plätschert es hier im Hörbuch leider alles im selben Rhythmus so dahin. Es fehlt an lesenden Höhepunkten, am Echauffieren und an der Emotion ganz allgemein. Alles wirkt zu Roboterhaft. Ich habe deshalb abgebrochen und würde nicht weiterhören. Hätte ich keinen Vergleich, hätte ich wohl noch weitergemacht. So aber habe ich mir sofort danach das „Original“ meiner Kindheit anhören müssen.

    Ich würde hier ganz klar einen lebendigen Sprecher den Vorzug geben und ihn einsprechen lassen. Ich bin davon überzeugt, dass es deutlich besser klingen würde.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Hallo Mathias,

    lieben Dank für das 1. Kapitel und deine Bitte um feedback.

    Mir hat es leider nicht gefallen. Sehe es genau so wie Markus.

    Sich gleich beim 1 KI- Projekt auf einen Vergleich mit einer breiten Palette von exzellent vertonten Durch die Wüste-Hörspielen und -büchern einzulassen, ist schon 'ne Ansage.

    Dafür Respekt und ich wünsche Dir auch von Herzen Erfolg.

  • Danke euch beiden — genau dafür habe ich hier gepostet.

    Vorweg eine Richtigstellung in eigener Sache: Im Titel steht „Fehsenfeld-Fassung”, das stimmt nicht. Ich habe die Textgrundlage nachgeprüft — Band 1 folgt der Erstfassung aus dem Deutschen Hausschatz (1881–1888), also der Fassung, die May später fürs Buch überarbeitet hat. Ich ziehe die Angabe überall nach. Randnotiz dazu, Markus: Die MARITIM-Serie beruht auf der Karl-May-Verlag-Bearbeitung. Die Dialoge, die du im Ohr hast, sind ein anderer Text als meiner.

    Zur Kritik: Sie sitzt, und ich kann sie in meinen eigenen Einstellungen wiederfinden. Ich hatte die Stimmen auf hohe Gleichmäßigkeit getrimmt, damit über fünfzehn Stunden kein hörbarer Drift entsteht — herausgekommen ist genau das, was ihr beschreibt. Kein Ausschlag nach oben, kein Echauffieren.

    Ich lasse das nicht so stehen: Am Samstag stelle ich hier eine neu vertonte Fassung einer Passage aus dem ersten Kapitel ein — deutlich expressiver eingestellt, gleicher Text, gleiche Stimmen. Dann könnt ihr unmittelbar vergleichen, ob sich am Kern etwas bewegt oder ob es nur anders gleichförmig klingt.

    Falls einer von euch bis dahin eine Stelle nennt, die besonders gestört hat, nehme ich die. Sonst den Disput zwischen Kara Ben Nemsi und Halef über den Glauben, gleich zu Beginn.

  • Wie versprochen — die Samstags-Probe. 🎧


    Es ist genau die Stelle, die ich angekündigt hatte: der Glaubensdisput zwischen Kara Ben Nemsi und Halef, gleich zu Beginn von Kapitel 1 (im kompletten Video oben gut zehn Minuten hinein). Gleicher Text, dieselben zwei Stimmen — nur anders eingestellt: weg von der hohen Gleichmäßigkeit, mit der ich Drift über fünfzehn Stunden vermeiden wollte, hin zu deutlich mehr Ausdruck. Hier zum Anhören (nicht gelistetes Video):

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    Zum direkten Vergleich dieselbe Passage im Kapitel-1-Video oben gegenhören — dort läuft noch die alte, gleichförmige Fassung.


    Ganz offen bleiben will ich auch hier: Das ist eine Regler-Änderung, kein neuer Sprecher. Die Grenze, die ihr benennt — ein Mensch, der die Figur wirklich spielt — hole ich damit nicht ein. Aber „steril und monoton" soll es nicht mehr sein. Ob sich am Kern etwas bewegt oder ob es nur anders gleichförmig klingt, hört ihr besser als ich.


    Euer ehrliches Urteil fließt direkt in die nächsten Bände ein. Danke fürs Dranbleiben.


    Mathias

  • Ja, ein bisserl lebendiger klingt es. Grundsätzlich ist es schon für einen Menschen schwierig mal der Erzähler und dann der handelnde und diskutierende Protagonist zu sein. Das fällt hier der KI schon noch schwer. Sie macht keinen Unterschied ob vortragender Erzähler oder lebendiger und lebhaft diskutierender Kara Ben Nemsi.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Danke, Markus — dass „ein bisserl lebendiger" bei dir ankommt, ist für mich schon ein wichtiges Signal, denn genau das war die Stellschraube, an der ich gedreht habe.

    Und du legst den Finger auf die schwierigste Stelle: Meine Erzählstimme ist Kara Ben Nemsi — dieselbe Stimme muss ruhig erzählen und einen Satz später als Handelnder mitten in den Wortwechsel. Diesen Registerwechsel — vortragender Erzähler hier, lebhaft diskutierender Kara dort — macht sie momentan nicht. Das hörst du völlig richtig, und es ist der Kern dessen, was noch fehlt.

    Bisher liegt der Ausdruck als eine feste Einstellung über dem ganzen Kapitel. Mein nächster Ansatz ist genau die Trennung, die du beschreibst: Erzählpassagen ruhiger, Karas direkte Rede spürbar lebhafter — den Ausdruck also pro Passage steuern statt einmal für alles. Ob die KI das sauber trägt, muss ich hören; wenn etwas Brauchbares dabei herauskommt, stelle ich hier wieder eine Probe ein.

    Ehrlich bleibt dabei: Es ist und bleibt eine Regler-Änderung, kein Schauspieler — an eine Maritim-Dialogregie komme ich damit nicht heran. Aber näher als jetzt, das ist das Ziel. Danke, dass du so genau hinhörst.

    Mathias

  • Hallo Martin,

    für die Stimmen nutze ich ElevenLabs (Modell Multilingual v2). Jede tragende Figur hat eine eigene geklonte Stimme — der Erzähler (= Kara Ben Nemsi), Halef und Lindsay —, alle übrigen Figuren spricht die Erzählstimme mit.

    Ehrlich gesagt steckt die Arbeit weniger im Tool als drumherum: Textaufbereitung aus der gemeinfreien Quelle, die Aussprache der arabischen und türkischen Namen, das Zusammenführen zusammenhängender Passagen und die Feinabstimmung je Stimme — an Letzterem feile ich gerade weiter, wie man an Markus' Rückmeldung oben sieht.

    Viele Grüße

    Mathias

  • Wie angekündigt, Markus — hier der nächste Schritt. 🎧

    Ich habe genau das umgesetzt, was du beschrieben hast: Die Erzählstimme unterscheidet jetzt zwischen dem vortragenden Erzähler und dem handelnden Kara Ben Nemsi. Karas direkte Rede läuft als eigenes, ausdrucksstärkeres Register und klinkt sich auch klanglich aus der ruhigen Erzählung aus.

    Es ist dieselbe Passage aus dem ersten Kapitel wie zuletzt (der Glaubensdisput mit Halef):

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    Ehrlich bleibt: Es ist kein Schauspieler, sondern die KI, die jetzt zwei Tonlagen für dieselbe Figur fährt. Aber der Registerwechsel, den du vermisst hast, ist da — mich würde sehr interessieren, ob er bei dir ankommt.

    Viele Grüße

    Mathias

  • Wieder ein bisserl besser. Aber immer noch nicht viel Unterschied zwischen Erzähler und Akteur. In meinen Ohren. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen 😅

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Danke fürs ehrliche Dranbleiben, Markus — und für die Geduld mit dem Eichhörnchen. 😄

    Ich verrate dir mal, woran es liegt, und mache dabei das Nähkästchen auf: Der Erzähler ist meine eigene Stimme, geklont. Kara Ben Nemsi bin im Grunde ich. Genau da liegt aber auch die Grenze — ein Sprecher aus Fleisch und Blut spielt den Unterschied zwischen ruhigem Erzählen und dem aufbrausenden Kara; die geklonte Stimme hat dafür nur einen begrenzten Spielraum. Ich habe den Ausdruck der direkten Rede so weit aufgezogen, wie er noch natürlich bleibt — drehe ich weiter, kippt es ins Künstliche.

    Ich habe testweise sogar andere, „ausdrucksstärkere" Stimmen für den Erzähler ausprobiert. Aber die haben genau das verloren, worauf es mir ankommt: dass es meine Stimme ist, die die Geschichte erzählt. Also bleibe ich dabei und feile lieber an den Feinheiten weiter.

    Du hörst also völlig richtig — und ich nehm's als Ansporn. Mühsam, aber das Eichhörnchen bleibt dran. 🐿️

    Viele Grüße

    Mathias

  • Das Du es bist, finde ich sehr schön 🤩 👍

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ein kurzer Abschluss — und ein Dankeschön, vor allem an dich, Markus.


    Vor zweieinhalb Wochen habe ich hier mein erstes Kapitel eingestellt und um ehrliche Meinungen gebeten. Die habe ich bekommen — deutlicher, als mir an manchen Abenden lieb war, und genau deshalb so wertvoll.


    Was daraus geworden ist: Dein Punkt, Markus, die Erzählstimme mache keinen Unterschied zwischen dem vortragenden Erzähler und dem lebhaft mitdiskutierenden Kara Ben Nemsi, hat sich als der Schlüssel herausgestellt. Die Produktion trennt jetzt genau das — Erzählung und wörtliche Rede laufen als getrennte Register, gleiche Stimme, anderer Ausdruck. Beim Umbau kam zusätzlich ein handfester technischer Fehler ans Licht: Die Vertonung hatte den Text an vielen Stellen mitten im Satz zerteilt und jeden Schnipsel neu angesetzt — das erklärt einen guten Teil der Gleichförmigkeit, die ihr gehört habt.


    Band 4 („In den Schluchten des Balkan“) ist der erste Band, der von Anfang bis Ende so produziert ist. Wer hören mag, was aus eurer Kritik geworden ist:

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    . Ganz ohne Erwartung — ich weiß inzwischen gut, dass ein KI-Hörbuch für die meisten hier nicht das Format der Wahl ist, und eine menschliche Lesung bleibt die Königsklasse.


    Ehrlichkeitshalber: Band 1 bis 3 waren bereits produziert und bleiben, wie sie sind — der neue Stand gilt ab Band 4.


    Danke auch an Martin für die genauen Nachfragen und an Sherlockia für die guten Wünsche. Ich lese hier weiter mit — und falls euch künftig etwas auffällt: Diese drei Wochen haben das Projekt mehr verbessert als alles, was ich allein daran geschraubt hätte.

  • Danke! Und weiterhin viel Erfolg! Ich werde das Projekt verfolgen und bin gespannt wie sich nun die 4 anhört!

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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