John Carter - 2. In den Händen der Thark

  • John Carter - 2. In den Händen der Thark

    Als Gefangener der vierarmigen Thark wird John Carter in die uralte Felsenstadt Korad gebracht. Dort bestimmen Stärke, Gewalt und archaische Gesetze den Alltag. Während ihn die meisten Thark als Bedrohung ansehen, begegnet er in Sola erstmals jemandem, der Mitgefühl zeigt. Doch um auf Barsoom zu überleben, muss Carter lernen, die Regeln dieser fremden Welt zu verstehen – oder sich im Kampf gegen ihre Bewohner behaupten.

    Mit „In den Händen der Thark“ setzt Holysoft die Reise von John Carter auf dem Mars fort. Nachdem der Auftakt vor allem dazu diente, den Hörer in die Welt von Barsoom einzuführen, konzentriert sich die zweite Folge stärker auf ihre Figuren und das Leben der Thark. Dadurch wirkt die Geschichte geschlossener und konnte mich deutlich besser mitnehmen als der Serienauftakt.

    Im Vergleich zur ersten Folge hat mir die Handlung dieses Mal spürbar besser gefallen. Das liegt vor allem daran, dass die Welt von Barsoom inzwischen nicht mehr ganz so fremd wirkt. Viele Begriffe, Figuren und Hintergründe wurden bereits eingeführt, sodass man sich nun stärker auf die eigentliche Geschichte konzentrieren kann. Dadurch fällt es deutlich leichter, der Handlung zu folgen und sich auf die Ereignisse einzulassen. Die Begegnungen mit den Thark und insbesondere mit Sola verleihen der Geschichte mehr Tiefe. Zwischen den actionreichen Szenen entstehen immer wieder ruhigere Momente, in denen die Figuren weiterentwickelt werden. Dadurch gewinnt die Handlung an Atmosphäre und wirkt insgesamt deutlich runder als noch zum Auftakt. Dennoch bleibt der Fantasy-Anteil sehr dominant. Riesige fremde Völker, archaische Gesellschaften und mystische Elemente prägen die Geschichte stärker als klassische Science-Fiction-Ideen. Das ist sicherlich genau das, was viele Fans an John Carter schätzen. Meinem persönlichen Geschmack entspricht es allerdings nicht ganz, weshalb mich der Stoff weiterhin nicht vollständig packt.

    Tim Gössler überzeugt erneut als John Carter und begleitet den Hörer glaubwürdig durch die fremde Welt. Irene Weber verleiht Sola viel Wärme und Mitgefühl und sorgt damit für einige der schönsten Momente der Folge. Auch Mark Bremer hinterlässt als Tars Tarkas mit seiner markanten Stimme einen bleibenden Eindruck. Florian Hoffmann, Nico Birnbaum, Peter Thimm, Peter Sura und Vanessa Diana Wirth ergänzen das Ensemble durchweg überzeugend.

    Produktionstechnisch gibt es erneut überhaupt nichts zu kritisieren. Das Sounddesign erschafft eine eindrucksvolle außerirdische Atmosphäre, während Musik und Geräusche die Handlung jederzeit stimmungsvoll begleiten. Holysoft liefert auch hier wieder eine Produktion auf sehr hohem Niveau ab.

    Das Cover zeigt einen angreifenden Thark in einer marsähnlichen Landschaft und vermittelt sofort den Abenteuercharakter der Folge. Die dynamische Gestaltung und die kräftigen Farben passen hervorragend zur Handlung und machen neugierig auf das nächste Kapitel.

    „In den Händen der Thark“ stellt für mich eine klare Steigerung gegenüber der ersten Folge dar. Vor allem deshalb, weil die Welt von Barsoom inzwischen vertrauter geworden ist und ich mich wesentlich besser auf die Geschichte einlassen konnte. Die Handlung wirkt geschlossener, die Figuren gewinnen an Profil und die Atmosphäre entfaltet deutlich mehr Wirkung. Ganz überzeugt bin ich allerdings noch nicht. Dafür dominiert mir der Fantasy-Anteil weiterhin etwas zu sehr, während ich mir persönlich etwas mehr klassische Science Fiction gewünscht hätte. Das ist letztlich eine Frage des eigenen Geschmacks und keine Schwäche der Produktion. Technisch bleibt John Carter auf einem beeindruckend hohen Niveau und Fans phantasievoller Abenteuerwelten dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Ich bin jedenfalls neugierig genug geworden, um der Reihe weiter eine Chance zu geben und zu sehen, wohin die Reise auf Barsoom noch führt.

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