Audible war ja mal eine Zeit lang ein wichtiger Player in der Hörspielwelt, der mit ungewöhnlichen Stoffen zu überraschen und nicht selten zu begeistern wusste. Man denke an Macbeth, das Shakespeare mit Game of Thrones zu vereinen schien oder an Die juten Sitten, das frivol die Welt der goldenen Zwanziger wiederauferstehen ließ. Für viele hat sich Audible damit einen Status als Big Player unter den Hörspiel-Produktionsstätten erarbeitet. Das Konzept der staffelweise erzählten Hörspielgeschichten, das heute ganz selbstverständlich auch von anderen Hörspielschmieden praktiziert wird, schien hier erstmals auf dem kommerziellen Sektor aus der Taufe gehoben worden zu sein.
Mittlerweile jedoch, so scheint es mir, hat Audible sein Engagement stark zurückgeschnitten, und die Produktionen, die sie hervorbringen, finden zwar noch wohlwollende Anerkennung, verlocken aber eher seltener zu regelrechten Jubelstürmen, wie früher. Vielleicht täuscht mein Eindruck, aber man scheint sich dort auf Stoffe zurückgezogen zu haben, die hundertprozentig erwartbar Erfolg versprechen: Fitzek, Agatha Christie, Harry Potter usw. Also eher Kategorie: Nummer sicher.
Oder habe ich da einfach zu wenig Einblick? Gibt es sie noch, die außergewöhnlichen, überraschenden und herausragenden Produktionen jenseits des Mainsteams aus großen Namen, Thriller oder Grusel, wie es die oben bereits erwähnten Macbeth oder Die juten Sitten einst gewesen sind?
Und wie seht Ihr die Entwicklung von Audible? Ist es nach wie vor fester Bestandteil Eures Hörspiel-Konsums? Oder hat sich Euer Interesse in irgendeiner Form verändert?
Was waren die letzten Hörspiele, die Euch bei Audible rudweg begeistert haben? Und welche sind für Euch ihre besten Produktionen "ever"?
Und zuletzt ein Ausblick in die Zukunft: Welchen Stellenwert wird Audible langfristig in der Hörspielwelt haben? Wird sein Gewicht (weiter) zurückgehen, konstant (stark) bleiben oder eher zurückgehen?
Und was würdet Ihr Euch von und für Audible für die Zukunft wünschen?
Ich bin gespannt auf Eure Antworten.