Fünf Freunde - 171. und der doppelte Onkel

  • Fünf Freunde - 171. und der doppelte Onkel


    George freut sich mit ihrem Freund Alf auf den Besuch seines Onkels, der seit vielen Jahren in den USA lebt. Kurz vor seiner Ankunft wird der Mann jedoch Opfer eines Betrugs und verliert sein Geld. Sein Bruder hilft aus, damit der Besuch dennoch stattfinden kann. Als der erwartete Gast schließlich nicht am vereinbarten Treffpunkt erscheint, werden die Fünf Freunde misstrauisch. Schon bald stoßen Julian, Dick, Anne, George und Timmy auf immer neue Ungereimtheiten und erkennen, dass mehr hinter dem Verschwinden steckt, als zunächst angenommen.

    Auch nach so vielen Folgen schafft es die Serie immer wieder, aktuelle Themen in spannende Abenteuer für jüngere Hörer einzubinden. „Und der doppelte Onkel“ greift dabei eine Betrugsmasche auf, die leider auch heute noch Menschen täuscht. Die Geschichte verlegt dieses Thema zwar in eine eher klassische Welt ohne moderne Kommunikationsmittel und verbindet es mit einem typischen Fünf-Freunde-Abenteuer, doch gerade dadurch wirkt die Handlung zeitlos. Gleichzeitig vermittelt die Folge ganz nebenbei, dass man nicht alles glauben sollte und Behauptungen stets kritisch hinterfragen muss.

    Die Geschichte entwickelt sich angenehm geradlinig aus dem eingangs geschilderten Ereignis heraus. Die Ermittlungen werden konsequent weitergeführt und immer wieder sorgen neue Hinweise für weitere Entwicklungen. Dabei bleibt die Handlung übersichtlich und verständlich, sodass man ihr jederzeit problemlos folgen kann. Besonders positiv fällt auf, dass die einzelnen Zusammenhänge gut erklärt werden und sich der Fall Schritt für Schritt erschließt. Der Erzählfluss ist über weite Strecken gelungen und sorgt dafür, dass man der Geschichte gerne folgt. Allerdings gerät die Handlung stellenweise etwas zu kleinteilig. Manche Szenen wirken ein wenig ausgedehnt, sodass das Tempo kurzfristig etwas ins Stocken gerät. Dennoch gelingt es den Autoren, die Spannung aufrechtzuerhalten und den Hörer immer wieder mit neuen Erkenntnissen bei der Stange zu halten. Die Auflösung ist nachvollziehbar und schlüssig ausgearbeitet. Gerade jüngere Hörer erhalten hier eine wichtige Botschaft vermittelt, ohne dass diese mit erhobenem Zeigefinger präsentiert wird. Das macht die Folge angenehm zeitlos und verleiht ihr zusätzlich einen gewissen pädagogischen Wert.

    Lutz Mackensy führt als Erzähler gewohnt souverän durch die Handlung. Seine Stimme hat sich im Laufe der Jahre hörbar verändert und klingt inzwischen deutlich gealtert, dennoch strahlt sie weiterhin Wärme und Freundlichkeit aus. Er versteht es, die Spannungskurve der Geschichte nachzuzeichnen und den Hörer sicher durch die Handlung zu begleiten. Lediglich der Klang seiner Aufnahmen hebt sich etwas vom übrigen Material ab, als wären sie unter anderen Bedingungen entstanden. Mathias Renneisen verleiht Alf einen sympathischen und zugänglichen Charakter. Seine natürliche Spielweise wirkt spontan und glaubwürdig. Dadurch fügt sich die Figur sehr harmonisch in das Geschehen ein. Stephan A. Tölle spricht Jack Fisher mit viel Gespür für unterschiedliche Facetten. Er kann zwischen freundlichen und eher abweisenden Momenten glaubwürdig wechseln und verleiht seiner Figur zusätzliche Tiefe. Auch die übrigen Sprecher der Stammserie sorgen für das gewohnt vertraute Gefühl, das viele Hörer seit Jahren mit den Fünf Freunden verbinden.

    Musikalisch präsentiert sich die Folge atmosphärisch und passend umgesetzt. Nicht jede Szene wird mit Musik unterlegt, was den Dialogen Raum zum Atmen gibt. In spannenderen Momenten und bei Übergängen kommen die eingesetzten Stücke dagegen wirkungsvoll zur Geltung und unterstützen die jeweilige Stimmung. Die Geräuschkulisse ist abwechslungsreich und sorgt dafür, dass die einzelnen Schauplätze lebendig wirken. Dadurch entstehen plastische Szenenbilder, die das Zuhören angenehm machen und die Dialoge zusätzlich unterstützen.

    Mit den neueren Folgen hat die Serie auch optisch eine deutliche Veränderung erfahren. Der frühere Landkartenrahmen wurde durch eine schlichtere Gestaltung ersetzt, während der Zeichenstil moderner und zeitgemäßer wirkt. Das dürfte die heutige Zielgruppe wahrscheinlich stärker ansprechen. Gleichzeitig geht jedoch ein Teil des nostalgischen Charmes verloren, den die älteren Cover ausstrahlten. Die Figuren stehen nun wesentlich stärker im Mittelpunkt und die Illustration vermittelt auf den ersten Blick sofort den Inhalt der Geschichte. Insgesamt wirkt das Cover freundlich und ansprechend, auch wenn ich den klassischen Stil der früheren Jahre persönlich etwas lieber mochte.

    „Fünf Freunde und der doppelte Onkel“ ist eine solide und unterhaltsame Folge, die ein ernstes und nach wie vor aktuelles Thema geschickt in ein klassisches Abenteuer einbettet. Die Geschichte bleibt jederzeit nachvollziehbar, bietet einige interessante Wendungen und vermittelt ganz nebenbei eine wichtige Botschaft über Vertrauen und Vorsicht. Zwar gerät das Erzähltempo gelegentlich etwas ins Stocken und manche Szenen hätten etwas kompakter ausfallen dürfen, insgesamt entsteht aber ein spannender Fall mit sympathischen Figuren und der vertrauten Atmosphäre, die die Serie seit Jahrzehnten auszeichnet. Gerade die gelungene Verbindung aus Abenteuer und einem realen Hintergrund macht diese Folge zu einer hörenswerten Episode der langlebigen Reihe.

  • Poldi ,hab die Folge eben gestartet.Bin im ersten Moment auch über die Stimme von Mackensy erschrocken.

    Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und vermute, dass Lutz Mackensy zum Zeitpunkt der Aufnahmen gesundheitlich angeschlagen war. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass seine Szenen nicht im selben Studio aufgenommen wurden wie der Rest und bei der Nachbearbeitung nicht optimal eingebunden wurden.

    Jedenfalls wirkt das Ergebnis auf mich klanglich nicht besonders gelungen. Ich glaube, das hätte man mit etwas mehr Sorgfalt deutlich besser lösen können.

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