Scary Movie 6 – Viel Nostalgie, viel Krach und leider zu wenig echte Lacher
Scary Movie war für mich im Kino ein merkwürdiges Wiedersehen. Einerseits hatte ich mich wirklich darauf gefreut, Anna Faris, Regina Hall, Marlon Wayans und Shawn Wayans noch einmal in diesen völlig bekloppten Rollen zu sehen. Allein Cindy und Brenda wieder gemeinsam auf der Leinwand zu erleben, hatte sofort etwas Nostalgisches. Man merkt, wie sehr diese Figuren mit einer bestimmten Zeit verbunden sind, in der Parodien noch laut, billig, geschmacklos und manchmal herrlich respektlos sein durften.
Leider reicht dieses Wiedersehen nicht aus, um den Film wirklich zu tragen. Der Anfang macht noch Hoffnung. Die Eröffnungsszene hat Tempo, Biss und diesen herrlich überzogenen Wahnsinn, den man von der Reihe erwartet. Da blitzt kurz auf, was dieser neue Scary Movie hätte sein können: ein schamloser Rundumschlag gegen modernes Horrorkino, Legacy-Sequels, Social-Media-Hysterie und die ewige Wiederverwertung alter Marken.
Doch nach diesem starken Auftakt verliert der Film erstaunlich schnell an Luft. Die Grundidee, erneut auf Scream und dessen späte Fortsetzungen zu zielen, wirkt zwar naheliegend, aber auch etwas müde. Scream war schon immer selbst ein Kommentar auf das Horrorgenre. Wenn Scary Movie nun wiederum diese selbstironischen Filme parodiert, entsteht ein seltsamer Effekt: Man schaut einer Parodie auf eine Parodie zu. Das kann funktionieren, aber hier wird daraus viel zu oft nur ein Wiedererkennen ohne echte Pointe.
Es gibt durchaus Momente, in denen ich lachen musste. Einige Seitenhiebe auf Final Destination, The Substance, M3GAN, Terrifier, Get Out oder moderne Horrortrends haben ihren Reiz. Auch die Idee, Cindy als traumatisierte Überlebende im Stil einer späten Laurie Strode zurückzubringen, ist eigentlich sehr witzig. Olivia Rose Keegan als ihre Tochter trifft sogar erstaunlich gut diesen typischen Anna-Faris-Ton. Aber insgesamt wirkt vieles eher wie eine lose Aneinanderreihung von Sketchen als wie ein Film, der wirklich aus einem Guss besteht.
Das größte Problem ist, dass viele Gags entweder zu spät kommen, zu offensichtlich sind oder sich auf Referenzen verlassen, ohne daraus etwas Eigenes zu machen. Man erkennt die Vorlage, nickt kurz und wartet dann auf den eigentlichen Witz. Nur kommt der oft nicht. Stattdessen gibt es viel Klamauk, viel Sexhumor, viel Geschrei, viele Rückgriffe auf alte Running Gags und einige Witze, die schon beim Aussprechen veraltet wirken.
Besonders schade ist, dass die Rückkehr der bekannten Figuren nicht konsequenter genutzt wird. Cindy und Brenda machen immer noch Spaß, weil Faris und Hall dieses Chaos mit einer gewissen Selbstverständlichkeit tragen. Aber sie verschwinden zwischendurch zu sehr im Durcheinander. Shorty und Ray bleiben fast vollständig in ihren alten Gag-Schleifen hängen. Das hat für einen kurzen Nostalgiekick gereicht, aber irgendwann merkt man, dass der Film nicht wirklich weiß, was er mit ihnen anfangen soll.
Ich hätte mir gewünscht, dass Scary Movie mutiger auf das moderne Horrorkino losgeht. In den letzten Jahren gab es so viele starke, prägende Filme, die sich für eine scharfe Parodie angeboten hätten. Stattdessen greift der Film vieles nur kurz ab. Ein bisschen The Substance, ein bisschen Smile, ein bisschen Sinners, ein bisschen Weapons, ein bisschen M3GAN – aber selten mit der Präzision, die aus bloßem Nachäffen echte Satire machen würde.
Trotzdem kann ich nicht sagen, dass ich mich durchgehend gelangweilt habe. Der Film ist mit seinen knapp anderthalb Stunden angenehm kurz, hat ein paar dreiste Einfälle und lebt immer dann auf, wenn er wirklich jede Hemmung verliert. Es gibt einzelne Momente, die genau diese alte, niveaulose, aber befreiende Scary Movie-Energie besitzen. Nur sind sie zu selten. Zwischen den guten Treffern liegen zu viele flache Nummern, bei denen der Kinosaal spürbar still wurde.
Am Ende war mein Gefühl ziemlich ernüchtert. Ich wollte diesen Film mögen. Ich wollte, dass die Rückkehr der Wayans genau das wird, was dem Parodie-Kino gefehlt hat. Aber Scary Movie bleibt eher ein nostalgisches Aufflackern als ein echter Neustart. Schön, die alten Gesichter wiederzusehen. Schön, dass sich überhaupt noch einmal jemand traut, eine große, derbe Kinoparodie zu machen. Aber wirklich frisch, bissig oder durchgehend komisch ist das leider nicht.
Für mich ist dieser neue Scary Movie kein kompletter Reinfall, aber eindeutig eine verpasste Chance. Er hat ein paar Lacher, ein paar herrlich bekloppte Augenblicke und einen starken Anfang. Doch dazwischen steckt zu viel lauwarmer Resthumor aus einer Zeit, die längst vorbei ist. Als Wiedersehen nett, als Komödie zu dünn, als Parodie zu zahm. Und gerade bei einer Reihe, die früher davon lebte, keine Grenze zu kennen, ist das fast das Enttäuschendste.