Sprecherinnen im (Hörspiel) Talk-Studio: Folge 97 Lola Luigi
Mit Folge 97 rückt eine Stimme in den Mittelpunkt, die vielen Hörspielfans vielleicht nicht sofort namentlich bekannt ist, die aber dennoch unzählige Kindheiten begleitet und das Klangbild vieler klassischer Hörspiele mitgeprägt hat.
Im Mittelpunkt steht diesmal Lola Luigi.
Über das Leben von Lola Luigi ist heute nur noch wenig bekannt. Geboren wurde sie als Lola Guhl und war die Tochter des Filmarchitekten Hans Luigi. Bereits in den 1940er Jahren stand sie auf renommierten Berliner Bühnen wie dem Renaissance-Theater und dem Schillertheater. Später verlagerte sich ihre Arbeit zunehmend vor das Mikrofon und machte sie zu einer gefragten Synchron- und Hörspielsprecherin.
In der Synchronisation war sie über viele Jahre hinweg äußerst aktiv. Unter anderem lieh sie Lois Maxwell als Miss Moneypenny in mehreren James-Bond-Filmen ihre Stimme. Auch Schauspielerinnen wie Rita Moreno, Véra Clouzot, Katherine Helmond oder Shirley Jones wurden von ihr gesprochen. Besonders in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren gehörte ihre Stimme zum festen Bestandteil zahlreicher deutscher Synchronfassungen.
Für Hörspielfans ist Lola Luigi vor allem durch ihre vielen Auftritte in den klassischen Kiosk-Hörspielen bekannt. Bei Benjamin Blümchen war sie unter anderem als Frau Klein, Tante Hilde, eine Oma oder verschiedene Neustädter Bürgerinnen zu hören. Auch in Bibi Blocksberg begegnete man ihrer freundlichen und warmen Stimme immer wieder, etwa als Frau Humer in Bibi zieht um. Daneben wirkte sie in Reihen wie Jan Tenner, Jim Salabim und Die kleinen Detektive mit. Es waren oftmals kleinere Rollen, doch gerade diese Figuren sorgten dafür, dass die Hörspielwelten lebendig und glaubwürdig wirkten.
Besonders auffällig war ihre natürliche und sympathische Art zu sprechen. Lola Luigi gehörte nie zu den lauten oder besonders dramatischen Stimmen. Stattdessen brachte sie eine angenehme Wärme mit, die sofort Vertrautheit erzeugte. Dadurch eignete sie sich hervorragend für die vielen Mutter-, Tante-, Nachbarinnen- oder Großmutterfiguren, die sie im Laufe ihrer Karriere verkörperte.
Neben den kommerziellen Hörspielproduktionen arbeitete sie jahrzehntelang für Rundfunksender wie den SFB, den RIAS oder den Hessischen Rundfunk. Dort wirkte sie in zahlreichen Literaturbearbeitungen, Kriminalhörspielen und Berliner Milieugeschichten mit und bewies ihre enorme Vielseitigkeit.
Ihre letzte bekannte Hörspielarbeit entstand 1991. Danach verliert sich ihre Spur weitgehend. Umso schöner ist es, dass ihre Stimme in zahlreichen Produktionen erhalten geblieben ist und auch heute noch immer wieder entdeckt werden kann.
Lola Luigi gehört zu jenen Sprecherinnen, die vielleicht nie die großen Hauptrollen verkörperten, deren Stimmen aber dennoch untrennbar zur Geschichte des deutschen Hörspiels gehören. Wer mit den Kiosk-Klassikern aufgewachsen ist, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit viele Male gehört – oft, ohne ihren Namen zu kennen.
Nun seid ihr dran:
In welcher Hörspielserie ist euch Lola Luigi zum ersten Mal begegnet?
Welche ihrer Rollen ist euch besonders in Erinnerung geblieben?
Gehört sie für euch zu den Stimmen, die sofort Kindheitserinnerungen wecken?