Jim Salabim von KIOSK – Der hilfsbereite Zauberer mit fliegendem Koffer als liebevolle Kinderhörspielreihe
Zwischen Zauberabenteuer, Kassettenkultur und klassischem KIOSK-Kinderhörspiel – Serienhintergrund
Jim Salabim ist eine deutsche Kinderhörspielserie, die zwischen 1980 und 1982 beim Label KIOSK im Vertrieb von TELDEC erschien. Die Reihe trägt später meist den vollständigen Titel Jim Salabim, der Zauberer und erzählt von einem freundlichen, manchmal etwas eigensinnigen, aber stets hilfsbereiten Zauberer, der gemeinsam mit seiner Frau Johanna, den Kindern Annegret und Heiner sowie weiteren Figuren in kleine märchenhafte Abenteuer gerät.
Die Serie umfasst acht reguläre Folgen. Eine Besonderheit ist die erste Auflage der ersten Geschichte, die 1979 unter dem Titel Jim Salabim – Der drollige Zauberer und seine tollen Tricks erschien. Später wurde diese Folge unter neuen Titeln weitergeführt, zunächst als Jim Salabim verzaubert den König und später als Der verzauberte König. Dadurch besitzt gerade der Serienauftakt eine etwas verschachtelte Veröffentlichungsgeschichte, die für Sammler besonders interessant ist.
Inhaltlich steht die Reihe ganz in der Tradition freundlicher Kinderabenteuer der frühen 1980er-Jahre. Jim Salabim ist kein düsterer Magier und kein unheimlicher Hexenmeister, sondern eine warmherzige Zauberfigur. Er hilft Kindern, Tieren, Dörfern, Zirkusleuten oder bedrohten Menschen. Die Geschichten verbinden Märchenmotive, Humor, kleine Gefahren, Zauberei, sprechende oder fantastische Wesen, fliegende Koffer und eine grundsätzlich heile, kindgerechte Welt.
Nach der KIOSK-Veröffentlichung wurden die Hörspiele 1988 vom Hör+Lies Verlag unter dem Label Eins Extra erneut veröffentlicht. Dadurch existieren verschiedene Auflagen und Titelvarianten. Die Reihe blieb dennoch überschaubar und wurde nicht zu einer großen Endlosserie ausgebaut. Gerade diese Begrenzung auf acht Folgen macht Jim Salabim heute zu einer kleinen, abgeschlossenen Kassettenreihe mit deutlichem Sammlerreiz.
Die KIOSK-Reihe – Folgenliste
Zur Reihe gehören:
1. Der verzauberte König
2. Die Zauberschule
3. Der verrückte Professor
4. Zirkus Hipp in großer Not
5. Die böse Kräuterfrau
6. Die Reise zum Meister-Magier
7. Die Kürbis-Kanone
8. Der unheimliche Fluß
Zur ersten Geschichte existieren außerdem abweichende beziehungsweise frühere Titelvarianten:
Der drollige Zauberer und seine tollen Tricks
Jim Salabim verzaubert den König
Schon diese Titelliste zeigt sehr deutlich, wie die Reihe angelegt ist. Es geht um Könige, Zauberschulen, verrückte Professoren, Zirkusnot, böse Kräuterfrauen, Meister-Magier, Kürbis-Kanonen und unheimliche Flüsse. Die Serie bewegt sich damit zwischen Märchenwelt, Dorfabenteuer, Kinderfantasie und sanfter Gruselstimmung.
Die erste Folge erzählt von einem bedrohten Krokodil. Der König will aus dem letzten Krokodil seiner Gegend eine Handtasche für die Königin machen lassen. Annegret und Heiner bitten Jim Salabim um Hilfe, und der Zauberer macht sich mit den Kindern auf den Weg, um das Tier zu retten.
In Die Zauberschule wird Jim von Fürst Bumm zu Bummstein eingeladen, Lehrmeister in einer Zauberschule für Kinder zu werden. Die Kinder sind alle neun Jahre alt und stehen kurz vor ihrem zehnten Geburtstag. Jim ahnt, dass hinter dieser Einladung mehr steckt als ein harmloser Unterrichtsauftrag.
Der verrückte Professor führt zu Professor Finster, der eine Rübenfarm gekauft hat und dort merkwürdige wissenschaftliche Experimente durchführt. Er züchtet viereckige Rüben, rosa Rosenkohl und Sauerkrautbohnen. Als er seine Ideen an Tieren ausprobiert und die Dorfbewohner schikaniert, greift Jim Salabim ein.
In Zirkus Hipp in großer Not steht ein Zirkus vor dem Ruin. Das Zelt ist abgebrannt, der Elefant gestorben, und der Clown ist mit der Kasse verschwunden. Stefanie und Cornelius bitten Jim Salabim um Hilfe, weil der Zirkus den Menschen immer Freude bereitet hat.
Die böse Kräuterfrau erzählt von einer Kräuterfrau, die den Bürgermeister in einen Kater verwandelt hat. Jim Salabim soll den Zauber rückgängig machen, doch das ist nicht so einfach. Um den Bann zu lösen, muss er sich auf den Weg zur Kräuterfrau in die Berge machen.
In Die Reise zum Meister-Magier ist Jim Salabim unglücklich, weil er seinen Zauberstab bei der bösen Kräuterfrau verloren hat. Ohne Stab glaubt er, nicht mehr zaubern zu können, und will in den Ruhestand gehen. Annegret und Heiner überreden ihn jedoch, sich einen neuen Zauberstab beim großen Meister-Magier zu holen.
Die Kürbis-Kanone beginnt mit einem Urlaubsausflug. Jim und Johanna wollen mit dem fliegenden Koffer in ein kleines Feriendorf reisen. Dort bemerken sie, dass in vielen Dächern Löcher sind, und geraten in ein neues Abenteuer.
Der unheimliche Fluß führt Jim und Johanna auf eine Bootsfahrt. Während sie Erinnerungen austauschen, bemerken sie, dass sich der See beziehungsweise Fluss zum Schlechten verändert hat. Merkwürdige und unheimliche Geschichten über das Gewässer erreichen Jim, und daraus entwickelt sich ein weiterer Fall für den Zauberer.
Jim, Johanna, Annegret und Heiner – Figuren und Welt der Serie
Im Mittelpunkt steht Jim Salabim, der große Zauberer. Er ist keine übermächtige, unfehlbare Figur, sondern ein gutmütiger, manchmal mürrischer, manchmal etwas unbequemer, aber letztlich immer hilfsbereiter Magier. Gerade diese Mischung macht ihn sympathisch. Er kann zaubern, aber nicht immer läuft alles glatt. Manchmal ist er müde, ungehalten oder durch eigene Fehler eingeschränkt, doch am Ende steht sein Wunsch, anderen zu helfen.
Ein besonders wichtiges Element ist Jims fliegender Koffer. Dieses Fortbewegungsmittel gehört zu den markantesten Ideen der Reihe. Jim und Johanna reisen nicht mit einem Besen, einer Kutsche oder einem Raumschiff, sondern mit einem fliegenden Koffer. Das passt perfekt zum kindlichen Fantasiecharakter der Serie. Der Koffer ist alltäglich und magisch zugleich: ein Gegenstand aus der realen Welt, der durch Zauberei zum Abenteuerfahrzeug wird.
Johanna Salabim ist Jims Frau und begleitet ihn in mehreren Folgen. Sie bringt eine häusliche, partnerschaftliche und oft ausgleichende Seite in die Reihe. Jim ist nicht der einsame Zauberer im Turm, sondern lebt in einer kleinen, vertrauten Welt mit Ehefrau, Freunden und wiederkehrenden Kindern. Dadurch wirkt die Serie wärmer und bodenständiger als viele reine Zauberabenteuer.
Annegret und Heiner sind wichtige Kinderfiguren der Reihe. Sie wenden sich an Jim, erleben Abenteuer mit ihm und bilden den kindlichen Identifikationspunkt. Besonders in den frühen Folgen sind sie stark eingebunden. Sie holen Jim in die Handlung hinein, begleiten ihn auf Reisen und bringen Kinderperspektive, Neugier und Mut in die Geschichten.
Zur Welt der Serie gehören außerdem viele einmalige oder wiederkehrende Märchen- und Abenteuerfiguren: König Edelbart, die Königin, Fürst Bummstein, Professor Finster, Zirkusdirektor Hipp, die böse Kräuterfrau, der Meister-Magier, Papageien, Nixen, Wassermänner, Bürgermeister, Dorfbewohner und Kinder. Diese Figuren zeigen, dass Jim Salabim nicht in einer streng realistischen Welt spielt, sondern in einem offenen Kinderfantasie-Kosmos.
Die Welt der Serie ist freundlich, überschaubar und klar moralisch geordnet. Jim hilft, wenn Tiere bedroht werden, wenn Kinder in Gefahr sind, wenn ein Zirkus vor dem Aus steht, wenn ein Bürgermeister verzaubert wird oder wenn ein Professor seine Experimente missbraucht. Die Fälle sind nie allzu dunkel, aber sie besitzen genug Spannung, um Kinder mit in das Abenteuer zu ziehen.