Stellt Euch vor eine Serie, die Euch gefällt, hat rund 40 Folgen, dann muss sie auf Grund zu niedrigem Absatz/Streamingzahlen beendet werden. Seid ihr darüber mehr traurig und angefressen oder denkt ihr Euch „macht nix, jetzt habe ich 40 tolle Hörspiele, die ich immer mal wieder hören kann“? Welche Rolle spielt dabei der Handlungsbogen, der „Faden“ und das Ende? Könnt ihr Euch bei Serien wie ???, TKKG, Dorian Hunter, John Sinclair, Faith oder bei Reihen wie Gruselserie, Gruselkabinett etc., die alle eine gewisse Anzahl an Folgen haben mit einem Ende anfreunden? Oder soll und muss es ewig für Euch weitergehen? Findet ihr in einem Ende auch etwas Positives?
Ab wann seid ihr zufrieden?
-
-
Ich bin zufrieden, wenn Handlungen abgeschlossen sind, sei es nach 3,10 oder 100 Folgen. Wird eine Serie mittendrin beendet, dann ärgert mich das, vor allem, wenn ich sie angefangen habe (Imperator!). Bei in sich abgeschlossenen Episoden macht es mir nicht so viel aus. Dann habe ich xx Folgen, die ich immer mal hören kann (Point Whitmark z.B.).
-
Das kommt für mich tatsächlich sehr darauf an, um welche Art Serie es sich handelt und wie sie erzählt wird.
Wenn eine Serie nach 40 Folgen endet, obwohl ich sie wirklich mag, dann bin ich natürlich erstmal traurig. Gerade wenn man Figuren über Jahre begleitet hat, entsteht ja fast so etwas wie Vertrautheit. Man freut sich auf neue Folgen, kennt die Stimmen, die Atmosphäre, die ganze Welt der Serie. Wenn das plötzlich wegfällt, hinterlässt das schon eine Lücke.
Aber gleichzeitig denke ich mir irgendwann auch: Lieber 40 richtig gute Folgen als 100, bei denen irgendwann die Luft raus ist. Ich kann mich dann durchaus damit trösten, dass ich diese Folgen immer wieder hören kann. Gerade bei Serien, die man liebt, entdeckt man ja oft auch beim dritten oder vierten Hören noch neue Details.
Der große Unterschied ist für mich allerdings der Handlungsbogen. Bei Reihen wie TKKG, Gruselkabinett oder der alten Gruselserie fällt mir ein Ende deutlich leichter, weil die einzelnen Folgen meist für sich stehen. Da bleibt nicht das Gefühl zurück, dass etwas „unvollständig“ ist.
Schwieriger wird es bei stark fortlaufenden Serien wie Dorian Hunter, Faith oder teilweise auch John Sinclair, wenn große Handlungsfäden offen bleiben. Dann fühlt sich ein abruptes Ende schnell unbefriedigend an, weil man emotional investiert war und eigentlich wissen möchte, wie es weitergeht oder endet. Gerade wenn Figurenentwicklungen oder große Storylines aufgebaut wurden, wünsche ich mir schon einen vernünftigen Abschluss.
Und trotzdem finde ich ein Ende nicht automatisch etwas Negatives. Im Gegenteil: Ein gutes Ende kann eine Serie sogar aufwerten. Es gibt Produktionen, die gerade deshalb so stark in Erinnerung bleiben, weil sie einen klaren Abschluss gefunden haben und nicht endlos weitergeführt wurden, bis irgendwann nur noch Gewohnheit übrig blieb.
Ich glaube deshalb auch nicht, dass jede Serie ewig laufen muss. Manche Konzepte tragen das über Jahrzehnte, andere erzählen ihre Geschichte besser in einem begrenzten Rahmen. Wichtig ist für mich eher, dass eine Serie „richtig“ endet – also mit dem Gefühl, dass die Reise bewusst abgeschlossen wurde und nicht einfach nur aus wirtschaftlichen Gründen mitten im Satz aufhört.
Denn das ist für mich der eigentliche Unterschied: Ein echtes Ende kann traurig sein – aber trotzdem zufrieden machen. Ein Abbruch hingegen hinterlässt oft einfach nur Leere.
-
Bei Reihen, wo jede Folge eine abgeschlossene Handlung hat, kann ich mit einem abrupten Ende gut leben. Auch wenn es vielleicht mit der Zeit liebgewordene Charaktere sind. Da gibt es dann kein offenes Ende.
Anders sieht es bei Serien aus, die eine fortlaufende Handlung haben. Da mag ich es überhaupt nicht, wenn das Ende komplett offen bleibt oder ganze Handlungsstränge nicht zuende geführt werden. Dann habe ich lieber eine Serie, die vielleicht auf 6 oder 10 Folgen ausgelegt ist, die dann aber auch beendet wird. Wenn sie gut läuft, kann man ja immer noch eine 2. Staffel machen.
-
Ich bin mit dem meisten am Ende doch sehr zufrieden, so mir der Weg bis dahin gefallen hat. Gabriel Burns bietet eine einzigartige Atmosphäre, hat großartige Einzelhörspiele, die ich immer und immer wieder anhöre. Da ist das lachende Auge am Ende doch größer als das weinende Auge, dass wir kein Ende der Rahmenhandlung haben. Bei Poe freue ich mich über eine abgeschlossene 1.Staffel. TSB Sinclair ist einfach genial gruselig und jede Folge alleine ist einfach ein Erlebnis. Und bei Serien wie Hunter, ??? oder TKKG hätte ich bei einem Ende zwar viele Tränen vergossen, weil ich die Serien mag, aber ein Ende hat doch auch etwas Positives, weil man auf eine schöne gemeinsame Zeit zurück blicken kann und endlich nochmal hören darf! Ich bin da doch mehr dankbar als traurig und verärgert.
-
Kann mich den bereits genannten Meinungen nur anschließen. Im Umkehrschluss aber ärgert es mich immer, wenn Serien, denen Erfolg beschienen ist, hörbar künstlich in die Länge gezogen werden. Siehe die bereits genannte Gabriel Burns-Reihe. Da waren so ab der Mitte - meinem Empfinden nach - mehr Füllerfolgen drin als solche, die die Handlung vorangetrieben haben. Ich respektiere daher Autoren (und Produzenten), die eine klare Vision besitzen, eine konstante und stringente Geschichte erzählen und diese mit einem definierten Ende auch beenden können.
-
Wenn das Ende sauber abgeschlossen und schlüssig zusammenfindet, dann ist das völlig in Ordnung. 40 Folgen sind ja dann auch ein Pfund, zu dem man immer gerne zurückkehren kann, da es in seiner relativen Schlankheit nicht erschlägt oder überfordert und den Zugang sofort wieder ermöglicht, dennoch genug Masse bereit stellt, um längere Unterhaltung zu garantieren
Participate now!
Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!