Hui Buh - 12. und das unheimliche Feuerross
Ein technischer Eingriff in die Welt von Schloss Burgeck bringt alles durcheinander. Durch den Schlossberg wird ein Eisenbahntunnel gebaut, und plötzlich rast ein loderndes „Feuerross“ durch die Dunkelheit – für Hui Buh ein unerhörter Eingriff in sein Reich. Zusammen mit König Julius zieht er als „Ritter ohne Furcht und Tadel“ in den Kampf, um dem unheimlichen Gefährt die Durchfahrt zu verwehren. Doch der Zug lässt sich nicht aufhalten. Mit donnerndem Getöse schießt er vorbei und lässt Hui Buh hilflos zurück. Aber damit ist die Sache für ihn nicht erledigt. Entschlossen nimmt er die Verfolgung auf und schafft es schließlich, selbst in das rasende Gefährt einzugreifen – mit dem Ziel, das Feuerross unter seine Kontrolle zu bringen und es in einer spektakulären Aktion hinauf nach Schloss Burgeck zu führen.
Diese Folge fühlt sich sofort größer an. Nicht im Sinne von komplexer, sondern von ihrer Wirkung her. Der Schauplatz weitet sich, die Handlung verlässt das gewohnte Umfeld, und plötzlich spielt sich ein Großteil der Geschichte in Bewegung ab. Genau das verleiht ihr einen ganz eigenen Charakter, der sich deutlich von vielen der vorherigen Episoden abhebt.
Im Mittelpunkt steht der Zusammenprall zweier Welten. Auf der einen Seite Hui Buh, der fest in seiner mittelalterlichen Spukwelt verankert ist, auf der anderen Seite die moderne Technik in Form der Eisenbahn. Diese Gegenüberstellung wird konsequent ausgespielt. Hui Buh reagiert nicht nur mit Ablehnung, sondern versucht aktiv, gegen das „Feuerross“ vorzugehen – was in mehreren, teils chaotischen Aktionen mündet. Die Geschichte entwickelt sich dabei sehr dynamisch. Statt einzelner Episoden gibt es eine fortlaufende Bewegung, die sich durch die gesamte Folge zieht. Der Wechsel in den Zug selbst sorgt für zusätzliche Abwechslung und gibt der Handlung eine neue Ebene. Gleichzeitig bleibt der Humor erhalten, vor allem durch Hui Buhs überzogene Versuche, das Geschehen zu kontrollieren. Die Mischung aus Tempo, Idee und Umsetzung wirkt geschlossen und trägt die Folge bis zum Ende.
Hans Clarin liefert auch hier eine starke Leistung und hält die Figur trotz der ungewöhnlichen Situation fest im Griff. Andreas von der Meden und Ingrid Andree bleiben verlässliche Größen im Hintergrund. Mit Peter Kirchberger als König Julius ergibt sich erneut eine andere Klangfarbe, die gut zur Dynamik der Folge passt. Die zahlreichen Gastsprecher bringen Leben in die Zugpassagen und sorgen dafür, dass die Szenen nicht eintönig wirken. Besonders in den Dialogen innerhalb des Zuges entsteht dadurch eine lebendige Atmosphäre.
Die Geräuschkulisse ist hier besonders wichtig. Das Rollen des Zuges, das Donnern im Tunnel und die Bewegungen innerhalb des Wagens schaffen eine dichte Klangwelt, die die Handlung maßgeblich trägt. Die Effekte wirken gezielt eingesetzt und unterstützen das Tempo der Geschichte. Die Musik bleibt im Hintergrund, verstärkt aber die dramatischeren Momente sinnvoll.
Das Cover gehört für mich zu den auffälligeren Motiven der Reihe. Die Kombination aus Schloss, Zug und der Darstellung von Hui Buh in Aktion vermittelt sofort, dass hier etwas Größeres passiert. Es passt gut zur dynamischen und ungewöhnlichen Handlung.
Für mich ist diese Folge ein klarer Höhepunkt der Reihe. Sie nimmt ein einfaches, aber starkes Konzept und setzt es konsequent um. Der Kontrast zwischen alter Spukwelt und moderner Technik sorgt für eine frische Dynamik, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Gleichzeitig bleibt der typische Humor erhalten, sodass die Folge sowohl spannend als auch unterhaltsam ist. Eine Episode, die sich deutlich abhebt und im Gedächtnis bleibt.