Hui Buh - 11. in der alten Poltermühle
Nach langer Zeit erwacht die alte Poltermühle wieder zum Leben – und genau das ruft Hui Buh auf den Plan. Kaum macht er sich auf den Weg, gerät er in eine seiner typisch unglücklichen Situationen: Die rotierenden Mühlenflügel wirbeln ihn durch die Luft, und schon zu Beginn zeigt sich, dass dieses Abenteuer kein leichtes wird. In der Nacht kehrt er zurück, entschlossen, dem Geheimnis der Mühle auf den Grund zu gehen. Dort trifft er auf einen Fremdling, der sich offenbar eingenistet hat und alles andere als gewillt ist, sich vertreiben zu lassen. Hui Buh versucht, ihn mit seinen üblichen Mitteln zu erschrecken, scheitert jedoch zunächst kläglich und wird sogar eine Treppe hinabgestoßen. In den Tiefen der Mühle wird er schließlich mit einer Vielzahl seiner eigenen Erscheinungsformen konfrontiert – ein ungewöhnlicher und für ihn selbst verwirrender Höhepunkt dieser Geschichte.
Diese Folge beginnt für mich mit einem ganz anderen Gefühl als viele der vorherigen. Statt Schloss, vertrauter Umgebung und eingespielter Abläufe steht plötzlich ein neuer Ort im Mittelpunkt. Die Poltermühle bringt sofort eine andere Atmosphäre mit sich – abgeschieden, geheimnisvoll und deutlich unberechenbarer. Schon dieser Ortswechsel sorgt dafür, dass sich die Folge frisch anfühlt.
Was hier besonders auffällt, ist die klare Fokussierung auf eine durchgehende Handlung. Es gibt kein Abschweifen in kleinere Episoden, sondern eine zentrale Geschichte, die konsequent verfolgt wird. Hui Buh steht diesmal einem konkreten Gegner gegenüber, der ihm nicht nur Paroli bietet, sondern ihn auch tatsächlich in Bedrängnis bringt. Dadurch entsteht eine andere Art von Spannung, die stärker aus der Situation selbst kommt. Gleichzeitig bleibt der Humor erhalten, vor allem durch Hui Buhs wiederholtes Scheitern und seine oft übertriebenen Reaktionen. Die Szenen in der Mühle wirken dicht und konzentriert, besonders die Konfrontation im Inneren sorgt für eine ungewohnte Intensität. Der Abschluss mit den vielen Erscheinungsformen gibt der Folge noch einmal eine eigene Note und hebt sie aus dem üblichen Ablauf heraus.
Hans Clarin zeigt hier für mich eine seiner stärksten Leistungen innerhalb der Reihe. Er nutzt die Figur in ihrer ganzen Bandbreite und bringt sowohl die komischen als auch die angespannten Momente überzeugend rüber. Andreas von der Meden bleibt als Kastellan eine feste Größe, während Ingrid Andree weiterhin zuverlässig ihre Rolle ausfüllt. Mit Peter Kirchberger als König Julius ergibt sich eine leichte Veränderung im Klangbild, die jedoch gut funktioniert und der Figur eine andere Nuance verleiht. Karl-Ulrich Meves als Fremdling sorgt für einen starken Gegenpol und bringt die nötige Ernsthaftigkeit in die Rolle.
Die Geräuschkulisse spielt in dieser Folge eine besonders große Rolle. Die Mühle selbst wird akustisch sehr präsent dargestellt – das Drehen der Flügel, das Knarren und die nächtliche Umgebung tragen viel zur Atmosphäre bei. Die Musik bleibt zurückhaltend, unterstützt aber gezielt die Spannung. Insgesamt wirkt die Umsetzung sehr stimmig und trägt die Geschichte ohne Brüche.
Das Cover transportiert die Situation der Folge sehr gut. Die Mühle, die Bewegung und die Begegnung zwischen Hui Buh und dem Fremdling werden klar eingefangen. Es wirkt etwas düsterer als viele der vorherigen Motive und passt damit zur Atmosphäre der Geschichte.
Für mich gehört diese Folge zu den stärkeren der Reihe. Sie setzt auf eine klare Handlung, einen neuen Schauplatz und einen ernstzunehmenden Gegenspieler. Gleichzeitig bleibt der typische Humor erhalten, sodass die Balance zwischen Spannung und Unterhaltung stimmt. Besonders durch die dichte Atmosphäre und die starke Sprecherleistung hebt sich diese Episode spürbar hervor.