Hui Buh - 8. und der Gruseltanz
Ein heller, fast schon ungewohnt freundlicher Tag auf Schloss Burgeck – und genau das passt Hui Buh überhaupt nicht. Zwei Kinder, Tomy und Tina, tauchen mit ihrer strengen Aufpasserin, Lady Larrimy, auf und bringen eine Lebendigkeit mit, die so gar nicht zu seinem Spukalltag passen will. Als er dann auch noch beinahe von ihren Fahrrädern überrollt wird, ist für ihn klar: Das schreit nach Rache. Doch wie so oft läuft zunächst alles schief. Die Kinder sind ihm nicht nur gewachsen, sondern spielen ihm mit Streichen wie Juck- und Niespulver oder kleinen Schreckeffekten übel mit. Erst nach und nach dreht sich das Blatt. Aus Gegnern werden Verbündete, und gemeinsam nehmen sie sich schließlich die Lady vor. Was als kleines Kräftemessen beginnt, endet in einem turbulenten Zusammenspiel, bei dem Hui Buh und die Kinder zusammen für den titelgebenden Gruseltanz sorgen.
Diese Folge startet völlig anders als viele der vorherigen. Kein Nebel, keine düstere Einstimmung – stattdessen Helligkeit, Bewegung, fast schon ein fröhlicher Ton. Genau das macht den Einstieg so interessant, weil er sofort einen Kontrast erzeugt. Hui Buh wirkt hier wie ein Fremdkörper in seiner eigenen Welt, und genau daraus entwickelt sich die Dynamik der Geschichte.
Die Handlung folgt zwar dem bekannten Muster, bekommt hier aber eine frische Note durch die beiden Kinder. Statt erwachsener Gegenspieler, die sich erschrecken lassen sollen, hat Hui Buh es diesmal mit Figuren zu tun, die ihm aktiv Paroli bieten. Das verändert das Gleichgewicht spürbar. Er ist nicht mehr automatisch überlegen, sondern muss sich behaupten – und scheitert dabei mehrfach auf unterhaltsame Weise. Gerade diese Momente, in denen er die Kontrolle verliert, gehören zu den stärksten der Folge. Die Geschichte lebt stark von einzelnen Szenen und Einfällen, weniger von einem durchgehenden Spannungsaufbau. Der Umschwung, bei dem aus Gegnern Verbündete werden, wirkt nachvollziehbar und sorgt dafür, dass die Folge zum Ende hin noch einmal anzieht. Insgesamt bleibt alles leicht, verspielt und sehr auf Unterhaltung ausgelegt.
Hans Clarin zeigt hier erneut, wie vielseitig seine Darstellung von Hui Buh ist. Zwischen Wut, Verzweiflung und überdrehtem Humor wechselt er mühelos und trägt die Folge nahezu allein. Claus Wilcke, Ingrid Andree und Andreas von der Meden sind inzwischen fest in ihren Rollen verankert und bilden das stabile Fundament der Serie. Die Kinderrollen bringen frische Energie hinein und sorgen für ein anderes Tempo im Zusammenspiel. Maike Schmid als Lady setzt einen klaren Gegenpol und erfüllt ihre Rolle solide.
Die Geräuschkulisse ist lebendig und unterstützt die vielen kleinen Aktionen sehr gut. Besonders die Szenen mit den Fahrrädern, den Streichen und den Spukeffekten profitieren von einer klaren und verständlichen Umsetzung. Die Musik bleibt im Hintergrund, sorgt aber für die nötige Verbindung zwischen den Szenen und unterstützt die insgesamt leichtere Stimmung dieser Folge.
Das Cover gehört für mich zu den auffälligeren der Reihe. Es ist farbenfroh, dynamisch und zeigt sofort, dass hier mehr Bewegung und weniger klassischer Grusel im Vordergrund steht. Die Darstellung passt gut zur verspielten und etwas chaotischen Handlung.
Diese Folge lebt weniger von Spannung als von ihren Ideen und dem Zusammenspiel der Figuren. Sie bringt mit den Kindern eine neue Dynamik in die Serie und zeigt Hui Buh in einer ungewohnten Rolle. Nicht alles wirkt so rund wie in den stärkeren Episoden, aber der Unterhaltungswert ist durchgehend gegeben. Für mich ist das eine leichte, sehr zugängliche Folge, die vor allem durch ihren Humor und die vielen kleinen Einfälle funktioniert.