Hui Buh - 5. und die große Spukschau
Diesmal bekommt es Hui Buh mit einer ganz besonderen Herausforderung zu tun. Zwei selbsternannte Meister der Spukkunst reisen an und kündigen großspurig ihre „größte Spukschau der Welt“ an. Für Hui Buh ist das natürlich eine Provokation, die er nicht auf sich sitzen lassen kann. Es kommt zu einer regelrechten Wette, wer der bessere Spuker ist. Die mitternächtliche Schau beginnt lautstark und mit allerlei Tricks, doch schnell zeigt sich, dass Hui Buh nicht bereit ist, sich die Show stehlen zu lassen. In einem seiner verzweifelten, aber auch herrlich absurden Einfälle teilt er sich sogar in zwei Hälften, um seine Gegner zu beeindrucken – mit ungeahnten Folgen. Denn plötzlich steht er vor dem Problem, sich nicht mehr zusammenfügen zu können. Als wäre das nicht genug, taucht auch noch eine Art Geisterbehörde auf, die ihm seine Existenzberechtigung streitig macht. Am Ende bleibt Hui Buh zwar weiterhin das einzige „ganze“ Schlossgespenst von Burgeck, hat aber eine turbulente Nacht hinter sich.
Für mich ist das die Folge, in der man deutlich merkt, dass die Serie endgültig in ihrem eigenen Rhythmus angekommen ist. Alles wirkt eingespielter, selbstbewusster und vor allem deutlich spielfreudiger. Die Grundidee ist wunderbar einfach, aber gleichzeitig so typisch für Hui Buh, dass sie sofort funktioniert. Es geht nicht mehr nur um kleine Episoden oder einzelne Probleme, sondern um ein klares Duell, das der Geschichte einen sehr angenehmen Rahmen gibt.
Die Folge lebt komplett von ihrer Grundidee: Hui Buh gegen die angeblichen Spukprofis. Daraus entwickelt sich eine Handlung, die zwar nicht besonders komplex ist, dafür aber umso mehr Spaß macht. Der Wettstreit hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas mehr Raum bekommen dürfen, denn gerade diese Konfrontation trägt das Hörspiel. Trotzdem entsteht durch die vielen Einfälle ein durchgehend unterhaltsamer Ablauf. Besonders stark ist die Idee, Hui Buh zu teilen. Das ist gleichzeitig witzig, absurd und typisch für den Humor der Serie. Dass daraus dann ein echtes Problem entsteht, gibt der Geschichte zusätzlich eine kleine Spannungsebene. Auch der Einschub mit der Geisterbehörde wirkt wie ein kreativer Einfall, der das Ganze noch einmal erweitert und zeigt, wie fantasievoll hier mit der Welt umgegangen wird. Insgesamt wirkt die Folge leichter und verspielter als ihre Vorgänger, ohne dabei beliebig zu werden.
Hier hat sich für mich endlich eine Besetzung gefunden, die richtig gut funktioniert. Hans Clarin ist ohnehin gesetzt und liefert erneut eine energiegeladene, lebendige Darstellung. Claus Wilcke als König Julius passt für mich deutlich besser zur Figur und bringt eine angenehm klare Präsenz mit. Ingrid Andree als Konstanzia wirkt stimmig und fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Andreas von der Meden ist als Kastellan mittlerweile kaum noch wegzudenken und sorgt für Stabilität im Ensemble. Besonders hervorzuheben sind die Gastsprecher, allen voran Richard Lauffen und Hans Hessling, die ihren Figuren genau die richtige Mischung aus Überheblichkeit und Spielfreude verleihen. Man merkt hier tatsächlich, dass alle Beteiligten Spaß an ihren Rollen haben.
Die Produktion wirkt weiterhin sehr solide und unterstützt die Handlung zuverlässig. Die Geräusche sind passend gesetzt und helfen dabei, die verschiedenen Spukszenen lebendig werden zu lassen. Gerade die Momente, in denen Hui Buh seine Tricks ausspielt, profitieren von einer klaren, nicht überladenen Umsetzung. Die Musik bleibt im Hintergrund, setzt aber gezielte Akzente, um die Atmosphäre zu tragen.
Das Cover ist für mich eines der stärkeren der frühen Reihe. Es fängt die Bewegung und das Chaos der Spukschau wunderbar ein und vermittelt sofort den spielerischen Charakter der Folge. Gleichzeitig bleibt dieser typische EUROPA-Stil erhalten, der für mich einfach untrennbar mit der Serie verbunden ist.
Diese fünfte Folge macht für mich vor allem eines: Spaß. Sie ist vielleicht nicht die tiefgründigste oder spannendste Episode, aber sie sprüht vor Ideen und lebt von ihrem Humor. Die Serie wirkt hier gefestigt, die Figuren greifen ineinander und die Geschichte hat einen klaren Fokus. Der Wettstreit hätte etwas ausführlicher sein dürfen, aber auch so funktioniert das Hörspiel sehr gut. Für mich ist das der Punkt, an dem Hui Buh endgültig zu dem wird, was man heute mit der Reihe verbindet: charmant, verspielt und voller eigener Einfälle.