Für alle Fälle Murphy - 5. Ein Mord kommt selten allein
Der Fall beginnt mit einem Mord während einer Theateraufführung – eigentlich ein Auftakt, der nach viel Drama schreit. Doch schnell zeigt sich, dass die Geschichte weniger auf große Schockmomente setzt, sondern eher auf ein verzweigtes Geflecht aus Beziehungen, Motiven und kleinen Ungereimtheiten. Angela gerät dabei in einen Fall, der sich nicht nur um das eigentliche Verbrechen dreht, sondern auch um das Umfeld, die beteiligten Personen und deren Verbindungen untereinander. Dabei bleibt die Geschichte überschaubar und fokussiert sich stärker auf die Figuren als auf einen komplexen Kriminalplot. Es geht weniger um das „Was ist passiert?“ als vielmehr um das „Wie passt das alles zusammen?“.
Der Einstieg hat mich ehrlich gesagt ein bisschen überrascht. Der Titel verspricht mehr, als der Fall letztlich liefert, und ich hatte zunächst ein etwas größeres, vielleicht verzwickteres Szenario erwartet. Stattdessen bekommt man einen eher bodenständigen, fast schon simplen Fall, der sich gut in die Welt der Serie einfügt, aber nicht unbedingt heraussticht. Das ist nicht schlecht, aber eben auch kein großer Wurf.
Die Folge bleibt ihrem gemütlichen, fast schon entspannten Stil treu. Alles läuft in ruhigen Bahnen ab, ohne große Ausschläge nach oben oder unten. Der Fall entwickelt sich linear, ohne viele Wendungen oder Überraschungen. Was dabei auffällt: Es gibt weniger verspielte Elemente als in anderen Folgen. Weniger Running Gags, weniger kleine kreative Ausbrüche. Dadurch wirkt die Folge insgesamt etwas nüchterner. Die Handlung funktioniert, aber sie reißt einen nicht unbedingt mit. Trotzdem bleibt das Ganze angenehm hörbar. Die Geschichte ist klar strukturiert und verliert sich nicht in unnötigen Nebensträngen. Gerade für zwischendurch funktioniert das sehr gut, auch wenn ein wenig mehr Tempo oder Spannung der Folge gutgetan hätten.
Die Sprecher sind wieder ein klarer Pluspunkt. Christin Marquitan bringt Angela Murphy gewohnt charmant und sympathisch rüber, während Marcel Mann als Colin für eine angenehme Leichtigkeit sorgt. Besonders hervorzuheben sind erneut die Szenen zwischen Angela und ihrer Mutter, gesprochen von Katharina Lopinski. Diese Dialoge sind bissig, unterhaltsam und geben der Folge genau die Würze, die dem eigentlichen Fall manchmal fehlt. Auch die Nebenrollen, darunter Regine Lamster, Mark Bremer oder Nina-Carissima Schönrock, sind solide besetzt und tragen ihren Teil dazu bei, dass das Ganze rund wirkt.
Technisch gibt es wenig zu meckern. Die Produktion ist sauber, die Geräusche passend eingesetzt und der Sound insgesamt stimmig. Allerdings fällt auf, dass die musikalischen Zwischenelemente etwas sparsamer eingesetzt sind als gewohnt. Das nimmt der Folge ein wenig von ihrem typischen Charme, weil genau diese kleinen musikalischen Akzente sonst viel zur Atmosphäre beitragen.
Das Cover passt hervorragend zur Serie. Die helle, freundliche Optik, kombiniert mit dem kleinen Küstenort im Hintergrund, transportiert genau dieses Cozy-Crime-Gefühl, das die Reihe ausmacht. Es wirkt leicht, zugänglich und genau so, wie man die Serie erwartet.
„Ein Mord kommt selten allein“ ist eine solide, aber etwas schwächere Folge der Reihe.Der Fall ist eher simpel gehalten und bietet weniger Spannung als andere Episoden, dafür punktet die Folge weiterhin mit ihrem charmanten Grundton und den starken Sprecherleistungen. Besonders die Dialoge zwischen den Figuren sorgen dafür, dass man trotzdem gut unterhalten wird, auch wenn der Crime-Anteil dieses Mal etwas blasser ausfällt.