Sherlock Holmes: Baker Street - 3. Die drei Spiegel
Während einer Generalprobe eines großen Konzerts zerspringen plötzlich drei Spiegel auf der Bühne – scheinbar ohne erkennbaren Grund und ohne Verletzte. Für Scotland Yard kein Fall, doch Holmes wittert mehr dahinter. Für ihn ist klar: Das war kein Zufall. Während die Premiere näher rückt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um einen möglichen Anschlag zu verhindern.
Nach zwei wirklich starken Folgen war ich gespannt, ob die Serie dieses Niveau halten kann. Gerade weil die Erwartungen nach dem Auftakt schon ziemlich hoch sind. Hier merkt man schnell, dass man sich erneut an etwas anderes heranwagt, aber nicht alles davon geht für mich so rund auf wie zuvor. Die Folge wirkt ambitioniert, aber auch ein wenig überladen.
Die Grundidee ist spannend, keine Frage. Ein rätselhafter Vorfall in einem musikalischen Umfeld, kombiniert mit der typischen Holmes-Logik – das hat grundsätzlich viel Potenzial. Was mich aber etwas gestört hat: Die Geschichte verzettelt sich stellenweise. Es werden mehrere Fäden angedeutet, von denen nicht alle die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich bräuchten. Dadurch entsteht zwischendurch das Gefühl, dass man nicht ganz weiß, worauf die Folge eigentlich hinaus will. Auch der Spannungsaufbau ist nicht so konstant wie zuvor. Es gibt starke Momente, gerade wenn es um die drohende Gefahr rund um das Konzert geht, aber dazwischen verliert die Handlung etwas an Zugkraft. Und dann gibt es diese eine Entscheidung am Ende, die für mich einfach nicht ganz glaubwürdig wirkt. Da wird eine Grenze überschritten, die vorher sehr bodenständig aufgebaute Figuren plötzlich etwas aus dem Gleichgewicht bringt. Das hat mich tatsächlich kurz rausgerissen.
Torben Liebrecht und Jonas Minthe bleiben weiterhin das starke Zentrum der Reihe. Die beiden tragen auch diese Folge problemlos und wirken nach wie vor sehr stimmig im Zusammenspiel. Robin Brosch, Oliver Warsitz und Kai-Henrik Möller liefern ebenfalls solide Leistungen ab, während Wolfgang Häntsch und Carla Becker die Nebenfiguren glaubwürdig ausfüllen. Santiago Ziesmer als Lestrade passt weiterhin gut ins Gesamtbild, auch wenn seine Stimme natürlich sehr markant ist.
Technisch gibt es nichts zu meckern. Musik und Sounddesign sind erneut auf sehr hohem Niveau und gerade das Konzert-Setting wird akustisch überzeugend umgesetzt. Die Atmosphäre stimmt, auch wenn die Geschichte selbst nicht immer ganz mithalten kann.
Das Cover gefällt mir deutlich besser als bei Folge 2. Es wirkt geheimnisvoll und passt gut zur Thematik der Folge, ohne zu viel zu verraten.
„Die drei Spiegel“ ist für mich die bisher schwächste Folge der Reihe, auch wenn sie immer noch auf einem guten Niveau bleibt. Die Idee ist stark, die Umsetzung aber nicht ganz so rund wie bei den ersten beiden Teilen. Es fehlt ein wenig die klare Linie, und einige Entscheidungen wirken unnötig konstruiert. Trotzdem bleibt die Serie insgesamt weiterhin spannend genug, dass ich definitiv dranbleibe – nur eben mit der Hoffnung, dass die nächsten Fälle wieder etwas fokussierter erzählt werden.