Die drei ??? - 238. Falsche Schuld
Ein Einbruch, eine rätselhafte Holzkugel und eine Insel voller Spannungen – Justus, Peter und Bob geraten in einen Fall, der sie nach Holy Island führt. Die zunächst klar wirkenden Spuren entpuppen sich schnell als trügerisch, und die drei Detektive müssen herausfinden, wer tatsächlich hinter den Ereignissen steckt. Zwischen spirituellen Strukturen, widersprüchlichen Aussagen und einer zunehmend unübersichtlichen Lage entwickelt sich ein Fall, der mehr Fragen aufwirft, als er zunächst beantwortet.
Ich war ehrlich gesagt erst ziemlich positiv gestimmt. Der Anfang hat Tempo, wirkt frisch und macht neugierig. Vor allem, weil man nicht sofort das Gefühl hat, alles schon durchschaut zu haben. Das ist ja inzwischen leider nicht mehr selbstverständlich. Mit der Zeit hat sich dieser Eindruck aber etwas relativiert. Die Folge hat gute Ansätze, verliert sich dann aber ein Stück weit in ihrer eigenen Konstruktion.
Der Einstieg ist wirklich gelungen und zieht einen direkt in die Geschichte hinein. Danach nimmt die Folge allerdings deutlich Tempo raus und konzentriert sich stark auf Dialoge und Ermittlungsarbeit. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, wirkt hier aber stellenweise etwas zäh. Die Handlung wird zunehmend komplexer, ohne dabei immer klar strukturiert zu bleiben. Es werden mehrere Fäden aufgemacht, die zwar am Ende zusammengeführt werden, unterwegs aber nicht immer sauber nachvollziehbar sind. Gerade im letzten Abschnitt merkt man, dass hier viel erklärt werden muss – und das wirkt teilweise etwas konstruiert. Was mich zusätzlich gestört hat: Die Auflösung ist zwar nicht sofort offensichtlich, aber auch nicht wirklich befriedigend hergeleitet. Man versteht zwar, wie alles gemeint ist, aber der Weg dorthin fühlt sich nicht durchgehend rund an. Insgesamt bleibt der Eindruck einer Folge, die viel will, aber nicht alles sauber auf den Punkt bringt.
Axel Milberg führt als Erzähler gewohnt sicher durch die Geschichte. Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich liefern wie immer zuverlässig ab und sorgen dafür, dass die Folge zumindest auf dieser Ebene stabil bleibt. Stefan Krause als Rubbish George bringt eine interessante Note mit rein, und auch Alexandra Maria Wilcke, Wanja Mues und Ronny Krappmann machen ihre Sache gut. Das gesamte Ensemble ist ordentlich besetzt, kann aber nicht verhindern, dass die Figuren selbst teilweise etwas blass bleiben.
Technisch gibt es wenig zu kritisieren. Die Produktion ist sauber, und vor allem die Musik fällt auf. Sie schafft eine eigene Stimmung, die stellenweise fast schon beruhigend wirkt. Das passt zur Folge, nimmt ihr aber gleichzeitig auch etwas die Spannung.
Das Cover ist wieder stark umgesetzt. Die spiralförmige Darstellung wirkt geheimnisvoll und passt gut zum Fall. Visuell definitiv eine der gelungenen Arbeiten der neueren Folgen.
„Falsche Schuld“ beginnt stark, lässt im Verlauf aber nach. Die Geschichte ist zwar nicht sofort durchschaubar, verliert sich aber etwas in ihrer eigenen Komplexität und wirkt am Ende nicht ganz rund. Unterm Strich eine solide, aber keine herausragende Folge, bei der der starke Anfang leider nicht bis zum Ende gehalten werden kann.