Christoph's Flimmerkiste - Filme, die mir was bedeuten

  • Hallo liebe Freunde! 🤗

    Analog zum Thread »Christoph's Hörspiel-Garten - Kommentare & Bewertungen querbeet« möchte ich an dieser Stelle Filme vorstellen, welche mir lieb und wert sind.

    Hierbei sollen nicht genaue Beschreibungen oder gar Analysen im Vordergrund stehen... um Gottes Willen... das können andere viel besser als ich.

    Nein, hier geht es lediglich um eine nette Präsentation der Filme, die ich besonders mag... dies versehen mit einem kleinen Kommentar meinerseits, bei welchen vielleicht noch nicht mal der Film selbst im Vordergrund steht. Mal sehen...🤔

    Vielleicht wird es Euch gefallen, vielleicht erhaltet Ihr Anregungen... vielleicht nehmt Ihr diesen Thread aber auch einfach nur möglichst wohlwollend zur Kenntnis...😃

    Quelle: apollosiegen.de

    Der Begriff »Flimmerkiste« ist übrigens nicht zufällig gewählt, sondern stellt vielmehr eine Hommage an unser altes Siegener Lichtspieltheater (»Apollo-Kino«) dar, in welchem unter anderem auch ein Kinosaal eben diesen Namen trug. In dem Gebäude befindet sich jetzt ein Theater.

    Zwar haben wir jetzt ein wesentlich größeres Kino in der Stadtmitte. Dennoch fand ich es sehr schade, dass die vielen kleinen Kinos so nach und nach verschwanden... da hieran natürlich auch viele schöne Erinnerungen hängen.

    Wenn ich an unser kleines Kino im Ort denke, welches schon vor langer Zeit geschlossen wurde und jetzt nur noch dem langsamen Verfall preisgegeben ist, kommen mir die Tränen...😩

    So ziemlich jeden »Bud Spencer & Terence Hill-Film« hatte ich mir hier angesehen. »Das Boot«, »Das Leben des Brian« usw.

    Was hatten wir hier einen Spaß. Ich bin dort fast wöchentlich gewesen, da mein Vater, der bei einem bekannten Siegener Elektro-Großhändler arbeitete, immer an Freikarten herankam.

    Genug der vielen Worte.

    Lasst uns nun sehen, was bei diesem Thread herauskommt.

    In den nächsten Tagen geht es los.

    LG Christoph 😉

  • Ich bin gespannt. Filmtipps nehme ich immer gerne. :thumbup:

    Das ist ja ein Zufall. Auf dem oberen Bild lief gerade der Film "Ach du lieber Harry" im Kino. Den habe ich kürzlich auch erst wieder gesehen. War einer der Filme mit Didi Hallervorden, der bei mir als Kind rauf und runter lief. :)

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    Ich bin heute so farbenfroh, ich habe fünf verschiedene Schwarztöne an.

  • Vielen Dank. Aber ich glaube, so viele Überraschungen wird es da gar nicht geben, denn es werden halt auch viele Filme dabei sein, die wahrscheinlich sehr bekannt sind, z.B. »Rocky«, »Das Omen«, »The Fog« etc. Diese Filme muss man ja schon fast mögen.

    Aber ich denke, ich kann auch ein paar Werke vorstellen, die vielleicht nicht so bekannt sind oder vielleicht auch schon ein bisschen in Vergessenheit geraten sind.

    Ja, »Ach du lieber Harry« war natürlich auch ein cool.

    Und in der »Flimmerkiste« gab es »Wie ein wilder Stier«. Auch ein super Film - mit Robert de Niro.

    Das war ein ganz tolles Kino. »2001« war der größte Saal, etwa 3x so groß, wie die übrigen. Da liefen dann die Hits, wie beispielsweise »Zurück in die Zukunft« oder auch die »Star Wars« Filme.

  • In den 70ern bin ich auch oft mit meinen Freunden ins Kino gerannt. Da kostete die Karte 2,-DM und es liefen bei uns die ganzen Godzilla-Filme. Aber auch heute noch mit Ende 50 renne ich immer noch mit ein paar Kumpels ins Kino und wir drücken den Altersdurchschnitt kräftig in die Höhe (ich bin der jüngste^^). Meistens sind es dann Marvel-Filme (ich habe die Comics als Kind geliebt) oder Star Wars und Dune. Also Filme, für die das große Kino gemacht ist. Leisere Filme schaue ich im Heimkino.

  • »Gegen alle Flaggen« (USA, 1952)

    mit Errol Flynn, Maureen O'Hara, Anthony Quinn...

    Wenn es um DEN Piratenfilm schlechthin geht werden wahrscheinlich viele direkt an Johnny Depp und »Der Fluch der Karibik« denken.

    Mit derartigen kann ich hingegen so gut wie gar nichts anfangen. Nein, mir fällt in dieser Hinsicht als Erstes die wunderschöne Maureen O'Hara und Errol Flynn sowie dieser wirklich liebenswerte Abenteuerfilm aus dem Jahre 1952 ein.

    Ganz kurz worum es geht: Die Briten möchten ein Seeräubernest ausheben und schleusen den Offizier Brian Hawke (Errol Flynn) bei den Piraten ein. Ausgepeitscht und degradiert kommt er an Land und wird von den Piraten zunächst festgesetzt. Eigentlich soll über ihn das Todesurteil gesprochen werden, jedoch einer der Küstenkapitäne, besser gesagt eine Kapitänin (Maureen O'Hara) setzt sich für diesen ein, da sie sich (natürlich) erstens in Brian Hawke verliebt hat und zweitens sowieso den Piraten den Rücken kehren möchte. Fortan kann sich Brian Hawke frei bewegen und für die Engländer die Küstenbefestigungen ausspionieren. Doch auch Kapitän Roc Brasiliano (Anthony Quinn) hat ein Auge auf die schöne Kapitänin, »Feuerkopf Stevens« genannt, geworfen. Ärger ist somit doppelt und dreifach vorprogrammiert.

    Eine gefällige Story, tolle Bilder, tolle Schauspieler, Charme, Witz, knackige Dialoge, Duelle, Abenteuer,... über all das verfügt dieser Film zu Hauf.

    Ich kenne ihn auswendig... kann ihn aber immer wieder mit Begeisterung anschauen.

    Edited once, last by chp73 (March 28, 2026 at 3:15 PM).

  • Ja, den fand ich damals auch ganz toll und habe die Piratenabenteuer nachgespielt. Es gab auch noch einen schönen mit Burt Lancaster und seinem stimmen Freund. Der gefiel mir auch. Fluch der Karibik hingegen kann ich auch nicht mehr sehen. Die ersten beiden fand ich noch ganz ok, aber der dritte war mir zu sehr drüber und den vierten habe ich nach der Hälfte ausgemacht. Die anderen habe ich dann schon gar nicht mehr geguckt.

  • »Rocky« (USA, 1976)

    mit Sylvester Stallone, Talia Shire, Carl Weathers, Burgess Meredith, Burt Young...

    Es gibt Filme, die einem auf Anhieb gefallen, sich jedoch aber mit der Zeit irgendwie abnutzen. Dies vielleicht, weil sie dann eben doch nicht so tiefgründig waren... oder deren Story einem nach gewisser Zeit nicht mehr überzeugt... oder weil man schlichtweg das Interesse an der Materie verloren hat.

    Andere Filme werden mit der Zeit immer besser. Man entdeckt immer wieder neue Seiten, legt den Fokus auf andere Dinge. Vielleicht erhält man auch mehr Raum für neuere Betrachtungen, da einem ja schon vieles bekannt ist.

    Ein Paradebeispiel hierfür ist in meinen Augen der Film »Rocky« aus dem Jahr 1976.

    Als ich ihn mit etwa 10 Jahren zum ersten Mal im Fernsehen gesehen hatte, hatte er mich im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen. Und man musste ihn ja sehen, kam eigentlich gar nicht an ihm vorbei, da er unzählige Male zuvor beworben wurde, z.B. vor der Tagesschau.

    Als junger Zuschauer war ich natürlich ganz versessen auf die Kampfszenen, ganz klar. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen. Aber auch die übrige Story um den aus einem einfachen Milieu stammenden Gelegenheitsboxer Rocky Balboa ließ mich schon damals nicht kalt. Freilich hatte ich wohl nicht alles verstanden, weil die Geschichte doch sehr komplex ist.

    Mit Sicherheit haben mir Pauli's dumme Sprüche auch schon damals gefallen; habe mich darüber kaputt gelacht, wie er seine Schwester Adrian behandelt hat oder auch wie er den Thanksgiving Puter auf die Straße schmiss, um Rocky das Rendezvous dann doch noch zu gewährleisten. Die Tragik hinter dem Ganzen ist mir natürlich damals nicht klargeworden, nämlich, dass Pauli wohl mit seinem Leben ganz und gar nicht zufrieden und er obendrein Alkoholiker war (»Hey, wo ist denn das Bier?«).

    Auch dass Menschen so schüchtern sein können wie Adrian (»Geh mit ihr in den Zoo. Die Affen sind was für Doofe!«) und sich dadurch vielfältige Probleme entwickeln können, war mir als Junge wohl noch nicht bewusst.

    Überhaupt, dass ein Mensch für sich selbst verantwortlich ist und aus seiner Situation halt das beste machen muss, war einem als wohl behüteter kleiner Mann noch sehr fern.

    Für vieles, was in »Rocky« gezeigt wird, braucht man wohl eben schon selbst ein wenig Lebenserfahrung, um es zu verstehen. Vielleicht muss man etwaige Dinge sogar erst selbst erleben bzw erleiden...

    Wie dem auch sei, ich finde den Film einfach nur super... und wahrscheinlich wird er mich auch nach dem 100. Durchlauf immer noch großartig unterhalten...

    Sylvester Stallone spielte meiner Meinung nach nie besser, legte alles in diese nicht gerade einfach Rolle. Talia Shire und Burt Young geben ein sehr authentisch wirkendes, wenn auch sehr tragisches Geschwisterpaar ab. Burgess Meredith als Rocky's Trainer ist eine Person, die man erst lieben lernen muss. Und auch Rocky's Gegner »Apollo Creed« wird von Carsten Weathers perfekt in Szene gesetzt.

    »Rocky« ist für mich Tragik, Drama, Hoffnung, Entdeckung, Aufbuch, Action, Balsam und Liebe... Ein großes Stück Kinogeschichte...

  • »Der Schatz der Sierra Madre« (USA, 1948)

    mit Humphrey Bogart, Tim Holt, Walter Houston...

    Denkt man an Abenteuer-Filme, so meint man meist Seefahrer, Piraten, Musketiere, Mantel und Degen... mit viel Ehre, Tapferkeit, Duelle und dergleichen.

    Mit den meisten der genannten Attribute hat der Film, welcher für mich einer der besten Abenteuer-Filme überhaupt ist, jedoch weniger zu tun... was ihn aber deshalb keineswegs weniger spektakulär macht.

    Nein, in John Houston's Film aus dem Jahre 1948 geht es um ein anderes Abenteuer.

    Man hat zwar nicht viel, rafft aber das wenige zusammen und setzt alles auf eine Karte. Dies bedeutet man braucht eine gute Ausrüstung und vor allem Knowhow, um das angestrebte Unternehmen in die Tat umzusetzen.

    Ersteres haben Curtin und Dobbs (Tim Holt und Humphrey Bogart), letzteres wird ihnen Dank dem alten Howard (Walter Houston, John Houston's Vater) schon bald zuteil.

    Der Traum vom großen Gold kann also beginnen und so machen sich die Drei auf in die Sierra Madre. Und es dauert auch gar nicht so lange - freilich waren die Strapazen bis hierhin schon fast unerträglich - bis man etwas findet.

    Und hiermit beginnt dann das eigentliche Abenteuer, nämlich die Frage, wie Menschen sich verändern, wenn Gold in ihre Hände gelangt.

    Aus Vertrauen wird Misstrauen, aus Mut wird Verzweiflung, aus Gemeinschaft wird Abgrenzung, aus Freundschaft... ja, was wird daraus? Feindschaft? Vielleicht nicht direkt Feindschaft, jedoch etwas für jeden Unkontrollierbares, was keiner der Protagonisten zuvor so recht gekannt hat...

    »Der Schatz der Sierra Madre« ist in jeder Hinsicht einer der stärksten Filme, den ich kenne. Dieser begleitet mich seit frühester Kindheit... hat mich immer begeistert und wird mich wohl bis an mein Lebensende in seinen Bann ziehen.

    Eine eingängige Geschichte, hervorragende Schauspieler, eine tolle Kulisse sowie ein sehr beeindruckender Soundtrack... ein gutes dreiviertel Jahrhundert alt, aber kein bisschen altbacken.

    Hier wurde Filmgeschichte geschrieben.

    Meine volle Empfehlung!

  • chp73 Super das Du direkt mit meinem absoluten Lieblingsfilm begonnen hast Rocky ;) Danke und so cool geschrieben.

    Ich glaube mir ging es ähnlich und ich habe ihn mit ca.10 Jahren gesehen. Dieser Film hat mich wahnsinnig inspiriert und ich bin bis heute hin und weg von diesem Film. Ich kann auch nicht wirklich beschreiben was mir am besten gefällt und wie Du schreibst je öfter man ihn sieht oder sich auch mit der Entstehung des Films auseinander setzt um so besser wird er. Es ist nicht nur ein Boxerfilm, in erster Linie ist es sogar ein Liebesfilm. Wobei ich als Kind eher wahrgenommen habe das ein vermeintlicher Verlierer zum Gewinner wird, obwohl er den Kampf verliert.

    Aber was diesen Film in meinen Augen auch absolut authentisch macht ist, dass Sylvester Stallone für diesen Film alles auf eine Karte gesetzt hat und Rocky teilweise auch sein Leben widerspiegelt. Er schrieb das Drehbuch in drei Tagen und bestand darauf die Hauptrolle selber spielen zu dürfen, was am Anfang abgelehnt wurde. Selbst als man ihm über 300.000 Dollar für das Drehbuch bot, lehnte Sly ab. Stallone selber sagte mal, das ihm ganz schwindelig bei der Summe wurde, da er selber nur 106 Dollar zu diesem Zeitpunkt auf der Bank hatte ^^ Aber die Hartnäckigkeit zahlte sich aus und dabei hat er noch einen riesen Glücksgriff gemacht und hat anstatt eines guten Honorars sich am Film beteiligen lassen. Da hat sich sein Glaube ausbezahlt.

    Lustig fand ich auch wie er erzählte als Carl Weathers zum Casting kam und Sylvester saß dabei. Carl muss wohl direkt auf Stallone eingeboxt haben, im Spaß versteht sich, und fragte dann in die Runde wann er denn mal den echten Hauptdarsteller kennen lernen könnte.:D

    Wenn man bedenkt, das dieser Film nur eine Million Dollar kosten durfte und am Ende knapp über dem Budget lag und was daraus geworden ist. Unglaublich. Auch war Rocky die Geburt der Steadycam, aufgrund des geringen Budgets konnte nicht großartig mit Schienen und Kamerawagen gearbeitet, weil einfach zu teuer.

    Was ich lange Zeit ebenfalls nicht auf dem Schirm hatte war, dass in den ersten beiden Rocky Filmen Jürgen Prochnow Stallone synchronisiert hat und erst mit Teil 3 Thomas Danneberg zur Stammstimme wurde. Damals gefiel mir Prochnow aber auch super gut und es passte voll. Jetzt in als Danneberg nicht mehr war und Prochnow nochmals die Synchronisation übernahm war ich aber enttäuscht, das passt in meinen Ohren nicht mehr.

    Ach ja ich könnte mich jetzt hier komplett verlieren, weil mich alles so fasziniert an diesem Film und jeder der diese Perle noch nie gesehen hat, sollte mal einen Versuch wagen.:thumbup:

    Niemand kann so hart zuschlagen wie das Leben.

    Edited once, last by Angel 74 (April 2, 2026 at 4:05 PM).

  • »Das Loch« (Frankreich, 1960)

    mit Jean Keraudy, Michel Constantin, Philippe Leroy, Marc Michel...

    Filme über Gefängnisausbrüche gibt es ja einige. Ich erinnere hier beispielweise an Don Siegels »Die Flucht von Alkatraz« aus dem Jahre 1979 mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.

    Besagter Film hat ja die Besonderheit, dass er auf Tatsachen beruht... und die Story um Frank Morris ist ja nun wirklich auch spektakulär.

    Das französische Drama »Das Loch« (Le trou) kann jedoch in dieser Hinsicht noch locker eins draufsetzen.

    Hier geht es nicht nur um eine wahre Geschichte, nein, der Hauptdarsteller Roland Darbant spielt sogar seine eigene. Das halte ich für außergewöhnlich.

    Roland Darbant (sein Künstlername war Jean Keraudy) plant im pariser Gefängnis »La Santé« einen Ausbruch, den er Detail versessen präzise vorbereitet... und der ihm totsicher erscheint. Alle seine Zellenkumpel scheinen über jeden Zweifel erhaben, so dass das Unternehmen im Grunde genommen erfolgreich starten kann.

    Und das tut es auch. Nur mit der kleinen, aber nicht unwichtigen Einschränkung, dass man kurz vor Beginn noch einen weiteren Straftäter in diese »besondere« Zelle hinzugesellt.

    Kann man diesem ebenfalls trauen? Man ist sich zunächst nicht sicher. Jedoch aufgrund der Geschichte, die Claude Gaspard (Marc Michel) erzählt - so heißt der »Neue«, ist man sich sicher, dass auch er genügend Gründe hat, den Gefängnis nun bald den Rücken zu kehren.

    Man macht sich also an die Arbeit, welche sich dann teilweise doch schwieriger gestaltet, als Roland Darbant annahm. Vor allem dauert es länger.

    An diesem Film gefällt mir besonders gut, dass er das Innenleben der Zelle näher beleuchtet und eigentlich in den Vordergrund stellt. Man erfährt viel über die Geschichten der Insassen. Dabei ist besonders interessant zu beobachten, wie die einzelnen Charaktere miteinander umgehen, sich abtasten, sich misstrauen, aber auch sich Mut machen.

    Auch detailliert zu erfahren, wie und mit welcher Raffinesse das »Genie« Roland alles bis ins Kleinste ausgearbeitet hat, macht einfach Spaß.

    Alles scheint gut zu laufen... und doch wird das gewünschte Ziel - war es auch noch so zum Greifen nah da - nicht erreicht.

    Das ist Dramatik pur.

    Ein toller Film, den ich wirklich jeden ans Herz legen kann. Vielleicht nicht so spektakulär, wie »Die Flucht von Alkatraz«, vielleicht auch leiser, aber auf alle Fälle dramatisch...

    Volle Punktzahl.

    Edited 2 times, last by chp73 (April 3, 2026 at 5:22 PM).

  • »Schloß des Schreckens« (GB, 1961)

    mit Deborah Kerr, Martin Stephens, Michael Redgrave, Pamela Franklin...

    Sollte es wirklich Schwarz-Weiß-Filme aus den 60ern geben, welche selbst gestandenen Mannsbildern das Gruseln lehren können?

    Oh ja, die gibt es... und hierzu fallen mir sogar gleich mehrere ein. Ein Paradebeispiel hierfür ist jedoch meiner Meinung nach dieser Grusel-Thriller aus dem Jahre 1961.

    Sicherlich wird man hier kein bzw. nur sehr, sehr wenig Blut sehen, das ist schon klar. Aber das braucht man auch gar nicht, da dieser Streifen auf ganz andere Art zu überzeugen weiß... und ein ganz großer Teil des Horrors entsteht einfach in unserem Kopf, auch ohne dass man es im Film explizit darstellen muss.

    Sicherlich war jeder schon mal an einem Ort, an welchem er sich aus unerklärlichen Gründen nicht wohl, ja sogar äußerst unbehaglich gefühlt hat. Das könnte sogar ein schön angelegter Teich mit Seerosen sein... mit einem kleinen Pavillon. Alles sehr nett anzusehen, aber vielleicht eben doch auch unbehaglich.

    Worum es geht: Die nicht mehr ganz so junge Gouvernante Miss Giddens (hervorragend Deborah Kerr) sucht eine neue Anstellung und verfällt schon beim Vorstellungsgespräch dem Charme eines wohl sehr wohlhabenden Mannes (ein kurzer Auftritt für Michael Redgrave), der für seinen Neffen und seine Nichte eine gute Betreuung sucht.

    Miles (Martin Stephens) und Flora (Pamela Franklin), so heißen die beiden entzückenden kleinen Kinder, leben in einem prächtigen Schloß... mit einem wunderschönen Park... inklusive Seerosen-Teich und Pavillon.

    Miss Giddens kann gar nicht glauben, dass dies nun ihr neuer Arbeitsplatz sein soll... und wähnt sich nach wohl vielen vorherigen Widrigkeiten endlich glücklich. Sie scheint am Ziel angekommen zu sein. Auch die Kinder schließen sie sofort ins Herz, eine alte Aufwartefrau nimmt sie ebenfalls mit offenen Armen im Schloß auf.

    Jedoch bereits nach kurzer Zeit schiebt sich ein dunkler Schatten über diese Idylle. Unerklärliche Dinge passieren und auch die Kinder scheinen Geheimnisse und Ängste zu haben.

    Auch scheinen sie nicht allein im Schloß zu sein. So sieht die Gouvernante eines Tages einen fremden Mann auf einen Turm stehen. Im Park, besser gesagt im Schilf am Teich, sieht sie die Gestalt einer schwarz gekleideten Frau. Beide scheinen mit den Kindern irgendwie verbunden zu sein, welche die Existenz besagter Personen jedoch zunächst leugnen. Diese sieht Miss Giddens schließlich auch im Haus. Absolut unheimliche Momente.

    Die Lage spitzt sich mehr und mehr zu... und das Geheimnis wird im Verlauf des Filmes auch gelüftet. Abwenden lässt sich das Schicksal aber dennoch nicht mehr.

    »Schloß des Schreckens« ist ein Gruselfilm der Extraklasse... und sogar beim Schreiben dieser wenigen Zeilen treibt mir dieser einen kleinen Schauer über den Rücken. Etwaige Szenen sind derart intensiv... Wer den Film zum ersten Mal abends im Dunkel schaut, wird mit Sicherheit den Lichtschalter bedienen. Jede Wette.

    Die vorliegende Geschichte ist übrigens auch als Hörspiel im Rahmen des Titania Gruselkabinett's erschienen -> Folge 5 - Die Unschuldsdengel (nach einem Roman von Henry James).

    Volle Punktzahl.

    Edited once, last by chp73 (April 4, 2026 at 12:51 PM).

  • Sagte mir so gar nix. Wird die Tage konsumiert. #danke##dafuer#

  • Sagte mir so gar nix. Wird die Tage konsumiert. #danke##dafuer#

    Hallo Nils!

    Freut mich sehr, dass ich Dein Interesse wecken konnte.

    Jedoch, es ist kein Reißer... eher ein leises Drama... handwerklich (und beim Ausbrechen selbst ist man wirklich mit dabei) sehr gut gemacht.

    Wenn man sich darauf einlassen kann, wird man für gute zwei Stunden bestens unterhalten...👍

    Edited once, last by chp73 (April 5, 2026 at 9:45 AM).

  • »Weites Land« (USA, 1958)

    mit Gregory Peck, Jean Simmons, Charlton Heston, Burl Ives, Charles Bickford, Chuck Conners, Carrol Baker

    Ich liebe Western-Filme. Die sind wirklich voll mein Ding. Harte Kerle, coole Sheriffs, Kontrahenten, Schießeisen, Saloons, Cowboys, Indianer, Feuerwasser usw. Das mag ich alles sehr.

    Wenn darüber hinaus das Ganze dann noch mit einer bildgewaltigen Kulisse aufwarten kann, ist es natürlich perfekt. Und ich behaupte einmal frech, dass in dieser Hinsicht William Wyler's Meisterwerk aus dem Jahre 1958 dem maximal Erreichbaren wahrscheinlich sehr nahe kommt.

    Aber auch abgesehen davon hat dieser Edel-Western, welcher gute 2½ Stunden zu begeistern weiß, einiges zu bieten... nämlich eine interessante und eindringliche Story, die über das übliche Western-Geschehen hinausgeht... und natürlich eine Schauspieler-Riege, die praktisch keine Wünsche offen lässt.

    Worum es geht: Der reiche Gentleman James McKay (wunderbar Gregory Peck) reist in den Wilden Westen, der Liebe wegen. Er möchte die Tochter des ebenfalls reichen Gutsbesitzers Terrill (Charles Bickford) heiraten.

    Nun fallen direkt zwei Unstimmigkeiten auf: Erstens passt McKay nun so gar nicht in diese rauen Gefilde. Zweitens wird einem nach kürzester Zeit klar, dass seine Braut Patricia (Carrol Baker) ebenfalls so gar nicht zu McKay passt.

    Und dann gibt es dann noch die Hannassays, ebenfalls eine Gutsbesitzerfamilie, welche im Gegensatz zu den Terrill's weit weniger von guten Umgangsformen oder Ehrbegriffen zu halten scheinen, wobei die Grenzen hierzu im Verlauf mehr und mehr verwischen.

    Beide Familien, die sich im übrigen abgrundtief hassen, sind auf das Wasser angewiesen, welches durch das Gebiet fließt, welches der jungen und überaus hübschen Lehrerin Julie Maragon (bezaubernd Jean Simmons) gehört. Diese versucht sich jedoch aus den Streitigkeiten der beiden Familien herauszuhalten, was ihr natürlich nicht lange gelingt.

    Der junge Buck Hannassey (herrlich Chuck Connors) hat ein Auge auf Julie geworfen, da er so natürlich auch die Kontrolle über das Wasser sicherstellen kann. Jedenfalls spornt ihn sein Vater (wahnsinnig gut Burl Ives) permanent hierzu an. Dieser ist ansonsten von seinen Söhnen eher enttäuscht, um es nett auszudrücken.

    Des Weiteren geht es natürlich auch in diesem Western um den Begriff der Ehre. Jedoch hat James McKay hiervon andere Vorstellungen, weswegen er sowohl von seiner Braut, als auch vom Schwiegervater in spe als Feigling angesehen wird. Doch feige ist er ganz bestimmt nicht. Nur regelt er die Dinge eben anders und vor allem ohne Publikum, was beispielsweise auch der Verwalter der Terrill's Steve Leech (sehr eindrucksvoll Charlon Heston) erst im Nachhinein zu spüren bekommt.

    James McKay ist von all diesen Widrigkeiten sowie von der Rauheit, die im Westen herrscht, mehr oder weniger überwältigt und möchte auch unparteiisch bleiben. Auch entpuppt sich seine Braut mehr und mehr als Zicke.

    Und so kommt es, wie es kommen muss. McKay verliebt sich ebenfalls in die junge Lehrerin und kann sie obendrein dazu überreden, ihm das wichtige Land zu verkaufen, womit natürlich nun er es ist, der zwischen die Fronten gerät.

    Seine Vermittlungsversuche scheitern. Ein Showdown ist bald unausweichlich. Und diesen gibt es. Und was für einen...

    »Weites Land« ist ein Edel-Western allererster Güte, den ich wirklich jeden empfehlen kann.

    Volle Punktzahl.

  • »The Fog - Nebel des Grauens« (USA, 1980)

    Sicherlich ist es schier unmöglich, DEN besten Horrorfilm der Filmgeschichte zu benennen. Das würde mir nicht einmal in Bezug auf meine eigene Film-Bibliothek gelingen, die ca. 650 Filme umfasst.

    Quelle: Thalia.de

    Dass besagter Titel aus dem Jahre 1980 von Regielegende John Carpenter sich zumindest unter den Top Five meiner Horrorfilme befindet, kann ich jedoch mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit verlauten lassen.

    Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe:

    1. Die Story

    Diese ist wirklich einfach grandios, da sehr eingängig, sehr gut und fesselnd erzählt und sogar, wenn man das Genre bedenkt, recht schlüssig und nachvollziehbar.

    2. Die Kulisse

    Die Drehorte zu diesem Film sind wahrhaft malerisch... und wenn es sich nicht um einen Horrorfilm handeln würde, so könnte man fast meinen, es wäre ein Werbefilm für einen Urlaubsort.

    3. Die Schauspieler

    Ein geschickter Mix aus Hollywood-Urgesteinen sowie jungen, noch relativ unverbrauchten Gesichtern. So zum Beispiel die junge Jamie Lee Curtis, welche zuvor schon im Carpenter-Klassiker »Halloween - Die Nacht des Grauens« (USA, 1978) überzeugen konnte. Auch mit an Bord, ihre Mutter Janet Leigh, die bereits 20 Jahre zuvor in Alfred Hitchcock's »Psycho« (USA, 1960) unter der Dusche mit dem Messer bearbeitet wurde.

    4. Regie und Schnitt

    Ich kenne kaum einen anderen Film, der mich in dieser Hinsicht so beeindruckt hat. Mehrere Handlungsstränge, werden geschickt miteinander verwoben und über lange Strecken des Films im laufenden Wechsel präsentiert. Ob man will oder nicht, man wird praktisch gezwungen, das Ganze zu verfolgen und dran zu bleiben. Der Film ist wirklich zu keiner Sekunde langweilig. Never.

    5. Die Musik

    Nicht zu vergessen, die wirklich beeindruckenden Musiken, die John Carpenter größtenteils selbst erschaffen hat. Ohrwurm, reiht sich an Ohrwurm und ich könnte wetten, dass ein Großteil der Horrorfilm-Fans diese bereits nach Sekundenbruchteilen einzuordnen wüssten. Fantastisch.

    Kurz worum es geht:

    Das Küstenstädtchen »Antonio Bay« (ein toller Name, wie ich finde) wird 100 Jahre alt. Dies muss gefeiert werden... ist es doch ein stolzer Anlass.

    Dem ist aber eigentlich gar nicht so, da der Gründung der Stadt sowie auch dem Bau der Kirche dieser, ein grausames Verbrechen vorausging.

    So hatten die Gründungsväter, unter ihnen der Vorfahr des jetzigen Pater Malone (sehr beeindruckend, Hal Holbrook), einem gewissen Blake zugesagt, ihn und seine Gefährten, welche wohl unter Lepra oder der Pest litten, aufzunehmen. Dies ließen sie sich teuer durch einen Goldschatz bezahlen, aufnehmen wollte man die Kranken jedoch nicht. So lockte man deren Schiff mittels falschem Leuchtfeuers auf die Klippen und ließ die Besatzung jämmerlich ertrinken.

    Genau 100 Jahre später wird sich dies rächen und so taucht besagtes versunkene Schiff vor der Küste auf... und mit ihm die Männer, die damals den grausigen, eisigen Tod im Meer fanden.

    Sechs Verschwörer gab es, sechs sollen nun dafür bußen und so machen sich die Zombie ähnlichen Untoten auf, um Rache zu nehmen.

    Live von ihrem Leuchtturm beobachten kann das Ganze die junge, attraktive Stevie Wayne (Adrienne Barbeau), welche in diesem eine Radiostation betreibt. Sie lebt erst seit kurzem in Antonio Bay, nebst ihren kleinen Sohn Andy.

    Aber auch Tramperin Elisabeth (Jamie Lee Curtis), welche vom Fischer Nick Castle (Tom Atkins) zum Küstenort chauffiert wird, ist bald Teil des Geschehens. Und dann gibt es noch den Pater Malone, der durch unheimliche Vorkommnisse praktisch mit der Nase auf das damalige Unrecht gestoßen wird. Dieser berichtet und warnt zugleich. Er möchte eine Feier zum Jubiläum wahrlich nicht begehen...

    »The Fog - Nebel des Grauens«, ein Klassiker, den ich mir bestimmt schon 30 mal begeistert angesehen habe... und den ich mir mit Sicherheit noch etliche Male zu Gemüte führen werde.

    Edited once, last by chp73 (April 23, 2026 at 8:17 AM).

  • An dem kommt man nur schwer vorbei 🤩

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • bisher wurden besprochen:

    Gegen alle Flaggen (USA 1952)

    Das Loch (F 1960)

    Rocky (USA 1976)

    Der Schatz der Sierra Madre (USA 1948)

    Schloss des Schreckens (GB 1961)

    The Fog - Nebel des Grauens (USA 1980)

    Weites Land (USA 1958)

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