Gespenster-Krimi 2.0 – Dämonen, Flüche und fünfzehn Türen in die Welt des Grauens

  • Gespenster-Krimi 2.0 – Dämonen, Flüche und fünfzehn Türen in die Welt des Grauens

    Eine Grusellegende kehrt als Hörspiel zurück – Serienhintergrund

    Mit Gespenster-Krimi griff das Label Contendo Media eine der bekanntesten Marken des deutschen Gruselgenres wieder auf und machte daraus eine eigenständige Hörspielserie. Die ursprüngliche Reihe stammt aus der Welt der Heftromane, wo der Titel über viele Jahre hinweg für klassische Grusel- und Horrorabenteuer stand – Geschichten über Dämonen, verfluchte Orte, unheimliche Kreaturen und dunkle Geheimnisse.

    Die Hörspielserie knüpft an diese Tradition an und bringt sie in moderner Form zurück ins Ohr. Statt einer fortlaufenden Heldengeschichte setzt die Reihe auf das Prinzip der Anthologie: Jede Folge erzählt eine eigenständige Gruselgeschichte mit neuen Figuren, neuen Schauplätzen und einer neuen Bedrohung.

    Gerade diese Struktur macht den besonderen Reiz der Reihe aus. Eine Episode spielt in den schottischen Highlands, eine andere in Hollywood, wieder eine andere in einem italienischen Palazzo oder in den Tiefen eines alten Tempels. Mal steht ein Dämon im Mittelpunkt, mal ein verfluchtes Kunstwerk, mal eine Kreatur aus dem Schattenreich.

    So entsteht eine Hörspielserie, die sich bewusst an der Tradition klassischer Gruselmagazine orientiert: Jede Folge öffnet eine neue Tür in eine andere Welt des Schreckens.

    Die fünfzehn Fälle des Gespenster-Krimi - Folgenliste

    Die Hörspielreihe umfasst insgesamt fünfzehn Folgen:

    1. Mörderbäume

    2. Teufelstochter

    3. Hollywood-Horror

    4. Der Präparator

    5. Das lebende Gemälde

    6. Erlösung

    7. Das Gruselkabinett

    8. Die Blutbestie

    9. Tempel der Dämonen

    10. Die Rückkehr der Blutbestie

    11. Das Tor zur Hölle

    12. Der gehörnte Abt

    13. Das Erbe der Blutbestie

    14. Schattenschrei

    15. Monster Truck

    Die Titel zeigen bereits, wie breit das thematische Spektrum der Serie angelegt ist. Dämonische Rituale, verfluchte Gegenstände, blutrünstige Kreaturen oder geheimnisvolle Orte bilden den Hintergrund der einzelnen Geschichten.

    Vera Lorrimer, Dave Donovan und viele andere – Figuren der Reihe

    Da Gespenster-Krimi als Anthologieserie aufgebaut ist, besitzt die Reihe keine einzige zentrale Hauptfigur, die durch alle Folgen führt. Stattdessen steht jede Episode für sich und bringt ihre eigenen Figuren hervor.

    In Mörderbäume steht die Journalistin Vera Lorrimer im Mittelpunkt. Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder gerät sie in ein abgelegenes schottisches Dorf und stößt auf ein dunkles Geheimnis in den Wäldern der Grampian Mountains.

    Teufelstochter erzählt von Tim Peters und der hellsichtigen Elvira, die versuchen, eine dämonische Macht zu bekämpfen, die von der jungen Anna Kronberg Besitz ergriffen hat.

    In Das lebende Gemälde geraten Mark Saxon und Paola in den Bann eines geheimnisvollen Bildes, während Erlösung die Geschichte von Jessica und Brandon erzählt, deren neues Haus in Freeport ein unheimliches Geheimnis birgt.

    Eine besondere Rolle innerhalb der Reihe spielt die sogenannte Blutbestien-Trilogie. In den Folgen Die Blutbestie, Die Rückkehr der Blutbestie und Das Erbe der Blutbestie steht der Profiler Dave Donovan im Mittelpunkt, der sich einer unsichtbaren und äußerst gefährlichen Kreatur stellen muss.

    Auch andere Episoden stellen markante Figuren vor: der vatikanische Ermittler Padre Manzoni in Das Tor zur Hölle, die Ärztin Jade Glover in Schattenschrei oder Hank und die Ausreißerin Shalene in Monster Truck.

    So entsteht eine Serie, die immer wieder neue Figuren und neue Geschichten in den Mittelpunkt stellt.

    Stimmen des Grauens – Sprecher und ihre Rollen

    Die Hörspielreihe lebt von einem großen Ensemble bekannter Sprecherinnen und Sprecher aus der deutschen Hörspiel- und Synchronlandschaft.

    In der ersten Folge Mörderbäume spricht Christine Pappert die Journalistin Vera Lorrimer, während Uve Teschner als Edward Mackintosh zu hören ist. Jürgen Thormann übernimmt die Rolle des geheimnisvollen Achaz, Tobias Kluckert spricht Inspektor Fishby und Helmut Krauss ist als Chief Constable McDowell zu hören. Als Erzähler führt Jürgen Holdorf durch die Geschichte.

    In Teufelstochter übernimmt Rainer Schmitt die Rolle von Tim Peters, Katrin Heß spricht Anna Kronberg und Jens Wendland ist als Elvira zu hören.

    Die Episode Hollywood-Horror bringt unter anderem Reent Reins, Eva Michaelis, Norbert Langer, Christian Stark, Erik Schäffler, Martin May und Sascha Rotermund zusammen.

    In Der Präparator wirken Bodo Wolf, Rita Engelmann, Jaron Löwenberg, Uschi Hugo, Tanja Dohse, Rainer Fritzsche, Daniel Wandelt, Louis Friedemann Thiele, Hartmut Neugebauer, Till Hagen und Santiago Ziesmer mit.

    Die Blutbestien-Folgen werden von Martin Sabel als Profiler Dave Donovan getragen. Neben ihm treten Mark Bremer, Merete Brettschneider, Joachim Tennstedt, Wolf Frass, Daniel Welbat, Julia Fölster, Anita Hopt, Anke Reitzenstein, Peter Lontzek, Rüdiger Schulzki und Lutz Riedel auf.

    Auch spätere Episoden besitzen ein starkes Ensemble. In Das Tor zur Hölle sind unter anderem Jürgen Holdorf, Markus Pfeiffer und Jennifer Böttcher zu hören. Der gehörnte Abt bringt Stimmen wie Alexandra Lange, Christian Zeiger, Luisa Wietzorek, Luise Lunow, Gabrielle Pietermann und Lutz Riedel zusammen.

    Die letzte Folge Monster Truck wird unter anderem von André Beyer, Rieke Werner, Joachim Kerzel, Wolfgang Bahro, Simon Böer und erneut Martin Sabel getragen.

    Durch diese wechselnden Besetzungen erhält jede Episode ihren eigenen Klang.

    Dunkle Orte, Dämonen und Flüche – Dramaturgie der Reihe

    Die Geschichten der Serie folgen dem klassischen Muster des Gruselgenres. Jede Episode beginnt mit einem rätselhaften Ereignis: Menschen verschwinden, ein Gegenstand zeigt unheimliche Kräfte oder ein alter Fluch erwacht zum Leben.

    Im Verlauf der Handlung geraten die Figuren immer tiefer in das Geschehen hinein. Geheimnisse werden entdeckt, dunkle Mächte treten hervor und die Bedrohung wächst.

    Dabei reicht das Spektrum von klassischen Geistergeschichten bis zu modernen Horrormotiven. Manche Folgen spielen in abgelegenen Landschaften, andere in großen Städten oder in historischen Gebäuden.

    Trotz dieser Vielfalt bleibt der Ton der Serie immer klar im Gruselgenre verankert.

    Audionarchie und Contendo Media – Die Macher hinter dem Gespenster-Krimi

    Die Hörspielserie Gespenster-Krimi entstand aus einer Zusammenarbeit der beiden Hörspiellabel Audionarchie und Contendo Media. Die Initiative zur Reihe ging ursprünglich von Patrick Holtheuer aus. Er brachte das Projekt auf den Weg und sorgte dafür, dass die Lizenz zur Nutzung der bekannten Gruselmarke Gespenster-Krimi beschafft werden konnte. Die Rechte an dieser Marke liegen beim Verlag Bastei Lübbe, der die Hörspielumsetzung genehmigte.

    Von Beginn an wurde die Serie gemeinsam von Audionarchie und Contendo Media produziert. Die Produktion war also kein Projekt eines einzelnen Labels, sondern eine Kooperation, bei der beide Seiten an der Umsetzung beteiligt waren.

    Die kreative Leitung der Reihe lag bei Christoph Piasecki, der als Produzent und Regisseur den klanglichen Stil der Serie prägt. Unterstützt wird er von Patrick Holtheuer, der bei den Episoden den Schnitt verantwortet und ebenfalls an der Regie beteiligt ist.

    Die Hörspielskripte stammen von mehreren Autoren. Zu den wichtigsten gehören Markus Duschek, Markus Topf, Marc Freund, Dennis Hendricks und Erik Albrodt. Einige Geschichten greifen Motive aus der ursprünglichen Heftromanserie auf, andere wurden speziell für die Hörspielreihe neu entwickelt.

    So entstand durch die Zusammenarbeit von Audionarchie, Contendo Media, dem Rechteinhaber Bastei Lübbe und verschiedenen Autoren eine moderne Hörspielserie, die den Geist der klassischen Gruselgeschichten in zeitgemäßer Form weiterführt.

    Der Klang des Horrors - Musik und Klang der Serie

    Die akustische Atmosphäre der Hörspiele entsteht durch die Zusammenarbeit mehrerer Komponisten und Sounddesigner.

    In verschiedenen Episoden arbeiten unter anderem Marcel Schweder, Konrad Dornfels, Alexander Schiborr, Tom Steinbrecher, Andy Muhlack und Erik Albrodt an Musik und Sounddesign.

    Ihre Klanggestaltung sorgt dafür, dass jede Folge eine eigene Stimmung erhält – von düsteren Wäldern über geheimnisvolle Tempel bis hin zu unheimlichen Häusern.

    Die visuelle Welt der Reihe – Covergestaltung

    Das Erscheinungsbild der Serie stammt von Kito Sandberg, der für Cover und Design verantwortlich ist.

    Die Illustrationen greifen typische Motive des Gruselgenres auf: düstere Landschaften, Monster, Dämonen oder geheimnisvolle Artefakte. Dadurch besitzen alle Folgen trotz ihrer unterschiedlichen Geschichten ein gemeinsames visuelles Erscheinungsbild.

    Fünfzehn Türen zum Grauen – Der Gespenster-Krimi im Hörspiel

    Mit Gespenster-Krimi entstand eine Hörspielreihe, die den Geist der klassischen Gruselhefte in moderner Form weiterführt. Jede Episode öffnet eine neue Tür in eine andere Welt des Unheimlichen – mal führen die Geschichten in düstere Wälder, mal in verfluchte Häuser, mal in Tempel, in denen uralte Dämonen lauern.

    Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Serie aus. Jede Folge erzählt eine eigene Geschichte mit neuen Figuren, neuen Stimmen und einem eigenen Schauplatz des Schreckens. Zusammen entsteht daraus ein Hörspieluniversum, das die Tradition der alten Gruselgeschichten hörbar weiterleben lässt.

    Trotz dieser großen Bandbreite blieb die Reihe jedoch relativ kompakt. Nach fünfzehn Folgen endete die Serie bereits wieder, wodurch sie heute als abgeschlossene Hörspielanthologie vorliegt.

    So bleibt diese Version der Gespenster-Krimi eine Reihe, die mit ihren fünfzehn Episoden ein kleines, in sich geschlossenes Hörspielkabinett des Grauens bildet – eine moderne Hommage an die klassische Welt der Gruselgeschichten.

    Edited once, last by DerPoldi (March 13, 2026 at 12:15 AM).

  • Auf ein brillantes Original folgt oft eine Fortsetzung, die zwar den Namen trägt, aber die Seele verloren hat. Nachdem Oliver Döring die Messlatte in stratosphärische Höhen gelegt hatte, fühlte sich das, was danach unter dem Label „Gespenster-Krimi“ (insbesondere die Produktionen von Contendo Media/Audionarchie) kam, für viele Fans wie ein herber Absturz an.

    Gespenster-Krimi „Neu“ – Der blasse Schatten eines Giganten

    Was ist nur aus dem stolzen Namen „Gespenster-Krimi“ geworden? Wer die ersten sechs Folgen von Oliver Döring im Ohr hat – diese cineastischen Gewitter aus Sound, Wucht und Atmosphäre –, der erlebt bei den späteren Fortsetzungen einen akustischen Kulturschock der unangenehmen Art.

    Wo ist der Wumms geblieben?

    Dörings Produktionen waren wie ein IMAX-Besuch: Man spürte den Regen, man roch die Verwesung, man zuckte bei jedem Schuss zusammen. Die späteren Folgen wirken dagegen oft wie ein braves Kammerspiel aus dem Heimstudio. Wo früher orchestraler Bombast und messerscharfe Effekte herrschten, regiert jetzt oft handzahmes Standard-Repertoire. Die Soundkulisse ist nicht „dezent“, sie ist schlicht blutleer. Es fehlt das Dreckige, das Intensive, das „Drüber“, das diese Serie einst ausmachte.

    Sprecher-Routine statt Hollywood-Glanz

    Ja, auch in den neuen Folgen tauchen große Namen auf. Aber während Döring seine Stars zu Höchstleistungen peitschte, hat man hier oft das Gefühl, den Sprechern beim „Dienst nach Vorschrift“ zuzuhören. Die Dialogregie wirkt hölzern, die Pointen zünden nicht, und das Grauen wird eher behauptet als fühlbar gemacht. Wenn ein Protagonist schreit, klingt das oft eher nach einem verstauchten Zeh als nach dem blanken Entsetzen angesichts einer Höllenbrut.

    Skripte aus der Klischee-Kiste

    Inhaltlich bewegen wir uns oft auf dem Niveau von Malen-nach-Zahlen-Grusel. Während die ersten sechs Folgen es schafften, selbst abgedroschene Heftroman-Motive (Werwölfe! Pharaonen!) so frisch und modern zu inszenieren, dass man sie ernst nehmen musste, verpuffen die späteren Storys oft in Belanglosigkeit. Man hat das alles schon mal gehört – und vor allem schon mal besser. Die Geschichten plätschern dahin, ohne diesen einen Moment zu kreieren, der einen nachts das Licht anlassen lässt.

    Fazit: Eine Marke als Mogelpackung

    Man hat hier versucht, den Erfolg einer Ausnahme-Produktion zu kopieren, ohne die handwerkliche Genialität des Originals mitzubringen. Das Ergebnis ist solides Mittelmaß – und genau das ist das Problem. Ein „Gespenster-Krimi“ darf nicht mittelmäßig sein. Er muss wehtun, er muss knallen, er muss begeistern.

    Urteil: Akustische Schonkost für Leute, die sich nicht wirklich gruseln wollen. Setzen, sechs.

  • Gespenster-Krimi - Gesamtrezension der Serie

    Die Hörspielreihe „Gespenster-Krimi“ setzt auf in sich abgeschlossene Geschichten, die jeweils ganz eigene Schauplätze, Figuren und Schrecken mitbringen. Ob dämonische Besessenheit, unheimliche Gemälde, mörderische Kreaturen, dunkle Rituale, Jahrmarktgrauen, verfluchte Familiengeheimnisse oder splatterige Monsterhatz – jede Folge eröffnet einen neuen kleinen Kosmos des Grauens. Gerade diese anthologische Struktur macht den besonderen Reiz der Serie aus, weil sie dem Hörer immer wieder andere Facetten des Horror- und Mystery-Genres präsentiert. Statt einer fortlaufenden Handlung stehen einzelne Fälle und Szenarien im Mittelpunkt, die mal stärker auf klassische Gruselatmosphäre, mal auf Action, mal auf Mystery und mal ganz bewusst auf drastischen Horror setzen. So entsteht eine Reihe, die sich nie auf ein einziges Muster festlegt, sondern bewusst mit der Vielfalt des Genres arbeitet.

    Schon beim Hören der ersten Folgen merkt man schnell, dass „Gespenster-Krimi“ kein glattgebügeltes Standard-Hörspiel sein will. Die Reihe hat Ecken und Kanten, probiert unterschiedliche Tonlagen aus und setzt dabei ganz auf die Freiheit, die ihr das Anthologie-Format bietet. Gerade das gefällt mir an dieser Serie so sehr. Man weiß nie genau, welche Richtung die nächste Folge einschlagen wird. Mal bekommt man eher klassischen Spukstoff mit dichter Atmosphäre, mal einen blutigen Creature-Horror, mal dämonische Abgründe, mal einen beinahe pulpigen Trash-Einschlag. Diese Unberechenbarkeit hält die Reihe lebendig. Natürlich sind dadurch nicht alle Episoden gleich stark, aber selbst die schwächeren Beiträge haben meist wenigstens eine markante Idee, ein prägnantes Setting oder einzelne Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Und die gelungenen Folgen zeigen sehr deutlich, wie reizvoll diese Reihe sein kann, wenn Atmosphäre, Tempo und Grundidee sauber ineinandergreifen.

    Die größte Stärke von „Gespenster-Krimi“ liegt für mich in genau dieser Vielseitigkeit der Inszenierung. Die Serie traut sich, unterschiedliche Horror-Spielarten auszureizen, statt sich auf einen sicheren Standardton festzulegen. „Mörderbäume“ lebt stark von seiner düsteren Dorf- und Waldatmosphäre, „Teufelstochter“ von dämonischer Eskalation, „Hollywood-Horror“ verbindet Slasher-Stimmung mit Krimielementen, „Der Präparator“ geht deutlich stärker in Richtung Splatter und makabrer Groteske, während „Das lebende Gemälde“ eher auf klassischen, kunstvoll aufgebauten Grusel setzt. „Erlösung“ arbeitet intensiv mit Verunsicherung und psychologischem Druck, „Das Gruselkabinett“ entfaltet seine Wirkung über den unheimlichen Rummelplatzschauplatz, die Blutbestien-Folgen setzen auf Monsterhorror und Härte, „Das Tor zur Hölle“ und „Tempel der Dämonen“ auf dämonisch-apokalyptische Bedrohung. Spätere Episoden wie „Der gehörnte Abt“, „Schattenschrei“ oder „Monster-Truck“ zeigen dann wieder andere Schwerpunkte und beweisen, dass die Reihe auch in ihrer späteren Phase nicht müde wird, neue Richtungen auszuprobieren. Besonders reizvoll finde ich, dass viele Folgen sehr stark mit ihren Settings arbeiten. Die Schauplätze sind oft nicht nur Kulisse, sondern tragen entscheidend zur Wirkung bei. Wald, Schloss, Tempel, Filmset, Landhaus, Jahrmarkt oder Truck werden hier bewusst als Räume des Unheimlichen genutzt. Dadurch entsteht häufig genau dieses angenehme Gefühl, in eine neue, abgeschlossene kleine Horrorwelt einzutauchen. Wenn die Reihe richtig zündet, entwickelt sie eine sehr direkte, sehr eingängige Wirkung und liefert genau das, was ich mir von einer modernen Gruselanthologie wünsche: Tempo, Atmosphäre, markante Einfälle und eine spürbare Lust am Genre.

    Auch auf Sprecherseite ist „Gespenster-Krimi“ bemerkenswert stark aufgestellt. Gerade weil jede Folge neue Figuren und neue Konstellationen mitbringt, ist es wichtig, dass die Stimmen schnell Kontur schaffen und den Charakteren sofort Profil geben. Und genau das gelingt hier erfreulich oft. Christine Pappert, Katrin Heß, Tobias Schmidt, Eva Michaelis, Martin May, Annina Braunmiller-Jest, Viktor Neumann, Luise Lunow, Christian Zeiger, Ulrike Stürzbecher, André Beyer, Rieke Werner, Merete Brettschneider, Mark Bremer, Jaron Löwenberg, Nina Goldberg, Markus Pfeiffer, Jennifer Böttcher, Daniel Wandelt, Till Hagen, Arianne Borbach, Rainer Fritzsche, Yvonne Greitzke, Uschi Hugo, Bodo Wolf, Jürgen Thormann, Uve Teschner, Gerald Paradies, Joachim Kerzel und viele weitere sorgen dafür, dass die Geschichten nicht nur sauber gesprochen, sondern tatsächlich gespielt wirken. Besonders gefällt mir, dass die Reihe immer wieder auf markante, charaktervolle Stimmen setzt, die auch einer etwas pulpigeren oder überzeichneten Figur sofort Glaubwürdigkeit verleihen. In den stärkeren Folgen trägt das ganz erheblich zur Atmosphäre bei. Die Besetzungen wirken meist sehr bewusst gewählt, und selbst dort, wo eine Figur im Skript vielleicht etwas schlichter angelegt ist, bekommt sie durch die passende Stimme oft deutlich mehr Gewicht. Dadurch bleibt die Reihe auch akustisch abwechslungsreich und lebendig.

    Technisch bewegt sich „Gespenster-Krimi“ auf einem sehr überzeugenden Niveau. Die Produktionen klingen sauber, druckvoll und wissen genau, wie sie ihre jeweilige Stimmung akustisch umsetzen wollen. Gerade im Horrorbereich ist das enorm wichtig, und hier zeigt die Reihe ein gutes Gespür für Klangdramaturgie. Geräusche, Effekte und Musik werden meist sehr gezielt eingesetzt, sodass die Geschichten ihren eigenen akustischen Charakter entwickeln können. Die Geräuschkulissen sind oft plastisch und schaffen schnell eine konkrete Umgebung, während die Musik die jeweilige Tonlage unterstützt – mal düster und unheilvoll, mal treibend, mal bedrohlich aufgeladen, mal eher subtil im Hintergrund lauernd. Besonders gefällt mir, dass die Reihe nicht alles gleich mischt, sondern je nach Geschichte hörbar variiert. Manche Folgen arbeiten eher mit atmosphärischer Zurückhaltung, andere setzen bewusst auf lautere, drastischere Effekte. Diese Unterschiede machen die Serie klanglich interessant und verhindern, dass ein Einheitsgefühl entsteht. Gerade in actionreicheren oder splatterigeren Episoden funktioniert das sehr gut, aber auch die ruhigeren, psychologischeren Geschichten profitieren von einer durchdachten Geräusch- und Musikdramaturgie.

    Auch optisch hat die Reihe eine klare Identität. Die Cover greifen den jeweiligen Kern der Episode meist sehr direkt auf und arbeiten mit markanten, oft bewusst pulpigen Motiven. Monster, Fratzen, Dämonen, unheimliche Figuren, bedrohliche Orte oder überzeichnete Horrorbilder bilden eine Galerie, die sofort erkennen lässt, worum es hier grundsätzlich geht. Der klassische Rahmen und die wiederkehrende Gestaltung schaffen dabei einen angenehmen Wiedererkennungswert, während die Motive selbst stark variieren. Das gefällt mir, weil es genau zum Konzept der Reihe passt. „Gespenster-Krimi“ will nicht geschniegelt oder geschniegelt-modern daherkommen, sondern trägt seinen Heftroman- und Genrestoffcharakter sichtbar nach außen. Manche Cover treffen meinen persönlichen Geschmack stärker als andere, aber als Gesamtreihe funktioniert diese Bildsprache sehr gut. Sie ist plakativ, düster, manchmal ein bisschen reißerisch und genau dadurch passend.

    „Gespenster-Krimi“ ist für mich eine ausgesprochen unterhaltsame, mutige und erfreulich wandelbare Gruselreihe. Nicht jede Folge ist ein Volltreffer, aber die Serie lebt gerade davon, dass sie sich etwas traut, unterschiedliche Horrorformen ausprobiert und sich nicht auf einen einzigen Stil festlegt. Die besten Episoden verbinden dichte Atmosphäre, starke Schauplätze, markante Sprecher und eine technisch sehr wirkungsvolle Umsetzung zu genau jener Art von Hörspiel, die man am liebsten spätabends hört. Aber auch die schwächeren Folgen bleiben meist interessant genug, um die Reihe insgesamt spannend zu halten. Besonders schätze ich an „Gespenster-Krimi“, dass hier Genreliebe spürbar wird. Die Serie will gruseln, unterhalten, schockieren, manchmal auch mit einem kleinen Augenzwinkern arbeiten – und genau dadurch bleibt sie lebendig. Für Freunde von Horror-Anthologien, Heftromanstoffen und abwechslungsreichem Gruselhörspiel ist „Gespenster-Krimi“ deshalb eine wirklich starke Reihe, die viele sehr hörenswerte Momente zu bieten hat und für mich zu den reizvolleren modernen Genreproduktionen im deutschen Hörspielbereich zählt.

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