Christoph's Hörspiel-Garten - Kommentare & Bewertungen querbeet

  • Was für ein Zufall, dass man im Schloss Mordabrunn, auf welches man von Dr. Stein eingeladen wurde, gleichzeitig auch auf Graf Dracula stößt, den man ja eigentlich gar nicht finden sollte - jedenfalls wenn es nach dem Gastwirt ging. Warum ist auch Dracula fernab seiner Heimat Schloss Bran? Musste auch er fliehen? Ging es vielleicht um Steuervorteile oder wollte man nur eine zünftige WG gründen? Fragen, die uns wohl niemals jemand beantworten wird.

    War Dracula nicht dort wegen dem Höllenhund Hermator und der Rache für seine ausgebliebene Erlösung, die von Dr. Finistra vereitelt würde?

  • »Ich hab' Gaby versprochen, dass ich ihr einen Schlumpf schieße. Hoffentlich klappt's ...« (Tarzan)


    Ein Gespräch zwischen Vater und Sohn

    »Regression

    »Was?«

    »Man nennt es Regression!«, sagt mein 17-jähriger Sohn zu mir.

    »Mit Regression bezeichnete Sigmund Freud einen Abwehrmechanismus, welchen man einsetzen kann, wenn man mit stressigen Situationen konfrontiert wird.«

    »Das ist ja ganz reizend, was Ihr da so alles im Fach Pädagogik lernt. Nur, was hat das jetzt mit mir zu tun beziehungsweise warum erzählst du mir das?«, will ich nun endlich wissen.

    »Weil du diesen Abwehrmechanismus tagtäglich anwendest. Dieser besagt, dass man Verhaltensweisen an den Tag legt, die man in der Vergangenheit hatte und eigentlich schon längst abgelegt hat beziehungsweise abgelegt haben müsste. Man flüchtet sich sozusagen in eine Zeit zurück, in der man sich geborgen und wohl gefühlt hat. Das Anhören von Hörspielen aus der Kindheit ist hierfür ein gutes Beispiel, wie meine Lehrerin meint.«

    »Wie ich schon sagte, es ist wirklich ganz reizend, was Ihr da so alles lernt ...«

    Sigmund Freud und seine seltsamen Thesen waren einer der Gründe, warum ich das Fach Soziologie in der Oberstufe so schnell als möglich abgewählt hatte. Ganz ehrlich, ich bilde mir über jede Person meine eigene Meinung und teile weder sie noch ihre Verhaltensweisen in irgendwelche Klassen oder Muster ein. Und wenn es um Hörspiele geht, so kann ich nur sagen, dass ich wohl einer unter sehr vielen bin, welcher sich für diese interessiert beziehungsweise sie als eine der wohl angenehmsten Einschlafhilfen missbraucht. (Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich das Buch »Das Erbe der Kassettenkinder« von Annette Bastian, ecomedia-Verlag.)

    Für selbige Zwecke nutze ich auch immer wieder mal gerne einen "Regressions-Transmitter" (Oh Gott, dieser Freud ...) von »TKKG«. Diese hatten, im Gegensatz zu den drei »???«, bei deren "Super-Papageien-Opener" es doch noch nicht ganz so rund lief, mit vorliegender Folge meines Erachtens einen Senkrechtstart der allerersten Güte hingelegt.

    »Die Jagd nach den Millionendieben« eröffnet sofort mit einer Laune und Spielfreudigkeit, wie man sie bei der Konkurrenz aus Kalifornien nur selten erlebt. Und auch wenn man der Vierer-Bande natürlich rein geographisch gesehen schon näher ist, so ist vieles, was diese von sich geben, einem auch eher vertraut als beispielsweise die spezialgelagerten Sonderfall-Formulierungen eines Justus Jonas.

    Freche, lockere und vor allem ulkige Sprüche sind bei Tarzan, Karl, Klößchen und Gaby nun mal an der Tagesordnung und man wurde auch bei den weiteren Fällen der "Vier plus Oskar" diesbezüglich eigentlich nie enttäuscht.

    Um noch ein letztes Mal auf die allseits beliebten »Ami-Detektive« zurückzukommen, möchte ich anfügen, dass mir die späteren Folgen (so ab Folge 40) im direkten Vergleich von »TKKG« eigentlich stets besser gefallen haben. Witzige Dialoge, flotte Handlungen und Gegebenheiten finden sich in alltäglichen, manchmal auch aktuellen Geschichten wieder. Oftmals neue und unverbrauchte Sprecher würzen das Ganze zusätzlich und drücken gelegentlich einen unvergesslichen Stempel auf.

    Jetzt endlich worum es geht: Tarzan, der wieder mal aus der Penne abgehauen ist, trifft beim abendlichen Ausgang auf die seit langem gesuchten Millionendiebe Otto und Eddi. Tarzan möchte sich daraufhin an deren Fersen setzten und auf Verbrecherjagd gehen. Dies teilt er der hübschen Gaby mit, die, da es sich ja um den ersten Fall handelt, auf die möglichen Gefahren deutlichst hinweist. Jedoch ist auch Karl hin und weg von der Idee, diese üble Diebesbande zu sprengen. Da bedarf es nicht mehr viel Überredungskunst, um den dicken Willi mit ins Boot zu holen.

    Gemeinsam wird nun ermittelt und man kommt den Dieben, welche es vor allem auf wertvolle Bilder (keine Kalender, haha) abgesehen haben, nach und nach auf die Spur. Und das ist auch gut so, denn Klößchens Eltern beherbergen ebenfalls teure Gemälde, auf die es die beiden eher unterdurchschnittlich intelligenten Halunken abgesehen haben.

    Besonders gut an dieser Folge gefällt mir der kurze Einblick in Willis Familienleben. Elke Reissert spielt gekonnt die neureiche und übertrieben etepetete agierende Fabrikantengattin, unter der wohl nicht nur der breite Wilhelm zu leiden hat. Olaf Kreutzenbeck als Herr Sauerlich, der das Spiel seiner Frau augenscheinlich unterstützt, kommt mehr als sympathisch rüber, indem auch er lieber herzhaft als vegetarisch zulangt - dies in Konspiration mit seinem Sohn.

    Auch erwähnenswert finde ich Joachim Wolff, der den unnahbaren Kunstlehrer Dr. Pauling gibt. Empfindet man zunächst gegen diesen nur deshalb Abneigung, weil er seine Schüler wohl mehr schlecht als recht behandelt, so könnte einem später speiübel werden, als man erfährt, dass er praktisch der Kopf (und vor allem das Gehirn) der Diebesbande ist - pfuideivel.

    Am allerlustigsten finde ich hingegen dessen Bruder Paul Pauling, der von Hans Irle gesprochen wird. Die Szene, in welcher dieser mit den Sauerlichs (und »TKKG«) diniert, ist einfach nur köstlich - ich sage nur »gaumenschmeichlerisch«.

    Kommissar Glockner kommt in dieser Folge übrigens noch nicht zum Zug, da er sich auf einem Lehrgang befindet.

    »Die Jagd nach den Millionendieben« ist meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Jugend-Hörspiel - interessant, lustig bis witzig, spannend, schnell, kurzweilig und spontan. Ein toller Start einer Serie, die auch heute noch begeistert. Für jeden zwei Punkte. Zwei für Tarzan, zwei für Karl, zwei für Klößchen und zwei für Gaby. Ach ja, zwei für Hund Oskar, den unverzichtbaren Cocker-Spaniel.

    Natürlich volle Punktzahl - 10 Punkte.

  • Pädagogik/Psychologie war eines meiner Abiturfächer. Freud, superspannend, wurde immer wieder angeschnitten, die Abschlussprüfung war jedoch Carl Rogers gewidmet. Kam mir sehr entgegen, da ich Watzlawick weniger frequentierte

  • Ja, Sigmund Freud war schon ein ganz ganz Großer der Menschheit. Sein Beitrag für die Psychologie, Psychotherapie und Psychiatrie war immens wichtig. Wie viele Größen ihrer Zeit war auch er missverstanden und verkannt. Er und Viktor Frankl sind wirkliche Persönlichkeiten und wir können froh sein, dass ihre Arbeit zu einem Umdenken geführt hat. Die Hörspielserie rund um Freud habe ich auch sehr gerne gehört.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wir hatten damals in Soziologie auch einen ganz grauenhaften Lehrer. Da wollten wir einfach nur weg. Das Fach fand ich ansonsten schon spannend.

    In Latein war es ähnlich. Ich hatte einen Lehrer, den ich wirklich vergötterte. Ein ganz prima Kerl. Der war eigentlich schon pensioniert, hat aber umsonst weiter gemacht, da er uns noch durch Abitur bringen wollte. Ein ganz feiner alter Mann, von der alten Garde, aus Ostpreußen... mehr ein großväterlicher Freund. Ist letztes Jahr gestorben.

    Der Lehrer im anderen Lateinkurs hingegen muss wahrlich ein Brechmittel gewesen sein. Der Kurs wurde dann ziemlich schnell aufgelöst.

  • "Jammern auf höchstem Niveau!" - dieser Spruch fällt mir ein, wenn ich an das Hörspiel »Die tödliche Begegnung mit dem Werwolf« denke. Hierzu möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich mich (im Gegensatz zu vielen anderen) mit der zweiten Werwolf-Geschichte aus der Gruselserie von H.G. Francis (Hans Gerhard Franciskowsky) nie so recht anfreunden konnte.

    Mir ist die Story einfach nicht schlüssig genug und ich immer wieder an meine Grenzen stoße. Sicherlich kann man gerade von Erzählungen, die sich mit dem Übernatürlichen beschäftigen, kaum erwarten, dass alles von vorne bis hinten zusammenpasst. Eine gewisse Art von Logik sollte man aber auch bei Schauergeschichten dieser Art voraussetzen.

    Worum es geht: Das Ehepaar Aston, Vera und Henry, hat ein "ungeheures" Problem: In Vollmondnächten verwandelt sich Henry (angeblich) in eine blutrünstige Bestie - einen Werwolf - und geht auf Menschenjagd. Um genau dies zu verhindern, schließt Vera ihren verzweifelten Gatten (der beteuert, dass er doch nur einem Kind helfen wollte, als er sich mit dem Bösen infiziert hatte) im Keller des Hauses ein. So haben sie es schon öfters getan, auch wenn ihre Vorgehensweise wohl nicht immer von Erfolg gekrönt war. So erfährt man direkt in der Anfangssequenz, dass ein junges Paar, Susan und Ben, in einer Vollmondnacht von einem Werwolf angegriffen wurde. Während Susan mit dem Schrecken davonkam, hatte Ben die Werwolf-Attacke nicht überlebt. Die zuvor ängstliche Susan tauscht ihre Furcht gegen ein Gewehr ein und geht fortan selbst auf Werwolf-Jagd.

    Für die Astons bedeutet jeder Monat eine neue potentiell tödliche Herausforderung. Und auch wenn Henry schon Unglück beim "Kinderretten" (wohl in einem fernen Land - vielleicht sogar auf der Hochzeitsreise) hatte, so kommt nun auch noch Pech in Form von Veras Mutter Hethy (»Aber Engelchen ...«) sowie ihrer Tante Martha hinzu. Beide sind zu dieser mehr als ungünstigen Zeit (die nahenden Vollmondnächte) zu Besuch bei den Astons und machen dem bedauernswerten Ehepaar das Leben noch zusätzlich schwer. Und auch wenn die beiden alten Herrschaften mit ihrer Art Vera und insbesondere Henry den letzten Nerv rauben, so ist es doch vor allem die Neugier des schrulligen "Miss-Marple-Gespanns", welche die Astons mächtig ins Schwitzen bringt.

    Alle Versuche Veras, die beiden doch noch rechtzeitig loszuwerden, scheitern und es kommt, wie es kommen muss. Der Mond geht auf und Henry (übrigens wunderbar leidenschaftlich gesprochen von Wolfgang Draeger [Kommissar Glöckner aus »TKKG«]), der bereits kurz vor seiner Vollverwandlung in einen tranceartigen Zustand fällt, lässt sich von Vera erneut in den Keller einsperren. Dennoch werden weitere mysteriöse Morde verübt. Auf Grund dieser Tatsache ahnt der geneigte Hörer bereits jetzt, dass Henry für die Taten des Werwolfes eigentlich gar nicht verantwortlich sein kann - es sei denn, er hätte telepathische Fähigkeiten und könnte aus seinem Gefängnis heraus töten.

    Zählt man nun noch eins und eins zusammen und überlegt, wer ansonsten noch als Täter in diesem recht dünn besiedelten Hörspiel in Frage kommen könnte, wäre man eigentlich am meisten verblüfft, wenn es nicht die holde Gattin Vera selbst wäre, die Monat für Monat Blutbäder anrichtet. Ein Umstand, der meiner Ansicht nach genauso viele Fragen wie Antworten aufwirft.

    Wie um alles in der Welt kommt der gute Henry auf die grandiose Idee, selbst der Werwolf zu sein? Reinsteigern kann er sich zugegebenermaßen, aber wie erklärt er sich die weiteren mysteriösen Todesfälle durch den vermeintlichen Werwolf, wenn er doch in den Vollmondnächten im eigenen Keller eingesperrt war? Im Finale - nachdem der Werwolf getötet wurde - erfährt man durch ein Tonbanddokument, welches Vera zu gegebener Zeit angefertigt hatte, dass sie Henry in den Vollmondnächten in den Keller eingesperrt habe, um ihn vor ihr zu schützen.

    Sie ließ ihn demnach im festen Glauben, dass er der Werwolf sei und sie alles versuche, um ihn aus seiner verzweifelten Lage zu befreien. Sie erzählt ihm sogar, dass sie mit Fachleuten (Ärzten) gesprochen habe und gibt ihm somit immerhin eine vage Hoffnung auf eine Rettung. Einerseits kann man Vera zugutehalten, dass sie ihren Mann vor dem Werwolf (also vor sich selbst) schützt, indem sie ihn in den Keller einsperrt. Auf der anderen Seite ist es natürlich mehr als verwerflich von ihr, ihrem Mann dies alles vorzumachen, nur um selbst ihr "Werwolf-Spiel" weitertreiben zu können. Ob es reiner Egoismus oder doch eher die Liebe zu Henry war, der ihr Handeln beeinflusst, erschließt sich mir nicht ganz.

    Warum sagt Vera ihrem Mann nicht ganz einfach die Wahrheit? Gerade er hätte Verständnis für ihr "Werwolf-Problem" gehabt und ihr sicherlich auch geholfen (indem er sie in den Vollmondnächten einsperrt). Auch erfährt man später, dass (damals) lediglich Vera vom Werwolf gebissen wurde und Henry ihn wohl nur berührt habe. Somit hätte sich Henry doch zumindest stark wundern müssen, dass er die bösen Gene in sich trägt und nicht seine Frau, die immerhin bei der Begegnung (mit dem Werwolf) blutig verletzt wurde.

    Auch hätte er nach einem weiteren tödlichen Vorfall Spuren (allen voran Blutspuren) an sich selbst finden müssen, wenn er für die Tat verantwortlich gewesen wäre. Vera sagt ihm zwar, dass wohl niemand ihn mit Untaten des Werwolfes in Verbindung gebracht hätte - warum auch. Jedoch macht sie ihn ja auch auf der anderen Seite glauben, dass man ihn - den Werwolf - wegsperren müsse. Ein trauriges, jedoch in meinen Augen sehr unglaubwürdiges Spiel, was Mrs. Aston da mit Mr. Aston treibt.

    Eine weitere Ungereimtheit ist, dass auch Vera unzählige Spuren hinterlassen haben dürfte. Sie muss nach dem Töten doch stets blutüberströmt zu Hause eingetroffen sein. Wie hat sie das alles vor Henry verbergen können? Ich denke da zum Beispiel an den freundlichen Norman Bates aus Alfred Hitchcocks »Psycho«. Dieser war (im Film) eine gefühlte Ewigkeit damit beschäftigt, um die (Blut-)Spuren seiner Tat zu verwischen. Oder verfügt "Werwolf-Vera" etwa über einen "Lotus-Blut-Abperleffekt" am ganzen Körper, welcher eine "Après-Mord-Vollreinigung" überflüssig machen würde? Wie soll das Ganze überhaupt abgelaufen sein?

    CHECKLISTE VOLLMOND

    👉 1. den vor Angst zitternden Henry einsperren

    👉 2. aus dem Haus gehen

    👉 3. irgendwo die Metamorphose durchmachen

    👉 4. jagen & killen

    👉 5. sich rückverwandeln

    👉 6. nach Hause eilen

    👉 7. sich ausziehen

    👉 8. duschen

    👉 9. sich wieder anziehen

    👉10. Henry befreien

    👉 11. Henry eine Geschichte auftischen

    👉 12. Henry beruhigen

    👉 13. blutige Kleidung auf 60° waschen

    👉 14. auf den nächsten Vollmond warten

    ... und das Ganze von vorn. Wahnsinn, so ein verheirateter Werwolf hat es nicht leicht.

    Und Verlass auf die Polizei ist in dieser Gegend wohl auch eher Fehlanzeige. Auch finde ich es erstaunlich, wie viel Veras Mutter Hethy und ihre Tante Martha über Werwölfe wissen - Chapeau! Kommissar McCallun, der sogar gleich bei seinem ersten Besuch konkret auf eine lauernde Gefahr in den Vollmondnächten hinweist, scheint sich ebenfalls bestens mit dieser Legende auszukennen. Zur Stecke bringt er die Bestie jedoch nicht, das muss die eigene Mutter tun. Fragen über Fragen - so ganz will sich mir diese Geschichte einfach nicht erschließen.

    Nun zu einem weiteren Grund fürs "Jammern auf höchstem Niveau": Mit dem hohen Niveau meine ich die beiden sicherlich verdienten und ansonsten auch meist extrem guten Sprecherinnen Katharina Brauren (Mutter Hethy) und Gisela Trowe (Tante Martha).

    Vor allem die Auftritte der letztgenannten finde ich arg übertrieben und schlichtweg ein wenig nervig (um es nett auszudrücken). Ähnlich empfunden habe ich es bei ihrer Interpretation der Miss Melody in der Folge »Die drei ??? und die Perlenvögel« (Folge 39) sowie ihren Part als Frau Vossburger im Hörspiel »Ein Fall für TKKG - Die Stunde der schwarzen Maske« (Folge 25). Und sogar Tarzan (Sascha Draeger) reagierte auf ihr furchtbares Geschrei mit den Worten: »Aufhören. Das ist ja nicht zum Aushalten!« - er sprach mir aus der Seele.

    Auch Katharina Brauren, welche mir in allen anderen Hörspielen (beispielsweise Frau Rosalie Ebersbach (Karl May, »Der Ölprinz«), Mrs. Boogie (»Die drei und der Karpatenhund«)) eigentlich sehr gut gefällt, kann mich hier als Hethy auch nicht wirklich überzeugen. Auch bei ihr ist es dieser permanente und maßlos übertriebene Übereinsatz - vor allem an Geschrei, welcher einen schalen Beigeschmack hinterlässt und das Gesamtergebnis irgendwie unschön wirken lässt.

    »Die tödliche Begegnung mit dem Werwolf« ist an sich ein durchaus spannendes Hörspiel, welches (mich) aber leider inhaltlich nicht so ganz überzeugen kann und zudem mit den unangenehmsten "Geräuschen" von Frau Brauren und Frau Trowe überfrachtet beziehungsweise sogar übersteuert wurde. Positiv hervorheben möchte ich jedoch noch die interessante Erzählweise in der Retrospektive (auf einen Erzähler wurde also verzichtet), welche ansonsten in keinem anderen Hörspiel der Gruselserie verwendet wurde.

    8 von 10 Punkten für diese Beißerei.

  • Henry weiß ja nicht wenn er sich „halb verwandelt“ was er macht und wie es ihm geht. Deshalb ist er ja so verunsichert. Und Vera fragt bei den Ärzten ja nicht (nur) wegen Henry, sondern in erster Linie wegen sich selbst. Das sie Henry nicht wegen sich selbst aufklärt, ist für mich logisch, denn dass würde ihn ja noch mehr verunsichern und er würde sich dann wegen ihm selbst und wegen ihr Sorgen machen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • »Edgar Wallace Legends (4) Die Bande des Schreckens«

    Erst einmal muss ich sagen, dass das Hörspiel handwerklich sehr gut gemacht ist und durchaus Freude bereitet.

    Natürlich kommt man nicht umhin, es mit der Maritim-Version aus den 80ern zu vergleichen. Diese besticht natürlich sofort durch ein Star-Aufgebot wirklich exzellenten Sprecher, wie beispielsweise Henry Kielmann, Rolf Jülich, Manfred Schermutzki oder auch Gerda Gmelin als Lady Revelstoke.

    Aber wir wollen fair bleiben, denn auch die aktuellen Sprecher machen ihre Sache sehr gut und sind sehr ambitioniert bei der Arbeit.

    Punktet das Maritim Hörspiel also durch die vertrauten Sprecher sowie die lieb gewonnenen Musiken von damals, so ist man hier erfreulicherweise deutlich näher am Original des alten Meisters aus der Fleet Street.

    Dies jedenfalls über weite Strecken, auch wenn man leider aus mir unerklärlichen Gründen dann doch hin und wieder davon abweicht... was ich als sehr schade empfinde, da ich mich als Leser der Romane zuvor pudelwohl fühlte.

    (Quelle: holysoft)

    Hier zwei, drei Beispiele, die mir auffielen:

    Die Bande des Schreckens. Gut es ist eine Bande, aber sowohl im Buch als auch bei Maritim hat man diese Tatsache richtigerweise - um den Spannungsbogen so lang als möglich zu halten - erst einmal eher außen vor gelassen. Und genau das war ja eigentlich das Spannende an der Rache des gehenkten Clay Shelton, nämlich dass man wirklich erst einmal annahm, es würde tatsächlich spuken... der Hingerichtete aus dem Grabe steige, um seine Todesliste abzuarbeiten.

    Auch wenn es nicht im Detail auseinander gesetzt wird, erfährt man hier bereits nach kürzester Zeit, dass es sich um eine Bande handelt. Und selbst als Nora Sanders den Begriff »Die Bande des Schreckens« so ganz nebenbei benutzt, fragt man sich als Edgar-Wallace-Leser, woher sie das denn eigentlich schon wissen konnte. Hier hat man Spannung verschenkt, welche einem der Autor auf dem Silbertablett lieferte.

    Auch kommt Mrs. Revelstoke, die eigentliche Übeltäterin, hier relativ blaß rüber. Nicht dass sie schlecht von der Sprecherin dargestellt würde, nein, sie ist einfach zu wenig präsent. Schade.

    Am Schlimmsten jedoch finde ich, dass man Auflösung und Schluss ganz anders präsentiert als im Buch, ein alternatives Ende sozusagen. Auch spektakulär, aber nicht so spektakulär wie im Original. Der letzte Schuss trifft hier jemand anderen. Der Freitod des Missetäters entfällt komplett. Wiederum Schade.

    Also, obwohl man näher am Roman war, war man es vor allem im Finale dann inkonsequenterweise doch nicht. Und ich frage mich wirklich, warum das so gemacht wurde.

    Aber das alles klingt wesentlich übler, als es wirklich ist. Verzichtet man auf den Anspruch der Originaltreue, so erhält man ein spannendes und sehr kurzweiliges Hörspiel, welches man auch bestimmt öfters hören möchte. Abgesehen vom Angesprochenen war der erste Eindruck wirklich durchaus positiv.

    Die Sprecher sind gut, die Hintergrundgeräusche sind gut, die Musiken gefallen mir, da sie auch nicht zu bombastisch daherkommen... und die Story ansich ist ohnehin unschlagbar.

    Ich gebe 7 von 10 Punkten.

  • »Insel-Krimi (5) Langeooger Dünenblut«

    von Frank Hammerschmidt ( Tolkien )

    Um es gleich vorweg zu nehmen, so richtig viel Blut gab es in diesem Hörspiel eigentlich nicht. Floß überhaupt ein einziger Tropfen? Aber egal, Blut wird sowieso total überbewertet.

    Viel mehr geht es hier wohl um Atmosphäre... und der geneigte Zuhörer wird wahrlich hierzu eingeladen, und zwar in eine ganz wohlige... denn das Hörspiel sprudelt gerade zu von einer eben solchen.

    Wie in allen anderen »Insel-Krimis«, die ich bis dato gehört habe, scheint genau dies das Kernelement zu sein und somit erlebt man nicht nur eine nette Kriminalgeschichte, sondern auch eine tolle kleine Auszeit vom Alltag und all seinen Sorgen... wobei das Wort »nett« hier wirklich nur positive gemeint ist. 😃

    Wiederum ist auch dieser Fall bzw. diese Geschichte nicht allzu kompliziert, was einem im Hinblick auf besagte Auszeit herrlich zu Gute kommt. Wer will sich schon immer in einen weit verschachtelten Plot hineindenken, bestenfalls noch mit 30 verschiedenen Charakteren? Nein, hier wird das Ganze übersichtlich gehalten und auch die Laufzeit von knapp einer Stunde inkl. des tollen Liedes »Ein bisschen mehr Meer« von Plotzka (der Name erinnert mich irgendwie an TKKG) empfand ich als sehr angenehm. 👍

    Kurz worum es geht: Steffen Wiesner ist ausgebrannt und hatte obendrein noch einen Herzinfarkt, welcher ihn zu den Entschluss kommen ließ, seinen Job an den Nagel zu hängen. Mit seiner Frau Lena (Roehl-Wiesner; warum nicht mal ein Doppelname) wagt er das Abenteuer und entert die kleine beschauliche Insel Langeoog. Besser gesagt, er bezieht das Haus, welches ihm seine Patentante freundlicherweise hinterlassen hat... dies sehr zum Verdruss ihrer holden Tochter, welche wahrhaftig keinerlei Anstalten macht, diesen Umstand mit netten Worten zu verzieren. Diese ist auch vor Ort, womit schon mal eine gehörige Portion Sprengstoff auf der Insel vorhanden ist.

    Ach ja, und dann ist da noch Hans-Dieter Berg, welcher sich aber nur »Dieter« schimpfen lässt. Dieser ist zu Anfang sehr aufdringlich und ich dachte mir zuerst, dass Nachbar Dieter wohl keine gute Wahl in Bezug auf Steffens Gesundheit ist. Aber dieser erweist sich als guter Freund.

    Für ein kleines bisschen mehr Power sorgt Lenas Bruder Jonas, der mit seiner großen Klappe auch schon mal aneckt, aber ansonsten das Herz am rechten Fleck hat... außerdem scheint er sich für einen Detektiv zu halten.

    Nett ist es wie gesagt, Lena erkundet mit Jonas die Insel, die Vögel zwitschern bzw. Möwen schreien... Steffen widmet sich seiner einstigen Leidenschaft, der Malerei. Kann er hiermit Geld verdienen? Egal... Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis der erste Tote... Aber hier ist Schluss... »Hört Euch das Weitere gefälligst selbst an!« 😉

    Mir hat »Langeooger Dünenblut« jedenfalls sehr gut gefallen. Genau das Richtige, um abzuschalten und sich vielleicht sogar in Urlaubsstimmung zu bringen. Ein Mordfall unter Wohlfühlatmosphäre, in einer tollen Umgebung, welche man sich im Kopfkino relativ gut ausmalen kann... tolle Sprecher, die man von Anfang an mag. Klare Empfehlung.

    Ich gebe 9 von 10 Punkten. 💪

    Edited once, last by chp73 (July 12, 2026 at 7:11 AM).

  • Vielen Dank, chp73 . Christoph hatte damals auch bemängelt, daß es erst so spät im Hörspiel einen Toten gab. Ich habe mich bei den weiteren Folgen angestrengt, eher zu morden ^^. Das Langeooger Dünenblut bezieht sich auf das Blut, das in Hennings Adern fließt. Er ist eben ein echter Langeooger Jung!

  • Vielen Dank, chp73 . Christoph hatte damals auch bemängelt, daß es erst so spät im Hörspiel einen Toten gab. Ich habe mich bei den weiteren Folgen angestrengt, eher zu morden ^^. Das Langeooger Dünenblut bezieht sich auf das Blut, das in Hennings Adern fließt. Er ist eben ein echter Langeooger Jung!

    Hallo Frank,

    dass der Tote erst nach einer halben Stunde in Spiel kam, empfand ich jetzt gar nicht als Mangel.

    Mir hat die Geschichte gefallen, genau so wie sie ist.

    Ist ja auch gar nicht so einfach, sich immer was neues auszudenken.

    Ist es eigentlich schon mal vorgekommen, dass Du etwas geschrieben hast, wo jemand sagt »Halt, hier hast Du praktisch meine Geschichte kopiert. Das was Du geschrieben hast, ist einfach zu ähnlich zu meinem XY...«

    Schon mal passiert?

  • Nein, das ist noch nicht vorgekommen. Allerdings ist es mir passiert, daß eine Szene aus einem Film unbewußt bei mir eingeflossen ist. Das fiel "MonsterAsyl" aus dem Hörgrusel-Forum auf. In dem Film "American Monster" gab es wohl eine Szene, die auf einem Hochhaus stattfand, auf dessen Dach sich ein Pool mit badenden Frauen befand. In meinem ersten Geister-Schocker 101 "Angriff der Todesvögel" gab es eine ähnliche Szene. Da ich den Film auch tatsächlich gesehen habe, hat sich die Szene unbewußt hereingemogelt.

  • Also man hat eine gute Idee, schreibt ein Skript (was ja wahrscheinlich noch nicht mal sooo lang sein muss) und reicht es dann bei Contendo ein.

    Wenn es denen gefällt, setzen sie es irgendwann mal um. Kann man sich das so vorstellen?

    Bist Du denn dann bei den Aufnahmen auch manchmal vor Ort? Hast Du Einfluss darauf, wer was spricht oder was überhaupt von Deinen Buch umgesetzt wird (manches wird ja bestimmt auch rausgestrichen, oder)?

    Ich stell mir das total stark vor, wenn man dann irgendwann sein eigenes Hörspiel hören kann?

    Tolle Sache...👍

  • Ich habe 2018 mein Skript zu Kroatisches Grauen an Dreamland Grudel, Contendo und Audionarchie geschickt und Contendo hat zugeschlagen. Ich kannte Christoph Piasecki und Patrick Holtheuer schon von einem Forentreffen im Jahr 2010. Das Skript für einen 60Minüter sollte aus 10000 Wörtern bestehen. Da die Skripte lektoriert werden, muß auch schonmal eine Dialogzeile weichen. Einmal sogar während der Aufnahme, weil der Satz zu "explizit" für die Sprecherin war. ^^

    Ich mache durchaus Vorschläge, wer meine Figuren sprechen soll, oft klappt es auch, aber natürlich nicht immer. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden mit den ganzen Besetzungen bei den verschiedenen Labeln.

    In diesem Jahr war ich aber das erste Mal bei Aufnahmen dabei, und zwar in Eberswalde, als mein Star Trek Fanhörspiel aufgenommen wurde. Das war natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, zumal das Ganze ja auch noch mitgefilmt wurde.

    Hinter dem Wurmloch

    Ich habe vor, auch mal bei Contendo bei den Aufnahmen vor Ort zu sein. Mal schauen, bei welcher Gelegenheit es sich mal ergibt.

    Ja, es ist tatsächlich ein schönes Gefühl, wenn die eigenen Figuren zum Leben erweckt werden. Aber das war es auch schon bei den Hörspielen, die ich für das Hörspielprojekt und Co. verfasst habe. Wenn ich da an meinen Erstling "Das Mayfield-Pensionat" denke. Das war schon toll. Natürlich ist es jetzt nochmal etwas anderes, wenn die Rollen von Leuten gesprochen werden, die Gary Oldman, Daniel Craig, Julia Roberts oder Chloe Moretz ihre Stimme leihen.


    P.S. Übrigens hat Tom Sielemann, den man im Video als "Nummer 1" sehen kann, auch die Hauptrolle in meiner nächsten Fantasy Tales gesprochen, die in 14 Tagen erscheinen wird.

  • »Die drei ??? (236) Im Bann des Barrakudas«

    Diese Folge hat mir wieder mal ganz gut gefallen. Gott sei Dank, denn nach meinem gestrigen Hörerlebnis »Geheimnis der sieben Palmen« war ich doch etwas enttäuscht. Das ist natürlich Jammern auf sehr hohem Niveau, jedoch gefallen mir per se Folgen besser, die einen - wenn auch geringen - mystischen Touch haben und vor allem nicht nur drinnen spielen.

    Hier war es gut. Ein Magier, vor Ewigkeiten verstorben, der plötzlich wieder auftaucht und seine eigene Fanbase hat. Dabei gestalten sich die Erscheinungen auch noch relativ spektakulär... auf einem Gelände, welches sowohl von den Anhängern des besagten, wie auch von Investoren beansprucht wird, die auf selbigen ein großes Einkaufszentrum errichten wollen. Zudem spukt es noch um die Geisterstunde... also alles gute Zutaten.

    Und dann gibt es da noch eine recht kesse Auftraggeberin, die Bob von früher her kennt und die ihn »Bobo« nennt. Ihre Stimme ist mit Sicherheit nicht Jedermanns Bier... mir gefällt sie ganz gut, da auf jeden Fall Wiedererkennungswert besitzt.

    Mich erinnert das Ganze ein wenig an die »singende Schlange« und in der Tat kommt bei den nächtlichen Aktionen der Drei ein gewisses »Torrent-Canyon«-Feeling auf.

    Freilich gibt es nie etwas wirklich Übernatürliches bei den »Drei ???« und nicht einmal Peter lässt sich dieses Mal von etwaigen ins Bockshorn jagen. Aber ich finde es immer schön, wenn es wenigstens mal wieder potentiell gruseln könnte.

    Natürlich - und das ist ja meistens so - entpuppt sich auch dieser Fall um den toten Magier als hahnebüchende Story... und man glaubt wirklich nicht, was sich die Bösewichte einfallen lassen, um ans Ziel zu kommen.

    Aber seien wir ehrlich, hiervon können sich ebenso die frühen Folgen nicht freisprechen.

    Auch dieser Output Nr. 236 geht wieder recht lang, fast 80 Minuten... also etwa 10 Minuten länger, als diese Jack Arnold Schinken von damals, wie beispielsweise »Tarantula«. Und ja, auch hier ist wieder einiges an Füllmaterial dabei, jedoch hält es sich in Grenzen.

    Alles ist gut zu verstehen und auch die Musiken passen sehr gut hin, wo sie sind.

    Doch, »Im Bann des Barrakudas« hat mir gut gefallen und macht Lust auf mehr.

    Lustig finde ich, dass ich erst gefühlt eine halbe Stunde googeln musste, bis ich im Netz einen Barrakuda fand, der so aussah, wie auf dem wie ich zugeben muss sehr ansprechendem Cover. Auf den ersten Blick hätte ich nämlich gedacht, es sei ein Piranha. Die Ähnlichkeit ist da. Schaut mal nach.

    Gute 7 von 10 Punkten für diese Raubfisch-Folge.

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