Sprecherinnen im (Hörspiel-)Talk-Studio: Folge 76 Astrid Kollex

  • Eine weitere Sprecherin für das Talkstudio.

    In Folge 76 schauen wir auf Astrid Kollex

    Astrid Kollex – Wikipedia

    Kurzer Überblick:

    Astrid Kollex (*1946) ist eine deutsche Synchronsprecherin, Dialogregisseurin und Hörspielsprecherin.

    Bekannt wurde sie vor allem durch prägnante Synchronrollen, u. a. als Schlumpfine (Die Schlümpfe) sowie als Stimme von Adrianne Lesniak (Justine Miceli) in New York Cops – NYPD Blue und Erica Connelly (Christina Haag) in Providence. Darüber hinaus war sie in zahlreichen Serien und Filmen in vielen Episodenparts zu hören und führte auch Dialogregie bzw. schrieb Dialogbücher (z. B. für Dead Zone, Mutant X, Dune – Der Wüstenplanet oder Agatha Christie’s Marple).

    Im Hörspielbereich ist sie besonders präsent in den klassischen Europa-Produktionen: als Rabe Raps in Flitze Feuerzahn, als Babsi Boing Boing in Holle Honig, als Popi in Popeye und als Bellfree in Filmation’s Ghostbusters. Dazu kommen zahlreiche Auftritte in Serien wie Die drei ???, TKKG, Fünf Freunde, Asterix sowie als Mamsell in den Hanni-und-Nanni-Folgen der 1980er Jahre – und sie ist sogar bis in die jüngsten Jahrgänge hinein (bis 2025) weiterhin in Hörspielen aktiv.

    Nun ihr:

    Mit welcher Rolle verbindet ihr Astrid Kollex ganz persönlich am stärksten – Schlumpfine, Rabe Raps, Babsi Boing Boing oder eine ganz andere Stimme?

    Habt ihr sie zuerst im Synchron (z. B. NYPD Blue, Providence, Die Schlümpfe) oder im Hörspiel (Europa-Klassiker) wahrgenommen?

    Welche ihrer Hörspielrollen ist euch bis heute besonders im Gedächtnis geblieben – und warum gerade diese?

  • Hier ist Astrid Kollex als Babsi Boing Boing zu hören:

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  • Astrid Kollex – Eine Stimme, die viele Hörspiele mitgeprägt hat

    Astrid Kollex gehört für mich zu den Sprecherinnen, deren Stimme man sofort wiedererkennt, auch wenn man den Namen vielleicht nicht immer direkt präsent hat. Gerade das macht sie für mich so bemerkenswert. Sie ist eine dieser festen Größen, die über viele Jahre hinweg in ganz unterschiedlichen Bereichen gearbeitet und dabei unheimlich viele Figuren mit Leben gefüllt hat. Vielen dürfte sie vor allem aus der Synchronisation bekannt sein, etwa als Schlumpfine in Die Schlümpfe, aber auch im Hörspielbereich hat sie für mich ganz klar ihre eigenen, bleibenden Spuren hinterlassen.

    Was ich an Astrid Kollex besonders schätze, ist diese angenehme Mischung aus Klarheit, Wärme und zugleich einer gewissen Lebendigkeit in der Stimme. Sie konnte freundlich und herzlich klingen, aber genauso gut energisch, frech oder bestimmt. Genau dadurch funktionierte sie in so vielen verschiedenen Rollen. Ihre Stimme hatte etwas Unverwechselbares, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Sie war präsent, aber nie aufdringlich – und gerade das ist ja oft die eigentliche Kunst.

    Im Hörspielbereich ist Astrid Kollex für mich vor allem mit den klassischen Europa-Produktionen verbunden. Besonders schön finde ich ihre Arbeit in Flitze Feuerzahn, wo sie als Rabe Raps eine Figur gesprochen hat, die man einfach gern hört. Diese Rolle hatte Witz, Tempo und Charakter, und genau das hat sie sehr schön transportiert. Auch in Holle Honig als Babsi Boing Boing oder in Popeye als Popi zeigt sich, wie wandelbar sie war. Das sind Rollen, die sofort Farbe in eine Produktion bringen und die zeigen, wie viel Atmosphäre eine gute Sprecherin allein durch ihren Tonfall erzeugen kann.

    Dazu kommen ihre vielen Einsätze in bekannten Reihen wie TKKG, Die drei ???, Fünf Freunde, Hanni und Nanni, Asterix oder auch Larry Brent. Gerade bei diesen Serien mag ich es immer sehr, wenn einem solche vertrauten Stimmen begegnen, weil sie sofort dieses typische Hörspielgefühl auslösen. Astrid Kollex war für mich genau so eine Stimme. Selbst wenn sie nicht die Hauptrolle sprach, hatte sie doch immer etwas Prägnantes. Man hat sie wahrgenommen, und oft sind es gerade diese Nebenrollen, die einer Folge erst das richtige Profil geben.

    Bemerkenswert finde ich außerdem, wie breit ihr Einsatzfeld war. Sie konnte Kinderhörspiele ebenso überzeugend tragen wie spannendere oder phantastische Stoffe. Bei Europa war sie in sehr vielen Produktionen vertreten und hat dort Figuren gesprochen, die ganz unterschiedlich angelegt waren – mal humorvoll, mal geheimnisvoll, mal resolut. Das zeigt für mich, wie vielseitig sie gewesen ist. Sie war eben nicht auf einen bestimmten Ton festgelegt, sondern konnte sich sehr gut in verschiedene Welten einfügen.

    Für mich ist Astrid Kollex deshalb eine Sprecherin, die man nicht nur wegen einzelner Rollen würdigen sollte, sondern wegen ihres gesamten Beitrags zur Hörspielwelt. Sie gehört für mich zu den Stimmen, die viele Produktionen der Achtziger und darüber hinaus ganz selbstverständlich mitgetragen haben. Vielleicht ist sie nicht immer die erste, über die gesprochen wird, aber genau solche Sprecherinnen sind es, die Hörspiele auf Dauer so reich, lebendig und erinnerungswürdig machen. Astrid Kollex ist für mich daher ganz klar eine dieser Stimmen, die geblieben sind.

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