Mir fällt auf, dass es in letzter Zeit zwar massig Hörproben, also 1:1 Ausschnitte aus dem Hörspiel gibt, gibt, aber einen klasse gemachten Trailer mit einigen Szenen künstlerisch zusammen geschnitten und einem Sprecher untermalt, gibt es leider nicht. Zu viel Arbeit und Aufwand???
ich selbst mache meistens einen Bogen um Trailer, Teaser und Hörproben, möchte mich nicht Spoilern lassen und werde lieber überrascht. Trotzdem gibt es vereinzelt Fälle wo ich doch so neugierig bin, dass ich mir Hörproben anhöre. Aber es sind die Ausnahmen. Und heute wo man ja nicht die Katze im Sack kaufen muss, sondern via Streaming sofort und ohne 10€ vorher für die CD zu zahlen hat, Hören darf, ist ein Probehören über einen kleinen Ausschnitt im Grunde nicht mehr notwendig.
Das zweite Zitat ist ja eigentlich die beste Antwort für das erste.
Wie haben noch für fast die ganze Brandis-Serie vorab einzeln solche Trailer produziert. Mit extra Musik, oft extra aufgenommenen Erzählertexten und einer Spannungsdramaturgie. Siehe Anhang, wir hatten sogar mal einen "Supertrailer" produziert und Klaus Sonnenschein (!) dafür als Erzähler eingesetzt. Das PDF anbei zeigt, wie viel Konzeptaufwand da rein ging. Aber beim Raumkadett schon sagte das Label "Hörprobe reicht auch", damit fiel das weg. Bei "und auf Erden Stille" haben wir nochmal aufwenig einen Videotrailer produziert. Aus diesen Erfahrungen lassen sich die Gründe ableiten, sie sind wohl die Kombination von folgenden Einzelpunkten:
- In der Streamingära muss sich jede Werbemaßnahme in einem massiven Zuwachs an entweder Streams oder öffentlicher Reaktion -- idealerweise beidem -- spiegeln, sonst drückt der hohe Arbeitsaufwand das Erreichen der schwarzen Null zeitlich nach hinten. Daher die erste Frage jedes Mal: wird ein Trailer das ermöglichen?
- Trailer lohnen sich, wenn da draußen ein Publikum ist, das wartet. Oder das neugierig ist auf Unbekanntes. Beides inzwischen deutlich weniger spürbar.
- Reaktionen auf gut gemachte Trailer bleiben aus. Wer einen macht, bekommt kein Feedback; früher war die Reaktion ja vielleicht noch ein Kauf, aber direkt konnte man das ja nicht darauf zurückführen. Heute noch weniger. Aber Hörer unterschätzen die überproportionale Wirkung, die eine Reaktion hinterlässt: plötzlich hat man nicht mehr "ins Leere da draußen produziert". Das macht was aus.