Der Musik-Talk Teil 41 - Prince

  • Lassen wir 2025 nicht verstreichen ohne noch einen ehemaligen Weltstar der Musikszene auf die Bühne zu bitten. Die Rede ist von niemand Geringerem als von


    PRINCE

    Prince – Wikipedia

    Lasst uns gemeinsam ein wenig in unseren persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen rund um Prince schwelgen. Was sind so Eure Gedanken und Assoziationen rund um diesen Sänger? Was sind Eure ersten Begegnungen? Und welche Lieder habt ihr in Euer Herz geschlossen? <3


    #band#

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Tja Prince.Ein Genie der soviele Instrumente beherrschte.Leider immer etwas im Schatten von Michael Jackson.Mir persönlich wurde er mit Purple Rain ein Begriff,viele gute Songs aber für mich nie so mein Geschmack.Ausnahmen wie When Doves Cry,1999 oder Diamond and Pearls.Ein ganz großer der Musikgeschichte.

  • Prince - Der Maßstab für Freiheit, den man erst begreift, wenn man ihn hört

    Bei Prince ist es für mich unmöglich, nüchtern zu bleiben. Das ist keiner dieser Künstler, die man einfach „kennt“, deren größte Hits man abhakt und dann zum nächsten Punkt übergeht. Prince ist ein Kosmos. Einer, der sich ständig entzieht, der widersprüchlich ist, unbequem, manchmal überfordernd – und genau deshalb so unfassbar wichtig. Und trotzdem: Mein persönlicher Einstieg in diese Welt war kein Achtziger-Jahre-Flash, kein Purple Rain in Endlosschleife, sondern ein Album aus den 2000ern. Musicology.

    Dieses Album war für mich so etwas wie ein Türöffner. Nicht, weil es sein radikalstes Werk wäre – im Gegenteil –, sondern weil es mir gezeigt hat, was Prince im Kern ausmacht: diese unglaubliche Selbstverständlichkeit, mit der er Musik atmet. Musicology klang für mich wie ein Künstler, der nichts mehr beweisen muss, der sich zurücklehnt und sagt: „Das hier bin ich. Nehmt es oder lasst es.“ Und genau diese Haltung hat mich gepackt. Erst darüber bin ich rückwärts gegangen, habe mich durch die Achtziger, die Neunziger, die obskuren Alben, die symbolische Phase, die Irrwege und die Meisterwerke gehört.

    Ich habe vor einigen Jahren auch seine Biografie gelesen – und die hat vieles noch einmal in ein anderes Licht gerückt. Beim Lesen wird erst richtig greifbar, wie bewegt, wie widersprüchlich und wie fordernd dieses Leben gewesen ist. Diese frühe Getriebenheit, der permanente Schaffensdrang, die Rastlosigkeit, aber auch die Einsamkeit hinter all dem Genie. Die Biografie vermittelt sehr eindrücklich, dass Prince kein „exzentrischer Popstar“ war, sondern ein zutiefst arbeitender Künstler, ein Besessener im besten wie im tragischen Sinne. Danach hört man seine Musik anders – mit mehr Respekt, mehr Verständnis und mit dem Gefühl, einem wirklich begnadeten Musiker begegnet zu sein, der alles in seine Kunst gelegt hat.

    Was mich an Prince bis heute fasziniert, ist diese totale Kontrolle – und gleichzeitig diese totale Freiheit. Er war Sänger, Songwriter, Produzent, Arrangeur, Multiinstrumentalist. Er war Bandchef und Einzelkämpfer. Und man hört das. Nicht im Sinne von technischer Angeberei, sondern in dieser klaren Handschrift: Jeder Song klingt nach Prince, egal ob Funk, Rock, Soul, Jazz, Pop oder etwas, das man gar nicht benennen kann. Bei ihm wirkt nichts zusammengesucht. Alles gehört zusammen, weil es aus einer Person kommt.

    Und dann diese Stimme. Dieses Falsett, das provoziert, verführt, irritiert. Diese tiefe, dunkle Stimme, die plötzlich Autorität hat, fast predigend wirkt. Diese Brüche innerhalb eines Songs, innerhalb einer Zeile. Prince konnte in Sekunden zwischen Sexualität, Spiritualität, Ironie und Ernst wechseln – und es klang nie konstruiert. Für mich war das immer ein Zeichen von echter Größe: Wenn jemand Dinge zusammenbringt, die eigentlich nicht zusammengehören, und es fühlt sich trotzdem vollkommen richtig an.

    Prince war aber nie nur Musik. Er war Haltung. Sein Kampf gegen die Musikindustrie, gegen Warner, gegen Besitzverhältnisse an der eigenen Kunst – das war kein PR-Gag. Das war bitterer Ernst. Dieses Symbol, diese Phase als „namenloser Künstler“, dieses „Slave“ im Gesicht – das war unbequem, manchmal auch schwer nachvollziehbar, aber rückblickend unglaublich konsequent. Er wollte frei sein. Und er war bereit, dafür Image, Erfolg und Komfort zu opfern. Das rechne ich ihm hoch an, gerade in einer Branche, in der Anpassung oft der einfachere Weg ist.

    Natürlich war er nicht immer einfach. Prince konnte arrogant wirken, verschlossen, kontrollierend. Er ließ wenig Nähe zu, schottete sich ab, bestimmte alles. Aber auch das gehört für mich zu diesem Gesamtbild: Er war kein Everybody’s Darling. Er wollte keiner sein. Und vielleicht konnte er gar nicht anders, weil diese innere Spannung, dieser Druck, diese Rastlosigkeit der Motor seiner Kreativität war.

    Sein Tod 2016 hat mich überraschend hart getroffen. Nicht, weil ich jeden Tag Prince gehört hätte, sondern weil plötzlich klar war: Da ist jemand gegangen, der nicht ersetzbar ist. Kein „Erbe“, kein Nachfolger, kein neues Genie wird diese Lücke füllen. Prince war singulär. Und wenn man heute sieht, wie viel unveröffentlichtes Material noch existiert, wie riesig dieses Archiv ist, dann wird einem erst richtig bewusst, in welchem Maßstab er gedacht und gearbeitet hat.

    Für mich bleibt Prince ein Künstler, den man nicht „fertig hört“. Einer, zu dem man immer wieder zurückkehrt, in unterschiedlichen Lebensphasen, mit unterschiedlichen Erwartungen – und jedes Mal etwas anderes findet. Musicology war mein Einstieg. Purple Rain mein Aha-Moment. Sign “☮” the Times mein Staunen. Und dazwischen und danach: unzählige Songs, Phasen, Brüche.

    Prince war kein perfekter Mensch. Aber er war ein Maßstab. Für künstlerische Freiheit, für Konsequenz, für Eigenständigkeit. Und ich bin sehr dankbar, dass ich ihn – wenn auch spät – für mich entdecken durfte.

  • Über dieses Album bin ich überhaupt erst zu Prince gekommen.

    Prince - Musicology (2004)

    Musicology fühlt sich für mich an wie ein bewusst gesetzter Schritt zurück auf festeren Boden – nicht als nostalgische Kapitulation, sondern als ein Album, das wieder an den Kern erinnert, warum Prince überhaupt eine eigene Galaxie im Pop ist. Nach den zuvor eher verkopften, teils sperrigen Ausflügen wirkt dieses Werk wie ein geöffnetes Fenster: weniger Labyrinth, mehr direkte Ansprache. Gleichzeitig ist es kein „Zurück zu Purple Rain“-Kniefall, sondern eher ein: „Ich weiß noch, wie man Räume füllt – aber ich entscheide selbst, wie.“

    Der Titel ist Programm: Musicology ist eine Liebeserklärung an die Herkunft. An Funk als DNA, an Soul als Haltung, an das Handwerk von Songs, die nicht nur entstehen, sondern stehen bleiben. Prince klingt hier nicht wie jemand, der verzweifelt auf Relevanz schielt – eher wie jemand, der sich seine eigene Relevanz nimmt, indem er das Fundament neu poliert: Groove, Hook, Charisma, dieses typisch Princige Augenzwinkern, das gleichzeitig verführt und kommentiert.

    Und doch bleibt da diese interessante Spannung: Das Album will feiern, aber es trägt diese leise, erwachsene Nachdenklichkeit in sich. Es ist Party mit Stirn in Falten, Tanzfläche mit Blick nach innen. Man spürt, dass Prince hier nicht mehr der unberechenbare Grenzsprenger um jeden Preis sein will – er ist der Meister, der aus Erfahrung wählt. Für manche mag genau das weniger aufregend sein. Für mich ist es gerade deshalb faszinierend: Musicology ist Prince, der sich selbst nicht beweisen muss – und trotzdem immer wieder Momente hat, in denen er es ganz nebenbei tut.

    Klanglich ist das Album erstaunlich „aufgeräumt“ – und genau das macht es so zugänglich. Die Grooves sind klar, die Arrangements wirken kontrollierter als in manch anderen Phasen, und vieles atmet Live-Energie, weil die Band spürbar eine Rolle spielt. Es ist kein überproduzierter Hochglanz, sondern ein Sound, der an Classic-Funk-Ästhetik andockt: Bass und Gitarre sitzen satt, Bläser setzen Akzente, Drums treiben eher organisch als futuristisch.

    Der Titeltrack rollt mit dieser selbstbewussten Funk-Lässigkeit, als würde Prince eine Tür aufstoßen und sagen: „Kommt rein, hier spielt Musik.“ Illusion, Coma, Pimp & Circumstance hat diesen verschmitzten, schmutzigen Prince-Humor, der nicht geschniegelt, sondern pointiert ist – und gerade dadurch sexy bleibt. Und dann gibt es diese Momente, in denen der Sound fast bewusst „alt“ wirken darf, nicht als Schwäche, sondern als Statement: Prince als Kurator seiner eigenen Einflüsse.

    Spannend finde ich, dass Musicology auch dann funktioniert, wenn es nicht ständig neue Tricks aus dem Ärmel schüttelt. Es ist weniger Experiment, mehr Handwerk – aber Handwerk auf einem Niveau, bei dem selbst „Routine“ noch nach Magie riecht. Und wenn das Album Schwächen hat, dann dort, wo ein paar Ideen nicht ganz die Sprengkraft entwickeln, die Prince’ Vermächtnis im Hintergrund automatisch mitschwingen lässt. Doch selbst dann bleibt es musikalisch so souverän, dass ich eher von „nicht maximal“ als von „nicht gut“ spreche.

    Prince’ Stimme wirkt hier wie eine Mischung aus Charmeur und Chronist. Er singt nicht mehr mit dieser permanenten „Ich bin der Skandal“-Energie früherer Jahre, sondern mit einer abgeklärteren Präsenz. Das heißt nicht, dass Erotik fehlt – sie ist nur eleganter verpackt, mehr Andeutung als Ausrufezeichen. Diese Zurückhaltung macht Musicology in vielen Momenten sogar intensiver, weil sie Raum lässt.

    Textlich bewegt sich Prince zwischen Selbstreflexion, Gesellschaftsbeobachtung und diesen typisch spielerischen Pointen, die man nur ihm durchgehen lässt, weil er sie so leichtfüßig serviert. Besonders reizvoll sind die Stellen, in denen er mit Rollenbildern, Macht, Begehren oder Moral spielt – nicht immer als tiefes Essay, aber als popmusikalische Miniaturen mit Haltung.

    Und dann sind da die Balladen: Prince konnte langsame Songs schon immer so schreiben, dass sie nicht nur „schön“ sind, sondern eine Art körperliche Wärme haben. Auf Musicology erscheinen diese Momente wie kleine Inseln – weniger Drama, mehr Intimität. Wenn er sanfter wird, klingt es nicht nach Rückzug, sondern nach jemandem, der gelernt hat, dass Wirkung nicht aus Lautstärke entsteht.

    Das Artwork wirkt wie ein bewusst gesetztes Zeichen: Prince als Musiker, als „Band“-Künstler, als jemand, der die Bühne und das Instrument wieder stärker in den Mittelpunkt stellt. Keine überbordende Mythologie, keine Maskerade, sondern eine betonte Erdung. Genau das passt zum Album: weniger Konzeptkunst im abstrakten Sinne, mehr unmittelbare Identität.

    Für mich spiegelt die visuelle Sprache diese Musicology-Idee sehr gut: eine Art Rückbesinnung auf das, was Prince immer ausgezeichnet hat – nicht die Pose, sondern die Autorität. Und zwar die Autorität, die aus Können kommt, nicht aus Behauptung.

    Musicology ist für mich kein Album, das Prince’ Legendenstatus „retten“ müsste – weil Prince nie wirklich gerettet werden kann. Aber es ist ein Album, das ihn wieder in einen Raum stellt, in dem viele ihn am liebsten hören: klar, groovend, songorientiert, mit einem Funk-Herzschlag, der nicht trendy sein will, sondern zeitlos.

    Es hat nicht überall diese gefährliche, unberechenbare Brillanz seiner absoluten Gipfelwerke – aber es besitzt etwas, das fast genauso wertvoll ist: Souveränität. Und es hat diese speziellen Momente, in denen man plötzlich wieder merkt, wie mühelos Prince zwischen Humor, Sex, Eleganz und Ernst wechseln kann, ohne sich zu verbiegen.

    Wenn ich es auf einen Satz bringen müsste: Musicology ist Prince, der nicht mehr um die Welt kämpft – sondern ihr zeigt, wie Groove eigentlich gemeint ist. Und dafür hat dieses Album bei mir einen festen Platz: als reife, sehr hörbare, sehr lebendige Erinnerung daran, dass „Comeback“ bei Prince oft nur ein Wort ist, das andere brauchen.

  • Mir ging es bei Prince ganz ähnlich wie Jokel . Zu meiner Zeit war man entweder Team Michael Jackson oder Team Prince. Und ich war stets Ersteres. Doch mit den Jahren habe ich das eine oder andere Lied ins Herz geschlossen. Eines davon war dieses, das ich mit großer Begeisterung durch das Karaoke Singen für mich entdeckt habe 😍

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    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Der Song ist schon 1984 von Prince veröffentlicht worden.

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    Allerdings wurde er erst 1990 durch diese Version zum Welthit.

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