Bitte hier entlang ...
»Ich verstehe kein Wort!« - Lautstärken / Sprecher / Hintergrund / Fehler
-
-
Neuerdings gefällt mir Kiddinx mit der Abmischung nicht mehr. Meist höre ich Hörspiele im Bett über Kopfhörer.
Und der Erzähler ist mittlerweile sehr leise abgemischt, verglichen mit dem Rest. Das stört etwas, da ich die Lautstärke auf die gespielten Szenen schön zum Einschlafen stelle, der Erzähler dann aber extrem leise daher kommt und ich mich anstrengen muss, ihn zu verstehen.
Daher höre ich immer seltener die neuen Kiddinx Hörspiele und konzentriere mich mehr auf deren Klassiker und Klassiker von anderen Labeln generell.
-
Neuerdings gefällt mir Kiddinx mit der Abmischung nicht mehr. Meist höre ich Hörspiele im Bett über Kopfhörer.
Und der Erzähler ist mittlerweile sehr leise abgemischt, verglichen mit dem Rest. Das stört etwas, da ich die Lautstärke auf die gespielten Szenen schön zum Einschlafen stelle, der Erzähler dann aber extrem leise daher kommt und ich mich anstrengen muss, ihn zu verstehen.
Daher höre ich immer seltener die neuen Kiddinx Hörspiele und konzentriere mich mehr auf deren Klassiker und Klassiker von anderen Labeln generell.
Genau solche Dinge meine ich...😧
-
... und wahrscheinlich würden mir die »Drei ???« in den Folgen (etwa) 60 bis 75 wesentlich besser gefallen, wenn einem durch etwaige Problematiken die Hörfreude nicht getrübt würde.
Aber jeder sieht und vor allem hört es wohl etwas anders...
Alles gut...👍
-
KlausStudio Eric Onder de Linden
Eure Antworten hier waren sehr hilfreich.
Ich setze mich heute erneut an das finale Mastering. Eigentlich dachte ich, ich wäre fertig und hätte alle Lautstärken optimal eingestellt, doch am Wochenende haben wir dann beim kochen einmal den finalen Mix mit Lautsprechern gehört. Da sind fast alle Detailgeräusche (Monster Kopf wird abgehackt) untergegangen.
Wenn ich euch richtig verstehe, drückt Ihr erst die Spitzen in den Wellenformen herunter und wendet dann einen Kompressor an?
Ich hatte mich eigentlich erst gegen den Kompressor entschieden und ihn wieder raus genommen, da ich Ihn ganz fein raushören konnte und das Gefühl hatte, dass die Sprachspur darunter litt (Hatte den nur in Dynamischen Szenen auf der Dialogspur). An der stelle einmal gefragt, legt Ihr den Kompressor auf eine final gerenderte Spur mit Stimmen, Details und Atmo vereint, oder auf einzelne spuren, wie beispielsweise nur die Dialogspur oder Detailspur?Ich werde jetzt auch mal versuchen mehr auf "messbare" LUFS zu schauen und diese als Unterstützung zum Ohr nehmen.
An der stelle auch einmal gefragt. Hier wurde der persönliche Stil der Sounddesigner genannt. Ich sehe auf jeden Fall, dass der zwangsläufig immer gegeben ist, da der Sounddesigner ja die Szene mit Leben füllt und dies Subjektiv ist.
Haben sich hier über die Zeit den "goldene Regeln" / Standards herauskristallisiert, die generell zu beachten sind?
Habt einen schönen Start in die Woche. -
Da der zweite Threat zum gleichen Thema untergegangen ist, werfe ich meinen Beitrag nochmal per Copy/Paste in diesen Threat hinein:
Damit muss ich auch immer mal wieder hin und her jonglieren. Mal ist es zu leise mal zu laut, muss halt zur Szene passen finde ich. Wenn man in einer Bibliothek ist, ist es leiser als wenn man im Berufsverkehr an einer Hauptstraße steht. Das sollte man dann auch aus dem Hörspiel heraus mitbekommen. Was nicht passieren soll, ist dass man die Stimmen dann nicht mehr vom Hintergrund unterscheiden kann. Was ich selbst jetzt für mich wiederentdeckt habe, was mich ehrlich gesagt ärgert ist, da ich es bei all meinen Musikproduktionen genauso mache ist, ich nutze einen speziellen multiband Kompressor. *Achtung, jetzt wird etwas technisch* Ich fasse den kompletten Ambience Sound, also genereller Hintergrund und Soundeffekte in meiner DAW auf einen Bus zusammen und alle Stimmen auf einem weiteren BUS. Auf beide einen leichten Kompressor, damit die Spitzen weg sind, um sowas wie von chp73 in einem anderen Thread erwähnten Raben oder Krähe zu umgehen. Also alles was über einen bestimmten Pegel geht, wird leiser gemacht, genauso mit den Stimmen. Und dann kommt der Multiband Kompressor ins Spiel. Auf den Bus vom Ambience / Musik /Background packe ich den multiband drauf. In dem, den ich nutze kann ich dann einen Sidechain machen. Das heißt, das Signal von den Stimmen wird genutzt als Impuls. Ich sehe dann im Frequenz Band in welchen Frequenzen sich die Stimmen bewegen. Das kann ich dann bei meinem Kompressor ziemlich präzise, ähnlich einem Equalizer, so einstellen, dass er nur in dem Bereich wo die Stimmen sind und auch nur dann, wenn die Stimmen kommen den Hintergrund leiser machen. Das heißt die Höhen und Tiefen also hohe und tiefe Frequenzen bleiben im Hintergrund erhalten, er wirkt insgesamt lauter aber die mittleren Frequenzen, da wo im Frequenzband die Stimmen sitzen, werden immer dann leiser sobald jemand spricht. Kurzer Attack, sodass es schnell leise wird und etwas langsamer Release, damit es bei kurzen Sprechpausen nicht direkt wieder lauter wird sondern langsam ansteigt. (Ich weiß ja nicht, wie tief du drin steckst Dark Duck Audio , vielleicht hilft dir das als Tipp. Ich musste mich wie gesagt auch selbst erst wieder daran erinnern, dass man das so machen kann.)
Bei meinen Musikproduktionen mache ich das mit Instrumenten die sich bestimmte Frequenzen teilen. Bass und Bassdrum, Gitarre und Gesang usw. Man nimmt es nicht bewusst war, dass es an der Stelle leiser wird, da die Frequenzen ja neu belegt werden und das Ohr dann nicht wahrnimmt, dass da etwas anderes an der Stelle leiser geworden ist.
Anders ist es, wenn man einfach einen normalen Kompressor mit Sidechain nimmt, dann wird der gesamte Hintergrund leiser und das merkt man. Ist wie als würde jemand alles leiser und wieder lauter drehen. -
Habe letzte Woche von Europa die Larry Brent Folge Atomgespenster auf Amazon angehört und die Musik war dort teilweise viel zu laut abgemischt - bsw in der Szene in der Larry das erste Mal das Haus eines der "begabten Kinder" betritt und sich mit dessen Mutter unterhält kann man teilweise nur noch erahnen, dass sich da hinter der "Hintergrundmusik" noch gesprochen wird. Fand ich schrecklich, obwohl ich die Geschichte als solche sehr gelungen fand, aber teilweise wurde da schon extrem gepatzt was die Verständlichkeit der Dialoge betrifft - Leider.
-
Kann es sein, dass dies damals wegen Carsten Bohns Musik so „drübergelegt“ wurde? Muss es mir wieder einmal anhören.
-
Dark Duck Audio erstmal vielen Dank, dass du mich markiert hast.
ALso ich muss von vornherein sagen, ich weiß nicht, ob ich überhaupt die Kompetenz besitze dir darauf die Antwort zu geben, da ich autodidakt mir alles selbst beigebracht habe und vieles wirklich auf mein Gehör basiert. Aber so, wie ich das bei einem großartigen Tonmeister gesehen habe beschneidet er die Spitzen mit einem Kompressor auf jeder Spur, Stimme und Sound. Wichtig vorher die Lautstärken so anpassen, wie es dem späteren Klang Wunsch entspricht. Ganz zum Schluss kommt dann nochmal im der Masterspur nochmal ein etwas stärkerer Kompressor drauf, der alles insgesamt ein wenig komprimiert.
Zum Thema LUF´s, ist es bei mir anders, ich arbeite nach dem RMS Pegel, dass es im allgemeinen eine einheitliche Lautstärke gibt, aber das liegt für mich größtenteils daran, dass mein Distributor einen RMS von -24 und -14db fordert.
-
hier ist ein interessanter Artikel über RMS und LUFS: https://emastered.com/de/blog/lufs-vs-rms
Ich bin auch Quereinsteiger, demnach gibt es sicherlich Profis, die auch anders vorgehen würden - jedoch zählt aus meiner Sicht immer das Endergebnis - also auch für dich KlausStudio: Du hast tolle Resonanzen - das spricht doch für sich. Natürlich kann man von Profis lernen und sollte Kritik konstruktiv nutzen, um sich zu verbessern. Aber: Es gibt Musiker, die können Noten lesen und gleichzeitig in Echtzeit spielen, wie die Weltmeister. Dann gibt es andere, die keine Noten lesen können, aber tausend mal mehr Gefühl aus einem Instrument herausholen, als manch einem Musiker, der strikt nach Noten spielt (ich kenne solche Leute, aber es sind natürlich nicht alle so!). Beim Sounddesign muss man sich an gewisse Rahmen halten, aber dein Gehör ist das Gefühl beim Musiker. Ebenso kann ein Hobby-Musiker dennoch eine Expertise haben.
Also ja, ich lege auch viel Wert auf deine Meinung, weil ich deine Arbeit absolut respektiere und würde mir niemals anmaßen dich als Amateur zu bezeichnen bzw. "Ungelernter".Zum Thema Kompressor: Es sollte grundsätzlich nie zu stark eingestellt werden - wenn es pumpt, dann etwas runter damit.
Bei mir hat jede Stimme einen leichten Kompressor drauf, sowie EQ und ggfs. einen De-esser, um hartnäckige S Laute weniger harsch klingen zu lassen - das kommt dann auf den Fall an und wird nicht immer verwendet, weil es auch immer ein Teil der Höhen nimmt.Atmosphären und Musik bekommen bei mir einen Limiter, der wirklich nur im Notfall greift. Es gibt Fälle, wo mal die Musik oder gewisse Töne eine gewisse Frequenz treffen, die sich plötzlich laut anfühlen (nach LUFS), aber im Dezibel-Bereich völlig im Rahmen sind. Dann greift der Limiter ein, wenn es dann soweit ist.
Beim Mastern kommt auch ein leichter Kompressor und andere kleinere EQ, etc.. rein, damit das Gesamtbild etwas mehr Volumen bekommt - den letzten Schliff. Aber bei mir ist das sehr wenig - aber man hört den Unterschied. Ähnlich wie beim Nachschärfen eines Bildes. Man denkt vorher es ist ein tolles Bild. Wenn man es aber ein wenig schärfer macht, denkt man sich "boar, ja, das ist es". Wenn man es überschärft, dann ist das Bild zerstört. Und genau so ist es auch beim Sound.
-
Eric Onder de Linden erstmal vielen Dank für den Artikel, wirklich spannend, dass trotzdem noch einige Distributoren immer noch nach RMS Vorgaben machen

Dann möchte ich mich für deine wertschätzenden Worte bedanken und ihc verstehe den Vergleich zu dem Musiker absolut und handhabe das auch größtenteils so. Allerdings fragt man sich selbst häufig, ob das was man macht richtig ist. Aber du hast natürlich auch Recht mit dem, was du sagst, wenn der Hörerende es mag und für gut befindet, hat man alles richtig gemacht. Es ist häufig die eigene Unsicherheit, da man es nicht, wie andere durch eine Ausbildung erlernt hat

Zum Thema Kompressor sehe ich ich das ebenso wie du, es muss nur dezent eingesetzt werden um es von der Kräftigkeit ein wenig mehr hervor zuheben. Wenn es zuviel Wums hat wird es definitiv matschig.
-
Eric Onder de Linden KlausStudio
Hey Ihr beiden,
danke für eure ausführlichen Antworten. Ich bin ebenso Quereinsteiger und Autodidakt.
Ich habe das Gefühl, dass in den Beiträgen hier schon ganz gut das Mastering vermittelt wurde. Ich finde vor allem Eric Onder de Linden Multiband Kompressor spannend. Ich muss mal schauen, ob ich mir das irgendwie beigebracht bekomme.
Ich hatte mit dem Kompressor in Folge 3 jetzt etwas herumgespielt, aber hatte auch nach verschiedenen Einstellungen von Attac und release das Gefühl, dass er da ist und die Simmen sich nicht so gut anhören. Daher habe ich Ihn weg gelassen. Stattdessen habe ich auf die LUFs oder Dezibels geachtet und Atmo, Details, Stimmen und Musik, dort jeweils einen Bereich zugeordnet und die DB so eingestellt, dass es passt.
Ich bin mal gespannt, ob ich auch die Frequenzüberscheidungen / die Vermeidung dieser raushören kann. -
Versuche dich mit der höchsten Lautstärke an -14 LUFS zu halten. Das kann Übergangsmusik bzw. Musik im Allgemeinen sein (Intro/Outro, etc..), außer natürlich die Musikuntermalung - diese ist eher leiser.
Der Erzähler spielt sich bei mir zwischen -18 LUFS und -14LUFS und sollte am besten nie die -14LUFS überschreiten (bei der Musik optimalerweise auch!). So hast du einen Erzähler, der immer über Allem steht im Hörspiel und ist angenehm auf der gleichen Höhe wie eine Übergangsmusik, die ja nie gleichzeitig abgespielt werden. Das löst auch das ständige Rauf- und Runterdrehen, wenn man einmal die Lautstärke als Konsument eingestellt hat, da die lauteste Lautstärke damit gegeben ist. Und die Basis darunter kann je nach Hörspiel schon sehr dynamisch sein - aber wie du gemerkt hast, gehen viele Details bei zu starker Dynamik unter (also wenn es zu leise Parts gibt im Vergleich zum Rest) je nach Abspielgerät. "Alles" (Stimmen und Geräusche im Geschehen - nicht Atmos) sollten schon über -30 LUFS liegen, aber das hängt von Fall zu Fall natürlich ab. Als Daumenregel aber in Ordnung.Beim Multiband-Kompressor, meinst du wohl eher FlexMorkis ?
-
Schau dir mal TDR Nova an, das nutze ich so gut wie immer, egal ob Musik oder Hörspiele. Gibt gute Tutorials dazu, auch mit Sidechain usw.
Das Ding ist kostenlos und eine Symbiose aus (dynamischem) EQ und Multiband Kompressor. Da kann man ziemlich genau einstellen Wo was wie viel weggedrückt werden soll. Bedient sich halt wie ein EQ.Und das beste ist, der zeigt dir in Echtzeit eine Frequenzalyse der SideChain an. Dort setzt du den EQ an und drückst runter, und dann hast du die gleichen Einstellungen wie am Kompressor. Und du siehst dann auch anhand der gelben Linie wie viel runter gedrückt wird.
Viel Spaß beim experimentieren 😊
-
Der Begriff Multiband-Kompressor ist ja schon gefallen. Den setze ich beim Mastering gern auf die Summe (also auf das fertige, noch ungemasterte Werk), denn mit ihm lässt sich die Stimme noch einmal sehr gut hervorheben. Spiel mit den Einstellungen, und du wirst feststellen, dass es bestimmte Frequenzen in der menschlichen Stimme gibt, die dadurch gezielt verstärkt werden können. So rückt das Gesprochene noch ein Stück nach vorne, während Hintergrundmusik, Soundeffekte und Atmo etwas nach hinten treten. Dadurch versteht man die Dialoge oder den Gesang deutlich besser.
Unabhängig davon ist es wichtig, die Stimmen vorher sauber zu mischen. Bei mir liegen auf einer Stimme (pro Sprecher eine Spur, da jede Stimme anders gemischt wird) meist mehrere EQs (einfach zur klanglichen Optimierung), dazu zwei Kompressoren: Einer kümmert sich um die leisen Töne, der andere um die lauten, um insgesamt ein möglichst einheitliches Klangbild zu erzeugen. Zusätzlich kommt ein Limiter zum Einsatz, es kann immer passieren das man beim mischen ungewollt einige Stellen zu laut macht und das verhindert eine übersteuerung.
Die räumliche Gestaltung läuft bei mir über Busse. Ich lege mir für einzelne Orte jeweils einen eigenen Bus an, auf den dann sowohl die Stimmen als auch die passenden Soundeffekte (z. B. Schritte) geroutet werden. So gibt es zum Beispiel einen Bus für die Atmo und den räumlichen Hall eines kleinen Zimmers, das ist dann Claras Kinderzimmer. Jedes Mal, wenn eine Szene dort spielt, laufen die entsprechenden Spuren über genau diesen Bus.
-
Hinsichtlich der Abmischungen unserer Hörspiele aus Kindheitstagen auf Schellack und Tonband muss man natürlich auch anmerken, dass Sounds damals ganz anders eingesetzt wurden.
Während heutzutage jeder Schritt, jedes Rascheln und von der Atmo hin bis zu jeder Aktion/Interaktion, bzw. eine ganze Wand aus Sound etc. in einem Hörspiel präsent ist, kam man früher mit zwei Händen voll Sounds aus, die vielmehr rein atmosphärischer Natur waren und sporadischer eingesetzt wurden.
Die klassischen Schritte durch Kies, auf der Steintreppe, die Waldatmo, das Auto das an- oder abfährt, der kurze Wasserplatscher etc.
Mehr brauchte es auch nicht, um ein Hörspiel jene atmosphärische Dichte zu verleihen, was wiederum auch sehr sehr viel Luft für die Sprachverständlichkeit der Akteure im Hörspiel ließ.Im Gegensatz zu heute (144 dB), war man auch im Dynamikumfang mit max. 96 dB technisch begrenzt und man musste auch in der Abmischung, bzw. mit Hinblick von Presswerken aufpassen, dass die Nadel, bzw. der Tonarm, nicht von der Platte springt (oder ein Tonband zu stark in die Sättigung gelangt, was zu einer weiteren Komprimierung führte, die Sättigung mitunter aber auch gewollt war), weswegen die Mixe früher auch weniger dynamisch waren.
Kurz gesagt... heute können und werden Mixe mit einer sehr viel größeren Dynamik gefahren.
Zum Beispiel das "grollende Raumschiffrumpeln im Hintergrund", welche die Lautsprecher, respektive einen Subwoofer, zum Beben und die Wände zum Wackeln bringen.Im wesentlichen passiert heute in einem Mix an Sounds sehr viel mehr in einem Hörspiel, lässt der Sprachverständlichkeit aber mitunter auch weniger Luft, was die Abmischung etwas komplizierter machen kann, gleichwohl man heute alleine schon mit der separaten Signalkette auf jeder einzelnen Tonspur/Bus, sehr viel komfortablere Möglichkeiten hat, als damals noch.
Summa summarum ist das Hörspiel und seine Abmischung mit der Zeit komplexer, als auch zunehmender "cineastisch" geworden.
Deswegen aber natürlich nicht "schlechter".Um in den 60er Jahren den Stereoton populärer zu machen, bzw. zum Entsetzen der Hausfrau
, der Ehemann einen zusätzlichen Lautsprecher im Wohnzimmer aufstellte, wurden Abmischungen auch hart links/rechts gefahren, was bei Musik ganz gut funktionierte.
Bei Hörspielen aber, litt die Sprachverständlichkeit bei dieser Methodik jedoch mitunter sehr, da sich das während der Abmischung in einem akustisch optimierten Regieraum bei moderater Lautstärke zwar alles recht gut und ausgewogen anhörte, in den heimischen vier Wänden mit nun mal ineffizienter Akustik, jedoch suboptimal war. Auch die (analogen) Kopierprozesse in den Kopierwerken schmälerten das Links/Rechts-Verhältnis (Sidechain) auch noch einmal zusätzlich (ein klein wenig).
Man hört es heute bei alten Platten/Bandaufnahmen mit harten Links/Rechts-Mischungen über Kopfhörer recht spürbar, dass es Links/Rechts oft zu leise abgemischt war und die Sprachverständlichkeit trübte.
Es waren alles noch Lernprozesse und Pinoierarbeit inmitten einer (damals) neuen Technologie und neuartigen Abmischungsweisen.Heute ist ein Mix über die gesamte Stereobühne sehr viel füllender und es fand auch weniger Separation auf der Stereobühne statt, weswegen in Profistudios dann auch gezielt Stereo-Imager eingesetzt wurden, um die Räumlichkeiten und Positionen hinsichtlich der Sprachverständlichkeit vor einer umhüllenden Soundwand, besser voneinander trennen/separieren zu können.
Wenngleich heute verstärkt in Atmos, Binaural 2 Stereo und Surroundmethodik etc.p.p. gemischt wird und die Stereoseparation punktgenau und noch komfortabler vorgenommen werden kann, wird mit den "komfortableren" Werkzeugen, der Umgang aber dennoch zunehmend komplexer und mehr und mehr Geschick, Gespür und Fertigkeiten des Tonmeisters erfordert.
Aber ich möchte hier nun auch kein größeren Roman verfassen
und an dieser Stelle nur einmal das Verhältnis damals<>heute aufgreifen. -
Hey Soundjob! Schön dich hier anzutreffen!
Und danke für deine tolle Zusammenfassung. Ebenso danke an Wolfy-Office und FlexMorkis für eure Blicke hinter die Kulissen.Soundjob: Ich stimme dir zu, dass das Abmischen heute ganz anders ist, als zu Beginn der Hörspielära. Hinzu kommt auch, dass die Geräte, die man heute benutzt vielseitiger (bzw es immer noch sehr schlechte Hardware und extrem gute gibt) und moderner sind.
Die Verständlichkeit hängt total vom Tonmeister ab, da hast du völlig Recht - die typische Handschrift. -
Moin Eric Onder de Linden
, mein Bester.Dachte mir, wenn auch du hier mitwirkst, bin ich sodann auch gerne mit an Bord.
Freue mich, mit dabei zu sein und tolle neue Kollegen kennenlernen zu dürfen.Ja, in der Tat ist heute alles so vielseitig geworden... und im Umkehrschluss, wünscht man sich aber auch hin und wieder zurück, wo "weniger manchmal mehr war"

-
Hallo! Dein Kommentar zu den alten Hörspiel-Mixes ist faszinierend, diese Atmosphären mit so wenigen Geräuschen zu schaffen, war echt einzigartig. Hat mich an viele originelle Ideen gedacht, die Stadt zu erkunden und immersive Erlebnisse zu erleben : ungewöhnliche Spaziergänge, ausgefallene Cafés oder kleine Abenteuer zu zweit, die einen ganzen Tag verwandeln. Ich liebe es, solche Überraschungen zu entdecken, das tut der Seele gut.
-
-
Participate now!
Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!