Hörspiel-GESCHICHTEN - Was hast Du erlebt?

  • Ich denke, man kann davon ausgehen, dass jemand, der sich für die Seite »Hörspieltalk« interessiert, sich für Hörspiele im allgemeinen begeistert. 🤔

    Aber seien WIR doch mal ehrlich - es ist doch sehr viel mehr, oder? Man hört ja nicht nur einfach ein Hörspiel - findet es gut - stellt es wieder zurück in den Schrank - und hört es irgendwann noch einmal. 😌

    Da passiert doch noch mehr. Da gibt es sicherlich einiges, über was man berichten könnte. Und vielleicht möchte das ja jemand mal an dieser Stelle tun. Ich wäre sehr gespannt auf solche Geschichten. 🤗

    Anregungen:

    Mein erstes Hörspiel - wo habe ich es gekauft - wie teuer war es - wurde es mir geschenkt - hat es mir gefallen - mit wem habe ich es gehört - habe ich mich auch mal für ein Hörspiel geschämt - Hörspiele und die erste Liebe - hat Vater bestimmte Hörspiele verboten - waren manche Hörspiel-Geschenke unpassend - krank im Bett - ein eigener Schallplattenspieler - immer wieder Bandsalat - Kratzer und Hüpfer - ich fühle mich wohl - ich höre lieber alleine - habe ich im Bus verloren - hat mir mein Bruder kaputt gemacht - ich erinnere mich noch gut - Kindheit - Jugend...

    Also ich schätze, ich könnte hierüber einiges schreiben. Was Lustiges, was Nettes, was Trauriges, was zum Nachdenken...

    Könnt IHR das auch? 👍

    LG Christoph

  • Für mich war Hörspiel nie nur „abspielen – gefallen – zurück ins Regal“. Hörspiel ist ein Gefühlshaushalt. Ein eigenes Biotop aus Stimmen, Musik und diesen kleinen Geräuschen, die sofort eine Erinnerung anwerfen.

    Mein „erstes“ Hörspiel? Ich könnte schwören, es war Benjamin Blümchen als Bäcker auf Kassette aus dem Supermarkt – Ich hab sie an diesem Tag nicht nur gekauft, ich habe sie adoptiert. Auf dem Heimweg im Walkman, viel zu laute Kopfhörer, und zu Hause dann der heilige Ritus: Folie auf, Inlay raus, die winzigen Fotos studieren, Sprecherliste auswendig lernen.

    Bandsalat? Oh ja. Der Bleistift wurde zur Notfallmedizin. Und wenn das Band einmal geknickt war, hatte die Szene ab sofort einen „Hicks“ – ärgerlich und gleichzeitig Teil der Geschichte. Kratzer, Hüpfer, all das gehört zu meiner Hörspielbiografie wie die erste eigene Stereoanlage und dieses rote Aufnahmelämpchen, das heimlich aus dem Radio „Spezialeffekte“ klauen sollte.

    Peinlich war es mir nie, Hörspiele zu hören – aber ich kannte diese Phase, in der man es nicht aktiv hinausposaunt hat. Schule, Pubertät, „zu cool für Kassetten“. Lustigerweise hat genau das die Liebe nur konserviert. Später kam der Rückschwung, und mit ihm diese Freude, wenn man eine alte Folge auflegt und merkt: Ich kenne noch jeden Atmer, jede Musikbrücke, jeden Schnitt.

    Elternverbote? Eher Regeln. Gruseliges gab’s nicht vor dem Schlafen – was ich natürlich ignoriert habe. Heute noch schlafe ich oft mit Gruselhörspielen ein; manche Stimmen sind für mich beruhigender als jede Einschlaf-Playlist. Und krank im Bett? Hörspiele waren mein Fieberthermometer: Wenn ich beim Lieblingshörspiel einschlief, wusste ich, es hat mich richtig erwischt. Wenn ich zwei Folgen am Stück schaffte, war die Besserung da.

    Verloren habe ich auch welche: eine Kassette im Bus liegen gelassen. Ich hab sie nie ersetzt – nicht aus Geiz, sondern weil der Verlust selbst eine Geschichte wurde. Dafür kam später Flohmarkt-Glück dazu: Funde, Fehlschläge, Gespräche mit Händlern, die plötzlich selbst in Erinnerungen schwelgen. Und dann dieser Moment, wenn man etwas wiederentdeckt, das man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte – und es einen heute auf eine ganz andere Art trifft.

    Was sich über die Jahre verändert hat: Früher war Hörspiel Flucht. Heute ist es Haltung. Ich nutze meine Zeit bewusster und höre Dinge, die mir guttun – Geschichten, die mich neugierig machen, Serien, die mir etwas bedeuten. Ich mag Ordnung im Regal (ja, sehr), und ich mag es, neue Produktionen ohne Zynismus zu probieren. Und ich liebe es, wenn eine Serie mich so packt, dass ich sie in einem Rutsch durchhöre und danach tagelang „in ihrer Musik“ laufe.

    Kurz: Hörspiele sind für mich Erinnerungsarchiv, Trostspender, Abenteuer, Sozialkleber und – ganz profan – einfach Glück. Mal großes, wie ein lange erwartetes Live-Erlebnis oder die perfekte neue Folge. Mal kleines, wie ein Latte im Café, Kopfhörer auf, Regen ans Fenster, und eine Stimme, die sagt: „Los geht’s.“

  • »Ein Chinese namens Wong...«

    Was haben folgende »Drei ???«-Hörspiele miteinander gemeinsam?

    »Der Phantomsee«, »Der grüne Geist« oder auch »Das Gespensterschloss«

    Richtig, sie gehen alle ziemlich lang, nämlich länger als 45 Minuten.

    Und da ich damals meine LPs und MCs schonen wollte, habe ich sie mir immer auf MC kopiert - auf C90, also 45 Minuten pro Seite.

    Daher war es dummerweise so, dass halt eines besagter Hörspiele nicht genau auf eine Seite passte.

    Und als Hauptkommissar Reynolds dann im Hörspiel »Die drei ??? und der grüne Geist« sagte: Ein Chinese namens Wong, war dann erst einmal Ende im Gelände... und es musste die Kassette umgedreht werden.🤣

    Das fand ich immer total ärgerlich. Gott sei Dank passte dann auf die zweite Seite immer noch ein zweites »Drei ???«-Hörspiel von kürzerer Laufzeit, z.B. »Der Zauberspiegel«. 💪

  • Was sich über die Jahre verändert hat: Früher war Hörspiel Flucht. Heute ist es Haltung.

    Hi Poldi!

    Danke für Deine Mega-Zusammenfassung.

    Bei mir ist es zurzeit eher FLUCHT.

    Bei der Fülle der schlechten Nachrichten bin ich froh, wenn ich etwas zum Abschalten habe. Auch wenn in der Kindheit ebenfalls nicht alles toll war, so habe ich mich doch sehr geborgen gefühlt.

    Die Hörspiele bringen dieses Gefühl wenigstens teilweise wieder zurück.

  • Bei mir und meinen 3 Geschwistern gab es früher immer neue Hörspiele, wenn wir krank waren. Meistens konnte man dann eh nichts anderes machen, als im Bett liegen und Hörspiele hören. Mache ich heute auch manchmal noch gerne, wenn ich krank bin


    Verboten hat meine Mutter mir das Hörspiel die Schneekönigin mit Harry Kalenberg als Erzähler

    https://www.discogs.com/de/release/32251527-Hans-Christian-Andersen-Harry-Kalenberg-Die-Schneek%C3%B6nigin?srsltid=AfmBOoofNICc5zYMok-dFjZR9zGKP848el9jRuCGyIvS4aOjch_dzlZL

    da ich davon Alpträume hatte, dass mir Spiegelsplitter ins Herz und Auge fliegen. Sie hat mir die Kassette dann weggenomnen. Geheult habe ich trotzdem, da ich das trotzdem geliebt habe. Deswegen ist die Schneekönigin heute mein Lieblingsmärchen in sämtlichen Variationen, egal ob Text, Film, Hörspiel. Vor einigen Jahren habe ich mir das bei Pop.de aber wieder gekauft

    beim Bandsalat mit dem Bleistift aufrollen war ich auch dabei oder wenn es gerissen ist mit Tesafilm wieder zusammen machen


    In den Ferien bei meinen Omas in Münster und Essen wurde imner eine Hanni und Nanni Folge gekauft, war auch die einzige Reihe, die ich komplett hatte

    In der Schule haben wir uns gegenseitig mit den Freunden die Hörspiele ausgeliehen, war noch zu Zeiten, wo nicht gemobbt wurde. Leider wurden einige nicht zurückgegeben


    Früher habe ich gerne beim Nintendo spielen Hörspiele gehört. In bestimmten Leveln dann bestimmte Folgen. In den Winterleveln bei Mario 64 meist Drei ??? Geisterstadt oder bei Donkey Kong 64 Drei ??? Insektenstachel in den Wüstenlevel. Bei Zelda Ocarina of Time im Waldpalast Grusrlserie 9 im Bann der Monsterspinne

    Wenn ein Hörspiel nicht auffindbar war, lagen die fast immer bei meinem jüngeren Bruder zwischen den Legos, da die beim Aufbauen gehört wurden, habe ihm immer die Legoburgen aufgebaut, wenn ich gefragt habe, wo die Kassette ist, war die Antwort zwischen den Legos 🤣


    Heute höre ich Hörspiele immer beim Ausmalen oder beim Gemüseschnibbeln fürs kochen. Sind für mich auch Flucht aus dem Alltag

    Edited 3 times, last by Sepithane (November 12, 2025 at 10:10 AM).

  • Eine sehr liebe und schöne Idee! Danke für den Thread! Ich bin mal so frei und kopiere meine „Geschichten“ aus folgendem Thread, der in eine ähnliche Richtung geht:

    Markus G.
    April 2, 2011 at 10:07 PM


    Urlaubsfahrt nach Italien, muss so rund um 1980 gewesen sein. Papa hat mir Phantomsee und Gespensterschloss gekauft und wir haben beide Folgen während der Autofahrt auf meinem tragbaren Kassettenplayer rauf und runter gespielt. Wenn ich heute noch die beiden Folgen höre, bin ich plötzlich wieder Kind und in Italien - schön :)

    Da wäre das Weihnachtsfest, bei dem ich Larry Brent "Der Chopper" bekommen habe. Es war meine erste Folgen von Brent, die ich bekommen habe. Ich war 12 Jahre alt. Wir haben uns diese Folge dann im Kreise der Familie angehört. Irgendwann sind wir dann alle rot vor dem Kassettenplayer gesessen und meine Mama hat leise gefragt ob denn dass wirklich ein Hörspiel für Kinder ist #lach2#

    MARITIM-Forum 1998 - dort bin ich erstmals mit genau so Hörspielverrückten zusammen gekommen, wie ich einer bin. Ein gewisser Godzillae hat mich angeschrieben ob ich ihm nicht die doppelte Folge der Zeitmaschine, Folge 2, verkaufen würde. Ich hab sie ihm geschenkt. Ein Jahr später hat er mich und Eva zu sich eingeladen. Mit etwas mulmigem Gefühl sind wir los gefahren, wir kannten Wolfgang ja nicht. Es war ein sehr schöner Besuch und daraus ist eine tolle Freundschaft geworden. Wir besuchen uns seither in regelmässigen Abständen gegenseitig. Mein Freund "Woiferl" ist hier übrigens als Trelane angemeldet.

    TSB-Fest - Eva und ich haben viele TSB-Fans persönlich kennen lernen dürfen. Zudem haben wir ein Fanhörspiel aufgenommen und mitgearbeitet. Highlight war sicherlich das gemeinsame Anhören der "Blutorgel" im TSB-Studio (und die Orgel stand genau neben meinem Sitzplatz).

    Hörspielmesse 2008 - mit Pia in Evas Bauch haben wir den Hamburgbesuch genossen. Besonders schön war es gemeinsam mit Talkern, Gruslern und Dreamland-Crew etwas zu unternehmen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Da wäre das Weihnachtsfest, bei dem ich Larry Brent "Der Chopper" bekommen habe. Es war meine erste Folgen von Brent, die ich bekommen habe. Ich war 12 Jahre alt. Wir haben uns diese Folge dann im Kreise der Familie angehört. Irgendwann sind wir dann alle rot vor dem Kassettenplayer gesessen und meine Mama hat leise gefragt ob denn dass wirklich ein Hörspiel für Kinder ist #lach2#

    Chopper ab 12 Jahre...🤣🤣🤣

    Da hat wohl jemand den Aufkleber »Hörspiel für Erwachsene« zuvor entfernt...😃

    Wer war das?

  • Wenn ein Hörspiel nicht auffindbar war, lagen die fast immer bei meinem jüngeren Bruder zwischen den Legos, da die beim Aufbauen gehört wurden, habe ihm immer die Legoburgen aufgebaut, wenn ich gefragt habe, wo die Kassette ist, war die Antwort zwischen den Legos 🤣

    In den Lego-Kisten lag ja immer so einiges... aber Hörspiele habe ich da nicht gefunden.🤣

    Jedoch einmal ein Kaugummi... 😩

  • Ich kann mich noch an eine für mich enttäuschenden Abend aus dem Jahr 2000 erinnern. Damals erhielt ich mit 12 die ??? Folge Feuerteufel, brandneu, jedoch erst spätabends, da wir tagsüber unterwegs waren. Es wurde Pizza bestellt und ich hatte aufgrund des unheimlich spannenden Klappentextes unbändige Lust die Folge gleich nach dem Essen zu hören, doch meine Eltern waren dagegen. Ein bis heute einmaliges Ereignis, das mir in Erinnerung bleibt ^^

  • Ich kann mich noch an eine für mich enttäuschenden Abend aus dem Jahr 2000 erinnern. Damals erhielt ich mit 12 die ??? Folge Feuerteufel, brandneu, jedoch erst spätabends, da wir tagsüber unterwegs waren. Es wurde Pizza bestellt und ich hatte aufgrund des unheimlich spannenden Klappentextes unbändige Lust die Folge gleich nach dem Essen zu hören, doch meine Eltern waren dagegen. Ein bis heute einmaliges Ereignis, das mir in Erinnerung bleibt ^^

    Das sind genau die Geschichten, die ich mir gewünscht habe...👍

  • Gruselserie 15 - Horror Pop Sounds 😩

    Vater: »Dann nimm doch die mit der Spinne oder die mit den Ameisen!«

    Sohn: »Nein, ich will die hier. Da sind alle drauf. Dracula, Frankenstein, Mumie, Spinne...«

    Vater: »Da ist nur Musik drauf!«

    Sohn: »Aber, ich will sie!«

    Das Teil wurde gekauft. Beim Abendbrot wurde der Sohn dann auf die neue LP angesprochen:

    Mutter: »Und? Hat dir die neue Platte gefallen?«

    Sohn: »Ja.«😡

    Der Sohn war ich. Ich hätte dieses blöde Teil am liebsten bis zum Mond geschleudert. Ich hatte im Leben nicht damit gerechnet, dass da wirklich nur Sounds drauf waren.

    Die Platte bekam meine Wut zu spüren. Jahrzehnte später konnte ich das Teil trotzdem noch für gut 60€ bei eBay verkaufen...👍

    Ratet mal, welche Folge der ersten 30 »Drei ???«-Hörspiele ich mir nie gekauft habe? 🤣

  • Als Kind, so mit 12, war ich zusammen mit meiner Mutter, ihrem Lebensgefährten und seiner Tochter, im Urlaub an der Mosel. An einem Tag gingen wir ins Freibad. Ich hatte erst kurz zuvor schwimmen gelernt, hielt mich aber immer noch am liebsten am Beckenrand auf. Da machte mir der Lebensgefährte meiner Mutter einen Vorschlag. Er wußte, daß ich sehr gerne Hörspiele hörte und schlug vor, daß ich mir im nächsten Geschäft eine Kassette aussuchen könne, jedoch müßte ich einmal vom Einer springen.

    Ich traute mich schließlich und durfte mir eine aussuchen. Ich meine, es wäre damals Macabros, die Knochensaat gewesen.

  • Was für tolle Geschichten! Da musste ich beim Lesen auch ein bisschen schmunzeln :)

    Hörspiel-Anekdote, in der Kindertränen flossen: Mein bester fiktiver Freund war Pumuckl, diese Geschichten habe ich rauf und runter gehört (gehört auch zu den wenigen Dingen, an die ich mich bewusst aus dem Fernsehen erinnere). Sobald es eine neue Kassette gab, lag erst ich meiner Mutter so lange in den Ohren, bis ich sie bekommen habe - danach wurde sie von meinem Kinderzimmer aus vom Kobold dauerbeschallt. Ich habe jede Kassette so oft gehört, dass nicht nur ich, sondern vermutlich auch meine Mutter mitsprechen konnte. Bis auf eine entscheidende Ausnahme: Die Doppelfolge „der große Krach/der große Krach und seine Folgen“. Ich kam auf der ersten Seite der Kassette bis ungefähr… naja, vielleicht etwas mehr als zur Hälfte. An diesem Punkt habe ich dermaßen Rotz und Wasser geheult, dass ich nicht weiter hören konnte - ich fand es einfach so schrecklich, dass Meister Eder und sein Pumuckl Streit hatten. Und zwar dermaßen schrecklich, dass die Kassette eine Tabu-Kassette wurde. Ich habe mich standhaft geweigert, die Folgen auch nur zu Ende zu hören (der Kauf war also hervorragend investiertes Geld), und laut meiner Mutter durfte man mich nicht drauf ansprechen ^^ Quasi „die Folgen, deren Namen nicht genannt werden dürfen“.

  • Was für tolle Geschichten! Da musste ich beim Lesen auch ein bisschen schmunzeln :)

    Hörspiel-Anekdote, in der Kindertränen flossen: Mein bester fiktiver Freund war Pumuckl, diese Geschichten habe ich rauf und runter gehört (gehört auch zu den wenigen Dingen, an die ich mich bewusst aus dem Fernsehen erinnere). Sobald es eine neue Kassette gab, lag erst ich meiner Mutter so lange in den Ohren, bis ich sie bekommen habe - danach wurde sie von meinem Kinderzimmer aus vom Kobold dauerbeschallt. Ich habe jede Kassette so oft gehört, dass nicht nur ich, sondern vermutlich auch meine Mutter mitsprechen konnte. Bis auf eine entscheidende Ausnahme: Die Doppelfolge „der große Krach/der große Krach und seine Folgen“. Ich kam auf der ersten Seite der Kassette bis ungefähr… naja, vielleicht etwas mehr als zur Hälfte. An diesem Punkt habe ich dermaßen Rotz und Wasser geheult, dass ich nicht weiter hören konnte - ich fand es einfach so schrecklich, dass Meister Eder und sein Pumuckl Streit hatten. Und zwar dermaßen schrecklich, dass die Kassette eine Tabu-Kassette wurde. Ich habe mich standhaft geweigert, die Folgen auch nur zu Ende zu hören (der Kauf war also hervorragend investiertes Geld), und laut meiner Mutter durfte man mich nicht drauf ansprechen ^^ Quasi „die Folgen, deren Namen nicht genannt werden dürfen“.

    Erinnert mich irgendwie an meinen Sohn, als er noch ganz klein war.

    Er guckte immer sehr gerne Petzi.

    Und an einer Stelle fällt Petzi ins Wasser. Da hat er immer Rotz und Wasser geheult...😂

    Da fällt mir gerade ein: Ich habe immer bei der Schlußmusik von »Biene Maja« geheult...😬

  • 1990

    Ich habe gar nichts mehr gehört, es gab nämlich nichts. Ich hatte einen blinden Kunden, Herr Schmidt, der mit mir die Aversion gegenüber Kinderserien teilte.

    Wir kannten trotzdem alles, jedes Radio Hörspiel, jede Kinderserie. Man kann sich auch über Nesthäkchen oder zum tausendsten Mal über John Sinclair unterhalten. Mir fällt gerade der Verlag nicht ein, der überhaupt noch Hörbücher hatte. Steinbachs sprechende Bücher? Oder so ähnlich.

    Aber Herr Schmidt und ich haben durchgehalten. Ich werde niemals vergessen, als es mit einem Mal wieder Kassetten zu kaufen gab. Das wdr kriminalhörspiel! Natürlich kannten wir das schon aus dem Radio, aber wir konnten es beliebig abspielen!

    Und dann kam die CD! Mit einem Mal überschlagen sich renommierte Buchverlage, JEDER möchte Hörbücher machen!

    Herr Schmidt hat noch alle Harry Potter Teile gehört. Ich hatte ihm die alle schon vorgelesen, aber Rufus Beck hat es wohl besser gemacht.

    Ich weiss nicht mal seinen Vornamen, er bleibt für immer Herr Schmidt. <3

  • Ein Schloß und mein Vater

    Ich war 15 Jahre alt als mein Vater starb. Das ist schon sehr lange her, gute 36 Jahre und leider habe ich auch gar nicht so viele Erinnerungen an ihn. Leider musste er gerade in der Zeit gehen, in welcher wir uns wahrscheinlich hätten besser kennenlernen können - also so von Mann zu Mann.

    In der Woche über hat man sich nicht viel gesehen, da er immer sehr spät von der Arbeit kam. Und am Wochenende war mal halt mit der kompletten Familie zusammen.

    An Ereignisse, die wir zwei nur zusammen hatten, gibt es wie gesagt nur wenige Erinnerungen. An eine erinnere ich mich aber, als wäre es erst gestern gewesen.

    Es war Sonntag Nachmittag und wir beide waren allein zu Hause. Den Tag zuvor - so wie jeden Samstag - durfte ich mir ein Hörspiel aussuchen. Meine Wahl fiel auf »Das Schloß des Grauens« aus der Gruselserie von Europa.

    Dieses hatte ich zuvor am Abend getestet... allein im Kinderzimmer. Lange durchgehalten hatte ich nicht, da es mir viel zu unheimlich war. Auch heute halte ich diese Folge, welche ja nur eine leichte Auffrischung des Hörspiels »Das Gespenst vom Schloßhotel« darstellt, für eines der gruseligsten Hörspiele überhaupt.

    Ich fragte meinen Vater jedenfalls, ob wir uns das Hörspiel gemeinsam anhören wollen... und war erstaunt, dass auch er sogar Lust darauf hatte. Ich holte meinen kleinen Kassettenrekorder ins Wohnzimmer und schloß ihn an. Mein Vater saß im Sessel, ich nahm auf dem Teppich platz.

    Da saßen wir nun eine gute halbe Stunde. Ab und zu blickten wir uns an und ich sah ein leichtes Lächeln in seinem Gesicht. Ich hatte wohl eher ängstlich dreingeschaut.

    Es ist nicht viel passiert, aber ich möchte diese schöne Erinnerung an meinen Vater nicht missen.

  • Eine sehr schöne Erinnerung, Danke fürs Teilen ❤️

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich zitiere mich aus dem Kindheitserinnerungen Thread, vielleicht sollten wir diese zusammen fügen:

    "Walkman" ist ein gutes Stichwort - als ich meinen ersten Walkman bekommen habe, war auch ein Hörspiel mit dabei. Es war MACABROS "Die Knochensaat". Trotz Feier mit Verwandten bin ich eine Stunde lang nur mit Walkman samt Macabros im Garten herum gelaufen und habe mir das Hörspiel angehört. Wenn ich heute noch an die Taxifahrt und die seltsame Gießkanne denke, kommen mir sofort gleichzeitig auch die Bilder über meinen "Walk" im Garten. Das war wirklich ein "Walkman"

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Herrlich! Ich stöbere zum ersten Mal durch dieses Thema und bin begeistert. Mir werden nach und nach sicher auch einige Geschichten einfallen. Die erste, die mir in den Sinn kommt, ist die, dass ich unglaublich lange "Hui Buh und die Irrlichter im Moor" auf Trödelmärkten suchte. Über Jahre war diese Lücke in der Sammlung sehr schmerzhaft. Nun gut, sehr viele Jahre können es nicht gewesen sein, da ich noch ein Kind war. Irgendwann traf ich dann mal meine Cousine auf unserem Standardtrödelmarkt und sie hatte die MC gefunden. Und da sie wusste, dass ich sie brauchte, hat sie sie mir geschenkt. Diese Szene habe ich noch vor Augen. :)

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

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