KIDDINX entschärft die Märchen in der neuesten "Benjamin Blümchen-Gute-Nacht-Geschichte"

  • Bei Grimms Märchen gibt es schon länger verschiedene Buchausgaben, in denen die Märchen unterschiedlich wiedergegeben werden. Mal kürzer, mal länger und auch die Erzählweise ist je nach Buch anders. Ich habe da Bücher gesehen, in denen die Märchen nur im Schnelldurchgang in wenigen Seiten erzählt wurden. Da war früher schon teilweise je nach Ausgabe wenig Platz für Unheimliches.

    Von dem her ist das hier für mich nur eine weitere Vertonung und man sollte sich bei Bedarf halt die Variante aussuchen, die einem am besten gefällt.

  • Nein, ich habe keine Kinder, nur ich beziehe es aus meiner Kindheit und wie man damals gelebt hat, so in den 1990er. Und ich habe die Elmar-Gunsch-Märchen sehr gerne gehört und ich habe nichts davon getragen.

    Alpträume durch Märchen sind mir jetzt nicht bekannt.

    Nur, ich meine halt, man könnte Kindern etwas mehr zutrauen.

  • Nur, ich meine halt, man könnte Kindern etwas mehr zutrauen.

    Ganz allgemein würde ich Dir da zustimmen. Ich arbeite ja im Sport. Und bin da auch etwas unglücklich darüber wie sehr viele Kinder „verhätschelt“ werden. Dabei kann man ihnen tatsächlich mehr zutrauen. Kinder sind schon großartige Geschöpfe. Man muss ihnen nicht jede Hürde bei Seite schaffen, jede Niederlage ersparen und Schwierigkeiten bei Seite schaffen. Und natürlich kann man ihnen auch manches Mediale durchaus zutrauen. Aber wie geschrieben in diesem Falle gibt es genügend Märchenversionen, sodass sich jeder diese Version aussuchen kann, die einem selbst gefällt oder die seiner Meinung nach passend und altersadäquat für sein Kind ist. Und die KIDDINX Version ist eine weitere zur Auswahl.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Vielleicht sollte man auch bedenken, dass WIR sicher nicht die eigentliche Zielgruppe dieser Hörspiele sind. Ich traue Kiddinx durchaus zu, dass sie sich sehr genau überlegt haben, warum sie es so umgesetzt haben, wie sie es nun getan haben.

  • Ich möchte halt nicht, dass man Märchen heutzutage ganz umschreiben muss, nur damit es der heutigen Gesellschaft besser gefällt, mit dunkelhäutigen Prinzessinnen oder sowas in der Art, das gefällt mir dann auch nicht.

    Lieber die Märchen so erzählen wie sie waren und sind. :thumbup:

  • Ich möchte halt nicht, dass man Märchen heutzutage ganz umschreiben muss, nur damit es der heutigen Gesellschaft besser gefällt, mit dunkelhäutigen Prinzessinnen oder sowas in der Art, das gefällt mir dann auch nicht.

    Lieber die Märchen so erzählen wie sie waren und sind. :thumbup:

    Künstlerische Freiheit. Und wie ich schon sagte, die Versionen aus den 90ern waren sicher auch weder sprachlich noch inhaltlich mit den allerersten Versionen identisch.

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Ich möchte halt nicht, dass man Märchen heutzutage ganz umschreiben muss, nur damit es der heutigen Gesellschaft besser gefällt, mit dunkelhäutigen Prinzessinnen oder sowas in der Art, das gefällt mir dann auch nicht.

    Lieber die Märchen so erzählen wie sie waren und sind. :thumbup:

    Am besten nichts von dem konsumieren. ☺️

  • Vergesst nicht eins:

    Märchen wurden mündlich erzählt.

    Das ist extrem wichtig. Die erzählende Instanz hat für ein Live-Publikum erzählt und konnte immer anpassen — nach Alter, nach Verständigkeit und kulturellem Kontext. Das ist es, was Abendsambettvorleser immer noch tun: sie wissen, wo das Kind entwicklungstechnisch steht und können flexibel sein.

    Ein Kind filtert aus Vorgelesenem oder Erzähltem, was es verkraften bzw. sich schon vorstellen kann. Deswegen sind „auf Kohlen laufen“ als Strafe für ein Kleinkind „heiß und unangenehm“, aber kein Horror, weil der Kontext fehlt.
    Hörspiele und Hörbücher sind eine Stufe weiter weg — die Erzähler kennen NICHT ihr Publikum, und alle werden sozusagen über einen Kamm geschert. Der Filter ist zwar da auf Kindseite, aber die Fürsorge der Eltern fällt weg. Daher kommt ggf. der Zensurgedanke zum Teil.
    Am Schlimmsten aus Kindersicht sind die Märchenfilme. Hier fehlt alles, was das Kind schützt, und nichts wird mehr der Fantasie überlassen.

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

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