Wie entsteht ein Cover zum Hörspiel/Roman?

  • Mich würde interessieren, wie entsteht ein Cover zu einem Hörspiel? Wer genau denkt sich das aus? Entsteht es vor dem Hörspiel/Roman, oder danach?

    Was mich auch interessieren würde:

    Mir ist schon aufgefallen, dass beispielsweise bei Dorian Hunter ein Titelbild verwendet wurde, und genau das gleiche findet man dann z.B. bei einem Dämonenland Roman. Oder bei Sinclair wird ein Perry Rhodan Motiv verwendet. Wie kann das denn sein? Werden die Bilder innerhalb der Serien hin und wieder ausgetauscht?

    Jason DARK wird bestimmt Vincent Ballestar genaue Angaben gemacht haben, wie und was er genau auf seinem Sinclair-Titelbild sehen wollte?

    Man kann ja nicht einfach ein beliebiges Motiv verwenden, was nicht zum Inhalt passt....?

    Simeons Meinung würde ich dazu auch mal gerne hören.:)

    The Jokes on you!

  • Also Ballestar hat damals wohl tatsächlich vom Verlag Informationen bekommen, wie das Bild aussehen soll und danach hat er dann gemalt. Das war dann allerdings vor den Zeiten von Google Translate, da kam es schon mal zu im nachhinein witzigen Übersetzungsfehlern. Zum Beispiel der "Chinese mit Melone", bei dem Ballestar anscheinend wirklich dem chinesischen Herrn eine Melone (Frucht) auf den Kopf gemalt hat anstatt einen Bowler Hat. :D

    Unglaublich, dass Ballestar über 1000 Covermotive gemalt hat über die Jahrzehnte.

  • Ich glaube kaum, dass die Illustratoren von "Groschenromanen" genaue Anweisungen bekommen, eher einen Titel und - wenn es hoch kommt - ein kleines Exposé der Handlung, das war's dann bestimmt.

    Wenn ich so an alte SF Romane denke, da wurden die Cover einfach gekauft (wahrscheinlich im Bündel) und dann einfach auf das Buch draufgeklascht, "Hauptsache exotisch".

    Gruß,
    Zephalo

  • Würz hat mal erzählt, welche Angaben er erhält. Da gab es schon gewisse Vorgaben.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich glaube kaum, dass die Illustratoren von "Groschenromanen" genaue Anweisungen bekommen, eher einen Titel und - wenn es hoch kommt - ein kleines Exposé der Handlung, das war's dann bestimmt.

    Bei Sinclair/Ballestar war es tatsächlich so. Es wurde eine Beschreibung an Ballestar geschickt und der hat dann mit Bleistift oder Kohle einen Entwurf angefertigt. Der wurde an den Verlag geschickt und wenn er dort abgenommen war, hat Ballestar dann das tatsächliche Motiv groß und mit Acrylfarben gemalt.

  • Würz hat mal erzählt, welche Angaben er erhält. Da gab es schon gewisse Vorgaben.

    Ich hatte ja auch schon Cover für Timo. Ich habe ihm damals zwei Vorschläge gemacht, was ich mit vorstellen könnte, er hat dann einen davon umgesetzt.

    Ich habe aber auch schon mal selbst ein Motiv bei Shutterstock ausgesucht, weil ich das Bild für einen Roman haben wollte.

    Manchmal werden auch Cover von den Redakteuren rumgeschickt und gefragt, ob jemand eine Idee dazu hat. Wenn ja, wird das Cover eingekauft.

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • In der Regel ist es so, daß ich einige Stichworte gebe, was denn auf das Cover drauf soll und die dann extra für die Geschichte von dem Künstler gefertigt werden. Bei der Romantruhe ist es so, daß mir einige Cover geschickt werden, die passen könnten. Da das während des Schreibprozesses geschieht, kann ich meine Story dann noch dahingehend anpassen.

  • Bei uns entstehen die Cover auf ganz unterschiedliche Arten. Ich bin selbst Grafiker mit eigener Agentur und gestalte daher einige Cover direkt selbst. Wenn es allerdings gezeichnete Motive braucht – also richtige Bleistiftzeichnungen, die später koloriert werden – greife ich auf zwei befreundete Künstler zurück, weil das nicht mein Bereich ist.

    Was auf ein Cover kommt, hängt immer vom jeweiligen Hörspiel ab. Wenn ich selbst schreibe, habe ich oft schon während des Schreibens Ideen für das Motiv. Bei Wolfy wollte ich unbedingt die Szene auf dem Cover haben, in der Wolfy bei einer Verfolgungsjagd auf der Motorhaube sitzt. Bei Die Prüfung war klar, dass die Hauptcharaktere im Fokus stehen sollten. Bei Chaosgirl (von Hajo) haben wir uns mit dem Künstler zusammengesetzt und unsere Vorstellungen gemeinsam besprochen – er hat die Zeichnungen erstellt, ich habe das Logo beigesteuert.

    Zum Thema wiederkehrende Motive: Um Kosten zu sparen, nutzen viele Grafiker Stock-Material, also lizenzierte, bereits existierende Bilder. Häufig werden gleich ganze Pakete mit mehreren Motiven gekauft, die dann nach Bedarf eingesetzt werden. Das ist im Prinzip ähnlich wie bei Musik-Lizenzen: Man kauft ein Paket, und plötzlich hört man dasselbe Stück bei verschiedenen Labels, weil es mehrfach verkauft wurde.

    Ich habe das früher auch so gemacht – und für Agenturkunden nutze ich Stock-Material bis heute, wenn es darum geht, Budget zu schonen. Für meine eigenen Projekte setze ich allerdings schon seit Jahren fast ausschließlich auf eigens erstellte Motive.

  • Ein liebes Hallo in die Runde,

    erst einmal Dankeschön an Markus G. für das Einrichten des Threads. Und ich freue mich, dass noch weitere Grafiker mit von der Partie sind. Da jeder seinen eigenen Stil hat, verschiedene Erfahrungen etc. wird es sicher interessant. Ich freue mich jedenfalls auf den Austausch und versuche mal, die Reihenfolge etwas einzuhalten.

    Vorab aber auch einfach die Frage, ob ich mich hier nochmal vorstellen sollte, was ich so mache, wie lange etc. Ansonsten schaut gerne auch auf meiner Webseite https://darkmoon-art.de mal rein. So kann jeder schauen und lesen, was für einen persönlich von Interesse ist.

    Mich würde interessieren, wie entsteht ein Cover zu einem Hörspiel? Wer genau denkt sich das aus? Entsteht es vor dem Hörspiel/Roman, oder danach?

    Hier kann ich natürlich nur für mich antworten. Ich habe mir gestern mal die Mühe gemacht und meine Hörspiel-Cover durchgezählt und es sind tatsächlich schon 250 dabei heraus gekommen für ca. 30 Serien in verschiedenen Genre wie Vintage-Art (Holmes & Watson Mysterys, Lost Cases etc.), Fantasy, Dark-Art, Horror usw. Also noch weit entfernt von den sagenhaften 1000 Coverdesigns von Ballestar! :S

    Zu jeder neuen Serie bekomme ich eigentlich nur kurze Infos, um welches Genre es geht und ein paar Schlagworte für das Bild, so wie Tolkien es schon geschrieben hat. Vielleicht auch noch Farbgebung oder Stil, damit ich eine ungefähre Richtung habe. Mehr möchte ich auch eigentlich nicht wissen, da es mich sonst in meiner Kreativität blockieren würde. Danach überlege ich mir, wie die Umsetzung auf 3600 x 3600 Pixel aussehen könnte, damit es auch in der Verkleinerung noch möglichst zu erkennen wäre. Meistens habe ich schon ein Bild im Kopf und fange an, die Einzelstücke dafür zusammen zu suchen inkl. der Texturen usw.

    Da ich nicht wirklich malen kann und meine kreative Ader im Composite (also Kollagen) liegt, besteht meine Hauptarbeit erst einmal darin, die Objekte zusammen zu stellen, aus denen dann ein Gesamtwerk entstehen soll. Es gibt Cover, die haben mich einige Tage Nerven gekostet, um das darzustellen, was ich mir denke. War z.B. bei Tenebris - Teil 1  so. Hier habe ich das Ouja-Board dann selbst zusammen gebaut, damit es zum Stil passt. Oder ich finde andere Inhalte, die noch besser passen könnten. Sind alle Inhalte beisammen, gestalte ich das Bild bis zum Ende und nenne es trotzdem immer Entwurf und schicke es los. Stets mit diesem Gefühl im Magen, ob es gefällt.... :) Kann ja durchaus sein kann, dass hier und da noch Änderungen gemacht werden müssen. Kommt tatsächlich aber seltener vor, da ich mittlerweile weiß, worauf der Fokus liegt. Davon abgesehen verschicke ich kein Bild, das mir selbst nicht gefällt.

    Jedes Bild hat den Anspruch, eben nicht "wie drauf geklatscht" zu wirken, wie von Zephalo zu den Groschen-Romanbildern geschrieben. Wobei ich es ein wenig unglücklich formuliert empfinde, da jede Zeit seinen Stil bei Romanen hatte und sicher auch entsprechende Grafiker für die Bebilderung zuständig waren. Zumindest gibt es viele Bewunderer, die heute noch die Romane eben wegen ihrer nostalgischen Bilder sammeln. Das aber nur am Rande. Man kennt auch oft nicht die Geschichte dahinter. Und was für den einen Kitsch ist, erachtet ein anderer Betrachter als total schöne Illustration. 8) Das macht doch die Vielfalt aus.

    Vermutlich hab ich arg weit ausgeholt.... :) Bremst mich ruhig, wenn ich mich kürzer fassen soll... 8)

    In diesem Sinne....

    kreative Grüße

    Doro / Darkmoon-Art

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