Sinclair: Fluch und Segen zugleich?

  • Ich wollte mal nach 52 Jahren eine Bilanz ziehen um ALLE positiven und negativen Seiten von der Gruselserie John Sinclair aufzulisten.

    Die letzten 8-9 Jahre stand ich Sinclair sehr, sehr kritsich gegenüber, ja geradezu fast feindselig. Ein neuer Anlauf im April ließ mich aber wieder sehr viel Spaß an der Serie haben!

    Hier habe ich mal meine Kritikpunkte hervorgebracht. Ich bin sehr neugierig, wie ihr Sinclair inzwischen seht. Was findet ihr gut, was schelcht???

    Positiv:

    -Sympathische Hauptfigur (die einfach nicht tot zu kriegen ist)

    - viele interessante und liebenswerte Gegenspieler (wie Lady X, Xorron, Logan Costello, Asmodina, Dracula 2, Myxin etc)

    - man kann auch noch in späteren Folgen direkt einsteigen, um fast alles zu verstehen.

    - tonnenweise schön gezeichnete/fantasyreiche Cover!

    -Eine gelungene Mixtur aus Grusel, Fantasy und Action.

    - tolles Crossover mit Dorian Hunter (Folge 83)

    -Langweile gibt es irgendwie selten

    -für die vielen Romane, die Jason Dark schrieb, hatte er doch erstaunlich viele gute Einfälle!

    -Hörspiele sind von der Produktion ganz, ganz oben anzusiedeln.

    - Sinclair gibt es immer noch auf CD (und MC). Große Auswahl an Folgen!

    - Sinclair (und Hunter) entstand 1973. Genau wie ich.:)

    Negativ:

    -Das Ende ist hin und wieder vorhersehbar

    -Oftmals wirkt das Finale wie hingeschmiert. Immer die selbe Taktik um das Böse zu vernichten!

    - Es gibt einfach zuviele Romane (was einer Serie auch schaden kann)

    - Hauptfigur Sinclair kommt aus jeder ausweglosen, tödlichen Situation irgendwie heraus!

    - keine komplexe Stories, keine Exposes.

    - J. Dark schrieb/arbeitete die ersten Jahre allein an der Serie.


    neutral:

    Bis jetzt gab es nie eine Spin off Serie der Nebencharaktere. Vielleicht von Will Mallmann, Bill Conolly, Kara, Myxin, Jane Collins etc*

    -Sinclair ist einfach zu nett! Kann man gut oder schlecht bewerten.


    * Marek der Pfähler gibt es als Mini-Roman-Serie???

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    Edited 3 times, last by Evil (September 7, 2025 at 7:56 PM).

  • Von Kara gibt es seit diesem Jahr die "Atlantis-Legenden", ein 6teiliger Spinoff.

    Das Marek-Spinoff erscheint in wenigen Wochen, auch über 6 Teile.

    Von Suko gibt es zwei eigene Hörbücher.

    Kara bzw Atlantis fnden wir hier :

    Markus G.
    March 11, 2025 at 8:16 AM

    Marek unter

    Die Suko - Akten *Mit Bindestrich*

    Produkt-Detailseite
    www.john-sinclair.de
  • Positiv:

    Die Serie verbinde ich mit meiner Kindheit und Jugend.

    Es gibt großartige Geschichten, in denen ich wunderbar eintauchen kann.

    Die TSB Hörspiele sind extrem atmosphärisch und gruselig.

    Die EDI 2000 liefern großartige Synchronsprecher und Kino für die Ohren.

    Negativ:

    Manche Romane sind Fließbandarbeiten, sehr einfach gehalten und sehr ähnlich.

    John Sinclair ist zu sehr der strahlende Held.

    Man liest und hört sich manchmal satt.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Also, drei der negativen Punkte "kann ich nicht gelten lassen".

    John kommt aus jeder Situation heraus - natürlich, es ist der Held.

    Es gibt zu viele Romane - ist doch super so ein Erfolg-

    Jason Dark schrieb am Anfang allein - zum einen ist das ja nicht ganz richtig, bis Folge 183 gab es schon andere Autoren und zum anderen finde ich aus diese Leistung unglaublich beeindruckend.


    Was die Spin-Offs angeht, da war ja auch noch Dark Land mit Johnny Conolly in der Hauptrolle, immerhin 42 Romane.

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Schamane Was sind Deine Pros und Contras?

    Ich mache es mir da tatsächlich leicht.

    Pros: Jahrzehntelange gute Unterhaltung.

    Contras: keine. Wie bei allen langlebigen Unterhaltungsformaten gibt es ein Auf und Ab und bei der inhaltlichen Vielfältigkeit trifft es mal den Geschmack des Leser/Hörers und mal nicht. Und was oben als Nachteil genannt wurde, die zu vielen Romane, werden dann hier direkt zum Vorteil, denn so war/ist für jedes etwas dabei gewesen, immer wieder.

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    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Mein Contra sind die teilweise sehr banalen Dialoge, die mir das Lesen teilweise ein wenig zur Qual machen und die die Handlung mit Füllsätzen oft einfach nur unnötig in die Länge ziehen. Deswegen lese ich die Romane selbst nur sporadisch wenn ich wirklich Lust habe und dann auch nur ausgewählt. Ich müsste beizeiten mal austesten, wie die Romane der neueren Autoren wie Florian Hilleberg oder unser Schamane bei mir ankommen. :)

  • Mein Contra sind die teilweise sehr banalen Dialoge, die mir das Lesen teilweise ein wenig zur Qual machen und die die Handlung mit Füllsätzen oft einfach nur unnötig in die Länge ziehen. Deswegen lese ich die Romane selbst nur sporadisch wenn ich wirklich Lust habe und dann auch nur ausgewählt. Ich müsste beizeiten mal austesten, wie die Romane der neueren Autoren wie Florian Hilleberg oder unser Schamane bei mir ankommen. :)

    Mach das gerne, würde mich freuen. :)

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    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Quote

    Mein Contra sind die teilweise sehr banalen Dialoge, die mir das Lesen teilweise ein wenig zur Qual machen und die die Handlung mit Füllsätzen oft einfach nur unnötig in die Länge ziehen

    Ist mir neulich beim lesen auch aufgefallen:

    Sie: Warum willst du mich töten?

    Er: Weil du uns störst.

    Sie: Warum stör ich euch?

    Er: Weil du uns im Weg bist!

    Sie: Warum bin ich euch im Weg?

    Er: Weil wir dich töten müssen!

    So ungefähr waren die Dialoge. Das ging so 1-2 Seiten lang, damit man die Seitenzahl von 64 bzw 58 Seiten voll kriegt!

    :P

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    Edited once, last by Evil (September 8, 2025 at 1:12 PM).

  • Ergänzung:

    POSITIV: Mir ist es immer wichtig, dass die Szene auf dem Cover in der Geschichte auch so vorkommt. Find ich irgendwie spannend.

    Trifft es aber nicht so zu, z.B. Das Cover hat nur zum Teil was mit dem Inhalt zu tun, andere Person sind abgebildet, oder die Szene wird eben nicht in der Form so erzählt, finde ich es sogar noch spannender. Ich fange dann an zu überlegen, wie hat der Zeichner sich das gedacht? Warum hat John Sinclair hier keine blonden Haare, sondern dunkle???^^

    Das ist bei mir oft der Fall, dass ich mich damit beschäftigen WILL! Bei Dorian Hunter klappt das leider nicht! Die Sinclair Cover(s) erzählen ihre ganz eigene Geschichte, für mich im also positiven Sinne. :thumbup:

    Ich könnte jetzt 10 Roman Cover(s) posten, und irgend einen Mist dazu fragen, weil's mir einfach Spass macht! Funktioniert irgendwie nur bei Sinclair, ich weiß auch nicht...:)

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  • Es war Ist John Sinclair eine „ernste oder ernsthafte Serie“? Für mich ist es keine wirkliche ernsthafte Serie. Es ist eine Serie mit leichtem Augenzwinkern.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich finde, genau diese Frage zeigt, wie unterschiedlich man John Sinclair wahrnehmen kann – und warum man sie eigentlich gar nicht eindeutig beantworten kann.

    Für mich persönlich ist John Sinclair keine wirklich ernsthafte Serie im klassischen Sinne – und das ist auch völlig in Ordnung. Sie will das meines Empfindens nach gar nicht sein. Die Reihe lebt seit jeher von ihrem ganz eigenen Mix: ein bisschen Grusel, ein bisschen Trash, ein bisschen Kult, dazu überzeichnete Figuren, große Gesten, fantastische Elemente und ein durchaus charmantes Augenzwinkern. Gerade diese Kombination macht für mich den Reiz aus.

    Es gibt innerhalb der Serie natürlich immer wieder Folgen, die deutlich düsterer, ernster, atmosphärisch dichter sind – aber als Gesamtwerk würde ich John Sinclair eher als unterhaltsamen, bewusst überdrehten Horror-Pulp sehen, der sich selbst nicht immer vollkommen ernst nimmt. Und genau dadurch funktioniert er: Man begibt sich in eine Welt, in der Dämonen, Monster und uralte Mächte mit derselben Selbstverständlichkeit auftreten wie ein klassischer Schurke in einem Comic.

    Für mich ist es also keine „ernsthafte Serie“ im Sinne von realistischem Horror oder hochkomplexer Dramatik. Es ist eher ein Stück popkultureller Grusel, der mit Herzblut erzählt wird und bei dem die Inszenierung, die Atmosphäre und der Kultfaktor weit wichtiger sind als Realismus oder ein gravitätischer Tonfall.

    Und vielleicht ist es genau diese Mischung, die John Sinclair über Jahrzehnte so beliebt gemacht hat: Es ist nicht die große, schwere Horror-Literatur – es ist der perfekte Grusel-Abend für zwischendurch. Und genau das liebe ich daran.

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