Verschiedene Alters angepasste Hörspielversionen

  • Was haltet ihr davon Hörspiele oder Hörspielfolgen entsprechend dem jeweiligen Alter in verschiedenen Hörspielversionen zu veröffentlichen? Dreamland veröffentlicht demnächst eine Real Teen Version einer Folge (Im Haus des Alten). Abenteuermaschine veröffentlicht seit einigen Folgen seine Hörspiele in einer extra jüngeren Kinderversion und in einer etwas ausführlicheren Version für ältere Kinder und Jugendliche.
    Fallen Euch weitere Beispiele ein? Ist das für Euch nachvollziehbar und zu begrüßen? Wenn Ja wo könntet ihr euch so etwas noch vorstellen?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich halte das für eine ziemlich fragwürdige Idee. Für mich lebt ein Hörspiel – genauso wie ein Buch – davon, dass es in seiner vollen Form erzählt wird. Wenn man beginnt, verschiedene Altersversionen zu produzieren, verwässert man nicht nur den ursprünglichen Gedanken, sondern nimmt der Geschichte auch ihre eigentliche Kraft. Ein Hörspiel oder Roman ist nun mal so angelegt, wie es die Macher vorgesehen haben – mit all seinen Facetten, Stimmungen und manchmal auch Härten.

    Das Beispiel mit dem Da Vinci Code, der nun als Ausgabe für jungendliche Leser ab 14 erscheint, zeigt es sehr gut: 150 Seiten weniger heißt nicht einfach nur „kompakter erzählen“, sondern es bedeutet, dass inhaltlich Substanz verloren geht. Szenen, die vielleicht entscheidend für Atmosphäre, Spannung oder Charakterzeichnung sind, werden gestrichen – nur weil man meint, eine bestimmte Altersgruppe müsse davor „geschützt“ werden. Am Ende bleibt ein halbes Werk übrig, das weder den Anspruch des Originals erfüllt noch den Reiz für die Leser wirklich transportieren kann.

    Gerade im Hörspielbereich wirkt das Ganze auf mich noch absurder. Hörspiele sind ohnehin kürzer und komprimierter als Romane. Warum sollte man da noch zusätzliche Kürzungen oder Vereinfachungen vornehmen? Kinder wachsen doch gerade dadurch, dass sie sich an Stoffen reiben, die vielleicht ein Stück über ihrem aktuellen Verständnis liegen. Wenn man ihnen nur weichgespülte Versionen anbietet, nimmt man ihnen diese Erfahrung.

    Ich finde: Eine Geschichte sollte für sich stehen. Entweder man ist alt genug dafür – oder man wartet noch, bis die Zeit dafür reif ist. Aber eine Geschichte künstlich in „altersgerechte Häppchen“ zu zerschneiden, macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Am Ende verliert man mehr, als man gewinnt.

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