Was sind die besten Hörspielstudios?

  • Wir sprechen ja gerne über Labels, Verlage, Regisseure oder auch Sprecher/innen. Aber was sind die für Euch bekanntesten Ton- und Hörspielstudios, wo die Hörspiele Dank Aufnahmeleiter zum Leben erweckt werden? Welche fallen Euch hier ein? Und bekommen diese manchmal nicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Was meint ihr, was sind die Vorzüge eines richtig guten Studios?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • hoerspielhoerer Wo nehmt ihr Eure Hörspiele auf?

    Eines jener Tonstudios, die für meine Ohren stets großartige Hörspielaufnahmen machen, ist Tommi Schneefuß Sound of Snow.

    Sound of Snow – Recording Studio & Sound Design

    Meistens werden die Labels oder Verlage genannt, aber die Tonstudios wo den Skripten und Geschichten Leben eingehaucht werden, werden vergessen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich finde ja, dass die Studios oft viel zu wenig Liebe bekommen. Die Klangsignatur entsteht nun mal im Aufnahmeraum, an der Regie und später in der Mischung.

    Für mich sind da ein paar Studios echte Aushängeschilder:

    STIL steht für mich wie kaum ein anderes für einen opulenten, cineastischen Sound. Da ist einfach alles drin – dichte Atmos, große Räume, musikalische Bögen, perfekt gesetzte Effekte. Das klingt oft wie „Kino mit geschlossenen Augen“. Man hört die Handwerksliebe und die Detailarbeit: Dynamik statt Lautheitsbrei, Raumtiefe statt einfach nur Hall drüberkippen, saubere Layer und hochwertiges Mastering.

    Dann das Hörspielstudio XBerg – für mich eine perfekte Mischung aus modern und trotzdem zeitlos. Die Sprachaufnahmen sind klar und präsent, ohne trocken zu wirken, das Geräuschdesign ist präzise, und das Timing hat immer Tempo, ohne hektisch zu werden. Das ist so eine Art Produktionshandschrift, die auch in ein paar Jahren noch frisch klingt und bei der ich sofort Lust habe, weiterzuhören.

    Und bei Hörbüchern ist für mich die Klangkantine einfach eine Bank. Glasklare Stimmen, keine störenden Nebengeräusche, ein angenehmes Klangbild über viele Stunden hinweg. Da merkt man, wie sorgfältig Atemgeräusche, S-Laute und Lautstärke bearbeitet werden, ohne dass es künstlich wirkt. Genau das sorgt dafür, dass man sich ganz auf den Text einlassen kann.

    Warum ein gutes Studio so wichtig ist? Ganz einfach: Die Akustik, die Technik, die Regiearbeit – all das entscheidet darüber, ob eine Produktion lebendig und stimmig klingt. Wenn die Aufnahmeleitung sauber arbeitet, die Figurenführung stimmt und die Sounds passen, dann entsteht diese Magie, bei der man völlig eintaucht. Und gerade bei Serien merkt man, wie wertvoll ein Studio ist, das über viele Folgen hinweg konstant die gleiche Qualität liefert.

    Ich würde hier auch unbedingt noch Titania Medien mit ins Boot holen. Ich weiß gar nicht, ob man es nun eher als Label oder auch als Studio einordnen sollte – vermutlich beides – aber das, was Marc Gruppe dort seit Jahren in höchster Qualität aus dem Hut zaubert, ist schlicht fabelhaft. Jede Produktion ist bis ins Detail durchdacht, atmosphärisch dicht und handwerklich auf einem Level, das im Hörspielbereich seinesgleichen sucht.

    Gleiches gilt für FullCastAudio und Markus Winter. Auch hier bekommt man zuverlässig Produktionen, bei denen einfach alles stimmt – von der stimmigen Besetzung über die saubere Regiearbeit bis hin zu einem Klang, der genau weiß, wann er groß aufdrehen darf und wann Zurückhaltung die bessere Wahl ist. Für mich ebenfalls ein Garant für hochwertige, langlebige Hörspielkunst.

    Kurz gesagt: STIL steht für opulent und filmisch, XBerg für klar und modern, die Klangkantine für perfekte Hörbuchästhetik – und Titania Medien und FullCastAudio für herausragende, detailverliebte Hörspielkunst, die zuverlässig höchste Qualität liefert. Genau diese Handschriften machen für mich den Unterschied. Oft erkennt man schon nach wenigen Sekunden, aus welchem kreativen Hause eine Produktion stammt. Leider wird das viel zu selten erwähnt – dabei ist es genau dieses Fundament, auf dem all die großartigen Geschichten überhaupt erst zum Leben erweckt werden.

  • Als großer Nostalgiker muss ich natürlich auch das legendäre Studio Körting und mein Herzensstudio Tonstudio Braun nennen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wenn es um reine Aufnahmen geht, kann ich nur meine Partner in Crime nennen. Nicht umsonst nehme ich dort auf, da mir die Qualität wichtig ist, dazu gehört eben neben guten Mikros auch ein Akustisch ausgebauter Raum. Daher:

    Media Paten in Berlin - Ich nehme ausschließlich meine Sprecher aus Berlin dort auf.

    Planet Voice in Krefeld - Christoph ist nicht nur Sprecher, und Stimme von Wolfy, sondern auch ein erfahrener Tonmensch mit eigenem Tonstudio.

    HNYWOOD In Heilbronn - Eigentlich ein Filmteam mit einem Synchronstudio, überwiegend Animes, aber auch bekannt für Paul Temple. Mit Antonio als Inhaber ein perfekter Partner in Sachen Aufnahmen (und Sounddesign sowie Musik).


    Ansonsten werden viele Rollen bei mir selbst aufgenommen, da ich selbst ein kleines Tonstudio besitze und viel Wert auf gute Aufnahme lege und daher immer am optimieren des Studios bin.


    Wenn es um Post-Production Studios geht ist die erste Wahl für mich persönlich immer TonStudio Steinbrecher - egal ob Sounddesign, Mastering oder Musik. Tom ist der Mann dafür und denke auch vielen bekannt, da er gefühlt für jedes Label bereits gearbeitet hat.

  • Ein bekanntes aber auch eher unterrepräsentiertes Studio - Headroom Studios in Köln:

    USM Audio | Hörbuch & Hörspiel auf Instagram
    Eine kleine Studiotour durch unsere Headroom Studios in Köln 🎧 #bo...
    www.instagram.com

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Eines jener Tonstudios, die für meine Ohren stets großartige Hörspielaufnahmen machen, ist Tommi Schneefuß Sound of Snow.

    Nachdem ich wieder Ivar Leon Mengers Geschichten höre, muss ich wieder einmal auch an Tommi Schneefuß denken und ihn erwähnen, weil er stets für großartige Arbeit in seinem Studio sorgt. Fallen Euch noch weitere Studios ein, die oftmals zu wenig gewürdigt werden?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • ich glaube die Bumm Film GmbH wurde noch nicht genannt....

    Wenn ich das richtig im Kopf habe, kommen da die ganzen Krappweis Hörspiele her :) Und gerade Mara oder Kohlrabenschwarz waren richtig gut produziert.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Falls das Stil-Studio Berlin noch nicht ausreichend anerkannt sein sollte, die finde ich sehr gut.

    Nicht nur High-end-Produkte (wie z.B.John Sinclair), sondern auch viel eigene Musik, wie bei den 3? Die sind echt kreativ und trotzdem erfolgreich, seit Jahren.

  • Als großer Nostalgiker muss ich natürlich auch das legendäre Studio Körting und mein Herzensstudio Tonstudio Braun nennen.

    Bis auf die beiden kenne ich ehrlich gesagt keins. Allerdings gibt es die ja beide auch nicht mehr. Zumindest Braun nicht und Körting liefert auch schon lange nicht mehr die Qualität von Früher. Ist mehr zu nem von Sony gekauften Namen geworden der auf Produktionen als Werbung drauf gepappt wird.

    Ich hab auch keine Ahnung wo bsw der Original Jan Tenner oder Benjamin Blümchen produziert wurden. Ändert aber für mich auch nichts dran ob es mir gefällt oder nicht. ;)

  • Ich finde ja, dass die Studios oft viel zu wenig Liebe bekommen. Die Klangsignatur entsteht nun mal im Aufnahmeraum, an der Regie und später in der Mischung.

    Ich frage mich, ob es bei Berücksichtigung aller drei von dir genannten Aspekte im Endeffekt nicht viel eher um den Produzenten/Die Produzentin als um das Studio geht?

    Ich nenne hier mal den großartigen Kurt Vethake als Beispiel, dessen Hörspiele in sehr unterschiedlichen Studios enstanden sind. Er fungierte häufig als Regisseur und arbeitete mit festen Schauspielern und Musikern zusammen. Eine Vethake-Produktion erkennt man m.M. nach unabhängig davon, ob sie beim SWF oder im Ariola-Studio enstanden ist, da eben immer dieselben Leute dahintersteckten.

    Ein moderneres Beispiel wäre Frank Gustavus, der Hörspiele bei CSC (Deluxe Media), FX:One Media oder Superhearo als Auftragsproduktion aufnahm. Die Produktionen aus den Studios unterscheiden sich nicht großartig, da das Team hinter den Produktionen ähnlich ist.


    Vielleicht verschwimmt die Wahrnehmung dahingehend, dass wir ein Studio Körting oder Studio Braun als Ideal im Kopf haben und bewusst oder unbewusst davon ausgehen, dass es überall ähnlich abläuft (Produzent besitzt Studio, hat feste angestellte und nimmt Aufträge entgegen) Die Realität sieht allerdings so aus, dass es auch durchaus mal vorkommen kann, dass die Sprachaufnahmen eines einzelnen Hörspieles in ganz unterschiedlichen Studios gemacht werden und ein Regisseur nur noch Online dazugeschaltet wird. Manchmal werden Studios einfach auch nur von Produzenten/Regisseuren gemietet. D.H. es kann auch passieren, dass einzelne Folgen einer Serie in ganz unterschiedlichen Studios aufgenommen und wieder in anderen Studios gemastert werden.

  • Ich glaube, du hast da einen sehr wichtigen Punkt angesprochen. Am Ende steht tatsächlich oft eher der Produzent oder das kreative Kernteam hinter der eigentlichen „Klangidentität“ einer Produktion als das Studio selbst. Dein Beispiel mit Kurt Vethake passt da perfekt – seine Handschrift erkennt man unabhängig davon, wo aufgenommen wurde. Das gleiche gilt für viele andere Produktionen, bei denen sich bestimmte Teams, Sprecherkonstellationen oder Arbeitsweisen wiederholen.

    Trotzdem würde ich das Studio nicht ganz aus der Gleichung herausnehmen. Der Raum, die Technik, die Arbeitsumgebung und auch die Menschen, die dort regelmäßig arbeiten, prägen schon mit, wie etwas klingt. Gerade früher, als Produktionen stärker an feste Orte gebunden waren, konnte sich dadurch eine sehr eigene Klangsignatur entwickeln. Deshalb haben wir heute noch Begriffe wie „Studio Körting“ oder „Studio Braun“ so präsent im Kopf.

    Was du über die heutige Produktionsrealität schreibst, stimmt natürlich ebenfalls. Sprachaufnahmen entstehen inzwischen oft an ganz unterschiedlichen Orten, Regie wird remote zugeschaltet und die Mischung passiert wieder woanders. Dadurch verschwimmt diese klassische „Studiohandschrift“ zunehmend. Die Identität verschiebt sich dann stärker auf das Team hinter der Produktion – also Produzent, Regie, Sounddesign und Schnitt.

    Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen: Die eigentliche Handschrift entsteht durch die Menschen, aber das Studio kann dieser Handschrift eine zusätzliche Farbe geben.

  • Ich glaube, du hast da einen sehr wichtigen Punkt angesprochen. Am Ende steht tatsächlich oft eher der Produzent oder das kreative Kernteam hinter der eigentlichen „Klangidentität“ einer Produktion als das Studio selbst. Dein Beispiel mit Kurt Vethake passt da perfekt – seine Handschrift erkennt man unabhängig davon, wo aufgenommen wurde. Das gleiche gilt für viele andere Produktionen, bei denen sich bestimmte Teams, Sprecherkonstellationen oder Arbeitsweisen wiederholen.

    Da möchte ich gerne Egon L. Frauenberger ins Feld führen. Mr "Preußler-Vertonung" himself. Da gab es wirklich eine gemeinsame Identität, allein schon wegen Hans Baur als Erzähler.

  • Mir persönlich kommt der Dialogbuchautor - falls es sowas überhaupt gibt - viel zu kurz.

    Ich finde da hapert es heute am Meisten. An Musik, Audioqualität oder Sounds habe ich eigentlich bei heutigen Hörspielen bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nichts auszusetzen. Ich kenne mich in der Branche aber nicht aus - keine Ahnung ob das ein Job des Studios wäre sich um gut geschriebene Dialoge zu kümmern oder ob die, die eingereichten Schriften nur stumpf vorlesen lassen und dach Xen.

    Für mich fehlt da heute einfach ein Talent, das aus den eingereichten Geschichten gute Hörspieldialoge basteln kann.

    Aufgrund dieser miesen Dialogtext Qualität von heute bin ich mittlerweile auch in den Hörbuch-Bereich umgeschwenkt.

    Ach ja - ein Beispiel für ein Hörspiel/buch mit schlechten Effekten wäre bsw Holmes Chronicles "Katze". Ich hatte da reingehört da es das auf LP gibt mich dann aber schnell gegen einen Kauf/das weiterhören entschieden. Gleich am Anfang dieses "Kaminfeuer" - vermutlich hat in dem Studio noch niemand vor nem offenen Feuer gesessen so wie das klingt. Dann kamen noch unnatürlich klingende Betonungen dazu und das wars dann für mich.

    Tonstudio Braun hat für mich bsw bei Sinclair auch sehr viele extrem dämliche Dialoge als auch komplett überzogene Darbietungen von selbigen :D. Die kann ich mir aber trotzdem hin und wieder anhören weil die häufig mehr was vom Theateraufführungscharm haben als von einem Hörspiel - außerdem bekommen die Braun Sinclairs für mich häufig eine gruselige Atmo mit toller Klangkulisse hin. Das ist das was ich bei den Lübbe Sinclairs immer vermisst habe - die hatten kaum gruselige Momente sondern eigentlich "nur" Jumpscares mit lauten Effekten und etwas Splatter zu bieten.

  • Eine ziemlich pauschalisierende Meinung über heutige Autoren.

    Richtig. Wobei ich das optimal als 2 Jobs sehe die von 2 unterschiedlichen Menschen erledigt werden. Einer liefert die Geschichte und der nächste macht die Geschichte Hörspieltauglich und schreibt gut hörbare Dialoge.


    Multitalente die beides gleichzeitig können gibt es so gut wie nicht.

  • Eine Meinung. Die ich in seiner Extreme nicht teilen würde. Aber die ich akzeptiere. Hat aber mit dem Studio an sich wenig zu tun. Über Autoren haben wir bereits Threads, so wie diesen hier:

    Markus G.
    August 11, 2011 at 8:34 AM


    Hier wollen wir explizit die Arbeit von Hörspielstudios hervorheben.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

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