Kyllroth - Tödliche Heimkehr 1917 (Sabine Ballbach, Lena Gouverneur)-WDR 2025

  • Kyllroth

    Darum geht es:

    Mitten im 1. Weltkrieg haben die Frauen die Pflichten ihrer Männer übernommen, um den abgeschiedenen Ort Kyllroth am Laufen zu halten. Sie führen die Schmiede, das Wirtshaus, oder die Amtsstube und halten damit sich und ihre Familien über Wasser. Paula, Cilly, Jule und Käthe finden Gefallen an der neu gewonnenen Selbstbestimmung und auch der sexuellen Freiheit in Abwesenheit ihrer Ehemänner. Als Paula sich in einen französischen Kriegsgefangenen verliebt und von ihm schwanger wird, malt sie sich euphorisch eine glückliche Zukunft aus. Die unerwartete Rückkehr ihres Ehemanns bringt sie auf den Boden der Tatsachen und die patriarchalen gesellschaftlichen Zwänge zurück. Doch nach Jahren der Selbstbestimmung will sie sich nicht in ihre alte Rolle fügen. Können ihr Hebamme Maria und die anderen Frauen helfen? Oder bleibt ihr nur die Hilfe der sagenumwobenen Maarhexe, die bereits mehreren Kriegsheimkehrern den Tod gebracht hat?


    Die Hörspielserie basiert auf den wahren Ereignissen im ungarischen Dorf Nagyrev während des 1. Weltkriegs. Zwischen 1914 und 1929 begingen die Frauen des Ortes zahlreiche Morde an ihren Ehemännern und Verlobten, aber auch Familienangehörigen. Nicht alle Täterinnen wurden gefasst.


    1/8 Ins Paradies mögen dich die Engel begleiten (38 Min.)

    August 1917: Paula zieht sich aus dem Wettstreit „Wer schläft mit den meisten Kriegsgefangenen“ raus, weil sie sich in Philipe verliebt hat und befürchtet, schwanger zu sein. Jules Mann wird beerdigt, nachdem er unerwartet auf Fronturlaub verstorben ist. Als ihr Schwiegervater das gleiche Schicksal zu ereilen scheint, geht ein Gerücht in Kyllroth um: Ist die sagenumwobene Maarhexe für das Sterben der Männer verantwortlich?

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (1/8): Todesfluch
    August 1917: Eine Serie von mysteriösen Todesfällen erschüttert den Eifelort Kyllroth. Es scheint immer nur Männer zu treffen. Ein Gerücht geht um: Ist die…
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    2/8 In der Heimat, da gibt es ein Wiedersehen (36 Min.)

    August 1917: Gerade bekommt Paula Gewissheit, dass sie von Philipe schwanger ist, da kehrt ihr Ehemann Emil aus dem Krieg zurück und drängt sie zurück in die Rolle als Ehefrau. Als es Jule endlich gelingt, sich auch ihres lästigen Schwiegervaters mittels Marias Arsen zu entledigen, kommt Cilli den Mörderinnen auf die Spur.

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (2/8): Unerwartetes Wiedersehen
    August 1917: Gerade bekommt Paula Gewissheit, dass sie von Philipe schwanger ist, da kehrt ihr Ehemann Emil aus dem Krieg zurück und drängt sie zurück in ihre…
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    3/8 Denn ob ich auch mitten durch den Todesschatten wandelte (37 Min.)

    November 1917: Während Paula erfährt, dass die Frauen sich mit Arsen ihrer Männer entledigen, wird Pfarrer Kurz von der Maarhexe heimgesucht und entkommt ihr nur knapp. Als Emil klar wird, dass Paulas Kind von dem Kriegsgefangenen Philipe ist, lässt er seine Wut an ihr aus. Schwer verletzt und tief verzweifelt rettet sich Paula ans Maar – wartet dort die Maarhexe auf sie?

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (3/8): Wandel im Todesschatten
    November 1917: Paula erfährt das Geheimnis der Frauen im Ort. Emil wird klar, von wem Paula schwanger ist und lässt seine Wut an ihr aus. Schwer verletzt und…
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    4/8 Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken. (42 Min.)

    November 1917: Die Presse wird auf die vielen Todesfälle in Kyllroth aufmerksam, dennoch geht das Morden weiter: Cilli vergiftet einen Kriegsgefangenen und Käthe versehentlich ihren geliebten Bruder Heini. Derweil sucht Paula Schutz bei ihrer Familie, doch die schickt sie zu ihrem Ehemann zurück. Da Emil von ihr verlangt, das Bastard-Kind zu töten, sieht Paula nur noch einen Ausweg: Emil muss sterben.

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (4/8): Sünde in Wort und Werk
    November 1917: Die Presse wird auf die Todesfälle in Kyllroth aufmerksam, dennoch sterben weitere Menschen in Kyllroth. Paula sucht Schutz bei ihrer Familie,…
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    5/8 Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt (33 MIn.)

    Dezember1917: Nach dem Mord an Emil gehört auch Paula zum Kreis der Mörderinnen. Dass ungewöhnlich viele Kriegsheimkehrer in Kyllroth sterben, hat sich inzwischen bis zur Kölner Polizei herumgesprochen. Um den Kommissaren, die in die Eifel gekommen sind, keinen Beweis für ihre Arsenmorde zu liefern, sorgen die Frauen dafür, dass Emil schon am nächsten Tag beerdigt wird. Doch die Kommissare wollen den Leichnam beschlagnahmen.

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (5/8): Dunkel der Nacht
    Dezember 1917: Dass ungewöhnlich viele Kriegsheimkehrer in Kyllroth sterben, hat sich bis zur Kölner Polizei herumgesprochen. Zwei Kommissare kommen in die…
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    6/8 Oh Herr, gib jedem seinen eigenen Tod (38 Min.)

    Dezember1917: Da Pfarrer Kurz eine Untersuchung von Emils Leichnam verhindert, stehen die Kommissare ohne Beweise da. Sie wollen ihre Ermittlungen in Kyllroth schon beenden, als Kramer durch einen Zufall Marias Arsenküche entdeckt. Um ihr Geheimnis zu wahren, tötet Jule den Polizisten. Doch auch Sanni ist misstrauisch geworden und kommt den Frauen auf die Spur.

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (6/8): Jedem seinen Tod
    Dezember 1917: Pfarrer Kurz verhindert die Untersuchung des Leichnams, die Kommissare stehen ohne Beweise da. Sie wollen ihre Ermittlungen in Kyllroth schon…
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    7/8 Aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein (38 Min.)

    Dezember1917: Während Paula im letzten Moment verhindern kann, dass auch Sanni sterben muss, legt Pfarrer Kurz sich im Delirium mit der Maarhexe an und ertrinkt. Dass einige der Frauen immer willkürlicher und skrupelloser morden, treibt die eingeschworene Gruppe auseinander. Als Jules Tochter verschwindet, befürchtet Jule, die Maarhexe wolle sich an ihr für die Morde rächen.

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (6/8): Jedem seinen Tod
    Dezember 1917: Pfarrer Kurz verhindert die Untersuchung des Leichnams, die Kommissare stehen ohne Beweise da. Sie wollen ihre Ermittlungen in Kyllroth schon…
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    8/8 So weinet um mich keine Tränen (42 Min.)

    Februar 1918: Die Frauen scheinen noch einmal davongekommen zu sein, doch da erhält Wagenknecht durch Käthes Sohn einen entscheidenden Hinweis. Der Versuch, auch Wagenknecht mit Arsen zu töten, scheitert, und liefert ihm stattdessen den ersehnten Beweis für die Morde. Während die Polizei die Mörderinnen festnimmt, kann Paula dank Philips Hilfe den einzigen Beweis gegen sie vernichten.

    Podcast: Kyllroth. Tödliche Heimkehr 1917 (8/8): Keine Tränen
    Februar 1918: Die Frauen scheinen noch einmal davongekommen zu sein, doch da erhält Kommissar Wagenknecht den entscheidenden Hinweis. Nur eine von ihnen kann…
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    Ab 7.8 in der ARD Mediathek.

  • Die ersten beiden Folgen liegen hinter mir. Bis hierhin segelt das Hörspiel unter völlig falscher Flagge, denn Mystery so wie wir es in Deutschland verstehen, ist es überhaupt nicht. Egal, was das Cover andeutet und wie oft die Maarhexe Erwähnung findet.

    Statt Mystery also eine Krimi-Groteske mit feministischer Grundhaltung vor historischem Hintergrund. Soll mir recht sein, solange es auf dem wie in den ersten beiden Episoden abgelieferten hohen Niveau bleibt.

    Nicht jeder Verkannte ist ein Genie. (Walter Moers)

  • Dank MikeFord wieder darauf aufmerksam gemacht. Ich höre mal rein. Bin gespannt. Für Grusel bin ich immer zu haben 😍

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Die ersten beiden Folgen gehört. Es ist bis dato mehr ein Kriegsdrama für die Daheimgebliebenen und Heimkehrer. Durchaus reizvoll zu hören, aber nicht unbedingt das was ich erwartet habe.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Gerade eben die achte und letzte Folge gehört.

    Ein Gruselhörspiel ist es definitiv nicht, auch wenn ich in Folge 3 kurz dachte, es könnte doch noch in die Richtung gehen.

    Stattdessen eine ungewöhnliche Geschichte, die man nicht zu einem Genre allein zuordnen kann. Krimi, Satire, Humoreske, Historienstück, Drama - all das steckt da drin und all das ist auch super gelungen. Die Geschichte wird wirklich nie langweilig und die vielen verschiedenen Einflüsse verschmelzen problemlos zu einem stimmigen Gesamtbild. Jede Folge endet mit einem kleinen Teaser zum Weiterhören (Cliffhanger mag ich sie nicht nennen) und wird dann in der kommenden Episode direkt zu Beginn weitergeführt. Auch das trägt dazu bei, dass es über die gesamte Laufzeit sehr einheitlich wirkt. Das Ende hätte ich so nicht erwartet. Vielleicht ist es dem Umstand geschuldet, dass die Geschichte ja auf wahren Begebenheiten beruhen soll.

    Alle Sprecher*innen sind super. Die Geräuschkulisse ist irre detailliert und stimmig. Das gilt allerdings auch für nicht ganz so appetitliche Szenen, wenn sich z. B. jemand übergeben muss oder in Krämpfen windet. Rainer Quades Musik wurde vom WDR-Funkhausorchester eingespielt. Sie ist ungewöhnlich und eher wenig melodiös, trägt aber sehr viel zur Atmosphäre der einzelnen Szenen bei. Das zu hören ist schon ein Genuss.

    'Kyllroth' hat alle meine Erwartungen unterlaufen und war ganz anders, als ich vermutet hatte. Gerade das hat es für mich aber so richtig hörenswert gemacht. Endlich mal wieder eine anspruchsvolle, zum Nachdenken reizende Geschichte in einer publikumswirksamen Produktion des ÖRR. Bei der Masse an Genrestücken, die zuletzt veröffentlich wurden, freut mich das umso mehr. Bis jetzt mein zweites Highlight 2025 (nach "1001 Nacht").

    Nicht jeder Verkannte ist ein Genie. (Walter Moers)

    Edited 3 times, last by Stollentroll (August 15, 2025 at 8:01 PM).

  • Mit der ersten Folge habe ich mich noch etwas schwergetan – alles wirkte auf mich ziemlich durcheinander, sodass ich schon fast nicht weiterhören wollte. Doch ab der zweiten Folge hat es Klick gemacht: Der Einstieg war gefunden und ich muss sagen – ganz großes (Ohren-)Kino!

    Nebenbei: Gibt es eine Möglichkeit, die Farben im Forum zu ändern? Dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund ist etwas schwer zu lesen. Im Kontrollzentrum habe ich die entsprechenden Einstellungen schon ausprobiert, aber das hat leider nichts verbessert.

  • Folge 1 hatte mich auch noch nicht ganz gecatcht, aber je weiter ich höre, desto mehr will ich wissen wie es weitergeht :)

    Ranger zu deiner Frage bzgl. der Farben hab ich dir einen Tipp in den Spoiler geschrieben:

    Display Spoiler

    Probiere mal in den Account-Einstellungen unter "Stile" das bevorzugte Farbschema von "Automatisch erkennen" auf dunkel zu setzen. Das müsste eigentlich klappen. Sonst wird das Farbschema leider von den PC-Einstellungen übersteuert.

  • Mit der ersten Folge habe ich mich noch etwas schwergetan – alles wirkte auf mich ziemlich durcheinander, sodass ich schon fast nicht weiterhören wollte. Doch ab der zweiten Folge hat es Klick gemacht: Der Einstieg war gefunden und ich muss sagen – ganz großes (Ohren-)Kino!

    Nebenbei: Gibt es eine Möglichkeit, die Farben im Forum zu ändern? Dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund ist etwas schwer zu lesen. Im Kontrollzentrum habe ich die entsprechenden Einstellungen schon ausprobiert, aber das hat leider nichts verbessert.

    Probier mal Einstellungen und Privatsphäre -> Stil

  • Normal würde ich jetzt nach der schwachen Folge 1 abbrechen, die Existenz dieses Threads motiviert mich aber zum Weiterhören :)

    Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Kanaren

  • Late to the party, aber mittlerweile habe ich es auch geschafft, hier mal reinzuhören. Wie eine Groteske, wie Stollentroll schrieb, erschien es mir zwar nicht, aber schon wie eine teils auch etwas schräge oder skurrike Selbstermächtigungsstory mit starken Krimi- und Thriller-Elementen. Und ja, auch Mystery, denn ich finde durchaus, dass eine entsprechende Atmosphäre fast das gesamte Hörspiel durchzieht. In dieser Hinsicht erinnert es mich sogar ein wenig an GREUL, nur eben statt mit Mittelalter- mit einem Weltkriegssetting.

    Ich bin zwar noch nicht durch (ein Viertel fehlt noch), aber hörens- und empfehlenswert ist es auf jeden Fall, denn die Handlung ist durchaus sehr spannend gehalten, und es wird ziemlich viel gestorben...

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