Horror Tales - 10. Invasion

  • Horror Tales - 10. Invasion

    Rechtsmedizinerin Gwen Hoffman hatte sich ihren freien Tag sicher anders vorgestellt. Nach einer Schießerei in einem Diner wird sie zur Unterstützung bei mehreren Obduktionen herangezogen. Doch einer der vermeintlich toten Körper erhebt sich plötzlich – und greift sie an. Als sich Homeland Security einschaltet, ist klar: Die Bedrohung ist nicht von dieser Welt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem nicht nur Gwen, sondern auch ein verschrobener Verschwörungstheoretiker und eine Gruppe Agenten alles daransetzen müssen, die Menschheit vor einer Invasion zu retten.

    Mit Folge 10 der Horror Tales-Reihe liefert Contendo Media eine liebevoll überzeichnete Hommage an das Trash-Science-Fiction-Kino der 80er. Das Hörspiel ist temporeich, wuchtig inszeniert und mit seinen bewusst klischeehaften Figuren und Dialogen ein nostalgisches Fest für Fans von Neon Grusel, Geister-Schocker und Konsorten. Dabei gelingt es der Produktion, Trash-Elemente mit handwerklich hochwertiger Umsetzung zu verbinden.

    Die Handlung entfaltet sich in hohem Tempo: Bereits die Eröffnung mit der Schießerei im Diner zieht den Hörer unmittelbar in eine Welt voller Misstrauen, Alien-Paranoia und staatlicher Vertuschung. Die Geschichte selbst bleibt dabei bewusst schlicht, aber stimmungsvoll konstruiert. Besonders gelungen ist, wie die Bedrohung schrittweise eskaliert – von einem scheinbar isolierten Vorfall bis zur groß angelegten Alien-Invasion. Die Übergänge zwischen klinischer Forensik, urbanem Agententhriller und extraterrestrischem Grusel sind fließend und sorgen für ein dynamisches Hörerlebnis. Die Figuren – Gwen als toughe Ärztin, der skeptische Ermittler, der paranoide Theoretiker – sind überzeichnet, aber lebendig. Es ist keine Geschichte, die auf Subtilität setzt, sondern eine, die mit wuchtiger Erzählweise und sattem Genrespirit unterhält. Der Einsatz des Erzählers unterstützt diesen Ton und gibt der Geschichte zugleich Struktur.

    Das Sprecherensemble gehört zu den großen Stärken der Folge. Sandra Schwittau bringt als Gwen Hoffman genau die richtige Mischung aus Entschlossenheit und Menschlichkeit mit. Martin Keßler als abgebrühter Ron Presley überzeugt mit markanter Präsenz. Tommi Piper als John Irwin ist eine nostalgische Überraschung, während Sascha von Zambelly, Michael-Che Koch und Marie Biermann ebenfalls klare Akzente setzen. Uve Teschner führt mit seiner erzählerischen Stimme souverän durch die Geschichte und trägt zur dichten Atmosphäre bei.

    Sounddesign, Musik und Schnitt sind ausgesprochen hochwertig. Die Actionsequenzen sind dynamisch abgemischt, dabei aber stets gut verständlich. Besonders auffällig ist die kreative Geräuschkulisse: von futuristischen Waffensounds über organisches Alien-Gurgeln bis hin zu atmosphärischem Raumklang – alles wirkt sorgsam komponiert. Die Musik oszilliert zwischen düsterem Synthie-Retro und dramatischen Akzenten und unterstützt die 80er-Hommage mit Stil. Produktion, Mischung und Dialogführung wirken durchgehend professionell und tragen wesentlich dazu bei, dass das Hörspiel trotz Trash-Anklängen kein amateurhaftes Gefühl aufkommen lässt.

    Das Cover zeigt ein UFO über einem verschneiten Bergmassiv – ein klares Zitat an klassische Sci-Fi-Horrorfilme. Die Farben und das leicht überzeichnete Design greifen das Retro-Thema auf und passen gut zum Seriencharakter. Visuell ein gelungener Appetitanreger für das, was akustisch folgt.

    Horror Tales – Invasion bietet eine akustisch opulent inszenierte Trash-Hommage, die mit raschem Tempo, stimmiger Atmosphäre und einem großartigen Sprecherensemble punktet. Die Story ist bewusst überzeichnet, bleibt aber spannend und unterhaltsam. Wer klassische Sci-Fi-Horrorplots mit Körperwandlern, Regierungsverschwörungen und Alien-Paranoia liebt, bekommt hier eine kleine akustische Perle geliefert – fernab von Tiefgründigkeit, aber dafür mit viel Retro-Charme und Liebe zum Genre.

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