Final Destination - Bloodlines
Ich war so gespannt auf den Film und er hat mir im Kino genau das gegeben, was ich mir von einem neuen Teil der Reihe erhofft hatte – und sogar ein bisschen mehr. Ja, ich war skeptisch. Nach so vielen Jahren Pause, nach dem etwas verkopften fünften Teil, fragte ich mich: Kann das Konzept noch funktionieren? Die Antwort ist ein klares Ja. Und wie.
Der Film knüpft nicht einfach nur an alte Stärken an – er feiert sie mit einem diabolischen Grinsen. Schon die Eröffnungskatastrophe im Skyview Tower ist ein Gänsehautmoment, bei dem ich mir sofort wieder dachte: Stimmt ja – bei „Final Destination“ darfst du nichts anfassen, nichts essen, niemandem trauen. Die Kombination aus schwarzem Humor, schmerzhaft-genauen Unfällen und dieser unverwechselbaren Ironie funktioniert besser denn je. Ich hab mehrmals laut aufgelacht – und dann gleich darauf wieder die Augen zusammengekniffen, weil die Splattereffekte so präzise wie fies waren.
Was Bloodlines für mich aber wirklich interessant macht, ist die Entscheidung, den Fokus diesmal auf eine ganze Familiengeneration zu legen. Das verleiht dem Film eine ungewohnte Tiefe, ohne zu bremsen. Besonders die Figur der alten Iris hat mich überrascht – ja, sie erinnert an Jamie Lee Curtis’ Laurie Strode, aber das stört nicht. Im Gegenteil: Die Tragik ihrer Geschichte gibt dem Film einen emotionalen Unterbau, den ich so in dieser Reihe noch nie erlebt habe. Und wenn Tony Todd als Bludworth seinen letzten Auftritt hat, schwingt da fast schon so etwas wie Melancholie mit. Das war für mich ein besonderer Moment.
Natürlich übertreibt der Film es mit seiner Mythologie ein wenig. Das hätte man straffen können. Aber ehrlich gesagt: Ich war einfach zu sehr mitgerissen, um mich daran lange zu stören. Die Todesszenen sind einfallsreich, das Timing ist irre gut, und die Regisseure haben sichtbar Spaß daran, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Wer denkt, eine Szene sei vorbei, irrt sich oft gewaltig – und das ist genau der Nervenkitzel, den ich sehen wollte.
Final Destination 6: Bloodlines ist für mich ein echtes Highlight im Horrorjahr. Der beste Teil seit dem ersten. Überdreht, blutig, makaber und herrlich konsequent. Genau so soll das sein.