Synchronsprecher wehren sich gegen KI-Stimmen

  • Und das ist im Prinzip das Todesurteil der Branche. Wenn jemand mit deinem Background die KI nicht mehr bemerkt, war es das eigentlich. Zudem muss man sich dann fragen, was den Einsatz von Menschen noch rechtfertigt. Der Einsatz von Sprechern wird immer nischiger werden.

    Keuchhusten

    Ich verstehe, was du meinst, aber so endgültig sehe ich das nicht.

    Nur weil man es in einzelnen Fällen nicht sofort erkennt, heißt das für mich noch lange nicht, dass menschliche Sprecher überflüssig werden. Da steckt ja mehr dahinter als nur „klingt echt“ – gerade bei Hörspielen, wo Emotion, Timing und Zusammenspiel eine große Rolle spielen.

    Ich glaube eher, dass sich der Einsatz verschieben wird. KI wird sicher in manchen Bereichen stärker genutzt werden, aber das ersetzt nicht automatisch das, was echte Sprecher ausmachen.

    Hoffe ich.

    Ähnlich erging es mir ja beim Hören der dritten Folge von "Sherlock Holmes - Die verschollenen Fälle", die komplett KI-generiert ist:

    Wenn auch bei den Stimmen gewisse Emotionen fehlen, hört es sich doch erschreckend realistisch an.

    LarsH

    Habe davon tatsächlich noch nichts gehört – gerade weil es komplett per KI erstellt ist.

    Aber ich denke, sobald eine bekannte Stimme imitiert wird, merkt man schon eher, dass da etwas „nicht ganz passt“. Gerade wenn man die Originalstimme gut kennt, fallen einem kleine Unterschiede wahrscheinlich schneller auf.

    Dieses leicht fehlende Gefühl oder die Nuancen in der Stimme sind für mich da immer noch der entscheidende Punkt.

  • Ganz ehrlich, ich brauche keine weitere Holmes Adaption und hätte hier auch nicht reingehört, wenn der besagte User hier im Hörspieltalk nicht gebeten hätte. Für mich war gerade die KI ein interessanter Anlass, wie auch die Pandoras Folge von Romantruhe hier reinzuhören. Von daher ist es schon reizvoll für mich solche KI-Hörspiele zu testen und zu hören wie weit man denn schon mit der Technik ist. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es zwar ein faszinierendes Instrument für mich, aber kein ernstzunehmender Konkurrent für einen menschlichen Sprecher. Aber klar, durch das X-en wirken auch viele Dialoge mit echten Sprecher/innen leblos, an einander vorbei redend und steril. Vielleicht sorgt gerade die KI dafür, dass sich Labels wie Sprecher wieder für echte Dialoge, für Gruppenaufnahmen, für ein Miteinander in einem Studio einsetzen um sich noch stärker von KI-Sprechern und deren leblose Dialoge miteinander zu unterscheiden. Denn letztlich ist ganz allgemein, schon bevor die KI ein Thema war, durch den immer größer werdenden Einsatz von Technik der Mensch in den Hintergrund gerückt. Durch die KI wird die Technik noch einmal mehr in den Mittelpunkt gerückt. Es wäre ganz allgemein schön wenn man sich wieder zurück an die Anfänge erinnern würde und der Mensch, egal ob es das Einspielen von Musik, das Live Geräuschemachen oder eben die Ensembleaufnahmen betrifft die wichtigsten Rollen wieder selbst in die Hand nehmen würden. Das wäre für mich persönlich das Beste womit man sich zur Wehr gegen künstliche Intelligenz setzen könnte. Mit einer Phalanx an Qualität im Zuge einer Produktion. Keine Fliessbandaufnahmen mehr sondern qualitativ hochstehende und einzigartige Produktionen wie wir sie vom Ohrenkneifer zum Beispiel seit Jahren kennen. Egal wie gut die KI jemals sein wird, sie wird niemals diese Qualität erreichen können. Wir brauchen wieder mehr Top Hörspiele wie Jesus Video, Lufer Haus, Pavor und Konsorten. ABER wir Konsumenten müssen dafür auch bereit sein wieder mehr Geld für solche Produktionen zu investieren als 10€ pro Monat in ein Streamabo. Denn, davon gehe ich mal aus, auf den Streamingplattformen werden die KI-Produltionen weiter über Hand nehmen, ohne jedoch Top Qualität bieten zu können. Vielleicht ist die KI auch die Chance für CD, Vinyl und andere Medien, weil sich möglicherweise dorthin die menschliche Qualität verlagern wird! Würde mir gefallen 👍🤩

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Man weiß ja nie genau, wie es und man sich selbst weiter entwickelt.

    Im Moment würde ich ganz einfach sagen: Hörspiele, die mit KI erstellt wurden kaufe ich nicht. Fertig. Das würde natürlich auch eine eindeutige Kennzeichnungspflicht voraussetzen...

    Und wenn man so die Nachrichten hört, wird einem sowie ganz anders. Beispielweise, dass die Familienversicherung abgeschafft wird. Das wird uns super hart treffen...

    Ich denke, Geld für Hörspiele werden wir dann ohnehin nicht mehr ausgeben können...

  • Ich denke, Geld für Hörspiele werden wir dann ohnehin nicht mehr ausgeben können...

    Und genau das ist der für mich falsche Ansatz! Denn für praktisch kein Geld wird man zukünftig KI-Produktionen bekommen. Wer aber eben Qualität im Sinne von großartigen Sprechern, Musikern, Geräuschemachern, Geschichten von tollen Romanautoren haben will, der wird sich das auch etwas kosten lassen müssen. Und ich bin da ganz ehrlich, wenn man mir wirklich qualitativ großartige Hörspiele liefern kann, dann zahle ich auch gerne mehr.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich drücke es mal provokant aus: im Sektor, in dem das meiste Geld verdient wird, nämlich in "Gebrauchsbelletristik", werden K.I.-generierte Stimmen schnell flächendeckend Einzug halten. Warum? Weil es den Hörerinnen und Hörern hier schlichtweg weder auffallen wird noch ihnen sehr weh tut, dass die Stimme genau nur die Emotion ausdrückt, die an der Oberfläche des Textes existiert. Das heisst, wenn der Text sagt

    ROLLE
    (Emotion wütend)
    Sag mal, du hast doch völlig den Verstand verloren!

    dann wird genau das rüberkommen. Ein möglicher Unterton wie "aber ich liebe dich doch, wie kannst du sowas tun" wäre für eine K.I. nicht überzeugend darstellbar. Wenn ich mich mit großen Synchronsprecher-Namen unterhalten habe, die wiederkehrende Hauptrollen in Hörspiel-Gruselserien gesprochen haben, dann war deren Frustration ob der dauernden schauspielerischen Unterforderung durchaus spürbar. Dennoch haben sie die Rollen gesprochen, weil sie zum Lebensunterhalt (und/oder Wohlstand) beigetragen haben.

    Wer von einem Text oder einer Handlung nicht mehr als das erwartet, wird die Situation danach nicht schlimmer finden als vorher. Ob die Sprecher von dem, was dann noch an Rollenangeboten "übrig" ist und das ihnen mehr abverlangt, noch leben können, DAS ist die Frage.

    -- Lassen Sie mich durch, ich bin Autor.

  • Finde es extrem ärgerlich und sehr schade dass es auch die Serie Lupin in der dritten Staffel betreffen wird.:rolleyes:

    Kein Sascha Rothermund ,keine Anne Helm aber natürlich kann ich den Streik an sich komplett verstehen weil er mehr als verständlich und richtg ist ist nur blöd wegen der tollen Synchronisation der Serie.:thumbdown:

  • Und genau das ist der für mich falsche Ansatz! Denn für praktisch kein Geld wird man zukünftig KI-Produktionen bekommen. Wer aber eben Qualität im Sinne von großartigen Sprechern, Musikern, Geräuschemachern, Geschichten von tollen Romanautoren haben will, der wird sich das auch etwas kosten lassen müssen. Und ich bin da ganz ehrlich, wenn man mir wirklich qualitativ großartige Hörspiele liefern kann, dann zahle ich auch gerne mehr.

    Wenn man kein Geld mehr für Fun zur Verfügung hat, stellt sich die Frage ohnehin nicht mehr.

    Und qualiativ minderwertige Hörspiele will ich auch für wenig Geld nicht haben.

    Sorry, bin aufgrund meines aktuellen Gesundheitszustandes UND der aktuellen Nachrichten etwas gefrustet.

    Auch private Telefonate oder WhatsApps heitern einen gerade nicht auf. Der eine sagt, dass er prinzipiell jetzt schon pleite ist, da brauch er keine weiteren Verschärfungen. Letztens das Gespräch mit Leuten, die schon jetzt am Essen sparen müssen. Und ein Dritter eröffnete vorhin, dass 2029 sowieso Putin seine Mannen schicken wird.

    Insgesamt ist irgendwie ALLES nur noch ungewiss. Und das macht Alles in Allen nicht gerade glücklich.

    Heute wieder nicht mein Tag...😩

  • Ungewiss war das Leben und die Welt schon immer. Eigentlich redet man sich nur ein, dass alles stabil läuft - weil es das im Großen und Ganzen ja auch ist. Viele Veränderungen treffen einen nur indirekt oder gar nicht oder erst viel später, so dass man zu manchen Ursachen schon gar keinen Zusammenhang mehr herstellt.

    http::olis-weite-welt-des-wahns-blogspot.com

    Es war mit Sicherheit nicht richtig - doch es war einzig und nicht artig!

  • Auf jeden Fall herrscht kein Stillstand. Das sehe ich als positiv. Und Probleme sind dazu da um sie zu lösen. Wichtig ist dass man sich nicht auf das Schlechte fokussiert. Es passiert so viel Großartiges, Schönes und Positives. Wenn man aber nur an das Negative denkt, dann sieht man das Schöne nicht.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich finde ehrlich gesagt auch dass es ein falsches Zeichen ist, die menschlichen Stimmen zu kennzeichnen. Andersrum wird ein Schuh draus.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich finde ehrlich gesagt auch dass es ein falsches Zeichen ist, die menschlichen Stimmen zu kennzeichnen. Andersrum wird ein Schuh draus.

    Ich denke mit meiner Argumentation nicht im Jetzt, sondern künftig. Einfach um Künstler zu schützen und Konsumenten ebenso, sich hier nicht blenden zu lassen.

    Das sind natürlich - noch - Extremfallgedanken und gerade in der Musiklandschaft gibt es festverwurzelte Fans, doch die Täuschung ist schon jetzt so permanent (doch noch leicht zu durchschauen), dass es fahrlässig und verblendet wäre, nichts zu unternehmen. Dazu bekomme ich im privaten Umfeld mit, wie brutal offensichtliche K.I.-Musik zu neuen Lieblingssongs ausgerufen wird und bei direkter Nachfrage relativ egalig reagiert wird. War mir nur zu schade, das mit stichhaltigen Argumenten zu untermauern, weil ich auf einen Windmühlenkampf keine Lust hatte

  • Ich bin mittlerweile sehr froh noch in quasi analogen Zeiten aufgewachsen zu sein. Ich genieße schon den Luxus der Morderne gerade angesichts früherer Technologie (mit dem Handy unterwegs sämtliche Medien zu konsumieren z.B. ist für mich unschätzbar wertvoll...früher saß ich am 56k Modem) doch das Kreative wird per K.I. zusehend angegriffen und verdrängt. Das kann ich nicht aufhalten, gutheißen werde ich es niemals. Ich spreche mittlerweile auch mit den Kindern darüber, niemals damit aufzuhören eigene Welten zu schaffen.

  • Auf Instagram wird die Kritik an KI in der Synchronszene fleißig geteilt. Ich verfolge ja besonders Sven Plate, der sich hier besonders einsetzt. Ich kann den Unmut total verstehen. Sowohl aus künstlerischer Sicht als auch aus Sicht des Berufs Synchronsprecher, die um ihren Brotberuf und Lebensunterhalt zittern.

    Aus meiner persönlichen Sicht - ich möchte weiter, dass Menschen synchronisieren und sprechen. Aber in bestimmten Fällen in denen ich mich so an die Stimme gewöhnt habe, hätte auch nach dem Ausscheiden oder dem Tod des Sprechers schon auch gerne weiter ihre Stimme für bestimmte Schauspieler, sofern es auch „entsprechend“ klingt. Ich denke an Thomas Danneberg für Schwarzenegger oder Stallone. Oder Franziska Pigulla für Anderson. Mir ist jedoch klar, dass es eine sehr heikle Sache und eine Gratwanderung darstellt. Aus ethischer Sichtweise. Bin mir da selbst nicht im Klaren darüber ob es vertretbar ist.

    Ich teile ja deinen idealismus. So hätte ich es auch gerne. K.I. unterstützend genutzt. Doch wenn es neue Spielzeuge gibt, ist der Mensch kein realer Spielpartner

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!