Die drei ??? (225) und der Puppenmacher

  • Hab die Folge heute vormittag gehört und finde sie, um es mit einem Wort auszudrücken, unspektakulär. Und das ist schade, die Jubiläumsfolgen haben mich zuletzt immer noch eingefangen, obwohl ich die Serie selber nur noch am Rande verfolge. Das ist zwar ein guter Fall, aber die Länge von 3 Stunden braucht es nicht, um ihn zu erzählen. Bisherige Jubiläen waren bei den Dreien immer etwas übergroß inszeniert. Die spielten an mehreren unterschiedlichen Orten, es tauchten immer wieder neue Charaktere auf und es war gefühlt auch mehr Gefahr/Abenteuer enthalten, als in den normalen Folgen. Das darf und sollte bei einem solchen Special ruhig dabei sein.

  • Volle Zustimmung, der Stoff gibt nicht genug her für 3 Stunden Hörspiel, da sind zu viele Längen drin. Mir waren auch Patrick und Kenneth von den Stimmen her deutlich zu alt. In diesem Kosmos, der keine Zeitunterschiede kennt, ist es immer sehr befremdlich, wenn so geredet wird, als hätte man sich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen, dabei sind die Drei weiterhin Teenager. Schön war die kleine Verknüpfung zum letzten Jubiläum, aber insgesamt hätte man bei der 225 schon mit was Größerem Auffahren können - gerade nach der so starken 125.

  • Da ist sie also. Die Folge 225 über die so viel spekuliert wurde und Verwunderung über das Buch und die Laufzeit ausgelöst hat. Ich habe die Folge in zwei Teilen gehört und bin extrem verwundert. Europa kann es ja scheinbar doch.

    Die Folge bietet natürlich keinen spektakulären, aufgeblähten Fall wie die vorherigen Jubiläen, überzeugt dafür mit einer verwinkelten, durchdachten Geschichte. Es gelingt ihr, dass man als Zuhörer miträtseln und kombinieren kann und ich war geneigt öfters an eine falsche Fährte zu glauben. Das Setting auf der Farm hat für die Atmosphäre sehr gut gepasst und auch, dass man eine "emotionale" Bindung zu dem Auftraggeber hat. Ebenso empfand ich es toll, das Bob und Peter als Team agieren konnten und Justus alleine oder mit Trisha unterwegs war. Das hat die Stimmung sehr gut gelockert.

    Die Folge hat mich sehr überzeugt. Ich würde fast vermuten, es liegt daran, dass hier nicht groß gekürzt werden musste und somit das übliche, nicht funktionierende Muster (holpriger Anfang, zäher langer Mittelteil und viel zu kurzer Schluss) der Skripte übergangen werden konnte. Es wird sich Zeit gelassen die Charaktere kennenzulernen. Sie haben Ecken und Kanten, sind nicht nur glatt und man fühlt mit ihnen. Trisha als neue Figur ist natürlich nicht nur liebreizend, dafür aber nahbar und normal. Das Ende hat mir auch sehr gefallen, weil eben nicht der einfache Weg gegangen wurde. Überhaupt kamen mir die 3 Stunden Laufzeit sehr kurz vor, was definitiv etwas Besonderes für ein ???-Hörspiel ist. Es passiert immer etwas und eine unterschwellige Bedrohung schwimmt von Anfang an mit.

    Sprechertechnisch wurde hier sehr schön besetzt. Die O'Ryan Brüder sind stimmlich sehr gut getroffen und schon ähnlich der früheren Stimmen, die ich im Kopf habe. Anna Carlsson als Trisha ist super, auch wenn ich sie oft kaum erkannt habe. Ihre Stimme hat sich deutlich verändert. Der Rest spielt routiniert gut, einzig Tim Mälzer fällt (wie erwartet) raus und kann seine Figur nur ablesend spielen. Das Gehalt hätte man wirklich in eine andere Promi-Stimme investieren können, wenn es schon einer sein musste.

    Es reicht nicht, um meine geliebte Toteninsel vom 10er Tron zu stoßen, aber eine dicke 9/10 ist hier für mich drin. Nach extrem langer Zeit mal wieder eine Umsetzung, die sich auch nach den drei ??? anfühlt. :thumbup::love:

  • Mir sind in der Folge zwei moralisch fragwürdige Szenen aufgefallen.

    Display Spoiler

    Einmal Patrick, der einen Unschuldigen zusammenschlägt - offenbar aber straffrei davon kommt. Und dann die (eigentlich für die Geschichte auch völlig unnötige) Tatsache, dass Trisha als Hochzeitsgeschenk eine Beförderung bekommt. Als Geschenk? Sollte es da nicht nach Leistung gehen. Ist euch das auch aufgefallen?

    EDIT: habs mal lieber in den Spoiler gepackt

  • Das wurde beides in den Dialogen etwas entschärft:

    Bezüglich Patricks Ausrutscher

    Da sagt das Opfer später, das er keine Anzeige erstattet hat, weil er sich in seiner Lage mit der Polizei gutstellen sollte und bei Trisha auch etwas gutzumachen hätte.

    Bezüglich der Beförderung

    Ich weiß nicht mehr wer, aber einer Erwähnte das Trisha aufgrund ihres damaligen Einsatzes eigentlich eine Beförderung verdient hätte. Die war also wohl nicht ganz unverdient. Außerdem wird gesagt das der Sheriff bald in den Ruhestand gehen will und sie mit ihrem neuen Rang dann die Nachfolge antreten kann. Das würde den Zeitpunkt erklären.

    Das fand ich beides nicht schlimm, zumal in einem so kleinen Dorf in Arizona wohl auch heute noch einiges etwas lockerer gehandhabt wird.

  • Ich hab das Hörspiel zu meiner Überraschung gehört und....


    ... Ich fand es gut!

    Das würde eine richtig gute und recht clevere Geschichte erzählt. Und das dürfte auch aus medizinischer Sicht kein Blödsinn gewesen sein, sondern ein funktionierender und extrem perfider Plan.

    Viele kommerzielle Hörspiele hören sich ja an wie KI-generiert, meist auch noch ohne I, das hier wahrlich nicht.


    Edit: seh grad, der "anderere" Chris hat das ja eh schon super zusammengefasst :)

    Ich hab ja damals 2002 in der Wiener U3 zwischen Volkstheater und Neubaugasse mit dem Motorala A920 von Drei und Leni Riefenstahl das erste Selfie der Geschichte geknipst” - Aus meiner Biografie, erschienen im Jahr 2039, geschrieben im Jahr zuvor am Pool einer Finca auf den Kanaren

  • Habe die 225 - und der Puppenmacher gestern auch zuende gehört. Durch die Lauflänge von 3 Stunden gab es das Hörspiel in 2 Etappen bei mir.

    Und ich kann endlich mal wieder schreiben, dass mir ein "Die drei ??? - Hörspiel" gefallen hat. :thumbup:

    Die Geschichte hatte einen schönen und auch durchaus überraschenden Anfang. Der Fall hat sich entwickeln können. Es passierte immer etwas in der Folge, es gab keine überlangen Dialoge. Auch wenn die Folge eigentlich nur an einem Ort gespielt hat, kam trotzdem keine Langeweile auf. Und besonders das Ende war mal nicht holterdiepolter, sondern auch noch nach der Lösung des Falls, gab es einen schönen Abschluss.

    Vielleicht hätte man die Laufzeit hier und da etwas kürzen können, aber ich bin mit dem Hörspiel eigentlich so zufrieden, wie es ist. Das Buch habe ich nicht gelesen, kann da also keinen Vergleich zum Hörspiel ziehen. Aber so kann es gerne weiter gehen.

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    Ich bin heute so farbenfroh, ich habe fünf verschiedene Schwarztöne an.

  • Ich fand die Folge 225 zu meiner Überraschung auch richtig gut. Nach den ganzen schwachen Folgen zuvor, zeigen Körting und Minninger, dass sie es ja doch können. Die Geschichte ist jetzt nicht weltbewegend, aber es wird trotz der langen Laufzeit nie langweilig. Wahrscheinlich liegt es am guten Buch, das hier ohne Kürzungen als Hörspiel umgesetzt wurde. Chris2710 hat das sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Ich war erst enttäuscht, dass Lutz Mackensy nicht als Kenneth besetzt wurde, muss aber sagen, dass mir Till Huster in der Rolle sehr gut gefallen hat. Er erinnert stimmlich an Ingo Maar, der Kenneth in Der bedrohten Ranch gesprochen hat. Vielleicht hätte Mackensy auch hier etwas zu alt geklungen. Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich funktionieren auch nach 45 Jahren immer noch als Jugendliche.

  • Mr. Vandyke Lutz Mackensy wohnt ja in Berlin und ist wohl nicht mehr so mobil in seinem Alter.

    Was aber heutzutage kein Problem mehr wäre, siehe Maritim, Contendo oder HMA, dort wird das meiste "aus der Ferne" aufgenommen. Mackensy ist ja bspw. regelmäßig bei den 3 Senioren dabei. Ich finde aber auch, dass er vielleicht etwas zu alt geklungen hätte für Kenneth, den er aber in der Vergangenheit auch nur ganz vereinzelt gesprochen hat.

  • Hab die Folge heute vormittag gehört und finde sie, um es mit einem Wort auszudrücken, unspektakulär. Und das ist schade, die Jubiläumsfolgen haben mich zuletzt immer noch eingefangen, obwohl ich die Serie selber nur noch am Rande verfolge. Das ist zwar ein guter Fall, aber die Länge von 3 Stunden braucht es nicht, um ihn zu erzählen

    Ich hab jetzt die erste Halbe Stunde gehört, nachdem ich schon 2x angefangen hatte - und ja, unspektakulär trifft es da recht gut - bisher ist nix passiert, die Dialoge und wie sich die Personen verhalten (allen voran Kenneth und seine Zukünftige), das ist einfach „falsch“ - so redet kein Mensch und so benimmt sich auch kein Mensch.


    Vielleicht höre ich irgendwann nochmal rein, aber für den Moment breche ich wohl ab - ich bezweifle dass das nochmal besser wird.

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Bei mir gab es die letztem Tage auch endlich die 225 in mehreren Etappen.

    Auch mir hat das Hörspiel sehr gut gefallen. Ein schöner Einstieg und dann ein Fall, der nicht abgedreht, aber trotzdem fesselnd ist. Till Huster hab ich sofort als Kenneth akzeptiert und mit Tricia Cooper haben wir einen interessanten Charakter mit Ecken und Kanten. Gerne können wir Deep Spring mal wieder einen Besuch abstatten.

    Tim Mälzer fand ich jetzt eigentlich nicht so schlimm. Habe auch erst in einer späteren Szene bemerkt, dass er das ist. Vorher dachte ich, dass die Art des Sprechens zum Charakter gehört. Mich hat er nicht gestört.

    Peter hat eine schöne Szene mit dem Nachbarn von Tricia und Kenneth.

    Positiv war auch, dass man kurze Bezüge zu den Folgen 14 und 200 hatte.

    Die 200 habe ich bis heute nicht fertig gehört, die 225 werde ich sicher öfter hören.

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