Wir „Alten“ kritisieren ja sehr gerne alles Mögliche was Hörspiele betrifft und meinen „früher war alles besser“. Egal ob Gruselserie, Streaming, Podcast oder Disclaimer, die Kassettenkindergeneration ist gerne mit der aktuellen Situation unzufrieden. Doch vergessen wir dabei vielleicht die Tatsache, dass wir gar nicht mehr die relevante Hörer- und Käufergruppe sind, sondern dass sich die Industrie und Branche an den Jüngeren orientiert? Und dass für diese alles genau so passt wie es ist? Was meint ihr?
Wollen Kinder & Jugendliche heute Hörspiele anders hören als unsere Generation?
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Ich würde auf diese Frage ein ganz klares JA sagen. Unsere Kinder und Jugendlichen haben ihr ganz eigenes Konsumverhalten und Freizeitverhalten. Entsprechend sind viele Dinge für sie einfach selbstverständlich und normal, was uns jedoch sauer aufstößt. Und wir Alten kommen langsam in die Jahre. Es scheint uns zu stören dass wir nicht mehr so im Mittelpunkt stehen und sich das Rad der Medienwelt weiter gedreht hat und sich dieses nun einer ganz anderen Generation zuwendet. Podcast, Disclaimer oder auch EUROPA Gruselserie geben Zeugnis darüber ab. Wir können uns darüber echauffieren und mit dem Kopf schütteln, aber ändern können wir es nicht.
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Natürlich JA, weil die Möglichkeiten und das Umfeld ganz anders sind als bei uns vor 30/40 Jahren. Damals war es ein Highlight, wenn man irgendwo mal eine neue Kassette gesehen hat, heute ist dank Internet, Smartphone, Smart-TV, Streaming etc. alles immer direkt verfügbar.
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Thema Aufmerksamkeitsspanne. Kids heute spielen auf dem Pad, werden vom pingenden Smartphone unterbrochen und hören dann vielleicht nebenbei noch ein Hörspiel. Wenn das funktionieren soll, dann nur mit überschaubarer inhaltlicher Anforderung.
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Thema Aufmerksamkeitsspanne. Kids heute spielen auf dem Pad, werden vom pingenden Smartphone unterbrochen und hören dann vielleicht nebenbei noch ein Hörspiel. Wenn das funktionieren soll, dann nur mit überschaubarer inhaltlicher Anforderung.
Was man dann leider an der storytechnischen Qualität der meisten Kinderhörspiele merkt.
Es passiert kaum etwas und das wird in die Länge gezogen wie ein Kaugummi auf 40-50 Minuten.
Ich bin schon überzeugt, dass man den heutign Kindern inhaltlich noch etwas zutrauen kann und schreibe
auch so. -
Wenn man es schafft, sie aus dem Multitasking rauszulösen, kann man ihnen irgendwann auch wieder was zumuten.
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Was die Aufmerksamkeitsspanne betrifft, gebe ich zum Teil recht. Einerseits sind Kinder heute auf jeden Fall mehr Multitasking fähig als wir damals, wobei wir ja auch meistens neben dem Hörspiel hören auch Lego, Playmobil oder anderes gespielt haben. Andererseits sind Kinder sehr wohl auch noch extrem konzentriert und aufmerksam, wenn es ihnen "wert" ist. Wer schon mal versucht hat diverse TikTok-Tänze nachzumachen, wird feststellen, dass man dazu seeeeehr viel Konzentration und Aufmerksamkeit benötigt und zudem das nicht mal nur so in 5 Minuten schafft. Man muss Kinder und Jugendliche also mit Sachen am Hörspiel fesseln für die es ihnen wert ist, dass sie auch wirklich aufmerksam zu hören. Viele Kinder- und Jugendhörspiele produzieren auch schlichtweg am heutigen Jugendlichen vorbei.
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So sieht es aus Markus G. Kinder können sehr wohl selektieren, wenn sie sich für etwas sehr interessieren. Das Problem mit der Aufmerksamkeitsspanne und dem Multitasking haben ja auch wir Erwachsenen schon seit Jahren, bei mir ist es durch den Job gekommen (Rufbereitschaft im IT- und Netzbetrieb) und hat sich dann durch die Smartphone-Ära noch intensiviert, da ich auch ein Diensthandy habe, was den ganzen Tag neben mir liegt und bei dem ich ggf. schnell reagieren muss.
Mein Sohn merkt natürlich, dass mein Blick/Griff immer wieder zum Handy wandert, entsprechend ist das in seiner Wahrnehmung auch ganz vorne.
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Markus G.
May 30, 2026 at 6:34 AM Changed the title of the thread from “Wollen Kinder & Jugendliche 2023 Hörspiele anders hören als unsere Generation?” to “Wollen Kinder & Jugendliche heute Hörspiele anders hören als unsere Generation?”. -
Ich denke mal dass bei den Kindern gar nicht so viel Unterschied ist, wie und was wir damals und was sie heute hören wollen. Bei den Jugendlichen denke ich schon dass andere Themen, andere Helden, andere Inhalte und andere Medien angesagt sind. So hört meine Tochter aktuell deutlich mehr Podcasts als Hörspiele…
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Ich glaube, man darf dabei nicht vergessen, dass jede Generation Hörspiele anders erlebt.
Wenn ich heute junge Hörer sehe, dann haben die oft einen völlig anderen Zugang zum Medium als wir damals. Für sie ist Streaming selbstverständlich, sie müssen keine Kassette umdrehen und haben praktisch unbegrenzten Zugriff auf Hörspiele. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie weniger Freude daran haben.
Trotzdem finde ich es völlig normal, dass man als langjähriger Hörer bestimmte Entwicklungen kritisch sieht. Schließlich vergleicht man immer mit den eigenen Erfahrungen und Erinnerungen. Das mache ich ja selbst auch.
Am Ende ist für mich entscheidend, dass Menschen überhaupt noch Hörspiele hören und Begeisterung für das Medium entwickeln. Ob das nun über Kassette, CD oder Streaming passiert, ist letztlich zweitrangig.
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