Was machen erfolgreiche Serien/Reihen aus? Wodurch unterscheiden sie sich vom Rest?

  • Angeregt durch die interessante Statistik von @David Holy im thread Holy Hörspiel App und die dortige Vormachtstellung von Die letzten Helden [HOLYSOFT] würde mich interessieren was denn Eurer Meinung nach die Gemeinsamkeiten von erfolgreichen Hörspielserien und Hörspielreihen sind? Was macht letztlich den Erfolg aus? Was meint ihr?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • @Hörkus: In Bezug auf Hörspiele:

    Ich behaupte jetzt mal, dass die erfolgreichsten Serien ganz einfach gestrickt und unkompliziert gemacht sind, da somit der 08/15 Hörer ( ich meine das jetzt nicht abwertend) damit am besten zurecht kommt.
    Also eine Serie, wo nach jeder Folge die Thematik abgearbeitet ist, und der Neueinsteiger somit auch bei Folge 66 einsteigen kann.
    Am besten noch für Kinder und Erwachsene geeignet, damit man einen höheren Kundenkreis erreicht,
    um natürlich mehr zu verkaufen.
    Die Hauptfiguren sind auch eher ohne Schnörkel, unkompliziert, brav und lösen jedes Problem innerhalb der Serie, machen sich die Finger niemals schmutzig.
    Das wäre meine Vermutungen gewesen.
    Möglicherweise gibt es noch andre Gründe dafür....
    Mir ist es ehrlich gesagt egal, wie erfolgreich eine Serie ist, mir persönlich sollte sie gefallen...

    The Jokes on you!

    Edited once, last by Evil (August 18, 2023 at 12:01 AM).

  • Da steckt schon viel Wahrheit drin, was du schreibst. Massentauglich, nicht anecken, eher blass bleiben. Die erfolgreichsten Serien brauchen einfach auch ein Nostalgie-Gefühl. Denn um sehr erfolgreich zu sein, reicht es nicht, nur die Nerds wie uns hier anzusprechen.

  • Ich halte mal dagegen:
    Gerade hat Ivar Leon Menger für MONSTER 1983 eine Goldene Schallplatte bekommen!

    Es geht also auch mit innovativen, spannenden Ideen und Stories in exzellenter Umsetzung fernab von Mainstream. Glücklicherweise! :)


    Eins und eins ist zwei - von London bis Shanghai!

  • Ja ein gutes Beispiel, aber fällt Monster 1983 da unter die wirklich sehr erfolgreichen Hörspiele? 100.000 Downloads und verkaufte Tonträger in acht Jahren, da würde man bei einer TKKG oder DDF Folge von einem deutlichen Flop sprechen. Aber ich merke auch gerade, dass ich die Latte wohl zu hoch angesetzt habe, weil mir sonst auch nichts einfällt, was von den Zahlen mit TKKG und DDF mithalten kann. Würde ja gern Mal wissen, bei welchen Zahlen so ein Fitzek-Hörspiel bei Audible liegt.

    Btw: beim zweiten Hören von Staffel 2 und 3 ist mir aber schon auch aufgefallen, wie blass und eindimensional einige Charaktere bei Monster 1983 sind. Wenn ich da an Pricilla denke: die Frau, die sich in jeden Mann, der irgendeinen höheren Posten in seinem Job hat, sofort völlig naiv verliebt...

  • Was heißt eigentlich Erfolg genau? Ja es gibt einen großen erfolgreichen Massenmarkt, der auf den kleinsten heruntergebrochen Nenner möglichst viel an jedem verkaufen möchte. Es gibt aber auch sehr erfolgreiche Nischenprodukte wie die Marke "Takimo" die seit fast 20 Jahren auf dem Markt ist. Es gibt da eine sehr starke Ambivalenz. Fast Food oder Deluxe Menü. Beides gut, aber halt auch schwer zu erklären. Das so viele von einander kopieren ist wohl der "Aufmerksamkeitsökonomie" geschuldet.

  • Erfolgreich zu sein ist für mich nichts anderes, dass in eine entsprechende Reihe Werbefinanzen reingebuttert wird.

    Das hatte man bei Gabriel Burns damals mit dem Karstadt-Deal gemacht und Europa hatte und hat nachwievor viele Marketingmaßnahnen bei TKKG, DDF, Hanni & Nanni, 5 Freunde, usw.

    Kiddinx investiert nachwievor auch sehr viel Geld dafür, dass die Hörspielmarken auch auf anderen Produkten zu finden sind, was sicherlich positive Rückwirkungen hat auf den Verkauf aktueller Folgen.

    Point-of-Sale Platzierungen im Handel, eigene Presseartikel wie Magazine mit Gimmicks, Plakatwerbung, usw usf bilden die Summe aus Allem, um so manche Hörspielserie im Interesse der Zielgruppe zu halten und eine lange Laufzeit zu garantieren.

    Ich glaube auf die Inhalte in Form der Themen und deren Komplexität kommt es gar nicht so an. Das A und O ist, dass man in die Werbung Geld pumpt im großen Stil.

    Wenn ich Soielwarenläden betrete finde ich es immer Hammer, wie Lego und Playmobil da meterweise Regalfläche mit beleuchteten Displays, Aufstellern und Vitrinen kaufen, um die Produkte in der Aufmerksamkeit zu halten. Das kostet massiv Geld, bringt aber auch wieder Geld ein.

    ...ja, ich bin ja schon ruhig! ;)

  • Ein sehr interessantes Argument. Das zum Teil sicher stimmen mag.

    Aber es gibt auch Beispiele wo man keineswegs von Werbefinanzen und einer Werbemaschinerie sprechen kann. Das erste Beispiel, das mir einfällt: Die letzten Helden [HOLYSOFT] Wie wir gestern erfahren haben, macht die Serie mit Abstand den größten Umsatz des Labels aus. In kleinerem Rahmen, aber auch sehr erfolgreich und ohne großer Werbekampagne: Lady Bedfort [HÖRPLANET]
    Es gibt eine Reihe von Serien mit großer Werbekampagne und viel Geld im Hintergrund, die letztlich gefloppt sind, siehe Die STIL-Hörspielserie: "Prof. Sigmund Freud"

    Ich glaube nur auf viel Geld im Hintergrund und Werbung kann man es nicht komplett(!) reduzieren. Die Qualität muss einfach passen, man muss den Nerv der breiten Masse an Hörspielfans treffen. Und man muss auch zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein um mit einer Serie zu starten.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Was heißt eigentlich Erfolg genau? Ja es gibt einen großen erfolgreichen Massenmarkt, der auf den kleinsten heruntergebrochen Nenner möglichst viel an jedem verkaufen möchte. Es gibt aber auch sehr erfolgreiche Nischenprodukte wie die Marke "Takimo"…

    Sehr interessanter Ansatz! Wenn ich so darüber nachdenke, ist es für die Produktionsseite ja schon ein toller Erfolg, wenn man davon leben kann und die Serie genug abgerufen und gekauft wird, dass man noch mehr Folgen produzieren kann.

  • Ich würde aber mal sagen, die ganze Vermarktung und Platzierung kommt daher, dass die (etablierten) Marken schon lange erfolgreich und eben deshalb interessant für Werbe-Deals sind - Bibi, DDF, Benjamin Blümchen. Das sind Marken, die Mama und Papa auch schon als Kind gehört haben, daher auch ihren Kindern kaufen - die gibt es auch im TV, als Musical und den Schlafanzug zum Hörspiel.

    Richtig groß und erfolgreich sind ja eben nur die Reihen, die es schon seit 30-40 Jahren gibt. DDF bekommen für jede Folge eine goldene Platte - und das nicht erst nach 8 Jahren. Und das Marketing nicht alles ist, sieht man ja an Vidan, da hat die Kinowerbung, etc. auch nichts gebracht - sonst käme Season 3 wohl auch als CD Box… :P

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Gibt es weitere Meinungen dazu?

    Was verbindet alle erfolgreichen Serien und Reihen? Ist es das gewisse Etwas? Ist es die Geschichte bzw. die Art wie die Geschichte erzählt wird? Sind es die Protagonisten und wie sie zueinander stehen? Oder ist es doch das Geld, das in die Produktionen gesteckt wird?

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich finde, es ist müßig, darüber zu diskutieren, wie als wie erfolgssteuernd das Marketing bei Hörspielserien einzustufen ist. Mit den Zahlen und Statistiken bzw. Erfolgshebeln rückt kein Label raus, daraufhin ist es vielleicht hilfreicher, die weiteren Faktoren zu betrachten:

    1. Bekomme ich die Hörer dazu, davon anderen zu erzählen?
    2. Hat es eine zirkuläre Dramaturgie (soll heißen, können die Hörer Folge 63 nach der Folge 84 und der Folge 10 hören, ohne was verpasst zu haben)?
    3. Ist es ein Franchise, das für sich steht? Tie-in-Hörspiele mögen zwar lange in den Charts bleiben ("Frozen"), aber das sind keine Serien
    4. Braucht man als Hörer wenig Aufwand, um in die Welt reinzukommen (das berührt dann die Genrefrage)?

    Dann kann man mal den Test machen: DDF und TKKG 2-4 check (bei 1 weiß ich nicht Bescheid, was sagen die Fans dazu?) / John Sinclair 2-3 check (was ist mit 1 und 4?) usw.

    Vielleicht schreiben hier ein paar Foristen zu ihren Lieblingsserien, ob sie die Punkte 1 bis 4 erfüllt sehen. Wenn das Ergebnis sich mit dem Erfolg der Serie deckt, stimmt die These.

    Wie würde Takimo hier abschneiden? Wie Mark Brandis? Und wie "Die letzten Helden"?

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

  • Ich werde mal versuchen einige meiner für mich besten Serien zu nehmen und sie diesen Test zu unterziehen. Ich bin gespannt :thumbup:

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich behaupte mal, dass sich die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Serie im Vergleich zu früher doch ein wenig geändert haben. Mag es früher die Mundpropaganda am Schulhof, die Aufsteller im Kaufhaus oder die Werbung im TV gewesen sein, so sind es heute die Reels auf Instagram, die Beiträge der Influencer auf TikTok oder die Verfügbarkeit in den Streamingportalen.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Wenn ich bei meinen Kids und mir schaue, dann spielt da hauptsächlich die Verfügbarkeit im Stream eine Rolle - ich folge keinem einzigen Label auf Instagram (bis ich sie geblockt habe, bekam ich ne Zeit lang die Europa Reels auf Instagram angezeigt - fürchterlich!!!), Infos über Neuerscheinungen hole ich mir fast ausschließlich hier im Forum - meine Kids haben noch keine Social Media Accounts.

    Da bleibt hauptsächlich die Platzierung bei Apple Music, um bei uns in den Vordergrund zu rücken.

    Um bei Instagram und TicToc was angezeigt zu bekommen, muss man hier doch auch zumindest mal was in Bezug auf Hörspiele angeklickt haben, oder nicht?

    Mein Name ist Dorian Hunter, und ich bin der Sohn des Teufels. Ich war der Sohn des Teufels, denn ich habe ihn getötet! :evil:

  • Ja, die Zeiten haben sich schon geändert. Man muss als Label schon andere Knöpfe drücken, als früher.

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich finde, es ist müßig, darüber zu diskutieren, wie als wie erfolgssteuernd das Marketing bei Hörspielserien einzustufen ist. Mit den Zahlen und Statistiken bzw. Erfolgshebeln rückt kein Label raus, daraufhin ist es vielleicht hilfreicher, die weiteren Faktoren zu betrachten:

    1. Bekomme ich die Hörer dazu, davon anderen zu erzählen?
    2. Hat es eine zirkuläre Dramaturgie (soll heißen, können die Hörer Folge 63 nach der Folge 84 und der Folge 10 hören, ohne was verpasst zu haben)?
    3. Ist es ein Franchise, das für sich steht? Tie-in-Hörspiele mögen zwar lange in den Charts bleiben ("Frozen"), aber das sind keine Serien
    4. Braucht man als Hörer wenig Aufwand, um in die Welt reinzukommen (das berührt dann die Genrefrage)?

    Dann kann man mal den Test machen: DDF und TKKG 2-4 check (bei 1 weiß ich nicht Bescheid, was sagen die Fans dazu?) / John Sinclair 2-3 check (was ist mit 1 und 4?) usw.

    Vielleicht schreiben hier ein paar Foristen zu ihren Lieblingsserien, ob sie die Punkte 1 bis 4 erfüllt sehen. Wenn das Ergebnis sich mit dem Erfolg der Serie deckt, stimmt die These.

    Wie würde Takimo hier abschneiden? Wie Mark Brandis? Und wie "Die letzten Helden"?

    Ich werde mal versuchen einige meiner für mich besten Serien zu nehmen und sie diesen Test zu unterziehen. Ich bin gespannt :thumbup:

    Kam was dabei raus?

    -- I teach writing courses and first of all, I teach my students what prosody is. (Theodore Sturgeon)

  • Gute Frage! Ich weiß es nicht! Aber wir können uns hier ja mal die erfolgreichen Serien heraus suchen und sie mit den weniger erfolgreichen Serien anhand Deiner Checkliste vergleichen.

    John Sinclair mit Zamorra

    Point Whitmark mit Sam

    Europa Gruselserie neu mit Hörsturz Gruselserie

    Sherlock Holmes mit Peter Lundt

    Wie Akita Takeo richtig über den Hörspieltalk von morgen schrieb:

    Solange es Leute wie uns drei gibt und wir hier schreiben, bleibt es hoffentlich bestehen. Noch lange! #top#

  • Ich glaube, den einen Erfolgsfaktor gibt es gar nicht. Sonst würde ja jeder versuchen, genau diese Formel zu kopieren.

    Für mich haben erfolgreiche Hörspielserien aber oft etwas gemeinsam: Sie schaffen es, dass man Zeit mit den Figuren verbringen möchte. Die eigentliche Geschichte ist wichtig, aber mindestens genauso wichtig ist, dass einem die Charaktere ans Herz wachsen. Irgendwann hört man dann nicht mehr nur wegen des Falls, des Monsters oder des Abenteuers weiter, sondern weil man wissen möchte, wie es mit den Figuren weitergeht.

    Dazu kommt natürlich Kontinuität. Eine Serie muss ihren eigenen Charakter haben und diesen über viele Folgen bewahren, ohne sich ständig neu zu erfinden. Gleichzeitig darf sie aber auch nicht stehen bleiben.

    Und manchmal gehört auch einfach ein wenig Glück dazu. Zur richtigen Zeit die richtigen Hörer zu erreichen, ist vermutlich mindestens genauso wichtig wie jede Marketingstrategie oder Produktionsentscheidung.

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